Gliederung
1. Einleitung. 3
2. Biographien
2.1. Paul Cézanne. 3
2.2. Gertrude Stein. 5
3. Hatte Cézannes Kunst einen Einfluss auf Steins Schreibstil. 8
4. Bibliographie. 13
2
1. Einleitung
Welche Gemeinsamkeiten oder Unterschiede lassen sich zwischen Gertrude Steins literarischem Werk und Paul Cézannes Malerei erkennen oder herleiten? Gibt es überhaupt einen Zusammenhang zwischen dem Wirken der beiden unterschiedlichen Künstlerpersönlichkeiten? Ist ein Vergleich so eigentlich möglich? Im Verlauf dieser Hausarbeit werde ich versuchen, diese Fragen zu beantworten.
2. Biographien
2.1. Paul Cézanne
Am 19. Januar 1839 wurde Paul Cézanne als ältester Sohn von drei Kindern in Aix-en-Provence geboren. Er besuchte ab 1852 das Collège Bourbon, wo er sich mit Emile Zola und Jean-Baptiste Baille anfreundete. Emile Zola war der erste, der in Cézanne ein Genie erkannte, er war aber auch der erste, der ihn ein „gescheitertes Genie“ nannte. Schon damals, im zarten Alter von 13 Jahren, litt Cézanne unter Wutausbrüchen und Depressionen, was den Umgang mit ihm erschwerte. Als er die Schule beendet hatte, nahm er, auf Wunsch seines Vaters, ein Jurastudium auf, welches er allerdings im Jahre 1862 endgültig abbrach und sich in dem Landgut Jas de Bouffan, welches der Vater Louis-Auguste Cézanne 1895 erworben hatte, ein Atelier einrichtete. 1861 folgte Cézanne erstmalig dem Ruf Zolas und ging im April nach Paris. Da er sich in Paris bald langweilte, kehrte Cézanne bereits im Herbst 1861 nach Aix zurück, begann in der Bank seines Vaters zu arbeiten, aber gleichzeitig auch wieder in der Aixer Zeichenschule Unterricht zu nehmen. Im November 1862 ging er, mit einem monatlichen väterlichen Wechsel von 150 Francs, erneut nach Paris. Er arbeitete bis 1864 regelmäßig an der Académie Suisse, wo er mit Pissaro, Monet und Renoir zusammentraf. Zu diesem Zeitpunkt wurde er zum ersten Mal von der Ecole des Beaux-Arts abgelehnt und so stellte er u. a. mit Manet, Pissaro und Whistler im „Salon der Zurückgewiesenen“ 1 aus. Damals malte er noch „dämonisch-expressive Bilder in
wildem Schleuderstil“. 2 Ab August 1866 war er dann wieder zuhause in Aix, wo er anfing, sich mit Freilichtmalerei zu beschäftigen. Drei Jahre später lernte er die elf Jahre jüngere Hortense Fiquet kennen, mit der er eine Beziehung einging. Sie wurde sein geduldigstes Modell. In endlosen Sitzungen entstanden ungefähr 40 Porträts von ihr, die sie meist als strenge und verschlossene Frau mit groben Gesichtszügen zeigen. Doch auch diese Beziehung brachte Cézanne nicht die erwünschte Befreiung von Einsamkeit und sexueller Not. Er hatte gehofft, durch diese Verbindung seine Scheu vor Frauen, seine panische Angst vor Berührungen sowie sein Misstrauen den Menschen gegenüber überwinden zu können. Doch er konnte sich zeit seines Lebens nicht von seinen Ängsten befreien. Nach Ende des Deutsch-Französischen Krieges (1871) ging Cézanne abermals nach Paris und legte seine dunkelfarbig-expressive Sturm- und Drangphase endgültig ab.
Im Jahr 1872 wurde sein Sohn Paul geboren und die kleine Familie siedelte nach Auvers-sur-Oise über. Dort arbeitete Cézanne eng mit Pissaro zusammen, von dem er sich viel für seinen eigenen Malstil aneignete. Überhaupt hat er viel von den Impressionisten gelernt, doch trennte er sich künstlerisch schnell wieder von ihnen, da die Beseitigung klarer Umrisse und der Vorrang der Farbe vor der Zeichnung bei Cézanne und bei den impressionistischen Malern ganz augenscheinlich nicht dieselbe Bedeutung hatten. 3 Bei einer Gruppenausstellung der Impressionisten 1874, an der Cézanne teilnahm, erregten seine Bilder (z.B. Eine moderne Olympia) großes Aufsehen. Drei Jahre später nahm er wieder an der Impressionistenausstellung teil und provozierte erneut heftige Anfeindungen der Kritiker.
Nach fast zehn Jahren Geheimhaltung der Beziehung zu Hortense, erfuhr Cézannes Vater doch von dieser Liaison und seinem Enkel Paul. Daraufhin kürzte er seinem Sohn die monatliche Unterstützung um die Hälfte, so dass Cézanne sich gezwungen sah, seinen Jugendfreund Emile Zola um finanzielle Hilfe zu bitten. Nachdem dieser dann allerdings sein Buch L´Œuvre veröffentlicht hatte, in dem es um einen gescheiterten Künstler geht, kam es zum Bruch mit Cézanne, der Hortense inzwischen geheiratet hatte, obwohl er diese schon lange nicht mehr liebte. Aber er wollte für seinen Sohn Paul, den er vergötterte, eine rechtliche Grundlage schaffen.
München. 1994, S. 43
Arbeit zitieren:
Vivien Rößler, 2001, Hatte Cezannes Kunst einen Einfluss auf den Schreibstil von Gertrude Stein?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Medici als Auftraggeber: Hugo van der Goes - Der „Portinari-Altar“...
Kunst - Bildhauerei, Skulptur, Plastik
Hausarbeit, 19 Seiten
Beobachtungen zur Ikonographie des Bladelin-Altars
Wissenschaftliche Studie, 23 Seiten
Vivien Rößler hat den Text Hatte Cezannes Kunst einen Einfluss auf den Schreibstil von Gertrude Stein? veröffentlicht
Vivien Rößler hat einen neuen Text hochgeladen
The Gertrude Stein Reader: The Great American Pioneer of Avant-Garde L...
Gertrude Stein, Richard Kostelanetz
Correspondence: Pablo Picasso and Gertrude Stein
Pablo Picasso, Gertrude Stein, Laurence Madeline
Gertrude Stein and the Essence of What Happens Gertrude Stein and the ...
Dana Cairns Watson
0 Kommentare