INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 3
1.1 BEGRIFFSABGRENZUNG. 3
1.2 BEEINFLUSSENDE FAKTOREN 4
2. DIE THEORIE DES ÜBERLEGTEN HANDELNS: TORA 4
3. DIE THEORIE DES GEPLANTEN VERHALTENS: TOPB 6
4. GRENZEN DER THEORIEN 9
5. DIE THEORIE DER KOGNITIVEN DISSONANZ. 11
6. LITERATURVERZEICHNIS 15
Viktoria Schmidt Überlegtes Handeln und geplantes Verhalten
1. Einleitung
1.1 Begriffsabgrenzung
Der Mensch ist einerseits ein Teil der Natur und funktioniert als Naturwesen nach Naturgesetzen. Andererseits hat er als geistiges Wesen Kultur geschaffen und kann zielgerichtet handeln. Diesen beiden Aspekten muss die Psychologie als Wissenschaft gerecht werden: Verhalten und Erleben ist zum einen bedingt durch Ursachen, zum anderen wird es von den Zielvorstellungen, von den Absichten des handelnden Menschen bestimmt.
Die Betrachtungsweise, die nach den U rsachen des Verhaltens fragt, nennt man kausale Betrachtungsweise. Diejenige, die nach dem Ziel des Verhaltens und Erlebens fragt, bezeichnet man als finale Betrachtungsweise. Die kausale Betrachtungsweise geht davon aus, dass alles Geschehen in einem ursächlichen Zusammenhang, in einem Verhältnis von Ursache und Wirkung steht. Demnach hat jedes Verhalten und Erleben etwas Vorangegangenes als Ursache zur Voraussetzung. Die finale Betrachtungsweise geht davon aus, dass alles Geschehen zielgerichtet ist. Mit dem Verhalten und Erleben wird eine bestimmte Absicht, ein bestimmter Zweck verfolgt. 1
Die jüngere Psychologie sieht das Verhalten und Erleben unter beiden Gesichtspunkten: Vergangene Einflüsse spielen eine wichtige Rolle, doch sie legen den Menschen nicht fest: Es kommt darauf an, was der Einzelne aus diesen vergangenen Erlebnissen und Erfahrungen macht und welche Ziele und Zwecke er dabei verfolgt. Aus diesem Grund unterscheidet die Psychologie zwischen Verhalten und Handeln. Während unter Verhalten die Gesamtheit aller von außen beobachtbaren Äußerungen eines Lebewesens verstanden wird, bezeichnet man mit Handeln jede menschliche Aktivität, mit welcher bewusst und überlegt ein bestimmter Sinn verbunden, ein bestimmtes Ziel verfolgt wird. In diesem Sinne ist Verhalten der übergeordnete Begriff, der Handeln miteinschließt. Durch diese Unterscheidung trägt
1 Vgl. Pössinger, G. (1982), S. 252ff.
Viktoria Schmidt Überlegtes Handeln und geplantes Verhalten
die Psychologie vor allem der Tatsache Rechnung, dass der Mensch überlegt handeln kann und keineswegs als reines Reaktionswesen anzusehen ist. 2
1.2 Beeinflussende Faktoren
Verhalten kann nicht alleine durch Einstellungen vorhersagt werden. Andere moderierenden Faktoren des Einstellungs - Verhaltens - Zusammenhangs müssen in Betracht gezogen werden: 3
Ø Handlungsaspekt
Welches Verhalten soll untersucht werden? Dieses Verhalten kann allgemeiner Art sein, eine bestimmte Klasse von Verhalten umfassen oder eine eng umrissene Verhaltensweise beinhalten. Ø Zielaspekt
Auf welches Ziel ist das Verhalten gerichtet? Ø Kontextaspekt
Innerhalb welchem Kontext wird das Verhalten ausgeführt? (z.B. öffentlich versus privat) Ø Zeitaspekt
Zu welchem Zeitpunkt wird das Verhalten ausgeführt?
2. Die Theorie des überlegten Handelns: TORA
Die Theorie des überlegten Handelns (Theory of reasoned action; TORA) von Fishbein und Ajzen geht davon aus, dass Individuen vernunftgesteuerte Wesen sind, die die ihnen zugänglichen Informationen systematisch verarbeiten und sich in Übereinstimmung mit dem von ihnen subjektiv wahrgenommenen Nutzen verhalten. Die Theorie setzt eine Reflexion mit der Handlung k urz vor dessen Ausführung voraus. Dabei wird nicht angenommen, dass die verwendeten Informationen wahr oder vollständig sind. Nach Fishbein streben Menschen jedoch nach der Ausfühung solchen Verhaltens, das auf der Grundlage der ihnen vorliegenden Informationen
2 Vgl. Schönpflug, W. / Schönpflug, U. (1983): S. 300
3 Vgl. Schönpflug, W. / Schönpflug, U. (1983): S. 301f.
Viktoria Schmidt Überlegtes Handeln und geplantes Verhalten
günstige Konsequenzen erwarten läßt bzw. den Erwartungen der für sie bedeutsamen Personen entspricht. Überlegtes oder vernünftiges Handeln liegt z.B. auch dann vor, wenn Personen rauchen, weil sie der Ansicht sind, dass die Gewinne des Rauchens positiver sind als die möglichen Gefahren. 4 Es geht also nicht um Einstellungen gegenüber Objekten, sondern um Einstellungen zu Verhaltensweisen. Der Geltungsbereich erstreckt sich auf willentlich kontrolliertes Verhalten. Darunter werden Verhaltensweisen verstanden, die eine Person ausführen kann, wenn bei ihr eine entsprechende Intention vorliegt. Die Ausführung eines Verhaltens ist demnach nicht an eine besondere Gegebenheit oder an Ressourcen gebunden. Daher ist der Geltungsbereich der TORA etwas eng umfaßt, da die Anwendung eher auf einfache, motivationsabhängige Verhaltensweisen beschränkt ist. Weiters postuliert die Theorie, dass ein linearer funktionaler Zusammenhang zwischen der Einstellung der subjektiven Norm und der Intention besteht. Mit Intention wird die subjektive Wahrscheinlichkeit einer Person verstanden, mit der sie annimmt, das Verhalten zu einem späteren Zeitpunkt auszuführen. Um Verhalten vorhersagen zu können, müssen also diejenigen Faktoren gesucht werden, die Verhaltensintentionen determinieren 5
Folgende Grafik 6 stellt die Theorie des überlegten Handelns anschaulich dar:
4 Vgl. Jonas / Doll (1996), S. 18f.
5 Vgl. Jonas / Doll (1996), S. 19
6 Vgl. http://www.valuebasedmanagment.net/METHODS_ajzen_theory_planned_behaviour.html ;
Arbeit zitieren:
Mag. Viktoria Schmidt, 2004, Überlegtes Handeln und geplantes Verhalten, München, GRIN Verlag GmbH
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