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I N H A L T
1. Einleitung 2
2. Stadtgeografie 3
2.1. Historische Entwicklung Teherans 3
2.2. Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur Teherans 6
3. Derzeitige Stadtplanung 12
3.1. „Tehran 80 Plan“ und seine Leitbilder 12
3.2. Leitbild „Mobile Stadt“ und Teherans Verkehrsprobleme 14
3.3. Teherans Metro-System. 16
4. Fazit: Ergänzungen zum „Tehran Plan 80“ 18
Literaturverzeichnis 21
Die vorliegende Arbeit entstand im Rahmen der Vorlesung „Siedlungs- und Infrastrukturplanung in anderen gesellschaftlichen Kontexten“, die im Sommersemester 2001 an der TU Harburg stattfand. Sie verfolgt zwei Ziele: Zunächst möchte sie die (historische) Entwicklung und die gegenwärtigen Probleme der iranischen Hauptstadt Teheran darstellen. Des weiteren betrachtet sie kritisch die derzeitige Stadtentwicklung und kommt zu einigen Vorschlägen. Die Arbeit besteht aus insgesamt vier Abschnitten: Nach der Einleitung geht es im zweiten Abschnitt um die Stadtgeografie Teherans. Im dritten Abschnitt geht es um den derzeitigen Stadtentwicklungsplan Teherans und dabei schwerpunktmäßig um die Verkehrsproblematik. Der vierte und letzte Abschnitt behandelt einige Vorschläge, die den derzeitigen Stadtentwicklungsplan ergänzen sollen. Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es zwar nicht, die unterschiedlichen Planungsansätze zwischen den beiden Ländern Deutschland und dem Iran aufzuzeigen, dennoch werden an einigen Stellen auch Unterschiede dargestellt.
Den Grundstein für die Entwicklung Teherans von einer Kleinstadt zur heutigen Millionenmetropole legte der Begründer der Kadscharen-Dynastie, Aga Mohammad Khan, 1789, als er Teheran zur seiner Residenz und damit zur Hauptsstadt Persiens wählte. Die Entscheidung des Kadscharen-Königs zugunsten Teherans war durchaus wohlüberlegt. Die Stadt, in der bei der Machtübernahme der Kadscharen nur etwa 15.000 Einwohner (Seger, 1978: 9) lebten, hatte drei wichtige Standortvorteile. Der erste Vorteil betraf die Lage Teherans im Raum, denn Teheran lag ungefähr in der Mitte der Ost-West-Achse des Persischen Reiches. Der zweite Standort-vorteil lag darin, dass das Klima Teherans aufgrund der Nähe zum Elbursgebirge sehr mild, die Qualität des Wassers gut und der Boden äußerst fruchtbar waren. Der dritte Vorteil lag darin begründet, dass das mächtige Elbursgebirge den Kadscharen einen guten Schutz vor feindlichen Übergriffen bot. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Stadt ein Anziehungspunkt für Verwaltungsbeamte, Händler und Kleriker. Es entstanden in der Stadt zwar prunkvolle Gebäude, doch war die Stadt bis Mitte des 19. Jahrhunderts insgesamt in einem schlechten Zustand. Als 1846 und 1852 aufgrund der unzureichenden Wohnverhältnisse Cholera-Epidemien in der Stadt ausbrachen, musste die Stadtverwaltung, allen voran der damalige König, Nasser Ed Din Schah, reagieren.
Unter Nasser Ed Din Schah wurde 1861 die alte Befestigung aus dem 16. Jahrhundert erweitert. Die Fläche der Stadt erhöhte sich dabei von 4 auf 19 km². Diese Stadterweiterung ist die erste moderne stadtplanerische Maßnahme für Teheran.
Während aber in Europa aufgrund der modernen Waffen die Stadtmauern nutzlos und deshalb abgerissen wurden, wurde um Teheran eine neue Mauer gelegt, da moderne Waffen im damaligem Persien noch nicht weit verbreitet waren. Die neue
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Stadtmauer umschrieb ein ungleichseitiges Achteck und zeigte in der Ausführung der Befestigungsanlagen eine Nachahmung europäischer Befestigungsanlagen des Barock. Innerhalb der Stadtmauer entstanden prunkvolle Paläste, moderne Verwaltungsgebäude, breite Alleen und gepflegte Gartenanlagen. Wichtig für das künftige Wirtschaftsleben der Stadt sollten vor allem die neuen Ausfallstraßen außerhalb der ehemaligen Stadtmauern sein. Diese Straßen waren wesentlich breiter und übersichtlicher als die verwinkelten und engen Straßen im Bazarviertel, dem Herz der Altstadt. Im Verlauf der ehemaligen Stadtmauern entstand ein fast vollständiger Straßenring, der mit den neuen Ausfallstraßen verbunden wurde. Die Ausfallsstraßen endeten an den zwölf Stadttoren, die in alle Landesrichtungen führten. Die ständig wachsende Stadt entwickelte sich baulich bis zu den 1920er Jahren hauptsächlich nach Norden, wo sich aufgrund der Nähe zum Gebirge die Oberschicht ansiedelte. Im Norden befanden sich außerdem die Regierungsbauten und die Botschaftsgebäude. Der Süden blieb dagegen den ärmeren Bevölkerungsschichten vorbehalten. Hier ließen sich auch erste Industriebetriebe nieder, so dass auch Arbeiter aus den ländlichen Regionen des Landes dort lebten. Unter Reza Schah (Pahlawi-Dynastie), der 1926 die Kadscharen ablöste, entwickelte sich Persien (ab 1935 hieß das Land Iran) in weniger als zwei Jahrzehnten von einem rückständigen Agrarstaat zu einem Industriestaat. Reza Schah modernisierte das gesamte Staatswesen und gab der Hauptsstadt ein großstädtisches Aussehen. Er ordnete den Bau von großen Plätzen, Straßenachsen, Flugplätzen und Eisenbahnlinien in der Stadt an und ließ 1932 auch die Stadtmauern entfernen, so dass sich die Stadt ungehindert ins Umland ausdehnen konnte. Durch die Aktivitäten der zentralistischen Regierung erhielt Teheran einen gewaltigen Menschenzustrom aus allen Landesteilen. Gegen Ende der Regierungszeit Reza Schahs, 1940, hatte Teheran Schätzungen zufolge etwa 700.000 Einwohner (Madanipour, 1998: 83). Nachfolger Reza Schahs, der aufgrund seiner Neutralität im 2. Weltkrieg von den Briten zur Abdankung gezwungen wurde, wurde 1941 sein Sohn Mohammed Reza Schah. Unter Mohammed Reza Schah entwickelte sich der Iran zu einem modernen Staat, der vor allem durch die großen Erdölvorkommen zu Reichtum gelangte. In Teheran kam es vor allem in den 1950er und 1960er Jahren durch die ständig wachsenden Erdöleinnahmen zu einem Bauboom, der sich vor allem auf die Einwohnerzahl niederschlug. Laut der Volkszählung des Jahres 1956 hatte Teheran 1,5 Mio., 1966 bereits 2,7 Mio. Einwohner (siehe Tab. 1, Seite 6). Das enorme Wachstum beruhte auf zwei Faktoren, nämlich dem starken Zuzug und dem Geburtenüberschuss. Teheran stieg zur bedeutendsten Stadt im Mittleren Osten auf und wuchs baulich, ähnlich wie unter Nasser Ed Din Schah, Richtung Norden. Allerdings gelangte die Bebauung ab den 1970er Jahren bis an das Elbursgebirge heran, so dass sich die Stadt allmählich auch in andere Himmelsrichtungen ausdehnte. Auch umliegende Städte und Dörfer wurde vom Wachstum Teherans erfasst. Teheran hatte 1976, drei Jahre vor der Ausrufung der Islamischen Revolution, 4,5 Mio. Einwohner.
Die Islamische Republik, die den Schah zur Abdankung zwang, bedeutete für das gesamte Land eine Zäsur. Auch Teherans Entwicklung litt unter der Revolution, zumal 1980 auch der Krieg gegen den Nachbarn Irak ausbrach. Viele Großprojekte, allen voran der Bau der Untergrundbahn (Metro), wurden zeitweilig unterbrochen. Trotz des Krieges und der Unruhen in den 1980er Jahren stieg die Einwohnerzahl Teherans weiter an. Teheran (1986 hatte die Stadt sechs Millionen Einwohner) wurde ein Anziehungspunkt für viele Flüchtige, die wegen des Krieges ihre Städte verließen. Sie erhofften sich in der Hauptstadt Sicherheit und vor allem einen wirt- schaftlichen Neuanfang, denn weite Teile des Landes waren durch den Krieg stark
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in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Ende des Krieges, 1988, wurden einige Großprojekte wieder in Angriff genommen; beispielsweise wurden ab Ende der 1980er Jahre in Teheran der Bau diverser Umgehungs- und Schnellstraßen sowie der Metro vorangetrieben.
Aus der ehemals kleinen Residenzstadt ist heute, nur rund 200 Jahre später, eine Millionenmetropole geworden, die nicht nur die größte Stadt im Mittleren Osten ist, sondern zu den größten Städten der Welt zählt. Heute ist Teheran das politische, wirtschaftliche und kulturelle Herz des Iran. Neben der Regierung und dem Parlament befindet sich in Teheran beispielsweise der einzige bedeutende internationale Flughafen des Landes; darüber hinaus befinden sich in Teheran die wichtigsten Industriebetriebe des Iran sowie ein Dutzend Universitäten und Hochschulen und mehr als 30 Museen. Obwohl Teheran nicht der Sitz von international bedeutenden Unternehmen und Institutionen ist, hat Teheran dennoch eine nicht zu unterschätzende internationale Bedeutung, denn Teheran ist die Hauptsstadt eines Staates, der u.a. über große Erdöl- und Erdgasvorkommen verfügt und in eine der geopolitisch bedeutendsten Regionen der Welt liegt (Schnittpunkt Naher Osten / Zentral- asien / frühere Sowjetunion).
Arbeit zitieren:
Nima Dafateri-Moghaddam, 2001, Teheran - Stadtentwicklung und -planung in der iranischen Hauptstadt, München, GRIN Verlag GmbH
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Die orientalische Stadt - Soziale Differenzierung und Problematik
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Hausarbeit (Hauptseminar), 31 Seiten
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