Erarbeitung einer risikoorientierten Prüfungsstrategie Mario A. Brückner
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis. 2
Abk ürzungsverzeichnis. 3
Abbildungsverzeichnis 5
1 Einleitung 6
1.1 Prüfung im Fokus der Öffentlichkeit. 6
1.2 Zweck einer Prüfung. 7
2. Rechtliche Grundlagen der Prüfungsplanung 8
3. Theoretische Analyse der Prüfungsplanung 10
3.1 Zielgrößen der Prüfungsplanung. 10
3.2. Das Prüfungsrisikomodell 11
3.2.1 Das Geschäftsrisiko. 12
3.2.2 Das Auftragsrisiko 13
3.2.3 Das Prüfungsrisiko 13
3.2.4 Kritische Würdigung des Risikomodells. 16
3.3 Das Konzept der Materiality. 18
3.3.1 Qualifikation der Materiality 18
3.3.2 Materiality Allokation 21
3.3.3 Kritische Würdigung des Konzepts der Materiality 22
4. Umsetzung der Prüfungsstrategie. 23
4.1 Berücksichtigung von Risiko und Wirtschaftlichkeit 23
4.2 Entwicklung der Prüfungsstrategie 24
4.3 Erstellung von Prüfungsfeldern. 24
4.4 Ausarbeitung des Prüfungsprogramms. 25
5. Alternativen zum derzeitigen Prüfungssystem und Ausblick. 26
5.1 Erwartungen an die Prüfung 26
5.2 Kritik am System. 27
5.3 Zukünftige Entwicklungen. 28
Literaturverzeichnis. 31
- 2 -
Abb. 1 : IDW Prüfungsstandarts und Prüfungshinweise
(Stand: 8.6.2001)
Abb. 2 : Das Prüfungsrisikomodel
Abb. 3 : Sicherheitsbeitrag der einzelnen Prüfungsmethoden
- 5 -
1.1 Prüfung im Fokus der Öffentlichkeit
Am Ende des 20. Jahrhunderts wuchs die Weltwirtschaft in Rekordmassen 1 und der Aktienmarkt, der von Kleinanlegern als Geldanlage entdeckt worden war, boomte. Das Interesse der Allgemeinheit an wirtschaftlichen Informationen stieg. Mit dem Wechsel ins neue Jahrhundert verschlechterte sich die konjunkturelle Entwicklung und es kam zum stärksten prozentualen Einbruch des Wachstums der Weltwirtschaft 2 seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren. Das Interesse der Öffentlichkeit an der wirtschaftlichen Entwicklung aber blieb, wobei nun die Thematik Aktienmarktentwicklung die anderen Themen verdrängte. Im jetzigen Fokus der Öffentlichkeit stehen Grund und Umstände für Unternehmenskonkurse. In der Vergangenheit galt das Interesse bei einem Unternehmenskonkurs zum größten Teil dem Arbeitsplatzverlust, nun kommt der Verlust von (Beteiligung-)Kapital, das z.T. als Altersvorsorgung von breiten Bevölkerungsschichten gedacht worden war, hinzu. Wie bereits in den 30er Jahren (Weltwirtschaftskrise) wird gesellschaftspolitisch diskutiert, wie man Konkursen entgegenwirken kann. Am 19.9.1931 wurde im Zuge der Notverordnung die Pflichtprüfung von Bilanzen als Ergänzung zur bereits bestehenden Kontrolle durch den Aufsichtsrat eingeführt 3 . Diese Pflichtprüfung der Unternehmen durch Wirtschaftsprüfer ist ein Hauptpunkt in der aktuellen Diskussion. Fraglich ist, inwieweit durch eine Prüfung einem Unternehmenskonkurs vorgebeugt werden kann. Die Konkurse der Firmen Enron, Worldcom und Comroad sind Beispiele dafür, dass dies zumindest mit dem existierenden System an Prüfungen nicht zu erreichen ist. Fragen der Zielsetzung, Zweck und Durchführung von Unternehmensprüfungen sind neu zu überdenken. Hierzu bedarf es einer detaillierten Betrachtung des Prüfungsprozesses und dessen theoretischer Grundlagen.
1 Durchschnittliches Jahreswachstum des Bruttosozialproduktes in Deutschland lag bei 4,5 %, in
den USA 5,3 %, China 5,5%
2 Jahresverlust des DAX im Jahr 2002 betrug 44 %
3 Vgl. Optiz, M. (1992), S. 13 f.
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nach welcher Strategie sie bei der Prüfung vorgehen, soll unter der Berücksichtigung von aktuellen Prüfungsstandards 5 und theoretischer Grundlagen 6 in dieser Arbeit betrachtet werden. Abschließend wird im letzten Kapitel der Arbeit auf Probleme des aktuellen Prüfungssystems und eventueller Alternativen eingegangen.
1.2 Zweck einer Prüfung
Mit der Änderung der Beteiligungsstrukturen, wie z.B. die Trennung von Inhaber-und Verfügungsmacht am Kapital, änderte sich auch der Zweck der Prüfung. Zum Zeitpunkt der Implementierung der Prüfungspflicht 1931, bzw. 1937 7 , stand der Schutz der Gläubiger im Vordergrund. Dies änderte sich jedoch mit dem Aktien-rechtsreform von 1965. Um den Kapitalbedarf der Unternehmen decken zu können, wollte der Gesetzgeber nun ein breites Publikum für die Anlage in Aktien gewinnen 8 und variierte den Hauptzweck der Prüfung in Richtung Aktionärsschutz 9 . Bei der Abschlussprüfung handelt es sich um eine Ordnungsmäßigkeitsprüfung 10 , d.h., Ziel dieser Abschlussprüfung ist eine Urteilsbildung, inwieweit die Aufstellung des Abschlusses eines Unternehmens mit den anzuwenden Rechnungsle-gungsnormen übereinstimmt 11 und der Abschlussbericht keine wesentlich falschen Aussagen enthält 12 . Einschätzungen bzgl. der wirtschaftlichen Unternehmenslage für die Zukunft können nicht Bestandteil der Prüfung sein.
4 Vgl. Kapitel 4 dieser Arbeit
5 Vgl. Kapitel 2 dieser Arbeit
6 Vgl. Kapitel 3 dieser Arbeit
7 Die Notverordnung stellte die Pflichtprüfung unter zur Disposition der Aktionäre. Das Aktienge-
setz im Jahre 1937 schaffte dies für Aktiengesellschaften ab, so dass ein Jahresabschluss nur noch
mit vorangegangener Prüfung festgestellt werden konnte.
8 Vgl. Optiz, M. (1992), S. 16
9 Vgl. Geßler, E. (1965), S. 346 f.
10 Vgl. § 317 HGB
11 Vgl. ISA 200.2
12 Vgl. ISA 200.8
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Neben dem HGB 13 und der WPO 14 , die die Rechte und Pflichten des Wirtschaftsprüfers regeln, haben die Verlautbarungen des IDW in der Form von Prüfungsstandards (IDW PS) und erläuternden Prüfungshinweisen (IDW PH) Einfluss auf die Prüfungstätigkeit. Das IDW ist die Fachorganisation der Wirtschaftsprüfer und privatrechtlich als e.V. organisiert, daher sind IDW-Verlautbarungen keine gesetzlichen Normen.
Ein Abweichen von diesen Normen ist nur in begründeten Ausnahmefällen möglich und im Prüfungsbericht hervorzuheben. Dies ist des weiteren ausführlich zu begründen sowie im beschreibenden Abschnitt des Bestätigungsvermerks zu benennen.
Werden die IDW-Prüfungsstandards ohne gewichtige Gründe nicht beachtet, so ist damit zu rechnen, dass eine solche Abweichung von der Berufsauffassung ggf. in Regressfällen in einem Verfahren der Berufsaufsicht oder der Staatsanwaltschaft zum Nachteil des Abschlussprüfers ausgelegt werden kann 15 .
13 §§ 316-324 und 332 f HGB
14 §§ 43-56 WPO
15 Vgl. Förschle, G. (2001), S. 285 ff.
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Arbeit zitieren:
Mario Brückner, 2002, Unternehmensprüfung - Erarbeitung einer risikoorientierten Prüfungsstrategie, München, GRIN Verlag GmbH
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