Bei den aufgeführten Unterrichtsstunden handelt es sich immer um Einzelstunden.
♦ 1. Stunde: Einführung in die Thematik -Schülerorientierung-
Kurzfassung:Die Schüler 1 werden mit Fakten zum Themenbereich Haut konfrontiert und haben in Form eines Rätsels die Aufgabe he-
rauszufinden, welches Thema für die nächsten Stunden den Biologieunterricht prägt. Um eine Schülerorientierung für den Unterricht zu gewährleisten, wird den Schülern im Rahmen einer Clustererstellung die Möglichkeit gegeben, eigene Erfahrungen, Vorstellungen und
Wünsche mit in die Unterrichtsplanung einfliessen zu lassen 2 . ♦ 2. Stunde: Die Haut besteht aus vielen Einzelteilen und Schichten
Kurzfassung: In Partnerarbeit beobachten die Schüler ihre Haut mit Hilfe eines Vergrößerungsglases und fertigen eine detailgetreue Skiz-
ze ihrer Hautoberfläche und ihrer Bestandteile an. Die Schüler erarbeiten in Kleingruppen anhand eines Arbeitsblattes die Schichtung der Haut und die Organanteile wie z.B. Haare, Schweissdrüsen. Rückblickend auf die Unterrichtsarbeit werden die Beobachtungen mit den heutigen Stundeninhalten erklärt.
♦ 4. Stunde: Die Haut ist ein Sinnesorgan
Kurzfassung: Die Schüler erleben die Haut als Tastorgan indem sie verschiedene Tast- und Empfindungsversuche selbsttätig durchführen und die Ergebnisse in ihrem Biologieheft protokollieren. Die Ergebnisse werden im Plenum vergleichend besprochen. ♦ 5. Stunde: Menschen können mit der Haut sehen
Kurzfassung: Die Schüler erfahren, dass Blinde Menschen die Haut als Sinnesorgan einsetzen und diese eine Ersatzfunktion für das ausgefallene Sinnesorgan "Auge" einnimmt. In Schülerversuchen erproben die Schüler die Blindenschrift. ♦ 6. Stunde: Menschen können mit der Haut sehen
Kurzfassung: Die Schüler erstellen mit Hilfe der Blindenschriftvorlage eigene Nachrichten, die in Form eines Ratespiels "blind" entschlüsselt werden müssen.
♦ 7. Stunde: Die Haut hat unterschiedliche Funktionen
Kurzfassung: Die Schüler erfahren andere Funktionen der Haut (Schutz vor Sonnenstrahlung, vor Austrocknung) ♦ 8. Stunde: Die Haut kann erkranken - Hautkrankheiten
Kurzfassung: Die Schüler erarbeiten in Kleingruppen die wichtigsten Inhalte zu verschiedenen Hautkrankheiten. ♦ 9. Stunde: Die Haut braucht Pflege
Kurzfassung: Die Schüler lernen verschiedene alltägliche Pflegetipps zur Erhaltung der gesunden Haut kennen (Unterricht stützendes Material von der Fa. Nivea) ♦ 10. Stunde: Bei Verletzungen helfen wir der Haut
Kurzfassung: Die Schüler erfahren, wie es zu Verletzungen der Haut kommen kann, welche Konsequenzen das hat und wie man sich diesbezüglich selbst helfen kann. ♦ 10. Stunde: Lernerfolgskontrolle zum Thema Haut
1
Aus stilistischen Gründen sind mit dem Begriff Schüler sowohl männliche als auch weibliche Schüler gemeint.
2 Vgl. KILLERMANN 1995 10 , S. 40ff.
, die Schüler nannten hier beispielsweise den Wunsch einmal die Blindenschrift zu "sehen"
Unterrichtsreihe
In der beschriebene Unterrichtsreihe lernen die Schüler grundlegende biologische Sachverhalte zum Themenbereich Haut kennen. Die Schüler haben innerhalb der Unterrichtsreihe die Möglichkeit, die Sachverhalte zum Themenbereich Haut durch aktive und schülergerechte Auseinandersetzung kennen zu lernen. Insbesondere das Erfahren der Haut mit Hilfe vieler Sinne soll im Vordergrund stehen, desweiteren auch im Rahmen einer Gesundheitserziehung das Pflegen und Reinigen der Haut, sowie eine prophylaktische Versorgung von Hautverletzungen.
Unterrichtsstunde
Die Schüler erfahren aus erster Hand, dass die 3 verschiedenen Musterformen der Fingerbeeren ein individuelles Merkmal eines jeden Menschen sind. Im Rahmen des Alltagsbezugs sollen die Schüler den Sinn bzw. die Anwendung dieses Wissens z.B. in der Kriminalistik kennen und verstehen lernen.
Lehrziele:
♦ Die Schüler lernen das Beobachten mit Hilfe von Vergrösserungsgläsern. ♦ Die Schüler lernen selbstverantwortliches Handeln.
♦ Die Schüler üben sich in der kooperativen Unterrichtsarbeit mit ihren Mitschülern. ♦ Die Schüler lernen die wichtigsten 3 Grundttypen der Fingermuster der Haut kennen. ♦ Die Schüler sollen eigenverantwortliches und selbständiges Erarbeiten von Lerninhalten vertiefen. ♦ Die Schüler werden zur eigenverantwortlichen praktischen Anwendung der Arbeitsschritte angeregt ♦ Die Schüler lernen, sich mit Mitschülern zu verständigen um ein Lernziel zu erreichen. ♦ Die Schüler können einen Alltagsbezug (z.B. Polizeiermittlungsarbeit) der Arbeit im Biologieunterricht erfassen.
♦ Die Schüler erfahren, dass ihre Haut im Vergleich mit der Haut anderer Menschen ganz individuelle Merkmale aufweist.
Handlungsmöglichkeiten
♦ Die Schüler fertigen mit Hilfe eines Arbeitsblattes eine Sammlung von Fingerabdrücken an. ♦ Die Schüler beobachten ihre Fingerbeeren mit der Lupe. ♦ Die Schüler vergleichen die Fingerabdrücke miteinander. ♦ Die Schüler nutzen ein Stempelkissen, um Fingerabdrücke herzustellen. ♦ Die Schüler können die Hautoberfläche beobachten .
♦ Die Schüler beantworten offene Wissensfragen mit Hilfe ihrer gemachten Beobachtungen und Untersuchungen, sie kommen zu einer Lösung bezüglich der vorangestellten Problemstellung. ♦ Die Schüler vergleichen ihre Ergebnisse mit denen anderer Schüler
♦
Die Schüler üben sich in einer schülernahen Form der "Detektivarbeit"
Themenunabhängige Lernvoraussetzungen
Am Biologieunterricht nimmt die Klasse 6b der Hauptschule II in teil. Der Unterricht findet jeweils mittwochs in der 1. (8 00 - 9 45 Uhr) Stunde, sowie freitags in der 1. Stunde im Biologieraum statt.
Ich unterrichte die Lerngruppe seit Beginn des Schuljahres (08-99), habe letztlich jedoch krankheitsbedingt nur 4 Stunden in der Lerngruppe unterrichtet. Mir ist die Lerngruppe aus dem vorangegangenen Schuljahr nicht bekannt.
Die Lerngruppe besteht aus 16 Schülern und 9 Schülerinnen. Ein Teil der Schüler und Schülerinnen ist ausländischer Herkunft. So sind finden sich Schüler(innen) türkischer, jugoslawischer, polnischer und russischer Abstammung.
Die ausländische Herkunft einiger Schüler und Schülerinnen führt nicht dazu, dass die Lerngruppe in einzelne Kleingruppen unterteilt ist, die untereinander nicht harmonieren. Die Lerngruppe ist altersgemäß gut für biologische Themenbereiche zu motivieren. In der vorangegangenen Unterrichtsarbeit ("Wir mikroskopieren") erwies sich die Gruppe sehr aktiv und gut lernmotiviert.
Innerhalb der Lerngruppe fallen einige Schüler im Bezug auf Unterrichtstörungen besonders auf.
Jens: Ist ein Schüler der deutlich verhaltensauffällig ist und aufgrunddessen nach Absprache mit der Klassenlehrerin ein "Benimmheft" führen muss. Hier sind alle Lehrpersonen gefordert sein Verhalten zu beobachten und Auffälligkeiten zu protokollieren. Da er im Vergleich zum Rest der Lerngruppe sehr unselbständig im Bezug auf sein Lernverhalten ist, muss bei ihm das Notieren von Aufgaben im Heft kontrolliert werden. Im Unterricht selbst zeigt er z.T. geringes Durchhaltevermögen, selbst bei einfachen Aufgabenstellungen. Dies äussert sich dann in "Wein- und Trotzanfällen". Dieser Schüler ist nur zu einem entsprechendem Arbeitsverhalten zu motivieren, wenn man als Lehrperson sehr ruhig und bedacht mit ihm umgeht.
Daniel: Er hatte das gesamte letzte Jahr eine mechanische Gehhilfe und nahm dadurch eine Sonderstellung innerhalb der Lerngruppe ein. Diese besitzt er nun nicht mehr, was dazu führt, dass er die Sonderstellung auf andere Art und Weise einzunehmen versucht (Unterrichtsstörungen). Sein Arbeits- und Lerntempo liegt oft unter dem Durchschnitt der Lerngruppe.
Der Rest der Klasse ist meines Erachtens nach altergemäss gut zu motivieren, weist jedoch deutlich Unterschiede im schriftsprachlichen Bereich und im Lerntempo auf, die ein starkes Differenzieren nötig machen. In dieser Klasse kommt es oft zu ungestümen Wortäusserungen, die jedoch meistens auf die gute Motivationslage einzelner Schüler zurückzuführen ist. Das Einführen einer Meldekette erwies sich auch hier als sehr vorteilhaft. Uwe, Dominik und Jakob haben in den vorangegangen Stunden sehr engagiert mitgearbeitet und haben ihre eigenen Mikroskope und verschiedene Präparate mit in die Schule gebracht und den Unterricht so wertvoll ergänzt. Von dieser guten Motivationslage liess sich die gesamte Lerngruppe anstecken.
Themenabhängige Lernvoraussetzungen
In dieser Lerngruppe erweist sich das Einbeziehen praktischer Arbeitsteile als sehr positiv, da dies mit Begeisterung aufgenommen wird. Das Arbeiten in Kleingruppen wurde im Rahmen der Unterrichtsreihe zum Mikroskopieren eingeführt, konnte aber nicht entsprechend vertieft werden (vgl. themenunabhängige Voraussetzungen). Zum Thema Haut bringen die Schüler sehr unterschiedliche Lernvoraussetzungen mit. Einige haben schon in der Grundschule z.B. die Schichtung der Haut erarbeitet und greifen auf dieses Wissen zurück, andere bringen ganz allgemeines Wissen mit in den Unterricht ein. Insgesamt ist das Vorwissen jedoch als gering zu bezeichnen, jedoch ausreichend um sich in den Unterricht einzubringen.
Für die Jahrgangsstufe 6 ist in den Richtlinien des Landes NRW - Hauptschule [1992, 73ff.] ist das Behandeln des Themas "Haut" in Abschnitt 2. "Die menschliche Haut erfüllt vielseitige Aufgaben" gefordert. Das Herstellen von Fingerabdrücken wird in diesem Abschnitt unter dem Punkt 2.2 "Wir betrachten und beobachten unsere Haut" beschrieben. Bezugnehmend auf die in den Richtlinien des Landes NRW [1992] dargestellten Aufgaben und Ziele des Lernbereichs Naturwissenschaften lässt sich das Unterrichtsvorhaben für die folgenden Bereiche begründen:
Erfahrungsorientierung
Die Schüler nutzen ihr Vorwissen um die Hautoberfläche zu untersuchen und festzustellen, dass jeder Fingerabdruck ein individuelles Merkmal eines jeden Menschen darstellt. Es ist davon auszugehen, das jeder Schüler Erfahrungen mit der Haut (Pflege, Verletzungen etc.) gesammelt hat und dieses Vorwissen mit in den Unterricht einfliessen lassen kann. Es erweist sich daher als vorteilhaft die Schüler am Realobjekt "eigene Haut" Versuche und Untersuchungen durchführen zu lassen. Die Schüler lernen die entsprechenden Sachverhalte aus erster Hand kennen und können die Inhalte auf ihre Person beziehen.
Wissenschaftsorientierung
Die Schüler erfahren den Bauplan der menschlichen Haut im Rahmen naturwissenschaftlicher Erkenntnismethoden. Das Beobachten und Untersuchen kann im Biologieunterricht als fachliche Arbeitsmethode vielfach eingesetzt werden um biologisches Fachwissen zu erschliessen. Entsprechend ist das Vermitteln dieser Arbeitsweise ein wichtiges Ziel des Biologieunterrichts. Desweiteren ist es den Schülern möglich, im Rahmen der Neugier und des Lerninteresses die theoretischen Inhalte zu überprüfen und einzuschätzen.
Handlungsorientierung
Um den Schülern das Denken und Handeln als Einheit bewusst werden zu lassen, ist es nötig, vielfältige Erkenntnismöglichkeiten zu nutzen. Es ist ihnen im Unterricht zu ermöglichen, dass sie ihre intellektuellen, praktischen und emotionalen Fähigkeiten mit in den Unterricht einbringen, insbesondere dort, wo es um das Verstehen von komplexen Sachverhalten geht. In diesem Rahmen haben die Schüler die Möglichkeit, die Abdrücke der Fingermuster selbsttätig herzustellen und in spielerischer Form als "Ermittler" oder "Forscher" tätig zu werden.
Arbeit zitieren:
Diplomsportlehrer Marcus Lüpke, 1999, Die Haut ist individuell - wir vergleichen Fingerabdrücke als Abbild der 3 Grundtypen der Fingermuster, München, GRIN Verlag GmbH
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Marcus Lüpke
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Marcus
am Friday, February 11, 2005-
Marcus Lüpke
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gruß marcus
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