Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt/Main
Sommersemester 2004
Proseminar: Warum wählen Menschen, wie sie wählen? Theorien und
Forschungsergebnisse der Wahlsoziologie
Parteibindungen und Wahlverhalten in den neuen Bundesländern
von
Daniel Schüler
Inhaltsverzeichnis
Einleitung Seite 03
1. Das Wahlverhalten der ostdeutschen Wähler 1990 .. Seite 04
1.1 Die Kontinuitätsthese Seite 06
1.2 Die Tabula-Rasa-These Seite 07
1.3 Die Konvergenzthese Seite 08
1.4 Die Kristallistationsthese Seite 10
2. Die Entwicklung des Wahlverhaltens im Osten seit 1990 .. Seite 11
2.1 Die Wahlergebnisse in Gesamtdeutschland zum Vergleich Seite 12
2.2 Erklärungsversuche der Entwicklung Seite 13
Anhang: Zeittabelle Seite 15
Literaturverzeichnis Seite 16
Einleitung
Die hier vorliegende Arbeit wird sich mit einer beinahe einmaligen Umbruchssituation in der politischen Landschaft und deren Auswirkungen beschäftigen. Mit dem Zusammenbruch der sozialistischen Systeme im Ostblock sehen sich zwar alle betroffenen Länder großen Umbrüchen gegenüber, die Situation der ehemaligen DDR unterscheidet sich von allen anderen aber durch den Zusammenschluss mit der Bundesrepublik Deutschland; es muss also nicht wie in den anderen Ländern erst das passende bzw. ein passendes politisches System gefunden werden, sondern die Bürger der DDR finden sich „von heute auf morgen“ in einem demokratischen System mit freien Wahlen wieder1. Die Situation der ehemaligen DDR entscheidet sich ebenfalls insofern, dass aufgrund der Teilung Deutschlands und dem somit direkten kapitalistischen und demokratischen Nachbarn eine gewisse Nähe zum Westen durch die in einem großen Teil der DDR empfangbaren Medien (Fernsehen/Radio) gegeben war2.
Wie würden die neuen Bundesbürger also wählen? Waren sie in ihrer Wahrnehmung der westlichen Parteien durch die Indoktrination der DDR-Bürokratie beeinflusst oder doch eher doch durch die Rezeption der Westmedien? Besitzen sie womöglich so etwas wie Parteibindungen, obwohl sie diese nicht durch praktiziertes Wählen erhalten haben konnten und wie sehen die erwünschten bzw. verfolgten Werte der Bürger aus?
Um diese Fragen zu klären, werden zunächst die Wahlen nach dem Zusammenbruch des DDR-Regimes und die damit verbunden zeitgenössischen soziologischen Überlegungen zum Wahlverhalten zu betrachten sein. Danach wird die Frage nach der Entwicklung des Wahlverhaltens der Ostwähler bis heute und die Unterschiede zum Wähler in den alten Bundesländern zu bearbeiten sein.
Natürlich können diese Fragen in der hier vorliegenden Arbeit nur überblicksartig behandelt werden.
1. Das Wahlverhalten der ostdeutschen Wähler 1990
[Tabelle in Downloaddatei enthalten]
Quelle: Forschungsgruppe Wahlen e.V.
Als die Wiedervereinigung Deutschlands akut wurde, kam bei den Wahlsoziologen schnell die Frage auf, wie die wahlunerfahrenen Bürger der (ehemaligen) DDR wohl wählen würden. Man konnte sich nicht auf eine Antwort verständigen, sondern es standen sich Vertreter verschiedener theoretischer Ansätze gegenüber, die insgesamt vier weitgehend konträre Hypothesen für das vermutete Wahlverhalten entwickelten. Was genau war nun das Besondere dieser Wahl? Einige der Gründe dieser Einzigartigkeit werden hierunter ergänzend zur Einleitung aufgelistet:
[....]
1 Im Gegensatz zu anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks, in denen sich eher autokratische Systeme entwickelten
2 Besonders ist hier die Stellung Westberlins als Sendeplatz der TV- und Radioanstalten im Herzen der DDR hervorzuheben.
Quote paper:
Daniel Schüler, 2004, Parteibindungen und Wahlverhalten in den neuen Bundesländern, Munich, GRIN Publishing GmbH
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