1. Einleitung
Wir leben in einer Gesellschaft in der die Television nicht mehr wegzudenken ist. Das Medium Fernsehen steht auf Platz Eins bei der Mediennutzung von Kindern und füllt einen Großteil ihrer Alltagsgestaltung aus.
Durch immer größere Einschränkung der Aktionsräume von Kindern, vor allem in Großstädten, besteht die Gefahr der zunehmenden Verbannung in die Wohnung und als Fenster nach draußen wird dann all zu häufig gerne das Fernsehen genutzt. Die Kinder spielen nicht mehr miteinander, sondern werden durch besondere Strategien der Fernsehmacher zu Konsumenten und kleinen Erwachsenen trainiert. Durch die rasante Entwicklung im Bereich der Technologie, werden immer mehr Kinder zu Experten und Eltern lernen paradoxerweise Fertigkeiten von ihnen, die sie eigentlich vermitteln sollten. Jedoch dürfen Eltern nicht vergessen, dass sie ihren Kindern beistehen müssen, bei dem Kontakt mit ihrem Lieblingsmedium und sie müssen ihren Sprösslingen Orientierungshilfen für den Alltag geben, was den Umgang mit Fernsehen natürlich mit einbezieht.
In dieser Arbeit werden vor allem zwei Problematiken des Fernsehens in Verbindung mit Kindern angesprochen. Erstens wie das Fernsehen, die Kindheit immer mehr in den Hintergrund der Gesellschaft drängt, wobei ich besonders den Bezug zu Neil Postmans Schriften herstelle und zweitens die Schwierigkeiten und Möglichkeiten, die sich bei der Fernseherziehung durch die Eltern ergeben können.
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Kindheit
Oftmals wird der Zeitrahmen des Begriffes „Kindheit“, aus der Perspektive unterschiedlicher Professionen, sei es Psychologie, Medizin oder Jura andersartig definiert. Allgemein kann man behaupten, Kindhe it ist die Zeit, die von der Geburt bis zum Eintritt der Pubertät reicht.
Besonders die Entwicklungspsychologie befasst sich mit der Bedeutung der Kindheit. „Während die ältere Entwicklungspsychologie unter Kindheit im Wesentlichen einen Abschnitt oder eine Phase der seelischen Entwicklung des Menschen verstand, umfasst
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die moderne Kindheitsforschung darüber hinaus auch den historischen, sozialen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext dieses Lebensabschnittes.“ (Gudjons 2001, S.109)
In „Das Verschwinden der Kindheit“ wird die Frage aufgeworfen, ob die Kindheit ein gesellschaftliches Kunstprodukt oder eine biologische Notwendigkeit ist. Kindheit ist aus heutiger Sicht wohl ein Gemisch aus beiden Elementen. Als gesellschaftliches Kunstprodukt hat sich die Idee der Kindheit erst im 16. Jahrhundert ausgebildet und entwickelt sich bis in unsere heutige Zeit hinein weiter. Die Ideen der Renaissance haben es möglich gemacht, das eigenartige Wesen der Kindheit zu erörtern und als besonderen Lebensabschnitt zu erkennen. Durch Beiträge von J. J. Rousseau wie in „Emile oder über die Erziehung“ oder auch J. Locke mit seiner Idee, der Mensch käme als „Tabula Rasa“ auf die Welt, wurde klar, dass Kindheit einer Führung wie auch Regeln bedarf und prägten ergo auch das Bild von Erziehungsmethoden mit.
Im Zuge der Industrialisierung und als Höhepunkt der körperlichen Ausbeutung in Europa, wurden Kinder bis in das 19. Jahrhundert, so bald sie physisch dazu in der Lage waren, als „kleine Erwachsene“ in Fabriken eingestellt, bis man die Folgen der hohen Sterblichkeitsrate nicht mehr länger tragen konnte und 1839 das Königliche Staats-Ministerium im Deutschen Reich das Regulativ über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter in Fabriken, entwickelte, wo es in § 1 heißt: „Vor zurückgelegtem neunten Lebensjahr darf niemand in einer Fabrik (…) zu einer regelmäßigen Beschäftigung angenommen werden“. Ein kleiner Schritt, dem noch viel größere folgen sollte. Aus der Sicht verschiedener Forscher folgt die Entwicklung eine s Kindes einem genetischen Prinzip. Wie Freuds „Es“, das die in der biologischen Ausstattung bedingten Triebe und Bedürfnisse darstellt.
„Die Kindheit lässt sich mit dem Erlernen von Sprache vergleichen. Sie besitzt eine biologische Grundlage, nimmt jedoch keine reale Gestalt an, solange es keine gesellschaftliche Umwelt gibt, die diese bestimmte Entwicklung auslöst und fördert; solange es kein Bedürfnis danach gibt, dass die Kindheit sich entwickelt.“ (Postman 2003, S.162)
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2.2 Medienpädagogik
Die Medienpädagogik, entstanden durch die Auseinandersetzung mit Medien an sich, entwickelt durch gesellschaftliche Gegebenheiten so wie technischen Fortschritt, ist ständig auf Abruf ihre Methoden und Ressourcen anzupassen und umzudenken, was auch die Geschichte der Medienpädagogik deutlich macht: Als wissenschaftlicher Fachausdruck wurde „Medienpädagogik“ erstmals in den frühen 60er Jahren gebraucht. Seit dem entstehen zahlreiche Theorien zu den Nutzen und Gefahren von Medien. Mit dem Aufkommen des Films, sah sie sich zunächst nur als zuständige Stelle Menschen vor den Risiken dieses Mediums „Fernsehen“ zu schützen. Doch schon bald musste sie lernen die Ressourcen anderweitig einzusetzen, in dem sie versuchte und bis heute versucht, von einer „Bewahrpädagogik“ Abstand zu nehmen und sich zu einer Erziehung des kritischen Medienverständnis` entwickelte. Angefangen in den 70ern bis zur Verfestigung des Verständnis` in die 80er Jahre, erschließen Medienpädagogen den Einbezug des Mediennutzers und sein Arrangement mit den Medien in seiner Lebensumwelt.
Jürgen Hüther und Bernd Schorb unterscheiden vier „unterschiedlich geschichtlich gewachsene Zielkategorien“ (in Hüther 1990, S. 162-164):
1. Bewahren, d.h. hauptsächlich Medienprävention im Bereich Jugendmedienschutz. Jedoch sieht man auc h die Einseitigkeit des „Operierens am Symptom“ 1 und die vorherrschende Distanz zu denen, die Medieninhalte letztendlich aufnehmen. So kann durch eine „Pädagogik der Gebote und Verbote“ die gegenteilige Wirkung bei den Rezipienten erzielt werden, nämlich dann, wenn das Verbotene lockt.
2. Sensibilisieren, d.h. Menschen feinfühlig in Bezug auf ablaufende Kontrollmechanismen innerhalb der Medien zu machen und welche Bedeutung die Massenkommunikation gesellschaftlich gesehen hat. 3. Aktivieren, d.h. sich die Medien zu einem eigenen Sinn dienlich machen und auf sie Einfluss nehmen. Besonders beliebt ist hierbei das „Video“. Aus dem Medienkonsumenten wird der Medienproduzent und umgekehrt. 4. Funktionalisieren, d.h. „Medien zu Lernmaschinen und die Lernenden zu Medienkonsumenten funktionalisieren“. Als Musik, Daten oder Bilder ist ein
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Medium nicht greifbar und kann uns somit kontrollieren. Jedoch durch „Hardware“, wie beispielsweise Tasten, die man anfassen kann, ist es möglich die Maschinen für unseren Zweck zu manipulieren („Maschinen-pädagogik“). Propagandisten der Informatik sehen keine Zukunft ohne Computerkenntnisse. Die kritischen Pädagogen laufen hierbei Gefahr auf Widerstand zu treten, wenn sie die Risiken der Entmenschlichung und Industrialisierung ansprechen.
Zukünftig wird die Medienpädagogik noch mit vielen Neuerungen konfrontiert werden und an diesen Herausforderungen wachsen müssen. Ein kontinuierlicher Prozess des „an sich arbeiten“ und zeitgemäße medienpädagogische Ansätze zu finden.
2.3 Medienerziehung
Nach Bernd Schorb (in Hüther 1990, S.143-146) beinhaltet Medienerziehung so wohl die Wissensvermittlung über Medien, als auch die Verwendung von Medien zur Erreichung des Erziehungsziels, nämlich das Hinführen zur kritischen wie reflektierenden Nutzung von Medien und ihren Inhalten. Die zwei Hauptperspektiven sind dementsprechend :
1. „Die Erziehung zur reflektierenden Mediennutzung“
Eine Aufgabe, die angesichts des sich immer erweiternden Umfangs der Einflüsse durch Medien, unabdingbar scheint. Ein weiterer Faktor, der bei der Medienerziehung zu berücksichtigen ist, ist die Sozialisation durch die Medien. Als Hauptaufgabe sieht die Medienerziehung hierbei die Förderung der Medienkompetenz. Jedoch sind die Sichtweisen hierzu sehr unterschiedlich. Ein Blickwinkel wie sich Medienkompetenz darstellen könnte, ist die Kompetenz mit den Medien umzugehen und sie als dauerhaften Bestandteil in unserer Gesellschaft anzunehmen bzw. zu akzeptieren.
Medien als Instrument für selbst bestimmte Zwecke zu nutzen und aktiv mit ihnen zu arbeiten, ist ein weiterer Standpunkt wie sich Medienkompetenz darstellen kann. Auch dem Infragestellen von bestimmten Medienstrukturen wird einer großen
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Arbeit zitieren:
Judith Obel, 2004, Kinder und das Medium Fernsehen, München, GRIN Verlag GmbH
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