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Erziehung und ihre Umsetzung im Nationalsozialismus

Title: Erziehung und ihre Umsetzung im Nationalsozialismus

Essay , 2003 , 7 Pages , Grade: 2

Autor:in: Oliver Zachert (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Summary Excerpt Details

Im Mittelpunkt dieses Essays stehen die Erziehungsziele im Schulsystems des Dritten
Reiches. Beispielhaft für dieses System ist folgendes Zitat:
„Meine Pädagogik ist hart. Das schwache muss weggehämmert werden. In meinen
Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird.
Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. Jugend muss das
alles sein. Schmerzen muss sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr
sein. Das freie, herrliche Raubtier muss erst wieder aus ihren Augen blitzen.
Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibeserziehungen
ausbilden lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das Erste und Wichtigste.
Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend. Am
liebsten ließe ich sie nur das lernen, was sie ihrem natürlichem Spieltriebe folgend sich
freiwillig aneignen. Aber Beherrschung müssen sie lernen. Sie sollen mir in den
schwierigsten Problemen die Todesfurcht besiegen lernen. Das ist die Stufe der
heroischen Jugend. Aus ihr wächst die Stufe des Freien, des Menschen, der Maß und
Mitte der Welt ist, des schaffenden Menschen, des Gottmenschen. In meinen
Ordensburgen wird der schöne, sich selbst gebietende Gottmensch als kultisches Bild
stehen und die Jugend auf die kommende Stufe der männlichen Reife vorbereiten. So
kann ich das Neue schaffen!“
(Hitler 1940, zit. n.: Stahlmann/Schiedeck 1991) [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Erziehungsziele und ihre Umsetzung im nationalsozialistischen Schulsystem

3. Ein kurzer Vergleich in der Zeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Erziehungsziele und die ideologische Ausrichtung des Schulsystems während des Nationalsozialismus und setzt diese in Kontrast zur heutigen demokratischen Pädagogik, um die Instrumentalisierung von Bildung zur Formung politischer Untertanen aufzuzeigen.

  • Ideologische Grundlagen und Erziehungsziele im Dritten Reich
  • Die funktionale Gliederung des NS-Schulsystems und das Ausleseprinzip
  • Integration von Rassenideologie und Wehrertüchtigung in den Unterricht
  • Vergleich zwischen totalitärer Vereinnahmung und heutigem multiperspektivischem Bildungsauftrag

Auszug aus dem Buch

Erziehungsziele und ihre Umsetzung im nationalsozialistischen Schulsystem

Das dreigliedrige Schulsystem, welches zusätzlich die Hilfsschulen beinhaltete, wurde in seiner Struktur aus der Zeit der Weimarer Republik übernommen und hatte Bestand bis weit in die Nachkriegszeit. Man ging dabei von der Vorstellung eines natürlichen und somit angeborenen Begabungstypus aus. Dabei stellten die Schüler der Volksschule den praktischen Begabungstypus dar, die Mittelschule diejenige Institution, die für die Ausbildung eines anwendungsorientierttheoretischen Begabungstypus zuständig war, und die Oberschule beziehungsweise Höhere Schule für die Bildung des theoretischen Begabungstypen.

Somit kam es generell in der Schulstruktur schon zu einer funktionalen und ständischen Berufsgliederung. Diese Selektionswirkung wurde von Beginn der Naziherrschaft nur noch verschärft durch den Abbau der Übergangsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Schulstufen. Begründet wurde dies mit dem "organischen" Aufbau des Volkes.

Dabei diente das Rasse- und Eliteprinzip und die Volksgemeinschaftsideologie als Legitimationsbasis für diese verschärfte Auslese (vgl. Nyssen, 1979). Für diese funktionale Gliederung symbolisierte man das Wort „Maschine“ als Metapher. Die Maschine braucht Menschen, „die sie bedienen und in Gang halten“ (=Volksschüler/-innen), „sie beaufsichtigen und flicken (=Mittelschüler/-Innen) oder aber „sie erfinden und verbessern“ können (Oberschüler/-innen). (Weinstock 1936)

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik der nationalsozialistischen Erziehungsziele ein und verdeutlicht anhand von Zitaten Hitlers den Anspruch einer nicht-intellektuellen, auf soldatische Gehorsamkeit ausgerichteten Jugendbildung.

2. Erziehungsziele und ihre Umsetzung im nationalsozialistischen Schulsystem: Hier wird analysiert, wie das bestehende dreigliedrige Schulsystem durch das NS-Regime funktionalisiert wurde, um eine ständische Gesellschaftsordnung und rassistische Ideologie zu festigen.

3. Ein kurzer Vergleich in der Zeit: Dieses Kapitel stellt die totalitäre Vereinnahmung der Schüler im Nationalsozialismus dem heutigen demokratischen Erziehungsauftrag gegenüber, welcher Multiperspektivität und Selbstständigkeit fördern soll.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Erziehungsziele, Schulsystem, Volksgemeinschaft, Rassenideologie, Eliteprinzip, Indoktrination, politische Bildung, Pädagogik, Totalitarismus, Wehrertüchtigung, Geschlechtertrennung, NS-Ausleseschulen, Ideologievermittlung, Demokratische Erziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die pädagogischen Zielsetzungen und die strukturelle Ausrichtung des Schulwesens im Nationalsozialismus sowie dessen Funktion als Instrument zur ideologischen Formung der Jugend.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Selektionsmechanismen im Schulsystem, die Vermittlung rassistischer Ideologien, die Vorbereitung auf militärische Rollen und der Kontrast zu liberalen Bildungsvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Schulsystem genutzt wurde, um Jugendliche für das Regime gefügig zu machen und eine "Führungsschicht" zu entwickeln, die dem Nationalsozialismus blind folgt.

Welche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Der Autor nutzt eine textanalytische Methode, indem er zeitgenössische Zitate und bildungspolitische Leitsätze des NS-Regimes mit fachwissenschaftlicher Literatur interpretiert und vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die funktionale Gliederung des Schulsystems, die Bedeutung der "Volksgemeinschaft" für den Unterricht und die Indoktrination durch Fächer wie Biologie und Geschichte detailliert betrachtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Indoktrination, Rassenideologie, Volksgemeinschaft und die Abgrenzung von totalitärer Erziehung zu demokratischer Bildungsfreiheit.

Warum dienten die "Ordensburgen" als extremes Beispiel?

Sie dienen als Beispiel für die radikalste Form der Erziehung, die jegliche intellektuelle Bildung ablehnte und stattdessen auf physische Stärke, bedingungslosen Gehorsam und Opfermut setzte.

Welcher Widerspruch wird hinsichtlich heutiger Erziehung aufgezeigt?

Der Autor weist darauf hin, dass heutige Schulen zwar Selbstständigkeit fordern, aber in bestimmten politischen Fragen dennoch eine einseitige Sichtweise vorgeben, was einen inhaltlichen Widerspruch zum multiperspektivischen Anspruch darstellt.

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Details

Title
Erziehung und ihre Umsetzung im Nationalsozialismus
College
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für allgemeine Pädagogik)
Course
Bildung und Erziehung
Grade
2
Author
Oliver Zachert (Author)
Publication Year
2003
Pages
7
Catalog Number
V29925
ISBN (eBook)
9783638313209
Language
German
Tags
Erziehung Umsetzung Nationalsozialismus Bildung Erziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Zachert (Author), 2003, Erziehung und ihre Umsetzung im Nationalsozialismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/29925
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