Inhaltsverzeichnis
1. Vorüberlegungen zum Thema Fernsehen in der Grundschule Seite 3 - 5
1.1. Das Medium Fernsehen
1.2. Pädagogische Konsequenzen
1.3. Medienwirkung und - verarbeitung der 7-8-jährigen
2. Der Umgang mit dem Fernsehen Seite 6 - 8
2.1. Anwendungsbereiche
2.2. Die Bedeutung des Mediums im Kinderzimmer
3. Kriterien der Medienerziehung Seite 8 - 9
4. Unterrichtseinheit Mein erster Fernsehtag Seite 10 - 15
4.1. Zielsetzung der Einheit
4.2. Curriculare Einbettung
4.3. Umsetzung und Unterrichtsskizze
5. Literaturverzeichnis Seite 16
6. Anhang
6.1. Arbeitshilfe A bis D Seite 17 - 20
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1. Vorüberlegungen zum Thema „Fernsehen in der Grundschule“
1.1. Das Medium Fernsehen
Das Medium Fernsehen existiert seit ca. einem Viertel Jahrhundert. Seit dieser Zeit hat es Auswirkungen auf alle, die mit ihm umgehen. Im Hinblick auf die multimediale Vielfalt wäre es verfehlt die Aktivität im Bereich Medienpädagogik nur auf dem Hintergrund eines einzelnen Mediums zu definieren. Es ist erforderlich von der Person auszugehen, die verschiedene Medien selbstverständlich nutzt, ohne dass Technik oder Hardware im Bewusstsein sind.
Die Fernsehnutzung der Kinder im Grundschulalter variiert nach Alter, Herkunft und Geschlecht. Eine Analyse (1998) über Fernsehnutzung von 6-13-jährigen ergab:
- 62% der 6-9-jährigen schauen täglich
- die durchschnittliche Sehdauer beträgt 96 Minuten pro Tag o eine alte Studie von 1990 ergab nur 75 Minuten o nach eigenen Einschätzungen ist die Sehdauer bis heute enorm angestiegen Kinder im Grundschulalter benutzen das Medium, um bestimmte Bedürfnisse zu erfüllen. Nach Sturm und Brown (1979) muss fernsehen nicht unbedingt drastische Auswirkungen auf das kindliche Verhalten haben. Kinder betreiben andere Dinge, z.B. Sport u.ä., weiter.
Trotzdem darf man die Auswirkungen der Massenmedien auf die Sozialisation des Kindes nicht unterschätzen, da Kinder durch Bildmedien in ihrem Lernen nachteilig beeinflusst werden können.
Fernsehbilder sind selten kindgemäß und für Kinder schwer zu verstehen. Ein weiteres Problem nach Sturm ist der Verlust der inneren Verbalisierung des Zuschauers. Dieser wird verursacht durch die hohe Bildrasanz, durch die die Benennung der Gefühle nicht zugelassen wird. So werden Kinder emotional unterentwickelt, da eine Gefühlsdifferenzierung nicht möglich ist.
Sturm macht diesbezüglich folgenden Vorschlag: Rücksicht auf die innere Verbalisierung durch Einplanung der fehlenden Halbsekunde nehmen. Darum sollte ein Kinderprogramm zur Verfügung stehen, das sich explizit an Kinder richtet. (vgl. Sturm 1987, S. 101, 95, 96) Die Hauptsehzeit der Kinder ist Vorabends, kann sich aber am Wochenende auch auf Vormittag und Abend ausdehnen. Für Kinder im ersten und zweiten Schuljahr ist fernsehen oft eine gemeinsame Familienaktivität oder ein Ritual vor dem zu Bett gehen.
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Die Programmauswahl der Kinder ist nicht durch die Fernsehzeitschrift angeleitet, sondern durch Zapping. Meiner persönlichen Einschätzung nach nimmt das Fernsehen als Familienaktivität immer mehr ab und Kinder sind bei der Programmauswahl mehr und mehr sich selbst überlassen.
1.2. Pädagogische Konsequenzen
In der Grundschule ist das Erlangen der Medienkompetenz ebenso eine zu erlernende Kulturtechnik, wie in anderen Schulformen. Medienkompetenz meint allerdings nicht nur „Medien bedienen können“, sondern auch Kritik- und Analysefähigkeit erlangen. Faust/Siehl u.a. „leiten für die Grundschule folgende Aufgaben ab, die nur lernbereichsübergreifend wahrgenommen werden können“ (Faust/Siehl u.a. 1998, S. 113):
- Es ist für die Erwachsenen notwendig, die Mediennutzung der Kinder zu kennen und die Kinder bei ihren Medienerfahrungen zu begleiten.
- Aufgrund der hohen Informationsfülle soll die Aufarbeitung und Ordnung ein Schwerpunkt der unterrichtlichen Arbeit werden.
- Medien können als Unterstützung der realen Begegnung ihre Berechtigung haben, diese aber niemals ersetzen.
- Durch selbst hergestellte Medien erleben die Kinder eine Verlangsamung der Medienbilder und nehmen eigentätig und kritisch Einfluss auf die mediale Wirkung.
- Medienerziehung braucht die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule, um Wirkung zu erzielen.
- Es ist wichtig, dass dabei keine Zeigefingermoral im Mittelpunkt der Überlegungen steht.
1.3. Medienwirkung und -verarbeitung de r 7-8-jährigen
Piaget, der Schweizer Entwicklungspsychologe, beschreibt den Entwicklungsstand der Grundschulkinder im 1. und 2. Schuljahr folgendermaßen:
- Kinder zwischen 4 und 7 sind auf der Stufe des anschaulichen Denkens und es gelingt ihnen, einen Bezug zu dem Erlebten herzustellen.
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- Kinder zwischen 7 und 11 Jahren befinden sich in der Stufe des konkret logischen Denkens und verstehen aus der konkreten Situation mehrere Bezüge.
„Das Kind geht vom Gegenständlichen aus, entwickelt seine Denkoperationen, aber nicht mehr ausschließlich am äußeren Handeln.“ (Baacke 1992, S. 12).
Sturm übertrug diese Erkenntnisse auf die kognitiven Medienwirkungen und stellte fest, dass die Mediensichtweise der Kinder in den verschiedenen Altersstufen denen der formalen Intelligenzentwicklung entspricht. Für das Rezeptionsverhalten der Kinder in diesen Altersstufen bedeutet dies, dass die Fülle der Bild-Wort-Angebote nur dann verstanden wird, wenn sie der Verständnisstruktur der Kinder entsprechen (vgl. Sturm 1987).
Die Mediennutzung kann sozialräumliche Außenkontakte ersetzen. Die sekundäre Erfahrungsquelle bringt Kinder dazu keine fundamentalen Fragen zu entwickeln und sich nicht als handelndes Ich zu sehen. Fernsehbilder können starke Emotionen auslösen, mit welchen die Kinder lernen müssen umzugehen. Dies ist Kindern, die viel fernsehen, weniger möglich als denen, die sich lesend mit ihren Phantasien und Vorstellungen auseinandersetzen können. Hierbei spielt die in der Familie gelebte Medienkultur, die Einbettung von Buch und Bild, eine große Rolle.
Theunert fasst den Entwicklungsverlauf dieser Altersstufe wie folgt zusammen:
2. Der Umgang mit dem Fernsehen
Folgende Arbeitsbereiche könnten sinnvolle Ziele einer zeitgemäßen Medienerziehung
sein, die kritische Rezipienten fordert:
- Sinnvolles Nutzen der Medienangebote
- Praktische Erfahrungen mit Medien machen
- Bewusstes Analysieren und Kritisieren von Medien
- Stärken der Eigentätigkeit der Kinder
Diese Zielsetzungen werden in den Anwendungsbereichen „Lernen, Unterhalten,
Informieren und Eigentätigkeit stärken“ verwirklicht. Dabei können Gefahren bei der
Verarbeitung auftreten, die in der Medienerziehung unter verschiedenen
Schwerpunkten wahrgenommen werden müssen, wie die folgende Tabelle zeigt:
Arbeit zitieren:
Madeleine Wagner, 2004, Das Medium Fernsehen, München, GRIN Verlag GmbH
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Das Medium Film im Sachunterricht - Löwenzahn -
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