Inhaltsverzeichnis
1 Definition „Sportpädagogik“ 4
2 Allgemeine Perspektive der Sportpädagogik. 4
3 Historische Entwicklung der Sportpädagogik im engeren Sinne 5
3.1 Jean Jaques Rousseau (1712 - 1778) 5
3.2 Philanthropen (um 1750) 6
3.3 Deutsches Turnen. 7
3.4 Reformpädagogische Leibeserziehung 9
3.5 NS-Leibeserziehung. 10
3.6 Körpererziehung in der DDR. 11
4 Sportpädagogik in der Gegenwart 12
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1 Definition „Sportpädagogik“
Unter Sportpädagogik wird jene wissenschaftliche Disziplin verstanden, die sich auf die Zusammenhänge von Sport und Erziehung bezieht. Einigkeit besteht auch darüber, dass die Sportpädagogik darauf gerichtet sein muss, theoretische Grundlagen für eine sportlicherziehbare Praxis zu liefern, durch die die menschliche Entwicklung gefördert und die Lebensgestaltung bereichert wird. Insofern korrespondiert das Erkenntnisinteresse der Sportpädagogik mit der pädagogischen Verantwortung in der Praxis. 1 Bei der Sportpädagogik handelt es sich wie o. a. um eine wissenschaftliche Disziplin, in der es um die Zusammenhänge von Sport und Erziehung geht. Sie ist zudem unabhängig von der Einbindung in bestimmte Organisationen, d. h. sie ist in der schulischen und außerschulischen Jugenderziehung im und durch Sport zu finden und trägt ebenfalls bei Weiterentwicklung und Lebensgestaltung älterer Menschen bei. Die Sportpädagogik muss den Sport in der geläufigen Praxis untersuchen und reflektieren.
Der Begriff Sportpädagogik setzte sich erst in den 70er Jahren durch, als in Westdeutschland sich der Begriff „Sport“ als Überbegriff für alle Formen und Inhalte von Leibeserziehungen durchzusetzen begann und ist somit erst rund 30 Jahre alt. Die Sportpädagogik löste die „Theorie der Leibeserziehung“ ab, da diese als zu einseitig empfunden wurde.
2 Allgemeine Perspektive der Sportpädagogik
Die Sportpädagogik gibt es schon seit Menschengedenken und in allen Ländern der Welt, wenn davon ausgegangen wird, dass sie sich mit der Ausbildung und Vermittlung von körperlichen Fähig- und Fertigkeiten sowie mit der Förderung und Schulung von Bewegungskönnen und -wissen auseinandersetzt.
Im Vergleich zu früher hat der Sport und die körperliche Erziehung heute eine hohe Wertschätzung erlangt, da große Teile der Gesellschaft in einer von Technik und Industrie geprägten Zivilisation leben. Zu früheren Zeiten waren körperliche Kräfte, Ausdauer und Geschicklichkeit im Alltag und in der Arbeitswelt von großer Bedeutung und sogar
1 Vgl. Grupe/Kurz in: Röthig, P. (Hg.): Sportwissenschaftliches Lexikon. Schorndorf 1992, S. 438
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überlebenswichtig. Dies gilt u. a. für die Ausbildung von Kriegern, die eine besondere Fitness haben mussten, da damals die kriegerischen Auseinandersetzungen von Mann zu Mann ausgetragen wurden. So mussten die Krieger über Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit verfügen, um sich im Kampf behaupten zu können, denn schließlich war dies über Sieg oder Niederlage entscheidend. Es gibt in der Geschichte viele Beispiele für die sportliche Erziehung, wie z. B. die körperliche Schulung von Soldaten in der griechischen und römischen Antike, die athletische Ausbildung vo n Königssöhnen im alten Ägypten oder die von griechischen Helden.
Diese sportlichen Ausbildungen und Schulungen hatten keine gezielten oder systematischen Inhalte, sondern wurden von Lehrkräften in unterrichtlichen Situationen vermittelt, gelehrt und überwacht. So wurden z. B. im Mittelalter die Ritter im Reiten, Fechten und Jagen ausgebildet und somit auf das zukünftige Leben vorbereitet. Mit dem Ritterschlag war die Ausbildung abgeschlossen.
3 Historische Entwicklung der Sportpädagogik im engeren Sinne
3.1 Jean Jaques Rousseau (1712 - 1778)
Der Schweizer Jean Jaques Rousseau war Philosoph und Pädagoge und formulierte Theorien über die „natürliche Erziehung“. Er kritisierte die Gesellschaft und die Erziehungspraxis und war der Auffassung, dass der von Natur aus „gute“ Mensch durch Eigentum, Gesellschaft und Zivilisation verdorben würde. 1754 stellte Rousseau in „Über den Gesellschaftsvertrag“ eine bessere (utopische) Gesellschaft dar, in der die ursprüngliche Freiheit und Gleichheit der menschlichen Natur wieder möglich sein könnte.
Das 18. Jahrhundert war Ausgang der Epoche der Aufklärung, in der sich die Entdeckung der Kindheitsphase vollzog. Die Menschen gingen damals davon aus, dass Kinder kleine Erwachsene seien. Rousseau erkannte die Kindheit als eigenständige, vollwertige Lebensphase an.
Um der Natürlichkeit wieder näher zu kommen, will Rousseau die Anlagen des Kindes zu ihrem Recht kommen lassen. Er entwickelt dazu das Konzept der „negativ Pädagogik“.
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Arbeit zitieren:
Markus Markmann, 2003, Historische Grundlagen der Sportpädagogik, München, GRIN Verlag GmbH
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