Bei der Wallfahrtsstätte auf dem Kreuzberg handelt es sich aber nicht um ein Museum in dem Sinne, daß hier in einem Ausstellungsgebäude Kunstgegenstände aus der Vergangenheit zur Betrachtung ausgestellt werden , die nicht mehr im Gebrauch sind. Die Kreuzkirche, die Heilige Stiege bzw. der ganze Komplex wird noch heute für Wallfahrten benutzt, wenn auch vielleicht nicht mehr in demselben Ausmaß wie in der Vergangenheit. Trotzdem gibt es hier Kunstgegenstände, Figuren, Ornamente, die betrachtet werden können. Diese Elemente sind in bestimmten Zusammenhängen von den Erbauern zueinander angeordnet. In diesem Sinne kann man an dieser Kulturstätte wie in einem Museum nach Ordnungsprinzipien, Präsentationsmethoden usw. fragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse des Bauwerks
2. 1. Thema des Bauwerks
2. 2. Intentinen der Erbauer
2. 3. Präsentationsmethoden
2. 4. Rezeptionsmöglichkeiten
2. 5. Medien
2. 6. Anordnung der Elemente
3. Situation der Zielgruppe und des Referenten
4. Die Durchführung
5. Schlußwort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit reflektiert ein Referat über eine didaktisch aufbereitete Führung auf dem Kreuzberg in Bonn, mit dem primären Ziel, Strategien zur Vermittlung religiöser Inhalte und barocker Kunst in einem modernen, säkularen Kontext zu entwickeln.
- Didaktische Konzepte für Führungen an historisch-religiösen Orten
- Analyse barocker Bildsprache und ihrer Bedeutung im Kontext der Wallfahrt
- Anpassung von Vermittlungsmethoden an die religiöse Vorerfahrung der Zielgruppe
- Nutzen authentischer Exponate für einen erfahrungsorientierten Lernprozess
Auszug aus dem Buch
2. 1. Thema des Bauwerks
Das Hauptthema des gesamten Gebäudekomplexes ist die Verehrung der Leiden Christi. Deutlich wird dies zum einen durch die herausgehobene Position der Heiligen Stiege, die ja des Leidensweges Jesu gedenkt, durch die Kreuzwegstationen am Kreuzberg, durch die sogenannten "Sieben Fußfälle", durch die Fresken an den Decken und Wänden, die sich mit der Thematik des Leidens beschäftigen, durch die Ornamente an den Außenwänden der Gebäude und durch die besondere Position der das Kreuz verehrenden Kaiserin Helena im Altarbereich der Kirche. Diesem Thema untergeordnet lassen sich weitere Themen erkennen, die mit dem Hauptthema zusammenhängen. Z. B. das Leiden der Menschen in dieser Zeit unter der Pest. Dieses Thema wird deutlich am Dachkreuz der Heiligen Stiege. Weiterhin beschäftigen sich die Fußfälle mit dem Leiden der Mutter Jesu. Wichtig ist auch der Aspekt des geistlichen Theaters. Die Kugellichter im Heiligen Grab, der Aufbau der Fassade der Heiligen Stiege sind Elemente die dem Theater entlehnt sind. Auch das Thema der Konflikte zwischen Christen und Muslimen spiegelt sich in der Darstellung des Pilatus in türkischer Kleidung. Die gemalten Scheinuhren, die sich an vielen Stellen der Gebäude zeigen und die bestimmte Stunden des Leidens Christi angeben, deuten auf das Stundengebet hin, das sich mit bestimmten Ereignissen aus dem Leben Jesu verband. Sie weisen aber auch auf die sognannten "geistliche[n] Stundenrufe" oder das "geistliche[...] Uhrwerk hin, Passionsgesänge aus der Zeit des Barock.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung bettet das Thema in den Kontext einer didaktischen Reflexion über eine Führung auf dem Kreuzberg ein und gibt einen historischen Abriss der Wallfahrtsstätte.
2. Analyse des Bauwerks: Dieses Kapitel untersucht die baulichen Strukturen, die ikonographische Bedeutung der Fresken und Ornamente sowie die bewusste Anordnung der Elemente durch die Erbauer.
3. Situation der Zielgruppe und des Referenten: Hier werden didaktische Prinzipien der Situationsbezogenheit genutzt, um die Vorerfahrungen und Erwartungshaltungen einer heutigen, weitgehend säkularisierten Zielgruppe zu analysieren.
4. Die Durchführung: Das Kapitel reflektiert konkrete Vermittlungsmethoden, wie die sprachliche Führung und den Einsatz von Arbeitsblättern, um den Besuchern einen Zugang zu den authentischen Objekten zu ermöglichen.
5. Schlußwort: Der Autor fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung, religiöse Symbole und barocke Glaubensvorstellungen für den modernen Menschen verständlich zu machen.
Schlüsselwörter
Kreuzberg, Heilige Stiege, Wallfahrtsstätte, Didaktik, Barock, Leiden Christi, Museumsvermittlung, Rezeptionsästhetik, Religionspädagogik, Sakrale Kunst, Kirchenführung, Barocke Frömmigkeit, Bildungsarbeit, Pilgerstätte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert ein Referat über den Kreuzberg in Bonn und erarbeitet didaktische Ansätze, um diesen Wallfahrtsort für moderne Besucher pädagogisch aufzubereiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die barocke Wallfahrtskultur, die christliche Ikonographie (insbesondere das Leiden Christi), die didaktische Vermittlung von Kunst an öffentlichen Orten und die Analyse von Zielgruppenbedürfnissen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Methoden zu finden, um den theologischen und historischen Gehalt der Wallfahrtsstätte Kreuzberg für eine Zielgruppe zugänglich zu machen, die oft über wenig religiöses Vorwissen verfügt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die didaktische Analyse, insbesondere das Prinzip der "Situationsbezogenheit", um Lerninhalte an der Lebenswelt der Zielgruppe auszurichten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte strukturelle Analyse des Bauwerks, eine Untersuchung der Rezeptionsmöglichkeiten sowie die Entwicklung einer konkreten Durchführungsstrategie für eine Führung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Kreuzberg, Didaktik, Barock, Leiden Christi, Vermittlung und religiöse Bildung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "zentralen" und "peripheren" Medien so wichtig?
Diese Unterscheidung hilft dabei, die Hierarchie der Aussagen der Erbauer zu verstehen und die Führung so zu strukturieren, dass Besucher nicht von der Informationsfülle überfordert werden.
Welche Rolle spielt die "Situationsbezogenheit" bei der Planung der Führung?
Sie ist entscheidend, um den heutigen Abstand der Menschen zur kirchlichen Tradition zu überbrücken und den Besuch zu einem relevanten persönlichen Erlebnis zu machen, statt ihn nur als reine Wissensvermittlung zu betrachten.
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- M. A. Frank Sauer (Author), 1998, Der Kreuzberg und die Heilige Stiege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2990