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Die Vertreibung der Juden aus der Stadt Rom im Jahre 19 n. Chr.

Title: Die Vertreibung der Juden aus der Stadt Rom im Jahre 19 n. Chr.

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 25 Pages , Grade: ohne Benotung

Autor:in: Oliver Lilienthal (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll die Vertreibung der Juden aus der Stadt Rom im Jahre 19 n. Chr. in der Regierungszeit des Kaisers Tiberius behandelt werden. Dabei wird im wesentlichen nach den Gründen und den Umständen für diese Vertreibung gefragt werden müssen. Weiterhin sollen in diesem Zusammenhang Fragen geklärt werden, die den allgemeinen Rechtsstatus der Juden in Rom bzw. im gesamten römischen Reich sowie das generelle Verhalten der römischen Obrigkeit gegenüber den Juden betreffen. Dieses ist wichtig, um eine Einordnung des Ereignisses in den historischen Kontext leisten zu können. Das bedeutet für diese Arbeit, dass eine Betrachtung des jüdischen Lebens in Rom vor und nach der Regierungszeit des Tiberius stattfinden muss, damit das Ereignis der Vertreibung verstanden werden kann.

[...]

Insgesamt soll es darum gehen, die verschiedenen Aspekte im Hinblick auf die Behandlung des Themas so auszuwerten, dass das Ereignis der Vertreibung der Juden im Jahre 19 n. Chr. erklärbar wird. Das Ereignis allein mit den dafür zur Verfügung stehenden Quellen zu beurteilen, ist demnach nicht ausreichend. Dennoch soll in dieser Arbeit keine Geschichte der Juden in der Stadt Rom in der Antike nachgezeichnet werden, sondern anhand der genannten Vertreibung sollen wesentliche Aspekte des jüdischen Lebens in der Stadt Rom während der Prinzipatszeit deutlich gemacht werden. Der Schwerpunkt wird –wie bereits angedeutet- auf dem Rechtsstatus der Juden in Rom liegen.

Zunächst soll in der Arbeit die rechtliche Ausgangslage der Juden vor der Vertreibung dargestellt werden. Dazu werden zum einen die Rechtsprivilegien für die Juden sowie ihre Lebensverhältnisse in Rom vorgestellt. Im Anschluss daran wird die Vertreibung anhand der relevanten Quellen nachgezeichnet. Die darauf folgende Analyse soll einige mögliche Erklärungsversuche liefern, die Haltung der römischen Oberschicht gegenüber den Juden aufzeigen und die Toleranzgrenze bzw. die Integrationsfähigkeit der römischen Gesellschaft darstellen. Zudem sollen einige vorhergehende und nachfolgende Ereignisse und Verordnungen der römischen Obrigkeit vorgestellt werden, die unmittelbar das jüdische Leben der Diasporagemeinschaft in Rom betrafen. Der genannte Überblick soll mit dem Anfang des 3. nachchristlichen Jahrhunderts sein Ende finden, da das Aufkommen des Christentums im römischen Reich und die entsprechenden Auswirkungen auf die römische Politik gegenüber den Juden einen eigenen Themenkomplex darstellen, [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Juden in Rom in der ausgehenden Republik und zu Beginn der Prinzipatszeit

2.1 Die Rechtsprivilegien Caesars und Augustus` für die Juden

2.2 Gründe und Motivation für die Privilegiengewährung

3. Die Vertreibung der Juden aus der Stadt Rom im Jahre 19 n. Chr.

3.1 Die Darstellung der Vertreibung in den antiken Quellen

3.2 Auswertung der Quellenberichte

4. Integrationsmöglichkeiten für die Juden innerhalb der römischen Gesellschaft und Konflikte mit der römischen Obrigkeit

4.1 Die Haltung der römischen Oberschicht und die Grenzen römischer Toleranz

4.2 Maßnahmen der römischen ( nicht- christlichen) Kaiser gegen den Proselytismus

4.3 Status der stadt-römischen Juden bis zur „constitutio Antoniniana“

5. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Hintergründe und Umstände der Vertreibung der Juden aus Rom im Jahr 19 n. Chr. unter Kaiser Tiberius, wobei insbesondere die Frage im Mittelpunkt steht, inwieweit dieses Ereignis in eine generelle Politik der römischen Obrigkeit gegenüber den Juden einzuordnen ist. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf das Spannungsfeld zwischen den gewährten Rechtsprivilegien und der staatlichen Ablehnung jüdischer Missionstätigkeiten.

  • Rechtsstatus der jüdischen Gemeinschaft in der römischen Kaiserzeit
  • Analyse antiker Quellen zur Vertreibung unter Tiberius
  • Integrationsfähigkeit und Grenzen der Toleranz der römischen Gesellschaft
  • Die Rolle des Proselytismus als Konfliktfaktor mit der römischen Obrigkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Darstellung der Vertreibung in den antiken Quellen

Die geschilderte judenfreundliche Politik Caesars und Augustus` wurde –wie gesagt- durch eine Ausweisung der Juden aus der Stadt Rom unter Augustus Nachfolger Tiberius im Jahre 19 n. Chr. unterbrochen. Die Judenschaft Roms wurde zusammen mit Anhängern des orientalischen Isiskultes durch eine Restriktions- und Strafmaßnahme getroffen, deren Rechtsgrundlage –laut Tacitus ein Senatsbeschluss war. Dieses staatliche Vorgehen ist –wenn auch jeweils in etwas unterschiedlicher Weise- bei Tacitus, Sueton, Cassius Dio, Iosephus und andeutungsweise bei Seneca überliefert.

In den Quellen wird nur z. T. von den Gründen berichtet, die zur Ausweisung geführt haben. Die Art und der Umfang der Strafmaßnahmen werden hingegen in den Quellen näher beschrieben.

Bei Iosephus wird von einer Betrugsaffäre als Grund für die Ausweisung berichtet. Danach sollen vier Juden die Ehefrau eines Senators um viel Geld geprellt haben. Diese Frau wurde demnach von den vier Juden im jüdischen Gesetz unterrichtet und sollte Geld an den Tempel in Jerusalem spenden. Dieses Geld wurde aber von den genannten Juden veruntreut, woraufhin nach der Aufdeckung des Betrugs 4000 waffendienstfähige Juden von den Konsuln rekrutiert und nach Sardinien gesandt sowie sämtliche Juden aus Rom vertrieben wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definition des Themas und der Forschungsfrage bezüglich der Vertreibung der Juden unter Tiberius im historischen Kontext.

2. Die Juden in Rom in der ausgehenden Republik und zu Beginn der Prinzipatszeit: Untersuchung der Rechtsprivilegien unter Caesar und Augustus als Ausgangslage für den jüdischen Rechtsstatus.

3. Die Vertreibung der Juden aus der Stadt Rom im Jahre 19 n. Chr.: Detaillierte Darstellung und Auswertung der antiken Quellen zu den Ereignissen des Jahres 19 n. Chr.

4. Integrationsmöglichkeiten für die Juden innerhalb der römischen Gesellschaft und Konflikte mit der römischen Obrigkeit: Analyse der Haltung der Oberschicht, des Proselytismus und der kaiserlichen Maßnahmen bis zur Constitutio Antoniniana.

5. Schlussfolgerung: Synthese der Ergebnisse, die bestätigt, dass die Vertreibung eine Reaktion auf die jüdische Mission darstellte, ohne die prinzipielle Anerkennung der Juden als Religionsgemeinschaft aufzuheben.

Schlüsselwörter

Vertreibung, Tiberius, Rom, Judentum, Rechtsprivilegien, Proselytismus, Integration, römische Obrigkeit, Antike, Diaspora, Gesetzesbeschluss, Mission, Toleranzgrenze, religiöse Gemeinschaft, Senatsbeschluss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Vertreibung der Juden aus Rom im Jahr 19 n. Chr. während der Regierungszeit des Kaisers Tiberius.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen der Rechtsstatus der Juden, das Verhältnis zur römischen Obrigkeit sowie die Rolle des Proselytismus (Judenmission).

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll geklärt werden, ob die Vertreibung ein isoliertes Ereignis war oder Teil einer allgemeinen Politik gegenüber jüdischen Bekehrungsversuchen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf die kritische Auswertung antiker Quellen, insbesondere Tacitus, Sueton, Cassius Dio und Flavius Iosephus.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die rechtliche Ausgangslage unter Caesar und Augustus, die konkreten Ereignisse der Vertreibung und das Integrationsverhalten der römischen Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Judentum in der Antike, Tiberius, Proselytismus, Rechtsprivilegien, Religio licita und Integrationskonflikte.

Welche Rolle spielte die Affäre um die Senatorenfrau Fulvia?

Sie gilt laut Iosephus als möglicher Auslöser der Vertreibung, da sie das Eindringen des Judentums in die römische Oberschicht für die Behörden besonders brisant machte.

Wurden die Juden nach 19 n. Chr. dauerhaft verdrängt?

Nein, die Arbeit zeigt auf, dass das jüdische Gemeindeleben auch in späteren Jahren unter anderen Kaisern fortbestand und keine vollständige Auslöschung angestrebt war.

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Details

Title
Die Vertreibung der Juden aus der Stadt Rom im Jahre 19 n. Chr.
College
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Course
Die Geschichte der Stadt Rom in der Antike
Grade
ohne Benotung
Author
Oliver Lilienthal (Author)
Publication Year
2002
Pages
25
Catalog Number
V30001
ISBN (eBook)
9783638313698
Language
German
Tags
Vertreibung Juden Stadt Jahre Geschichte Stadt Antike
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Lilienthal (Author), 2002, Die Vertreibung der Juden aus der Stadt Rom im Jahre 19 n. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30001
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