1.Einleitung ................................................................................................................................ 2 2. Erziehungsziele und ihre Umsetzung im nationalsozialistischen Schulsystem ..................... 4
3. Ein kurzer Vergleich in der Zeit............................................................................................. 6 4. Literaturverzeichnis................................................................................................................ 7
1.Einleitung
Im Mittelpunkt dieses Essays stehen die Erziehungsziele im Schulsystems des Dritten Reiches. Beispielhaft für dieses System ist folgendes Zitat: „Meine Pädagogik ist hart. Das schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. Jugend muss das alles sein. Schmerzen muss sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muss erst wieder aus ihren Augen blitzen. Stark und schön will ich meine Jugend. Ich werde sie in allen Leibeserziehungen ausbilden lassen. Ich will eine athletische Jugend. Das ist das Erste und Wichtigste. Ich will keine intellektuelle Erziehung. Mit Wissen verderbe ich mir die Jugend. Am liebsten ließe ich sie nur das lernen, was sie ihrem natürlichem Spieltriebe folgend sich freiwillig aneignen. Aber Beherrschung müssen sie lernen. Sie sollen mir in den schwierigsten Problemen die Todesfurcht besiegen lernen. Das ist die Stufe der heroischen Jugend. Aus ihr wächst die Stufe des Freien, des Menschen, der Maß und Mitte der Welt ist, des schaffenden Menschen, des Gottmenschen. In meinen Ordensburgen wird der schöne, sich selbst gebietende Gottmensch als kultisches Bild stehen und die Jugend auf die kommende Stufe der männlichen Reife vorbereiten. So kann ich das Neue schaffen!“ (Hitler 1940, zit. n.: Stahlmann/Schiedeck 1991)
Anhand dieses Zitas sieht man, dass Hitler eine Jugend nach folgenden Idealen prägen wollte. Sie sollte gewalttätig, grausam, schmerzunempfindlich, herrisch, unerschrocken, athletisch, beherrscht und nicht intellektuell gebildet sein. Heutzutage weiß man, dass Hitler damit nur ein Ziel verfolgte: Er wollte Soldaten, die für seine Überzeugung kämpften. Sie sollten nicht intellektuell sein, damit sie Hitlers Ideologie nicht hinterfragen konnten. Sie sollten lediglich sportlich sein, damit
sie ihrem Gegner körperlich überlegen waren. In Hitler`s Memoiren ist es erkennbar, dass die körperliche Ausbildung als wesentlich angesehen wird. Danach kommt die Charakterbildung, deren Krönung im ,,Rassenbewusstsein" zu sehen. Die wissenschaftliche Ausbildung wird als nicht besonders wichtig betrachtet. Die Erziehung ist nicht mehr zeitlich bestimmt oder begrenzt. Somit können die Kinder und Jugendlichen von vornherein nationalsozialistisch erzogen werden. Es ist wichtig festzustellen, dass die Grenzen zwischen Erziehung, Bildung und Propaganda nicht mehr deutlich sichtbar waren.
Zur Verdeutlichung möchte ich dieses Prinzip am Beispiel der NS-Ausleseschulen kurz abhandeln. Sie stellen eine Extreme, eine Ausnahme zu den übrigen nationalsozialistischen S chulen dar und sie haben daher besonders mein Interesse geweckt. Hier wird nach dem Leitsatz: „Glauben, gehorschen, kämpfen“ gelehrt. Dadurch sollten nach meiner Ansicht Eigenschaften, wie Ehrgefühl, Einsatzbereitschaft und auch Opfermut, beim Schüler aufgebaut werden. Dies diente dem Zweck den politischen Kämpfer zu formen und einen Nationalsozialisten an allen militärischen Fronten zu bilden.
Zum Vergleich betrachtete ich die Gegenseite der Schulausbildung. Mir fiel dabei die Public School besonders auf, denn hier wurden die Schüler weniger nationalsozialistisch vereinnahmt, sondern vielmehr zu „liberalen- weltoffenen“ Gentlemen erzogen. Hier besteht ein Unterschied, wie „Tag und Nacht“, der für mich nicht ganz nachvollziehbar ist. Denn diese Public Schools passen nicht in die nationalsozailistischen Bildungs- und Erziehungsziele.
Dennoch galt in allen NS zeitlichen Schulformen ein bestimmter Grundsatz nachdem die Bildungspolitik ausgerichtet war. Er lautet: ,,Einheit vor Erziehung'' Alles, was sie lernen, lernen sie für den Staat!
Dieser Grundsatz wurde durch ein besonderes Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern deutlich. Sie waren nicht nur Lehrende und Lernende, sondern lebten auch zusammen. Dabei spreche ich jedoch nur von den NS Ausleseschulen. Dieses Prinzip sollte das Gemeinschaftsgefühl durch gemeinsame Grenz- und Auslandsexkursionen, durch Zeltlager, Geländespiele und Feiern noch zusätzlich verstärken. Abschließend kann man jedoch sagen, daß die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (unteranderem die NS Ausleseschulen) nicht für die Ausbildung einer intelligenten und kritischen Elite zuständig waren, sondern für die Entwicklung einer Führungsschicht, die ihrem Führer Adolf Hitler und seinem Regime bedenkenlos folgen und willenlos gehorchen sollte.
2. Erziehungsziele und ihre Umsetzung im nationalsozialistischen Schulsystem
Das dreigliedrige Schulsystem, welches zusätzlich die Hilfsschulen beinhaltete, wurde in seiner Struktur aus der Zeit der Weimarer Republik übernommen und hatte Bestand bis weit in die Nachkriegszeit. Man ging dabei von der Vorstellung eines natürlichen und somit angeborenen Begabungstypus aus. Dabei stellten die Schüler der Volksschule den praktischen Begabungstypus dar, die Mittelschule diejenige Institution, die für die Ausbildung eines anwendungsorientierttheoretischen Begabungstypus zuständig war, und die Oberschule beziehungsweise Höhere Schule für die Bildung des theoretischen Begabungstypen. Somit kam es generell in der Schulstruktur schon zu einer funktionalen und ständischen Berufsgliederung. Diese Selektionswirkung wurde von Beginn der Naziherrschaft nur noch verschärft durch den Abbau der Übergangsmöglichkeiten zwischen den einzelnen Schulstufen. Begründet wurde dies mit dem "organischen" Aufbau des Volkes.
Dabei diente das Rasse- und Eliteprinzip und die Volksgemeinschaftsideologie als Legitimationsbasis für diese verschärfte Auslese (vgl. Nyssen, 1979). Für diese funktionale Gliederung symbolisierte man das Wort „Maschine“ als Metapher. Die Maschine braucht Menschen, „die sie bedienen und in Gang halten“ (=Volksschüler/innen), „sie beaufsichtigen und flicken (=Mittelschüler/-Innen) oder aber „sie erfinden und verbessern“ können (Oberschüler/-innen). (Weinstock 1936) Wenn die baulichen Vorraussetzungen es zuliessen, wurde eine konsequente Geschlechtertrennung durchgeführt. War dies nicht der Fall, wurde der gesamte Unterricht, ausgeschlossen der Sport- und Hauswerkunterricht, in gemischten Klassen erteilt.
Nicht nur die Struktur wurde in groben Zügen der Weimarer Republik übernommen, sondern auch die didaktisch-methodischen Elemente, die denen der Weimarer Schule entsprachen.
Natürlich wurden diese im Gegensatz zur Weimarer Republik mit nazistischen Zielvorstellungen verbunden. Neue Inhalte wurden somit nach bewährter Methode vermittelt.
Oberstes Richt- beziehungsweise Erziehungsziel war die Formung des nationalsozialistischen Menschen auf rassistischer, patriarchaler, miltitärischer und totalitärer Grundlage. Die Schüler sollten somit zum nationalsozialistischen Menschen, zur nationalsozialistischen Persönlichkeit, zur Volksgemeinschaft und zu Heimat- und Rassebewusstsein erzogen werden, zu körperlich, seelisch und geistig gesunden und
Arbeit zitieren:
Oliver Zachert, 2003, Erziehung und ihre Umsetzung im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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