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Bioethik. Eine exemplarische Darstellung der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion

Title: Bioethik. Eine exemplarische Darstellung der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion

Term Paper , 2004 , 11 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Diplom-Religionspädagoge (FH) Andreas Bloch (Author)

Ethics
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Diese Arbeit stellt eine schriftliche Prüfungsleistung im Fach „Einführung in die Sonderpädagogik I“ dar. Ursprünglich war angedacht, eine Wiedergabe der zentralen Aussagen des „EFB - Hochschultages vom 27. November 2003“ und eine Weiterbearbeitung (thematische Vertiefung) schriftlich abzufassen. Aufgrund einer länger andauernden Erkrankung des Verfassers wurde das Thema der Hausarbeit geändert zu: „Bioethik. Eine exemplarische Darstellung der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion“.
1) Warum die Beschäftigung mit dem Thema Bioethik in dem Fach „Sonderpädagogik“ im sozialarbeiterischen / sozialpädagogischen Studium?
2) Weshalb erfolgt eine exemplarische Darstellung ausgerechnet der gesellschaftlichen Diskussion und nicht der Expertendebatten?
Zur ersten Frage: Die Sonderpädagogik stellt ein komplexes Arbeitsfeld nicht nur für Heil- und Sonderpädagogen dar, sondern auch für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, beziehungsweise für Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen.
Jegliches Handeln am Mitmenschen bedarf, ob in der Praxis oder bereits in der dieser zugrundeliegenden theoretischen Betrachtung, eine Legitimation.
Legitimationen erfolgen über Verordnungen, die aus Ausführungsvorschriften von Gesetzen hervorgehen. In Deutschland liegt allen Gesetzen das Grundgesetz zu Grunde. Im ersten Artikel im ersten Absatz des Grundgesetzes heißt es: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ Hier stellt sich als erstes die Frage nach der Schutzwürdigkeit des Menschen und somit die philosophische Grundfrage: „Was ist der Mensch?“
Ab welcher Anzahl von Zellen ist die Schutzwürdigkeit gegeben?
Zur zweiten Frage: Expertendebatten sind von äußerster Wichtigkeit, um rechtliche, medizinische und moralisch-ethische Aspekte der bioethischen Diskussion – auch im Vergleich mit anderen Ländern - im Detail zu betrachten. Noch wichtiger jedoch scheint mir, ob und wie Bürgerinnen und Bürger aller sozialen Schichten die Diskussion vorantreiben und welche Perspektiven sie einnehmen.
Es geht um so elementare Entscheidungen, wie wir mit Leben, insbesondere mit „imperfekten“ Leben, Krankheit und dem Sterbeprozess in unserer Gesellschaft zukünftig umgehen wollen. Dies braucht eine breite öffentliche Diskussion und Standpunktbildung. Deshalb stelle ich in dieser Arbeit exemplarisch einige Felder der gesellschaftlichen Diskussion dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Vorbemerkungen

1.1 Was sind Fragen, die die Bioethik betreffen?

2 Die Initiative „1000 Fragen“ der Aktion Mensch:

3 Zur Abtreibungsdebatte

4 Bürgervotum zur Stammzellenforschung

5 Fallbeispiel: Volkskrankheit Diabetes

6 Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Hausarbeit beleuchtet die komplexe Thematik der Bioethik aus der Perspektive der Sonderpädagogik und Sozialarbeit. Ziel ist es, eine exemplarische Darstellung der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion zu geben und aufzuzeigen, warum eine breite öffentliche Auseinandersetzung mit ethischen Fragen in den Biowissenschaften und der Medizin für alle sozialen Schichten von zentraler Bedeutung ist.

  • Grundlagen und philosophische Fragestellungen der Bioethik
  • Bedeutung gesellschaftlicher Meinungsbildungsprozesse (Beispiel „1000 Fragen“)
  • Konfliktfelder in der Abtreibungsdebatte
  • Positionen und ethische Abwägungen zur Stammzellenforschung
  • Medizinische Fallbeispiele und deren gesellschaftliche Implikationen

Auszug aus dem Buch

4 Bürgervotum zur Stammzellenforschung

Als Beispiel für die aktuelle gesellschaftliche Diskussion um die Stammzellforschung stelle ich nachfolgend das Votum einer Bürgerkonferenz vom 12. März 2004 dar:

„Nach unserer Auffassung ist die Forschung und Therapie mit adulten Stammzellen gegenüber derjenigen mit embryonalen Stammzellen vorzuziehen; die adulte Stammzellforschung ist das „mildere Mittel“. Adulte Stammzellen sind nach unserem Eindruck für therapeutische Zwecke bisher besser geeignet und bieten Vorteile (keine Immunabwehr bei körpereigenen Zellen, bessere Steuerbarkeit der Zellentwicklung, geringeres Risiko der Tumorbildung, geringes Risiko der Fähigkeit, ein ganzes Individuum heranzubilden).

Wir sind gegen die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken.

Sehr beeindruckt hat uns in unserer Expertenanhörung, dass gerade die Betroffenenvertreter, also die Vertreter der Kranken, in deren Interesse die Forschung mit embryonalen Stammzellen hauptsächlich gefordert wird, auf verschiedene Gefahren hingewiesen haben: Vorschnelle, eher von Hoffnung als von wissenschaftlicher Begründung getragene Heilungsversprechen führen zu Enttäuschungen. Gleichzeitig können diese fernliegenden Heilungskonzepte dazu führen, dass bereits verfügbare alternative Heilungswege (Schulmedizin, Patientenverhalten, Organspende) vernachlässigt werden. Schließlich mag der Zugewinn an Kenntnis über den Entwicklungsprozess dazu führen, Behinderungen als „Ablauffehler“ und Versäumnisse pränataler Diagnostik zu verstehen.

Die Freiheit der Forschung hat Verfassungsrang (Artikel 5 Absatz 3 Grundgesetz). Der Mensch will aufklären, wo er herkommt, wie das Leben entsteht, was das Leben ausmacht, wie es sein kann, dass aus einer winzigen Zelle ein geordnetes Ganzes, ein komplexer Organismus mit ganz verschiedenen Organen und Geweben wird. Der Mensch will verstehen, wie dieser Körper, dessen Entwicklung nie abgeschlossen ist, funktioniert. Jeder von uns kennt die hartnäckige Neugier, mit der schon Kinder der Frage nachgehen, woher sie kommen. Gerade die Expertenanhörung hat uns die Leidenschaft, die diese Fragen auslösen, deutlich gemacht. Einen Forscher drängt es aber auch danach, Grenzen der Erkenntnis und des Machbaren zu verschieben und Tabus zu brechen. Aus diesem Grund bedarf er in besonderem Maße der gesellschaftlichen Überprüfung.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Vorbemerkungen: Der Autor erläutert den Kontext der Arbeit und begründet, warum bioethische Fragen für sozialpädagogische Berufe eine wesentliche Legitimationsgrundlage bilden.

1.1 Was sind Fragen, die die Bioethik betreffen?: Dieses Unterkapitel definiert den Begriff der Bioethik und skizziert das breite Spektrum ethischer Streitpunkte von der Gentechnik bis zur Sterbehilfe.

2 Die Initiative „1000 Fragen“ der Aktion Mensch:: Es wird die Zielsetzung dieses Projekts dargestellt, die Bevölkerung aktiv in den bioethischen Meinungsbildungsprozess einzubeziehen.

3 Zur Abtreibungsdebatte: Das Kapitel befasst sich mit den aktuellen Spannungen zwischen katholischen Gruppierungen und der Vereinigung Donum Vitae bezüglich der Abtreibungspraxis.

4 Bürgervotum zur Stammzellenforschung: Hier werden die Ergebnisse einer Bürgerkonferenz präsentiert, die sich kritisch mit den Vor- und Nachteilen der Forschung an adulten gegenüber embryonalen Stammzellen auseinandersetzt.

5 Fallbeispiel: Volkskrankheit Diabetes: Es wird eine spezifische Forschungsstudie vorgestellt, die das Potenzial von Stammzelllinien zur Heilung von Diabetes mellitus untersucht.

6 Schlussbemerkungen: Der Autor resümiert die Komplexität bioethischer Fragen und unterstreicht die notwendige Beteiligung pädagogischer Fachkräfte an diesen gesellschaftsrelevanten Diskursen.

Schlüsselwörter

Bioethik, Sonderpädagogik, Stammzellenforschung, Embryonenforschung, gesellschaftliche Diskussion, Aktion Mensch, Abtreibungsdebatte, Diabetes mellitus, Bürgerkonferenz, Ethik, pränatale Diagnostik, Menschenbild, Medizintechnik, Forschungsfreiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine exemplarische Darstellung der aktuellen gesellschaftlichen Diskussionen im Bereich der Bioethik und setzt diese in Bezug zum Berufsfeld der Sonderpädagogik und Sozialarbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der pränatalen Diagnostik, der Stammzellenforschung, der Abtreibungsproblematik sowie der Einbindung der Öffentlichkeit in ethische Entscheidungsprozesse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu verdeutlichen, warum sich Fachkräfte in sozialen Berufen mit bioethischen Fragen auseinandersetzen müssen, um ihr Handeln am Mitmenschen moralisch zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Der Autor nutzt eine thematische Vertiefung durch die Analyse öffentlicher Debatten, Bürgerkonferenzen und wissenschaftlicher Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete Debatten wie das Projekt „1000 Fragen“, die Kontroverse um Donum Vitae, das Bürgervotum zur Stammzellenforschung sowie ein medizinisches Fallbeispiel zur Diabetestherapie detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Bioethik, Stammzellenforschung, gesellschaftlicher Diskurs und die ethische Verantwortung in der pädagogischen Praxis.

Welche Haltung nimmt das Bürgervotum bezüglich embryonaler Stammzellen ein?

Das Bürgervotum spricht sich primär für die Förderung adulter Stammzellen aus und lehnt die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken ab.

Wie bewertet der Autor den Einsatz pränataler Diagnostik?

Der Autor äußert sich besorgt darüber, dass eine lückenlose pränatale Diagnostik dazu führen könnte, dass Kinder mit Behinderungen oder chronischen Krankheiten gesellschaftlich ausgegrenzt oder abgetrieben werden könnten.

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Details

Title
Bioethik. Eine exemplarische Darstellung der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion
College
Protestant University of Applied Sciences Berlin  (Lehrstuhl für Heilpädagogik)
Course
Seminar S 311: Einführung in die Sonderpädagogik I
Grade
2,3
Author
Diplom-Religionspädagoge (FH) Andreas Bloch (Author)
Publication Year
2004
Pages
11
Catalog Number
V30444
ISBN (eBook)
9783638317023
ISBN (Book)
9783638748568
Language
German
Tags
Bioethik Eine Darstellung Diskussion Seminar Einführung Sonderpädagogik Sterbehilfe Abtreibung Stammzellforschung Tod Leben aktive Sterbehilfe Organtransplantation Religionen Ethik Moral Medizin Embryo Eizelle künstliche Befruchtung Behinderung Eugenik Euthanasie Hirntod Infertilisation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Religionspädagoge (FH) Andreas Bloch (Author), 2004, Bioethik. Eine exemplarische Darstellung der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30444
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