Inhaltsverzeichnis
S.1
1. Theoretische Kategorien
1.1 Einführung 2
1.2 Soziale Ungleichheit 2
1.3 Dimensionen sozialer Ungleichheit 3
1.4 Lagenbegriffe 4
1.4.1 Soziale Lage 4
1.4.2 Lebenslage 5
1.5 Soziale Milieus 6
1.6 Lebensstile 7
1.7 Geographische und soziale Mobilität 7
1.8 Sozialpädagogische Einrichtungen und Angebote als
Hilfe aus der Gesellschaftsmisere? 8
2. Die Gruppe der alleinerziehenden Frauen 9
2.1 Statistische und faktische Gemeinsamkeiten und
Unterschiede S. 9
2.2 Wie kommt es zur Ein-Eltern-Familie? 10
2.3 Allein mit dem Kind - wer wird darauf vorbereitet? 11
3. Das Fallbeispiel „Alleinerziehende Mutter “ 12
3.1 Das Interview S. 12ff
3.2 Auswertung der individuellen Lebenslage von Kathrin 16
3.3 Schlußwort 17
4. Literaturverzeichnis 17
1
Dimensionen sozialer Ungleichheit- anhand der Darstellung theoretischer Kategorien und der Ausarbeitung des Fallbeispieles „alleinerziehende Mütter“ 1.Theoretische Kategorien
1.1 Einführung
Menschen leben im allgemeinen in Gemeinschaftsgefügen, sie stehen zu den Menschen in ihrer Umwelt in Beziehungen. Die Qualitäten dieser Beziehungen sind unterschiedlich und determinierend, über diese Verbindungen zur Außenwelt definiert sich der Stand des Individuums in der Gesellschaft. Gesellschaftsmitglieder, die gleiche Merkmale in Bezug auf die Einordnungen in ihre Umwelt aufweisen, kann man als einer bestimmten sozialen Kategorie zugehörig erkennen. Die Gesellschaft gliedert sich in verschiedene soziale Kategorien, z.B. nach Alter, Geschlecht, Familienstand, Beruf, Wohnortgröße, Konfession etc.. Mit den verschiedenen Sozialkategorien sind gleichzeitig gemeinsame oder unterschiedliche Lebensumstände verbunden. Diese Kate-gorien gelten aber nicht nur als Unterscheidungsmerkmale, sondern grenzen auch die Menschen gegeneinander ab in besser und schlechter, höher und tiefer gestellte. Dies bedeutet nicht zuletzt Prestige, Macht, Besitz als wertvoll angesehener Güter.
1.2 Soziale Ungleichheit
Was für eine Gesellschaft wertvoll ist, bestimmt ihr Werte- und Normensystem. Im allgemeinen besitzen also die höher gestellten mehr dieser wertvollen Güter als die schlechter gestellten Gesellschaftsmitglieder. Somit ist eine Verteilungsungleichheit gegeben, die gleichzeitig eine äußere Repräsentanz darstellt. Diese ungleiche Verteilung von wertvollen Gütern, die nicht materiell sein müssen, kann man als soziale Ungleichheit bezeichnen. „In der soziologischen Terminologie wird immer dann von sozialer Ungleich-
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heit gesprochen, wenn als wertvoll geltende Güter nicht absolut gleich verteilt sind. (Hradil 2001, S.29)
Der soziologische Begriff schließt dabei dabei nur jene wertvollen Güter mit ein, die regelmäßig und aufgrund der Stellung der Menschen in der Gesellschaft ungleich verteilt werden. (Hradil 2001) Hradil sieht nicht in jedem Vor- oder Nachteil oder in allen Besser- oder Schlechterstellungen Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit, sondern nur in denen, die durch gesellschaftliche Strukturen und in relativ konstanter und „verallgemeinernder Form“ zustande kommen. (Z.B: Einkommens- und Machtunterschiede aufgrund bestimmter beruflicher Stellungen) „Ihre Bindung an relativ konstante gesellschaftliche Beziehungen und Positionen unterscheidet soziale von anderen Ungleichheiten.“ (Hradil 2001, S. 29)
Natürliche, individuelle, momentane oder zufällige Ungleichheiten werden zwar nicht als soziale Ungleichheiten angesehen, können aber zu diesen führen.( Intelligenzentwicklung, traumatische Erlebnisse, psychische oder physische Erkrankungen oder Behinderungen...) Die verschiedenen Arten der Ungleichheit wirken in der Entwicklung des Menschen zusammen und bilden jeweils eine ganz persönliche individuelle Struktur.
Als zusammenfassende Definition schreibt Hradil (2001, S.30): „Soziale Ungleichheit liegt dann vor, wenn Menschen aufgrund ihrer Stellung in sozialen Beziehungsgefügen von den wertvollen Gütern einer Gesellschaft regelmäßig mehr als andere erhalten.“
1.3 Dimensionen sozialer Ungleichheit
Soziale Ungleichheit hat viele Gesichter die sich im Laufe der Zeit auch verändert haben.
Diese zu veranschaulichen und in Kategorien zu verarbeiten wurden die Soziologen nicht müde. Sie bezeichnen sie als „Dimensionen sozialer Ungleichheit“ (Hradil 2001, S.31)
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Dazu gehören materieller Wohlstand, Macht, Prestige, Bildung, Arbeits-, Wohn-, Umwelt- und Freizeitbedingungen, Zugehörigkeit zu gesellschaftlichen Randgruppen, Geschlecht und Alter. Da diese „Dimensionen“ das Leben und die Lebensumstände aller Individuen betreffen, gibt es unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten. Allerdings auch immer wieder Überschneidungen. „Neben dem beruflichen Höher und Tiefer bedeuten den einzelnen in postindustriellen Gesellschaften auch die Vor- oder Nachteile viel, die ihnen aufgrund ihres Geschlechts, Alters, ihrer Wohnregion, der familiären Lebensform oder der ethnischen Zugehörigkeit erwachsen. Derart komplexe Konstellationen sozialer Ungleichheit werden in letzter Zeit häufig mit Lagenbegriffen erfasst.“ (Hradil 2001, S. 43)
1.4. Lagenbegriffe
1.4.1 Soziale Lage
So bezeichnet man als „soziale Lage“ (Zapf/Habich 1996) „die Situation einer Bevölkerungsgruppe, deren Lebensbedingungen maßgeblich durch eine bestimmte soziale Position (Determinante) geprägt und ähnlich gestaltet werden.“ (Hradil 2001, S. 43)
Studierende, Hausfrauen, Manager, Arbeitslose sind in einer bestimmten sozialen Lage, weil eine Determinante auf alle der jeweiligen Gruppe zutrifft. Man kann aber Menschen, deren beruflicher Stand sich ähnelt oder Menschen, die gleichen Alters sind, nicht miteinander vergleichen nur aufgrund der Übereinstimmung in einer Kategorie. Die „Mischung“ macht es. Menschen lassen sich heute nicht mehr wie noch vor hundert Jahren in bestimmte Stände oder Klassen pressen. Die „Beurteilungskriterien“, wie jemand von seinem erkennbaren Lebensstil her und dem, was er nach außen repräsentiert, einzuschätzen ist, sind vielgestaltig. Hradil bezeichnet diese Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten der Dimensionen sozialer Ungleichheit als Lebenslagen.
4
1.4.2 Lebenslage
„Lebenslage nennt man die Gesamtheit ungleicher Lebensbedingungen eines Menschen, die durch das Zusammenwirken von Vor- und Nachteilen in unterschiedlichen Dimensionen sozialer Ungleichheit zustande kommen.“ (Hradil 2001, S. 44)
Seit sich unsere Gesellschaft von einer Industriegesellschaft in eine Dienstleistungsgesellschaft mit hohem Lebensstandard und relativem Wohlstand entwickelt hat, ist es schwierig, die soziale Einordnung nur über die traditionellen Schichten- und Klassenmodelle zu vollziehen, weil sich die Werte geändert haben. Was einem Menschen als wertvolles Gut gilt, ist individuell verschieden, da existentielle Bedürfnisse weitestgehend befriedigt sind. Es zählt zwar noch immer der Besitz und das Geld, aber mittlerweile, auch in Anbetracht der fortschreitenden Zerstörung der natürlichen Ressourcen unseres Planeten, nimmt die Wahrnehmung für andere Werte zu. Die Menschen haben aufgrund der veränderten Lebensweisen mehr Freizeit. Durch die Medien haben alle Menschen, die in Industrienationen wie der unseren leben, einen gewissen Informationsstand und wissen zumeist um die Wichtigkeit der „gesunden Umwelt“ für das Überleben der Menschheit. Wir Industiestaatler haben die Zeit und das Geld, uns darüber Gedanken zu machen, wir kämpfen nicht mehr tagtäglich um unser Überleben, wir kämpfen um ein möglichst luxuriöses, individuelles Leben. Die Werte verändern sich, wenn man es sich leisten kann. „If you have the money, you can have the fun.“ So werden die Unterschiede in (ehemals) Klassen oder Schichten einfach durch das Geld übergangen. Was sich vor hundert Jahren nur eine bestimmte Schicht der Gesellschaft leisten konnte oder leistete, weil sie dazu berechtigt war, leistet sich heute fast jeder:. Urlaub, Zentralheizung, Telefon, in Restaurants zu Speisen u.s.w. Beck (1986) bezeichnet diese Entwicklung als Fahrstuhl-Effekt: „ Die Klassengesellschaft wird insgesamt eine Etage höher gefahren. Es gibt - bei allen sich neu einpendelnden oder durchgehaltenen Ungleichheiten - ein kollektives Mehr an Einkommen, Bildung, Mobilität, Recht, Wissenschaft, Massenkonsum. In der Konsequenz
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Arbeit zitieren:
Christina Moergen, 2001, Dimensionen sozialer Ungleichheit - anhand der Darstellung theoretischer Kategorien und der Ausarbeitung eines Fallbeispiels "alleinerziehende Mutter", München, GRIN Verlag GmbH
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