Inhalt
Einleitung 3
I. Historischer Abriss 4
1. Phalaris 4
2. Theron 5
II. Phalaris und Theron bei Polyaen 6
III. Der Stier des Phalaris 10
IV. Innenpolitik und Stellung im Staat 12
V. Außenpolitik 13
Fazit 15
Quellenverzeichnis 16
Literaturverzeichnis 17
2
Einleitung
Die Stadt Akragas, das heutige Agrigent, erlangte schon kurz nach ihrer Gründung unter den Städten Siziliens eine enorme politische Bedeutung. Der Aufstieg der Stadt ist untrennbar mit den Namen Phalaris und Theron verbunden. Im Jahr 570 machte sich Phalaris hier zum Alleinherrscher. Zwar war er nicht der erste Tyrann Siziliens, doch wurde seine Herrschaft später zum Idealtypus der grausamen Tyrannis. Im Laufe der Zeit entstand eine wahre Legende um diesen Tyrannen und schon wenige Generationen nach seinem Tod erzählte man sich die unglaublichsten Geschichten über seine Grausamkeit. Dennoch sind von ihm nur wenige gesicherte Fakten überliefert. Den historischen Phalaris aus der Legende herauszulösen ist schwierig, da es neben vielen ve rstreuten Hinweisen nur wenige ausführlichere ‚Geschichten’ gibt, die noch dazu von sehr späten Autoren stammen.
Die Hauptquelle sowohl für Phalaris als auch Theron ist Polyaen, ein Jurist aus der Zeit Marc Aurels. Er war kein Geschichtsschreiber im eigentlichen Sinne, sondern wollte vielmehr spannende Kriegslisten zur allgemeinen Unterhaltung festha lten. Eben dieser Umstand macht eine Beurteilung seiner Aussagen schwierig.
In dieser Arbeit werden die wichtigsten Quellen, die uns zur Verfügung stehen aufgezeigt. Die Hauptaufgabe besteht darin, die wenigen Fakten aus der Legende herauszulösen und auf ihre Stichhaltigkeit zu prüfen. Nicht immer lässt sich sagen, ob eine Angabe wahr ist, deshalb spielt die Forschungsdiskussion eine wichtige Rolle.
Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Machtergreifung des Phalaris. Um hier die Überlieferung sicherer zu deuten, ist es nötig die des Phalaris mit der von Theron zu vergleichen, der drei Generationen später Tyrann von Akragas wurde. Weitere wichtige Punkte stellen die Politik des Phalaris und seiner Grausamkeit dar. 1
1 Alle Jahreszahlen beziehen sich, soweit nicht anders angegeben, auf die Zeit vor Christi Geburt
3
I. Darstellung
1. Phalaris
Bemerkenswert ist, dass Phalaris schon zehn Jahre nach der Gründung von Akragas an die Macht kam. Die Stadt war erst um oder kurz vor 580, mit der Unterstützung rhodischer Siedler, von Gela aus gegründet worden. Sie liegt an der Südküste Siziliens, etwa 4 km vom Meer entfernt, auf einer Felshöhe zwischen den kleinen Flüssen Hypsas und Akragas.
Bereits um 570 gelang es Phalaris durch einen geschickten Schachzug Tyrann der Stadt zu werden 2 . Er führte mehrere Feldzüge gegen die angrenzenden Sikanerstädte durch, von denen er zwei durch List erobern konnte 3 . Vielleicht wurde auch Himera, das ihn gegen die Karthager zu Hilfe gerufen haben könnte, von Phalaris abhängig. An eine Ausdehnung seiner Macht Richtung Osten bis nach Leontinoi oder gar über ganz Sizilien, wie später erzählt wird, ist allerdings nicht zu glauben.
Phalaris gelang es die junge Stadt zu sichern und ihr Territorium zu erweitern, doch blieb er nicht wegen dieser positiven Leistungen in Erinnerung, sondern wegen seiner Grausamkeit. Er soll sich eines bronzenen Stiers bedient haben, um seine politischen Feinde auf grausame Weise zu ermorden 4 . Im Laufe der Zeit wurden ihm immer schlimmere Verbrechen angedichtet, so dass seine Grausamkeit schließlich sprichwörtlich wurde. Neben diesen Grausamkeiten ist über seine Innenpolitik allerdings wenig bekannt.
Nach 16 Jahren Herrschaft wurde Phalaris schließlich gestürzt und soll, g emeinsam mit seiner Mutter und seinen Anhängern, in seinem eigenen Stier umgebracht worden sein.
Telemachos, der Urgroßvater des späteren Tyrannen Theron, war an dem Umsturz maßgeblich beteiligt. Er hatte mit seiner Familie Rhodos verlassen müssen und unternahm daraufhin einen Angriff auf Akragas, wobei er von den Aufständischen in der Stadt unterstützt wurde 5 .
2 Siehe unten S. 5.
3 Polyaen 5, 1, 3 und 4.
4 Pindar Pyth. 1, 95ff.
5 Vgl. Berve, Tyrannis, S. 131.
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2. Theron
Nachdem Akragas 70 Jahre keinen Tyrannen hatte, machte sich 489 Theron auf ähnliche Weise wie Phalaris zum Herrn der Stadt. Theron erscheint in der Überlieferung in einem viel besseren Licht als sein Vorgänger. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass zwei der berühmtesten archaischen Dichter in der Nähe des Tyrannen weilten. Pindar und Simonides verherrlichten in ihren Oden die sportlichen Erfolge Therons und seiner Familie, wie einen Wagensieg, den er 476 in Olympia 6 errang.
Theron war ein Herrscher mit großen Amb itionen. Er verbündete sich mit Gelon schon als dieser noch über Gela herrschte und führte mit ihm 485 einen erfolglosen Krieg gegen die Karthager. Im Zuge dieses Krieges vertrieb Theron den Tyrannen Terillos aus Himera und nahm die Stadt in Besitz 7 . Fünf Jahre später führten die Beiden erneut gemeinsam Krieg gegen die Karthager, die mit einem großen Heer auf Sizilien gelandet waren um Terillos zu unterstützen. Gelon war inzwischen Tyrann in Syrakus und beherrschte fast den gesamten Ostteil der Insel und Theron hatte ihm seine Tochter Damarete zur Frau gegeben. Zwar führte Gelon den Feldzug an und bekam den Ruhm, doch fielen Theron zum Großteil die Früchte des Sieges zu. Er konnte Himera behalten und bekam einen Großteil der Beute. Ein großer Teil des punischen Heeres flüchtete sich auf akragantinisches Gebiet und konnte hier ergriffen werden. Da viele dieser Gefangenen zu ‚Staatssklaven’ gemacht wurde, standen der Stadt nun Arbeitskräfte im Überfluss zur Verfügung. Vor allem die Landwirtschaft konnte mit Hilfe der Sklaven enorm intensiviert werden und so wurde der Grundstein für den Reichtum der Stadt gelegt. Es entwickelte sich auch eine rege Bautätigkeit. So wurde mit dem Bau des Olympieion begonnen, ein Athenatempel auf der Akropolis errichtet und ein großer Fischteich angelegt. Besondere Beachtung fand in der Überlieferung auch der Bau einer unterirdischen Abwasserleitung 8 . Der Reichtum der Stadt, der allen Bürgern zu Gute kam, muss dazu geführt haben, dass Therons Herrschaft kaum noch als Tyrannis empfunden wurde. In
6 Pindar Ol. 2 und 3.
7 Hdt. 7, 165.
8 Diodor. 11, 25, 3 und 4.
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Arbeit zitieren:
Frank Schleicher, 2004, Phalaris und Theron von Akragas, München, GRIN Verlag GmbH
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