Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die wirtschaftliche Situation der Filmindustrie in Deutschland oder:
Warum Filmförderung? 3
3. Beispielrechnung. 5
4. Gründe für die Probleme. 6
5. Förderungsmaßnahmen in Deutschland 8
5.1. Rechtliche Grundlagen. 8
5.2. Förderung auf Bundesebene. 8
5.2.1. Die Filmförderungsanstalt (FFA) 8
5.2.2. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
(BKM) 11
5.3. Förderung auf Länderebene - am Beispiel der Filmstiftung
Nordrhein -Westfalen. 12
6. Europäische Förderungsmaßnahmen. 14
7. Schluss 15
8. Abbildungen. 16
9. Literaturverzeichnis 23
10. Abbildungsverzeichnis 24
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1. Einleitung
Kaum ein Buch über die Filmförderung in Deutschland ist in der Bibliothek der Film- und Fernsehwissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum zu finden. Verwunderlich, denn gerade die Filmförderung befasst sich doch sehr stark mit dem Film an sich, oder? Fündiger wird man da schon eher bei den Wirtschaftswissenschaftlern und Juristen. Schon diese erste Beobachtung macht eines offensichtlich klar: Filmförderung in Deutschland ist ein, in der Filmwissenschaft sehr wenig behandeltes Thema. Natürlich hat das auch seine Gründe. Filmförderung ist ein umfangreicher Bereich, der vor allen Dingen sehr viel mit wirtschaftlichen Marktanalysen und Gesetzen zu tun hat. Dennoch sollten sich Medienwissenschaftler a uch mal mit dieser, zugegeben eher trockenen, Materie beschäftigen, die aber, wenn man sich drauf einlässt auch sehr interessant sein kann. Denn der Film als Medium ist nicht bloß Kunst, sondern vor allem ein großer Wirtschaftszweig, der ohne wirtschaftlichen Erfolg, also hohe Besucherzahlen nicht bestehen würde. Das Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über die wirtschaftlichen Probleme des deutschen Films und die Subventionen, die es zu seiner Erhaltung gibt zu geben. Außerdem soll versucht werden die komplizierten Wege der Filmförderung näher zu beleuchten und herauszustellen, warum der deutsche Film überhaupt auf Förderung angewiesen ist. Dabei konzentriert sich die Arbeit auf die rein sachlichen Aspekte und lässt kritische Stimmen außen vor. So können auch nicht alle noch so kleinsten Bereiche der Filmförderung in Deutschland beleuchtet werden. Vor allem die Förderungsmaßnahmen der europäischen Union können nur kurz angerissen werden, obwohl gerade die europäische Filmförderung ein weiterer interessanter Bereich ist.
2. Die wirtschaftliche Situation der Filmindustrie in Deutschland -oder: Warum Filmförderung?
Seit den 50er Jahren gibt es in fast allen europäischen Ländern Filmförderungen und das obwohl der europäische Markt gemessen an der
3
Konsumentenzahl der weltgrößte für audiovisuelle Produkte ist. 1 Würde es diese nicht geben, hätte der europäische Film keine Überlebenschancen. In Deutschland kommen zwar in den letzten Jahren immer mehr deutsche Filme auf den Markt 2 , dennoch ist ihr Marktanteil sehr gering und schwankt jährlich zwischen 9%-12% 3 . 2001 lag er sogar bei 18,4%, was jedoch allein durch den unerwarteten Erfolg von ‚Der Schuh des Manitu’ (Start 19.07.2001; HerbX Film, Constantin Film, Seven Pictures), mit 10.526.675 4 Zuschauern im Jahr 2001, ausgelöst wurde. Der Film ist mit insgesamt 11.661.183 Zuschauern bis 2002 aber auch der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten. 5 Für die meisten deutschen Filme ist es in der Regel schwer überhaupt die Produktionskosten wieder einzuspielen und die wenigsten Filme kommen in die Nähe der 1 Million Zuschauer Grenze. Zudem ist die Auslandspräsenz des deutschen Filmes sehr schwach, was ein großes Problem darstellt, denn gerade die Vermarktung ins Ausland macht Filme finanzierbar. Ausnahmen sind in letzter Zeit einige Koproduktionen wie ’Resident Evil’ (2002 Constantin Film AG), der zu 55% eine deutsche Koproduktion ist und weltweit ein Box Office 6 von über 105 Millionen Euro erzielte, oder auch die Koproduktion ‚Bella Martha’ (2002 Ottfilm), die in Deutschland nur 465.000 Zuschauer besuchten und ein Boxoffice von 2,5 Millionen Euro erzielte, während sie in den USA über 4 Millionen Dollar einspielte (Vgl. Abbildung 7). 7 Der deutsche Filmmarkt wird eindeutig von amerikanischen Filmen dominiert. Diese erreichen jährlich an die 80% Marktanteil in Deutschland. 8 In Frankreich dagegen erreichen, laut dem Centre nationale de la Cinématographie, amerikanische Produktionen lediglich einen Marktanteil zwischen 50% und
1 Vgl. Michael Gordon, Regionalwirtschaftliche Filmförderung - Kosten und Nutzen, Wien 1996, S.32
2 Vgl. Filmförderungsanstalt (FFA): Marktanteil deutscher Film im Fünfjahresvergleich 1998 bis
2002, S. 1/2, siehe Abbildung 3. Während im Jahr 1998 nur 70 Filme veröffentlicht wurden, waren
es 2002 bereits 116.
3 FFA, Marktanteil deutscher Film im Fünfjahresvergleich 1998 bis 2002, S.1/2, siehe Abbildung 3
4 im Gegensatz dazu besuchten den Film ‚ Harry Potter und der Stein der Weisen’ vom Warner
Brothers Verleih im selben Jahr (Start 21.11.2001) in Deutschland 10.416.102 Zuschauer, also
110474 weniger. Ein weiterer Vergleichswert: der international meistbesuchte Film ‚ Titanic’ vom
Twentieth Century Verleih erzielte 1998 in Deutschland 17.985.542 Zuschauer.(Filmhitlisten der
FFA1998 und 2001)
5 FFA: Filmhitliste 2001 und 2002
6 Einnahmen eines Films, die er während seiner Spielzeit an der Kinokasse einspielt
7 FFA Info, Aktuelle Informationen aus der Filmwirtschaft 5.Februar 2003 - Nr. 1/03
8 Spitzenorganisation der Filmwirtschaft e.V. (SPIO), Statistik Filmverleih, Tabelle Marktanteile am Verleihumsatz (%) 1993-2001, http://www.spio.de/CONT/EBENE3/CO_ST_VE:HTM
4
60% 9 . In Frankreich sind die Förderungsmaßnahmen f ür den nationalen Film auch sehr viel höher. So wird beispielsweise in Frankreich auf jede verkaufte Kinokarte eine Steuer von ca. 11% erhoben, deren Ertrag ausschließlich in die Förderung franz. Kinofilme wandert. Hinzu kommt ein Konto auf dass die franz. Fernsehsender 5,5% ihres Jahresumsatzes zahlen müssen. Ressourcen aus dem Staatsbudget und weitere Förderungen ergänzen die starke franz. Förderung. 10
Außer nationalen Filmen sind andere europäische Filme sowohl in Frankreich (um 6%), als auch in Deutschland (um 8%), sehr gering vertreten. 11
3. Beispielrechnung
Wie schwer es für die Produzenten ist selbst die Produktionskosten an der Kinokasse wieder einzuspielen zeigt diese Modellrechnung ausgehend von 6€ Kinoeintritt, nach Michael Wiedmann von der Filmstiftung NRW. Von der gesamten Kinokasse gehen i.d.R. 50%, nach Abzug der Gema Gebühren, der FFA - Filmabgabe und der Mehrwertsteuer an den Kinobesitzer. Von den anderen 50% erhält 35% der Verleih und 65% der Produzent. Der Produzentenanteil wird noch verrechnet mit denen vom Verleih getätigten Investitionen, wie der Verleihgarantie (einem Vorschuss vom Verleih an den Produzenten). Außerdem müssen die Vorkosten verrechnet werden. Darin sind große Investitionen wie Geld für die Werbung, die Kopien und die Pressearbeit enthalten. Nach Abzug aller Kosten muss der Produzent meist noch Fördermittel zurückzahlen. Oftmals bleibt zuletzt nicht viel Geld für den Produzenten übrig.
9 Centre nationale de la Cinématographie (CNC), Parts de marché la nationalité de films (%), http://www.cnc.fr/d_stat/fr_d_annuelle.htm, 17.Mai 2003
10 Vgl. Marc Zitzman, Asterix contra Sauron. Die französische Fimwirtschaft und ihre
Erfolgsrezepte, in: NZZ online, 7. Januar 2002
11 CNC (2003), FFA (2003)
5
(Abb.:1 Frei nach Michael Wiedmann von der Filmstiftung NRW)
4. Gründe für die Probleme
Es gibt viele verschiedene Gründe für die schlechte wirtschaftliche Situation nicht nur der deutschen Filmproduktionen, sondern der europäischen allgemein. Der zweite Weltkrieg ist dabei nur ein Grund von vielen. In den 20er Jahren dominierte die Universum Film AG (Ufa) den deutschen Filmmarkt und bildete bis 1933, der nationalsozialistischen Machtübernahme, ein Gegengewicht zu den amerikanischen Medienkonzernen und war: „für mehrere Jahrzehnte das ausstrahlende Zentrum einer nationalen, unserer nationalen Film- und Kino-Kultur.“ 12 Ab 1933 war die Ufa nur noch ein von den Nationalsozialisten beherrschtes Propagandamittel. Deshalb w urde sie und ihre Dachgesellschaft, die Ufa-Film GmbH, nach dem 2. Weltkrieg von den amerikanischen Besatzern aus politischen, aber auch aus wirtschaftlichen Gründen zerschlagen, um Konzentrationen von neu gegründeten kleineren deutschen Filmfirmen zu verhindern und möglichst hohe Marktanteile amerikanischer Filme auf dem deutschen Kinomarkt zu erzielen. 13 Diese Situation der vielen kleinen Produktionsfirmen, die im Jahr nur wenige Filme produzieren, hält in Deutschland immer noch an. Nur wenige Konzerne, wie
12 Klaus Kreimeier, Filmproduktion und Filmästhetik am Beispiel der UFA, in : Jan Berg, Knut
Hickethier (Hrsg.): Filmproduktion, Filmförderung, Filmfinanzierung, Berlin 1994
13 Vgl. Johannes Hauser: Neuaufbau der westdeutschen Filmwirtschaft 1945 - 1955 und der Einfluss der US-amerikanischen Filmpolitik, Pfaffenweiler 1989 , S.573-587
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Arbeit zitieren:
Katrin Fischotter, 2003, Filmförderung in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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