Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
Abk urzungsverzeichnis III
Themen uberblick 1
1 Grundlagen von Enterprise Resource Planning Systemen 2
1.1 Definition des Begriffes Enterprise Resource Planning System 2
1.2 Beschreibung des Vertriebsmoduls 3
1.3 Abwicklung der Fertigungslogistik 5
1.4 Branchenl osungen 8
2 Besonderheiten der Bekleidungsbranche 10
2.1 Abgrenzung des Begriffes Bekleidungsbranche 10
2.2 Wertsch opfungskette der Bekleidungsbranche 12
2.3 Modeabh angigkeit der Branche 13
2.4 Zeitlicher Ablauf der Bekleidungsherstellung 14
2.5 Hohe Zahl von Varianten pro Artikel 16
2.6 Fremdfertigung und passive Lohnveredelung 18
3 Bekleidungsspezifische Besonderheiten von ImPuls Fashion und ImPuls
Fashion XL 20
3.1 Die Branchenl osungen ImPuls Fashion und ImPuls Fashion XL 20
3.2 Verwaltung von Kollektionen und Lieferterminen 21
3.3 Abbildung von Varianten im Artikelstamm 21
3.4 Bearbeitung von Vertriebsauftr agen 25
3.5 Abwicklung der Fertigung 27
3.6 Die Hochrechnung in ImPuls Fashion 31
3.7 Fazit 32
A Literaturverzeichnis 34
I
Abbildungsverzeichnis
1.1 Funktionen einer Vertriebsauftragsverwaltung . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3 1.2 Entity-Relationship-Modell des Vertriebsauftrages . . . . . . . . . . . . . . . 5 1.3 Funktionsbaum der Produktionsplanung und -steuerung . . . . . . . . . . . . 6 1.4 Entity-Relationship-Modell des Fertigungsauftrages . . . . . . . . . . . . . . . 7 1.5 Entity-Relationship-Modell einer St¨ uckliste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
2.1 Einordnung der Bekleidungsbranche in die Textilpipeline . . . . . . . . . . . . 11 2.2 Wertsch¨ opfungsstufen der Bekleidungsproduktion . . . . . . . . . . . . . . . . 12 2.3 Ablauf der Saisonplanung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 2.4 Einfluß der Variations-Dimensionen auf die Zahl der Varianten eines Artikels 17 2.5 Zielgebiete der Produktionsverlagerung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
3.1 Entity-Relationship-Modell der Kollektionsstammdaten in Fashion XL . . . . 21 3.2 Screenshot der Kollektionsverwaltung in Fashion XL . . . . . . . . . . . . . . 22 3.3 M¨ ogliche Datenstruktur einer Artikelverwaltung f¨ ur die Bekleidungsbranche . 23 3.4 Screenshot der Artikelverwaltung aus ImPuls Fashion XL . . . . . . . . . . . 24 3.5 Screenshot der Zuordnung von Farben und Waschungen zu einem Artikel in ImPuls Fashion XL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25 3.6 Screenshot der Vertriebsauftragserfassung in ImPuls Fashion . . . . . . . . . 26 3.7 Entity-Relationship-Modell des Vertriebsauftrages in ImPuls Fashion . . . . . 27 3.8 Horizontale Darstellung von Gr¨ oßen in der Bestandsanzeige vom ImPuls Fashion XL . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28 3.9 Entity-Relationship-Modell des Fertigungsauftrages . . . . . . . . . . . . . . . 29 3.10 Entity-Relationship-Modell der St¨ uckliste von ImPuls Fashion . . . . . . . . . 29 3.11 Screenshot der Erfassungsmaske f¨ ur St¨ ucklisten aus ImPuls Fashion . . . . . 30 3.12 Funktionen der Hochrechnung in ImPuls Fashion . . . . . . . . . . . . . . . . 31 3.13 Ergebnis einer Hochrechnung aus ImPuls Fashion . . . . . . . . . . . . . . . . 32
II
Abk ¨ urzungsverzeichnis
CAD Computer Aided Design
CAE Computer Aided Engineering
CAM Computer Aided Manufacturing
EMS Enterprise Management System
ERM Enterprise Resource Management
ERP Enterprise Resource Planning
NC Numeric Control
NOS Never Out of Stock
SKU Stock Keeping Unit
WWS Warenwirtschaftssystem
III
Themen ¨ uberblick
Enterprise Resource Planning Systeme sind seit den 90er Jahren im Einsatz. Sie helfen Unternehmen dabei ihre Gesch¨ aftsprozesse effizienter zu gestalten und Entscheidungstr¨ ager mit den n¨ otigen Informationen zu versorgen. 1
Unternehmen der Bekleidungsbranche sind Teil der textilen Produktionskette. Sie besitzen eine Vielzahl von Besonderheiten gegen¨ uber Unternehmen aus anderen Branchen. Als Beispiele seien hier nur die Abh¨ angigkeit von der Mode und der damit verbundene st¨ andige Wechsel der angebotenen Produkte genannt.
Um einem Unternehmen aus der Bekleidungsbranche eine effiziente Gestaltung ihrer Unternehmensprozesse zu erm¨ oglichen m¨ ussen solche Besonderheiten in einem Enterprise Resource Planning System ber¨ ucksichtigt werden. Diese Arbeit besch¨ aftigt sich deshalb damit die Besonderheiten von Unternehmen der Bekleidungsbranche zu erl¨ autern und zu zeigen wie diese Besonderheiten in einem Enterprise Resource Planning System abgebildet werden k¨ onnen. Zu diesem Zweck wird im ersten Kapitel zun¨ achst der Begriff Enterprise Resource Planning genau definiert. Anhand von beispielhaft ausgew¨ ahlten Funktionalit¨ at wird ebenfalls auf die Funktionsweise solcher Systeme eingegangen.
Das zweite Kapitel besch¨ aftigt sich dann umfassend mit der Bekleidungsbranche. Die Branche wird von anderen Branchen abgegrenzt und insbesondere die Besonderheiten aufgezeigt. Schließlich wird das dritte Kapitel die beiden zun¨ achst isoliert betrachteten Themengebiete zusammenf¨ uhren. Hier wird aufgezeigt wie die in Kapitel 2 vorgestellten Besonderheiten in einem Enterprise Resource Planning System abgebildet werden k¨ onnen. Als Beispiel dienen hierbei die die beiden Software-Programme Fashion und Fashion XL aus dem Hause der ImPuls AG.
1 Vgl. Enzler, S. (2003), S. 1f.
1
Kapitel 1
Grundlagen von Enterprise
Resource Planning Systemen
1.1 Definition des Begriffes Enterprise Resource Plan-
ning System
Der Begriff Enterprise Resource Planning (ERP) bezeichnet Softwaresysteme, die zur Unterst¨ utzung von Gesch¨ aftsprozessen eines Unternehmens dienen. Als grundlegendes Merkmal ist dabei die Integration der einzelnen Funktionsbereiche eines Unternehmens anzusehen. D. h. ein ERP-System stellt z. B. Funktionen f¨ ur Produktion, Vertrieb, Beschaffung, Finanzen und Verwaltung innerhalb einer Anwendung zur Verf¨ ugung. 1
Teilweise finden sich in der Literatur auch die Begriffe Enterprise Resource Management (ERM) 2 , Enterprise Management System (EMS) 3 und Warenwirtschaftssystem (WWS) 4 wieder. W¨ ahrend die ersten beiden als Synonyme zu ERP anzusehen sind, bezeichnet der Letzte nur einen Ausschnitt eines ERP-Systems. So beschr¨ ankt sich ein Warenwirtschaftssystem auf die Funktionsbereiche, welche von reinen Handelsunternehmen ben¨ otigt werden. Hingegen bleibt die Produktion bei einem WWS unber¨ ucksichtigt. 5 Nicht Teil eines ERP-Systems sind die technischen Funktionsbereiche eines Unternehmens, wie z. B. Forschung und Entwicklung. F¨ ur diese Bereiche gibt es eine spezielle Kategorie von Software. 6 Hierzu z¨ ahlen beispielsweise Computer Aided Design (CAD) und Computer Aided Engineering (CAE). 7 Auf diese Kategorie wird im Rahmen dieser Arbeit nicht n¨ aher eingegangen werden.
Um die oben angesprochene Integration der einzelnen Funktionsbereiche zu realisieren bedienen sich ERP-Systeme der Datenintegration. D. h. alle Unternehmensbereiche greifen auf
1 Vgl. Ritter, B. (2000), S. 15; Mauterer, H. (2002), S. 7f.; F¨ arbinger, P. M., (o. A.)
2 Vgl. Hufgard, A. (1994), S. 4
3 Vgl. Mauterer, H. (2002), S. 7
4 Vgl. Schwarze, J. (2000), S. 296-303.; Hansen, H. R. (1998), S. 74
5 Vgl. TWNetwork.de (o. A.)
6 Vgl. Mauterer, H. (2002), S. 8
7 Vgl. Schwarze, J. (2000), S. 265
2
eine gemeinsame Datenbasis in Form einer zentralen Datenbank zu. So werden Datenredundanzen vermieden und eine hohe Datenkonsistenz erreicht. 8
ERP-Software ist in der Regel Standardsoftware. D. h. die selbe Software wird von unterschiedlichen Unternehmen eingesetzt. Ein ERP-System bietet diesen Unternehmen zun¨ achst Standardgesch¨ aftsprozesse an, welche dann innerhalb bestimmter Grenzen an die entsprechende Organisation angepasst werden k¨ onnen. Eine solche Anpassung eines ERP-Systems uber Konfigurationseinstellungen wird auch als Customizing bezeichnet. 9 ¨
Ein weiteres Mittel um ERP-Systeme anpassbar zu machen ist ihr modularer Aufbau. Darunter versteht man, dass die einzelnen Funktionen eines ERP-Systems zu Bausteinen (sogenannten Modulen) zusammengefasst werden. Aus diesen Modulen lassen sich durch Kombination die unterschiedlichsten Gesamtsysteme herstellen. Meißt sind die Module eines ERP-Systems stark an den Funktionsbereichen von Unternehmen orientiert. 10 In den Abschnitten 1.2 und 1.3 werden beispielhaft zwei m¨ ogliche Module eines ERP-Systems beschrieben.
1.2 Beschreibung des Vertriebsmoduls
Das Vertriebsmodul einer ERP-Software dient dazu die gesamte Vertriebslogistik abzubilden. D. h. Vertriebsauftr¨ age k¨ onnen von der Erteilung durch den Kunde, ¨ uber die Lieferung bis hin zur Fakturierung und ¨ Ubergabe an die Finanzbuchhaltung abgebildet werden. Optional kann der Erfassung eines Vertriebsauftrages auch noch ein Angebot an den Kunden vorausgehen. 11 Abbildung 1.1 gibt einen ¨ Uberblick ¨ uber die hierf¨ ur ben¨ otigten Funktionen.
Eigene Darstellung in Anlehnung an Riemann, W. O. (1988), S. 333
Voraussetzung um Vertriebsauftr¨ age erfassen zu k¨ onnen ist die Pflege von Stammdaten. Stammdaten sind Daten, welche zur Identifizierung, Klassifizierung und Charakterisierung von Sachverhalten verwendet werden. Sie werden nur selten ge¨ andert. 12 In einem ERP-System dienen sie im wesentlichen dazu die Eingabe von Bewegungsdaten effizienter zu gestalten, in dem die Benutzereingaben vom ERP-System durch R¨ uckgriff auf die Stammdaten automatisch erg¨ anzt werden. So brauch z. B. bei der Eingabe der Auftragsdaten im Vertriebsmodul nur noch die Kunden-Nr oder der Kundenname angegeben werden und die restlichen Kundendaten wie Liefer- und Rechnungsanschrift werden vom
8 Vgl. Mauterer, H. (2002), S. 10
9 Vgl. Mauterer, H. (2002), S. 9; Hufgard, A. (1994), S. 2-4.
10 Vgl. Mauterer, H. (2002), S. 11f.
11 Vgl. Scheer, A.-W. (1997), S. 447
12 Vgl. Hansen, H. R. (1998), S. 9f.
3
ERP-System automatisch erg¨ anzt. 13
Ein weiterer Grund f¨ ur die Pflege von Stammdaten ist die Vermeidung von Datenredundanz. Da es durch Redundanzen zu unn¨ otigem Verbrauch von Speicherplatz sowie Inkonsistenzen kommen kann, werden bestimmte Daten einmal als Stammdaten erfasst so dass von anderen Stellen auf diese verwiesen werden kann (s. a. Abbildung 1.2). Allerdings gibt es auch gew¨ unschte Redundanzen. So wird z. B. in einem Vertriebsauftrag der Preis eines Artikels mitgespeichert, damit durch nachtr¨ agliche ¨ Anderung des Preises in der Preisliste nicht auch der Preis im Auftrag beeinflußt wird. 14
Zu den f¨ ur das Modul Vertrieb relevanten Stammdaten z¨ ahlen u. a. Auftragstypen, Artikel, Preisinformationen, Kunden, Anschriften, Kundentexte und bestimmte Klassifizierungen. 15 Zentraler Punkt des Vertriebsmoduls ist die Erfassung von Vertriebsauftr¨ agen und ggf. vorausgehenden Vertriebsangeboten. Hierzu werden die Auftrags- bzw. Angebotsdaten vom jeweiligen Bearbeiter im Dialog eingegeben. 16
W¨ ahrend der Eingabe erfolgt die weiter oben bereits angesprochene Unterst¨ utzung des Benutzer durch die zur Verf¨ ugung stehenden Stammdaten. So kann der Verk¨ aufer z. B. von Artikeln, welche durch den Kunden nur verbal beschrieben werden, mittels Suche in den Artikel-Stammdaten die konkrete Artikel-Nr und Bezeichnung ausfindig machen. Auch ein R¨ uckgriff auf Angebote und fr¨ uhere Auftr¨ age eines Kunden ist in vielen ERP-Systemen m¨ oglich. Falls der Kunde auf diese Bezug nimmt, brauchen die Daten nicht nochmals erfasst ubernommmen werden. 17 zu werden, sondern k¨ onnen einfach ¨
Ein Beipiel einer Datenstruktur zur Speicherung von Vertriebsauftragsdaten findet sich in dem Enity-Relationship-Model aus Abbildung 1.2 wieder. Alle Daten, die f¨ ur den gesamten Auftrag gelten werden im Vertriebsauftragskopf gespeichert. Dies sind z. B. der Kunde, Liefer- und Rechnungsanschrift sowie Informationen ¨ uber die Zahlungsweise.
Zu jedem Vertriebsauftragskopf kann es mehrere Vertriebsauftragspositionen geben. Jede Position speichert die Menge die der Kunde von einem bestimmten Artikel bestellt hat. Nachdem der Auftrag erfasst wurde kann mit der Abwicklung begonnen werden. Hierzu z¨ ahlen z. B. die Ausgabe einer Auftragsbest¨ atigung, das Erzeugen von Lieferscheinen sowie die Fakturierung. Diese Vorg¨ ange werden vom System nach Aufforderung durch den Benutzer automatisch durchgef¨ uhrt. Manuell werden nur ggf. abweichende Liefermengen erfasst. 18 Der bei einer Lieferung erzeugte Lieferschein verweist auf den ehemals erfassten Vertriebsauftrag (s. Abbildung 1.2). So ist ersichtlich welcher Auftrag durch die jeweilige Lieferung abgewickelt wurde. 19
Die Fakturierung erfolgt im Anschluß an die Lieferung. Die in diesem Schritt erzeugte Rechnung verweist nicht direkt auf einen Vertriebsauftrag, sondern auf einen oder mehrere Lieferscheine (s. Abbildung 1.2). So wird gew¨ ahrleistet, dass nur solche Waren berechnet werden,
13 Vgl. Scheer, A.-W. (1997), S. 457; Riemann, W. O. (1988), S. 333
14 Vgl. Ferstl, O. K., Sinz, E. J. (2001), S. 218
15 Vgl. Scheer, A.-W. (1997), S. 449
16 Vgl. Riemann, W. O. (1988), S. 333
17 Vgl. Scheer, A.-W. (1997), S. 455-459
18 Vgl. Riemann, W. O. (1988), S. 333
19 Vgl. Scheer, A.-W. (1997), S. 464-466
4
Arbeit zitieren:
Axel Domschke, 2004, Enterprise Resource Planning Systeme für die Bekleidungsbranche, München, GRIN Verlag GmbH
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