Inhaltsverzeichnis
1. Historische Situation Ende des 19 Jahrhunderts
1.1 Einleitung, Idee der Spiele
2. Planung, Probleme der Spiele
2.1 Die Austragungsorte, Sportstätten
2.2 Die teilnehmenden Nationen Athleten
2.3 Allgemeines Programm der Spiele
2.4 Einweihung des „ Averoff “ Denkmals
2.5 Offizielle Eröffnungsfeier
2.6 Beginn der Wettbewerbe Wettbewerbsverlauf
2.7 Olympiasieger und ihre Ergebnisse
2.8 „ Highlights “ und Persönlichkeiten der Spiele
2.9 Offizielle Abschlußfeier und Siegerehrung
3. Fazit
4. Literaturverzeichnis
3
1. Historische Situation Ende des 19 Jahrhunderts
Am Ende des 19. Jahrhunderts lebten ca. 1,7 Milliarden Menschen auf der Welt. Fast alle Europäischen Länder waren von der industriellen Re volution erfaßt worden, so dass sich der Kapitalismus voll entfalten konnte. Die europäischen Großmächte, die USA und Japan versuchten sich auszuweiten und die neuen Märkte neu aufzuteilen, was naturgemäß zu Spannungen zwischen den Ländern führte. In den Jahren 1894/95 führte Japan Krieg gegen Korea. Griechenland hatte sich erst 1829 aus der osmanischen Unterdrückung befreit. Im Jahr 1863 wurde der damalige dänische Prinz, Wilhelm Georg, mit englischer Hilfe König 1. von Griechenland. Griechenland blieb trotzdem eine der ärmsten europäischen Regionen. Seine Auslandsschulden stiegen, nach dem finanziell belastenden Kriegsfrieden von 1885/86 mit der Türkei, in kurzer Zeit auf das Fünffache. Begünstigt wurde die finanzielle Misere Griechenlands außerdem durch die Rosinenmissernte von 1893, die erhebliche Einbußen der Staatspapiere an der Pariser Börse mit sich brachte. In dieser Zeit bekamen die Griechen die Olympischen Spiele zugesprochen was sich alles andere als günstig erweisen sollte. Nun hatte Griechenla nd zusätzliches „Problem“ das gelöst werden mußte. Der Aufschwung der anderen Nationen kannte unterdessen kein Halten mehr. Technische Neuerungen und die damit verbundene prosperierende Wirtschaft schufen neue Möglichkeiten. Das Telefon und die Telegrafie wurden in dieser Zeit neben einem neuen Verkehrsmittel, dem Automobil, konstruiert. Die Eisenbahnverbindungen erweiterten sich auf das Siebenfache. Mit eine der herausragendsten Erfindungen war der Film. Neben all diesen Neuerungen entwickelte sich vor allem in den USA und England der Sport.
„ Der Amateurbegriff war Ausdruck elitärer Vorstellungen, Sport wurde als Bestandteil des bürgerlichen Bildungsprivilegs angesehen.“ 1 Die Olympischen Spiele boten dem Sport nun die passende Spielwiese sich zu präsentie ren.
1 Kluge Volker , Olympische Sommerspiele, die Chronik 1, Athen 1896 - Berlin 1936 , Berlin
1997. S.16
4
1.1 Einleitung
Der Ideengeber die Olympischen Spiele nach 15. Jahrhunderten wiederzubeleben war Pierre de Coubertin 2 . Am 25. November 1892 hielt der damals 29jährige gebürtige Pariser als Generalsekretär der Union des Societés Francaises de Sport Athletiques (USFSA) 3 ,der Dachverband der französischen Sportvereine, einen Festvortrag anläßlich der Fünfjahresfeier des Dachverbandes in der Sorbonne. Diesen beendete er mit der Ankündigung die Olympischen Spiele in internationaler und modernisierter Form wiedereinzuführen. Diese Überraschung stieß jedoch nicht auf die von ihm gewünschte Unterstützung, jedoch allerdings auch nicht auf Ablehnung. Die Menschen waren wohl noch nicht überzeugt welche faszinierende Idee Coubertin verwirklichen wollte. Seine Idee verwarf er darauf hin aber nicht, ganz im Gegenteil er arbeitete sie weiter aus. Als er zwei Jahre später ein gereifteres Konzept zu den Spielen erarbeitet hatte, lud er im Juni 1894 zu dem „Ersten Olympischen Kongreß“ 4 in den Universitätspalast der Sorbonne. Eigentliches Thema dieses Kongresses war die Klärung der damaligen Meinungsverschiedenheiten über den Amateurstatus: Das Studium und die Verbreitung der Prinzipien des Amateurismus 5 . Allerdings hatte Coubertin nicht nur die Absicht mit diesem Kongreß das
2 Coubertin, Baron Pierre de (1863- 1937) geboren in Paris. Verbrachte seine Jugend viel auf
Reisen, beschäftigte sich mit pädagogischen Fragen, zusätzlich auch mit philosophischen und
geschichtlichen Studien. Dies ist möglich gewesen da er aus einer wohlhabenden Adelsfamilie
kam und nicht auf Arbeit angewiesen war. „Seine Zielsetzung war es die Olympischen Spiele der
gesamten Menschheit zugute kommen zu lassen, unter dem Aspekt der Völkerverständigung und
des Friedens. Für ihn waren die Spiele kein System sondern eine geistige Haltung“. ( vgl. Kluge,
Olympische Sommerspiele die Chronik 1, 1997, S.18) Aus all dem entstand der Begründer der
modernen Olympischen Spiele!
3 Die USFSA wurde im Jahr 1889 auf Anregung ihres Präsidenten, Georges de Saint-Clair,
gegründet. Anzumerken ist hierzu, dass die USFSA als Symbol zwei ineinander geschwungene
Ringe hatte die von Coubertin im Jahre 1890 designed wurden, diese erinnern an die fünf
Olympischen Ringe. vgl. hierzu LENNARTZ, Karl, „The Story of the Rings“, in: Journal of
Olympic History. The Official Publication of the International Society of Olympic Historians
10(2002)1, S. 29-61, S. 34.
4 Coubertin bezeichnete in der wohl ersten IOC-Satzung von 1908 in Paris (in IOC,[Hg.],
Reglements. Paris 1908, S.10), den Kongress von Le Harve (1897) als ersten Olympischen
Kongreß. Aber erst 1920 sieht das IOC die Tagung von 1894 als den ersten Olympischen
Kongreß an ( in. IOC [Hg.], Status de CIO, Lausanne 1920, S.12)
5 „Congres international de Paris pour l´etude et la propagation des principes d`amateurisme“.
(Coubertin, 21 Jahre, S.75.)
5
Amateurproblem zu klären, obwohl diese natürlich im Vordergrund stand, sondern seine Idee die Spiele wiedereinzuführen offiziell publik zu machen. Dieser Programmpunkt stand Anfangs noch taktisch klug im Hintergrund des offiziellen Programms. Allerdings wird an folgendem Beispiel deutlich, dass die Wiedereinführung der Olympischen Spiele eigentlicher Grund dieses Kongresses waren, da die Offiziell Ende Mai 1894 verschickte Einladung den Inhalt trug: Kongress für die Wiederaufnahme der Olympischen Spiele. Vorsichtig ausgedrückt, benutzte er den eigentlichen Grund des Kongresses nur als Vorwand um seine Idee zu verwirklichen. Er fürchtete Spott wenn er seinen „Kongreßgrund“ von Anfang an dar gelegt hätte. Nachdem Coubertin nun sämtlich ihm bekannte Vereine und Verbände aus dem In-und Ausland eingeladen hatte, begann der Kongress am 16. Juni 1824 mit insgesamt 78 Kongressteilnehmern. (Nur 20 kamen aus dem Ausland, unter anderem aus: Amerika, Schweden, Spanien, England, Italien, und Russland. Deutschland war nicht anwesend. Alle anderen waren französische Landsleute Coubertins ! ) Am 23. Juni. 1894 wurden die Ergebnisse des Kongresses verabschiedet. Erstmals gab es eine Übereinkunft für die Definition eines Amateurs. Coubertin hatte sein gestecktes Ziel erreicht. Der faszinierenden Idee die Olympischen Spiele wiedereinzuführen hatte Coubertin nun den bis dahin fehlenden entscheidenen offiziellen Impuls gegeben. Während des Kongresses hielt Coubertin die gesamte Organisation des Kongresses in seinen Händen. Er und 14. andere Delegierte der Kommission der Olympischen Spiele (später, ab 1898 Comité International Olympique, IOC) beschlossen, dass die Olympischen Spiele wieder ausgetragen werden sollten. Präsident dieser Kommission war der damals in Paris lebende griechische Geschäftsmann und Literat Dimitrius Vikelas 6 . Auf Antrag Vikelas wurde Athen als Stätte ausgewählt wo die ersten Olympischen Spiele stattfinden sollten.
„ Der Präsident sollte immer aus dem Land kommen, in dem die nächsten Spiele ausgetragen werden“ 7 . Coubertins Idee war die Spiele erst im Jahre 1900 in seiner Geburtsstadt (Paris) zu veranstalten, womit er aber keinen Erfolg hatte. Eines der bis heute großartigsten Sportereignisse der Welt war somit wiedergeboren.
6 Vikelas , Dimitrius (1835-1908), Altgriechisch Bikelas geschrieben, 1. Präsident (1894-1896)
des Internationalen Komitees der Olympischen Spiele war von der Athener „Societe
Panhellenique de Gymnastique“ gebeten worden, am Kongreß als deren Vertreter teilzunehmen.
6
2. Planung, Probleme der Spiele
Nachdem das Internationale Komitee der Olympischen Spiele in der Sorbonne beschlossen hatte die Spiele in Athen stattfinden zu lassen, blieb den Griechen lediglich zwei Jahre um den Plan in die Tat umzusetzen. Nicht das Problem Zeit oder die Finanzierung stellte am Anfang die größte Herausforderung dar, sondern die Regierung davon zu überzeugen die Spiele überhaupt in Athen stattfinden zu lassen. Das damals 80000 Einwohner fassende Athen wurde völlig unvorbereitet von „heute auf morgen“ Austragungsort der Olympischen Spiele. Diese Nachricht löste zwar bei der öffentliche Presse und der Bevölkerung große Euphorie aus, wie jedoch sich im weiteren Verlauf deutlich zeigen sollte waren einige aus den offiziellen Kreisen alles andere als begeistert. Die Spiele wurden 8 machte
zu einem innenpolitischen Problem. Der Ministerpräsident Trikoupis dies Vikelas, der mittlerweile wieder in Athen war, besonders deutlich: „Es wäre mir lieber gewesen mich nicht mit den Spielen zu befassen, aber nun 9 , teilte er ihm mit. Vikelas
müsse man wohl das Beste daraus machen“
anfängliche Euphorie ließ mit der Zeit nach. Er setzte Coubertin von der `Anti Olympia Stimmung` in der Regierung in Kenntnis und bat ihn nach Athen zu kommen, da er die Spiele und die Ehre der Nation in Gefahr sah. Coubertin reiste nach Athen und machte sich ein Bild von der dortigen Lage, zwischenzeitlich kursierte bei ihm die Idee notfalls die Spiele in die ungarische Hauptstadt Budapest zu verlegen, weil es diverse Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Pläne gab. Die Spiele blieben jedoch in Athen weil sich die innenpolitische Lage allmählich lichtete . Der Kronprinz Konstantin und der 10 , in dessen Audienz sich mittlerweile Vikelas befand, setzten sich fortan
König
intensiver mit der Sache auseinander. Nach einer kurzzeitigen Regierungskrise, einem neu gewählten Olympischen Komitee in welchem der Kronprinz mit Hilfe von Vikelas und Coubertin zur Annahme der Ehrenpräsidentschaft bewegt
7 ( vgl. Lennartz, Die Bilder der Spiele der 1. Olympiade. S13. Kluge, Volker, Hrsg.1996 )
8 Trikoupis, Politiker sieben mal Ministerpräsident trat u.a. wegen der Olympischen Spiele
zurück.
9 (vgl. Krayer, Die Olympischen Spiele 1896 in Athen, Erläuterungen zum Offiziellen
Bericht[nachfolgend als „EZOB“ zitiert] , S.42 Lennartz, Karl(Hrsg.) und Mitarbeiter, Agon-
Sportverlag. 1996
10 Georg der 1. ( 1845- 1913), ursprünglich Prinz Wilhelm von Dänemark, 1863-1913 König von
Griechenland, eröffnete 1896 und 1906 die Olympischen Spiele in Athen.
7
11 war Athen als
werden konnte, und einer Übergangsregierung unter Deligiannis Austragungsort der Spiele gesichert. Da aber zu dieser Zeit Griechenland fast Bankrott war und somit die Staatskassen ebenfalls leer ,wären wahrscheinlich alle Pläne die Olympischen Spiele in Athen auszutragen aufgrund finanzieller Probleme gescheitert wenn es nicht einen Mann namens Giorgios Averof 12 gegeben hätte. Durch seine Großzügigkeit waren erstmals alle finanziellen Sorgen was den Bau des Stadions betraf aus dem Wege geschafft worden. Zur restlichen Finanzierung wurde erstmals die Idee Sportbriefmarken zu drucken hinzugezogen. Gute Einnahmen brachte auch eine Staatslotterie. 13 Nachdem auch dieses Problem gelöst wurde, standen den Spielen nichts mehr im Wege. Ab jetzt begann man mit den konkreten Ausarbeitungen für die Spiele. Unter anderem wurden Künstler damit beauftragt Medaillen und Urkunden zu entwerfen, die Aufgabe diese zu finden erteilte der Kronprinz höchstpersönlich Coubertin der im Falle der Medaille auch erfolgreich war. Obwohl man vom Tag des Beschlusses die Spiele in Athen stattfinden zu lassen bis hin zum Tag der Eröffnungsfeier nur ca. 2 Jahre Zeit hatte, wurde dieses Problem neben all den anderen Komplikationen weitgehend gelöst. Fast alle Sportstätten wurden rechtzeitig fertig gestellt. Die Spiele sollten am 75. Jahrestag der griechischen 14 gefeiert werden, was ebenfalls realisiert wurde.
Unabhängigkeitserklärung
11 Ehemaliger Botschafter in Paris, plädierte leidenschaftlich für die Ausrichtung der Spiele. (
vgl. Kluge Volker , Olympische Sommerspiele, die Chronik 1, Athen 1896-Berlin 1936 , Berlin
1997.,S.19 .
12 Giorgios Averof, 1818-1899, In Alexandria lebende Griechische Kaufmann der zu den damals
reichsten Griechen zählte spendete 500000 Drachmen (später sogar 920000 Drachmen) für die
Erneuerung des Olympiastadions. ( „der Generalsekretär des griechischen Komitees, Timoleon
Philimon, hatte ihm eigens einen persönlichen Besuch abgestattet.“ (vgl. EZOB , S. 44,
Lennartz.)
13 vgl., Lennartz, Bilder..,S. 18.
14 . 06.04.1821. An diesem Tag rief 1821 der Metropolit von Patras, Germanos, im Kloster
Agia, Lavra auf dem Peleponnes die Hellenen zum Freiheitskampf gegen die Türken auf.
8
Arbeit zitieren:
Jan Jerosch, 2003, Die Olympischen Spiele 1896 in Athen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jan Jerosch hat den Text Die Olympischen Spiele 1896 in Athen veröffentlicht
Jan Jerosch hat einen neuen Text hochgeladen
Bewerbungen um Olympische Spiele, Von Athen 1896 bis Athen 2004
Von Athen 1896 bis Athen 2004
Peter Schollmeier
Olympische Erziehung in Schule und Verein
Grundlagen und Materialien
Roland Naul, Rolf Geßmann, Uwe Wick
0 Kommentare