Universität Leipzig
Fakultät für Soziologie
„Die Marx‘sche Akteurskonzeption im Schnittpunkt von Arbeit und Gesellschaft“
Vorlesung/Seminar WS 1999/2000
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Annett Rischbieter
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:HOFKH5ROOHVSLHOHQLQGLYLGXHOOH$NWHXUHLQGHU*HVFKLFKWVDXIIDVVXQJ" -Ausgehend von Hegels Dialektik und Feuerbachs Religionskritik konstituiert Karl Marx eine völlig neue Geschichtsauffassung, die materialistische Geschichtsauffassung. In den Ä7KHVHQ EHU)HXHUEDFK³ und ³'LH'HXWVFKH,GHRORJLH³ beschreibt er zum ersten Mal diese Thematik.
Dabei lassen sich zwei heuristische Grundannahmen herausfiltern:
1. Die menschlichen Vergesellschaftungssysteme werden aus einem historisch-dialektischen Blickwinkel betrachtet. Gesellschaften sind danach prinzipiell instabil im Sinne von wandelbaren Systemen, wobei sich die Entwicklung als ein dialektischer Prozeß darstellen läßt. 2. Die historisch-dialektische Betrachtung fußt auf einer materialistischen Grundkonzeption. Durch diese steht jedes gesellschaftlich relevante Phänomen in einer bestimmten und bestimmbaren Beziehung zu den materiellen Verhältnissen. Dieser Begriff meint die existentiellen Lebensbedingungen, die Menschen im Rahmen ihrer biologisch-organischen Kapazität durch die Auseinandersetzung mit den natürlichen und sozialen Umweltbedingungen im Arbeitsprozeß schaffen.
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Am 5.Mai 1818 wurde Karl Marx als Sohn einer jüdischen Familie in Trier geboren. Sein Vater war Rechtsanwalt, konnte jedoch wegen seines jüdischen Glaubens die Praxis nicht weiterführen, also wechselte er zum evangelischen Glauben über. 1824 wurde dann auch Karl Marx mit den anderen Kindern konvertiert. Später (1830 - 1835) besuchte er ein Gymnasium, und danach begann er 1835 mit dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Bonn. Im darauffolgenden Jahr wechselte er nach Berlin, wo er sich auf die Philosophie konzentrierte und in diesem Fach auch 1841 dissertierte, aus politischen Gründen jedoch an der Universität Jena. Sein linkes Denken stand allerdings einer akademischen Laufbahn im Weg. Ab 1842 war er für kurze Zeit Redakteur bei der liberal-oppositionellen Ä5KHLQLVFKHQ =HLWXQJ³, wo er regimekritische Artikel veröffentlichte. Er beschäftigte sich zum ersten Mal mit der Sozialen Frage, bekam aber schnell auch Probleme mit der Zensur. Schließlich mußte er 1843 seine Tätigkeit bei der Zeitung wieder aufgeben, da sie wegen staatsfeindlicher Artikel verboten wurde. Im März 1843 heiratete er seine Jugendfreundin Jenny von Westphalen, und beide zogen zusammen nach Paris, in das liberale Frankreich. U.a. arbeitete er dort an der Herausgabe der deutsch-französischen Jahrbücher mit, und schrieb für die sozialistische Zeitung Ä9RUZlUWV³. 1845 erfolgte die Ausweisung auf Druck der preußischen Regierung. Er siedelte nach Brüssel über, wo er Friedrich Engels kennenlernte. Von diesem Moment an arbeiteten beide eng miteinander zusammen, z.B. verfaßten sie nach der Revolution von 1848 das Ä0DQLIHVW GHU NRPPXQLVWLVFKHQ 3DUWHL³, das als Ä.RPPXQLVWLVFKHV0DQLIHVW³ weltbekannt wurde. Im selben Jahr kehrte Karl Marx mit Friedrich Engels nach Köln zurück und beteiligte sich an der Herausgabe der Ä1HXHQ 5KHLQLVFKHQ =HL WXQJ³. Nach der Niederlage der Revolution mußten sie wieder emigrieren, sie verbrachten eine zeitlang in Paris bis sie nach London übersiedelten (Friedrich Engels zog nach Manchester). In England konzentrierten sie sich vornehmlich auf ökonomische Studien. Zwischen 1859 und 1867 entstand Ä'DV .DSLWDO³. Darin befanden sich Thesen über die Bewegung der kapitalistischen Produktion und den historischen Materialismus. Nach dem Tod seiner Frau (1881) und seiner Tochter (1883) stirbt Karl Marx selbst am 14.März 1883 in London.
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Arbeit zitieren:
M.A. Annett Rischbieter, 2000, Der Bruch der Marxschen Geschichtsauffassung, München, GRIN Verlag GmbH
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