Zusammenfassung
Die Arbeit gibt einen Überblick über das Konzept der personal strivings von Robert A. Emmons. Nach einer theoretischen Einordnung in den Kontext anderer motivations- und zielorientierter Persönlichkeitskonzepte erfolgt eine Darstellung der Methode zur Erfassung von personal strivings. Darauf aufbauend werden im folgenden Kapitel ausführlich das Emmons’sche Konfliktmodell dargestellt und dessen Schwächen diskutiert. Im letzten Kapitel werden weitere offene Fragen benannt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Theoretische Einordnung 5
2.1 Definition 5
2.2 Das hierarchische Modell der Motivation 7
3 Methode - das Personal Strivings Assessment Packet 7
3.1 Striving List Generation 7
3.2 Striving Specification Task 7
3.3 Striving Assessment Scales (SAS) 8
3.4 Striving Instrumentality Matrix (SIM) 9
3.5 Coding of Strivings 9
4 Konflikte 10
4.1 Folgen von Konflikten 11
4.2 Bewertung des Konfliktmodells 11
5 Diskussion 12
References 13
1 Einleitung
Robert A. Emmons, momentan Professor für Psychologie an der University of California,
Davis , entwickelte in den 1980er-Jahren das Konzept der Personal Strivings 1 Ähnlich
wie die ebenfalls zu dieser Zeit aufgekommenen personal projects (Little, 1983), current
concerns (Klinger, Barta, Maxeiner, 1981) oder life tasks (Cantor, Norem, Nieden-
thal , Brower, 1987) handelt es sich um ein zielorientiertes, idiographisches Konzept
der Persönlichkeit. Personal Strivings haben sich in vielen Bereichen der Psychologie
als fruchtbares Konzept erwiesen und es gibt inzwischen eine Vielzahl empirischer Un-
tersuchungen zum Zusammenhang von Strivings und anderen Variablen wie psychischer
Gesundheit , Persönlichkeitseigenschaften oder Motivation (siehe hierzu Abschnitt 4 oder
Emmons , 1992 Emmons King, 1988)
In dieser Arbeit soll zuerst eine Einführung in die Theorie der Personal Strivings ge-
geben werden (Kap. 2), in Kap. 3 wird dann die Methode zur Erfassung von strivings
vorgestellt. Das 4. Kapitel befasst sich mit der Frage von Konflikten, und im letzten Kapi-
tel Kap. 5) sollen offene Fragen, gerade auch in Hinblick auf das Seminarthema Identität
diskutiert werden.
1 Ich werde im Folgenden des englischen Begriff verwenden, da „Strebungen“ oder „Bestrebungen“ in der
deutschen Sprache wenig geläufig sind bzw. eine andere Konnotation haben.
4
2 Theoretische Einordnung
Wie oben bereits erwähnt entstand das Konzept der personal strivings in den 1980er-Jahren. Sader und Weber (2000) führen die Tradition der zielbezogenen Ansätze zurück auf Murrays (1938) Theorie der Bedürfnisse zurück und sehen auch Hans Thomaes (1968) Daseinsthemen in dieser Forschungsrichtung. Auch Emmons selbst ordnet sich in die Linie motiv-/motivationsorientierter Ansätze ein, er spricht von einer „revitalization of motivational concepts, most notably in the form of ‘goals’“ (Emmons, 1989, S. 88). Emmons’ Personal Strivings - neben den ähnlich ausgerichteten Ansätzen von Klinger (current concerns), Little (personal projects) sowie Cantor und Kihlstrom (life tasks) - unterscheiden sich jedoch nicht unwesentlich von den Motivdispositions-Ansätzen etwa von McLelland: Dieser beschrieb Motivation als stabile interindividuelle Unterschiede in der Stärke der Motivdispositionen; Motivdispositionen wiederum sind Klassen affektiv aufgeladener Ziele, die Verhalten antreiben, ausrichten und selegieren. Inhaltlich wird von den sogenannten „Big-Three“ der Motive ausgegangen, nämlich Leistung, Intimität und Macht. Dieser Ansatz birgt jedoch einige methodische wie konzeptuelle Schwierigkeiten, die Emmons, Klinger, Little und Cantor durch die Verwendung stärker zielorientierter Ansätze zu vermeiden suchen. Dies soll anhand des hierarchischen Motivationsmodells von Emmons näher erläutert werden. Hierzu muss das Konstrukt der Personal Strivings jedoch erst einmal erläutert werden.
2.1 Definition
Emmons definiert Personal Strivings folgendermaßen:
Personal strivings refer to the characteristic types of goals that individuals try to achieve through their everyday behavior. (Emmons, 1986, S. 1058)
Personal strivings are idiographically coherent patterns of goal strivings and represent what an individual is typically trying to do [. . . ] Each individual can be characterized by a unique set of these “trying to do” tendencies. (Emmons, 1989, S. 92)
Anhand dieser Definition lassen sich bereits Unterschiede etwa zu den persönlichen Projekten oder den current concerns erkennen: Personal Strivings sollen das beschreiben, was Personen typischerweise zu tun versucht, was eine für sie charakteristische Verhaltensweise ist. Strivings gehen also über die eher kurzfristigen Ziel der current concerns hinaus und haben im Gegensatz zu personal projects keinen klar definierten Anfang und kein (oder zumindest kein geplantes oder planbares) Ende. Die Beispiele in Tabelle 1 verdeutlichen diese Unterschiede, machen aber auch klar, dass eine klare Abgrenzung zwischen den Konzepten oft schwierig ist.
Theoretisch lässt sich eine hierarchische Ordnung der unterschiedlichen Zielkonzepte vornehmen, was im folgenden Abschnitt näher erläutert wird.
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Arbeit zitieren:
Harald Kliems, 2004, Personal Strivings - ein idiographisches Konzept der Persönlichkeit, München, GRIN Verlag GmbH
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