Ethnomethodologische Studie
von Annett Rischbieter
INHALTSVERZEICHNIS
I. VORBEMERKUNG
II. ZUR ETHNOMETHODOLOGIE
III. ZUM EXPERIMENT
1. Beschreibung des Experiments
2. Durchführung des Experiments
3. Auswertung
4. Versuch, die Verbindung zu Garfinkels Spieltheorie herzustellen
IV. ZUSAMMENFASSUNG
V. BIBLIOGRAPHIE
I. VORBEMERKUNG
Im folgenden möchte ich kurz beschreiben, was ich mir von meiner Studie erhoffe:
Sie ist so angelegt, daß ich mich im Verlauf eines Backgammon-Spiels entgegen den normalen Regeln mich verhalte. Somit möchte ich mein Gegenüber in eine verfremdete Situation bringen, nämlich und an ihm dann beobachten, wie er sich bei und nach meiner Regelverletzung verhält und was er unternimmt, um die Situation für sich selbst wieder zu normalisieren.
II. ZUR ETHNOMETHODOLOGIE
Der Begriff Ethnomethodologie ist zusammengesetzt aus den Wörtern ‚ethno′ und ‚methodology′. ‚Ethno′ verweist auf Ethnos beziehungsweise ‚Ethnographie′, also auf die Praxis gewöhnlicher Menschen und die Beobachtung, was in der Gesellschaft passiert. ‚Methodology′ nun verweist auf den Aspekt der Methodik, nach welcher die praktische Aktivität aufgebaut ist.
"Die Ethnomethodologie ist ein sozialer Forschungsansatz, der die grundlegenden formalen Methoden (Basisregeln) aufzudecken versucht, die die Gesellschaftsmitglieder bei ihren alltäglichen Handlungen anwenden, um Ereignisse und Handlungen zu interpretieren ..." Sie kann als Weiterentwicklung der Sozialphänomenologie angesehen werden, denn sie ist ein aus der verstehenden, lebensweltlich-phänomenologischen Soziologie hervorgehender Forschungsansatz, der die Alltagsroutinen und Formen der Alltagskommunikation von Personen beziehungsweise Gruppen untersucht. Die Sozialphänomenologie ist darum bemüht, die Strukturen des unter den Gesellschaftsmitgliedern geteilten Wissens zu beschreiben, zu analysieren und zu klassifizieren. Ausgehend von diesem von Alfred Schütz verfaßten Konzept der konstruktiven Tätigkeit im Alltag untersucht die Ethnomethodologie nun die Methoden beziehungsweise Regeln, mit deren Hilfe Gesellschaftsmitglieder ihre Umgebung interpretieren und ihr Handeln vollziehen. Die Gesellschaftsmitglieder wissen zwar, wie man eine soziale Situation erkennt und identifiziert, das heißt, sie verfügen über ein praktisches Wissen, doch sie haben kein explizites Bewußtsein davon, wie dieser Prozeß vonstatten geht. Im Unterschied zu Alfred Schütz nimmt die empirische Forschung einen zentralen Stellenwert ein. Aus der Beobachtung und Beschreibung spezifischer Ereignisse und Handlungsvollzüge sollen die formalen Strukturen von Alltagshandlungen aufgedeckt werden. Das ist der Untersuchungsgegenstand der Ethnomethodologie.
Das Konzept der Ethnomethodologie wurde von Harold Garfinkel und seinen Schülern gegen Ende der 50er Jahre entwickelt. Harold Garfinkel, dem sozusagen die Vaterrolle bei der Entwicklung dieser Theorie zukommt, beschreibt in seinen "Studies in Ethnomethodology" was er selbst unter dem Begriff der Ethnomethodologie versteht, und wie er diesen Begriff verwendet: "Ich verwende den Begriff Ethnomethodologie, um auf verschiedene Verhaltensweisen, Methoden, Ergebnisse, Risiken und Irrwitzigkeiten zu verweisen, mit denen das Studium der rationalen Eigenschaften praktischer Handlung als kontingente, fortlaufende Hervorbringung der organisierten kunstvollen Praktiken des Alltags festgelegt und durchgeführt werden kann." Weiter heißt es: "Uns beschäftigt, wie die Gesellschaft zusammengefügt wird; das Wie-es-gemacht-wird, das Wie-es-zu-machen-ist; die soziale Struktur der Alltagshandlungen. Ich möchte sagen, wir machen Untersuchungen darüber, wie Menschen als Teilhaber alltäglicher Arrangements die Merkmale dieser Arrangements verwenden, um für die Mitglieder der erkennbar organisierten Eigenschaften dieser Arrangements geschehen zu lassen."
Basierend auf den Erkenntnissen der Grundlagen über die Alltagswelt entwickelt Harold Garfinkel ein neues Konzept, das über den Schütz′schen Ansatz noch hinausgeht. "Während bei Schütz das gemeinsame Typisieren ein nicht weiter zu hinterfragendes (ontologisches) Merkmal der Alltagswelt ist, geht Garfinkel genau dieser Frage nach: Was ist das Motiv des Menschen, eine commonsense-Welt zu erzeugen, und wie, durch welche Handlungen, kommt ihre ‚Normalität′ zustande?" Er fragt nach dem Sinn, genauer er versucht den Sinn aus bereits gemachten Erfahrungen abzuleiten, und so zu eine Rationalität der Menschen im Alltag nachzuweisen.
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Arbeit zitieren:
M.A. Annett Rischbieter, 2001, Ethnomethodologische Studie, München, GRIN Verlag GmbH
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