Inhaltsverzeichnis
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Inhaltsverzeichnis 02
Einleitung 03
1. Thema Rhema: Definitionen Erläuterungen Beispiele
a) Was ist das Thema 04
b) Was ist das Rhema 05
c) Was ist die Thema Rhema Gliederung 05
d) Was ist die thematisch rhematische Progression 07
e) Kritik an der thematischen Progression 09
f) Die Identifikationsproblematik der Thema -Definition 10
2. Die Thema -Rhema-Gliederung in Sachbuchtexten
a) Das Fächer-Fixierungs-Modell 12
b) Analyse des Lexikonartikels Der große Bauernkrieg (Text 1) 14
c) Analyse des Lexikonartikels Der Bauernkrieg (Text 2) 16
d) Zusammenfassung der Ergebnisse 18
Ausblick 20
Literaturverzeichnis 21
2
Einleitung
Die Thema -Rhema-Gliederung, die thematische Progression, die funktionale Satzperspektive oder die thematisch-rhematische Progression ist nicht nur in ihrer allgemeinen Begriffsdefinierung problematisch. Allein schon die Definition des Begriffs „Thema“ weist Schwierigkeiten auf und erschwert die Benutzung, Verwendung und Interpretation der Thema -Rhema-Gliederung.
Der erste Abschnitt dieser Hausarbeit befasst sich deswegen mit der Erläuterung des „Themas“, den verschiedenen Formen der Thema-Rhema-Gliederung sowie der Kritik daran. Dies ist unerlässlich zum Verständnis und zur Benutzung der Thema-Rhema-Gliederung und verlangt nach einer exponierten und umfassenden Darstellung. Anhand von Schemata und Beispielen soll die Verwendung des Begriffs „Thema“, sowie die Grenzen eben dieses verdeutlicht werden. Die Autorin bezieht sich dabei in der Darstellung hauptsächlich auf die Darstellung von Brinke, der sich wiederum auf die Ausführungen von V. Daneš, einer der führenden Linguisten zur thematischen Progression, beruft. Die Kritik an der Thema- Definition sowie die Ausführungen zum Fächerfixierungsmodell wurde beispielhaft von Heidrun Gerzymisch-Arbogast dargestellt, einer Linguistin, die über die thematische Progression in amerikanischen Wirtschaftstexten promovierte. Ihr Aufsatz wurde richtungsweisend für diese Darstellung der Thema-Rhema-Gliederung.
Der zweite Teil der Hausarbeit beschäftigt sich deswegen mit der Thema -Rhema-Gliederung von informationstragenden Sachtexten mit Hilfe des Fächerfixierungsmodells. Zwei Lexikonartikel zur selben Thematik sollen die unterschiedliche thematische Gliederung verdeutlichen und auf den unterschiedlichen Informationsgehalt bzw. die unterschiedliche Informationsvermittlung hinweisen. Gleichzeitig bietet die Verfasserin damit einen theoretischen Teil, der von einer praktischen Übung begleitet wird und somit die im ersten Teil gemachten Erkenntnisse zur Anwendung und weiteren Verdeutlichung bringt.
Der vorgegebene Umfang der Hausarbeit von 10-12 Seiten wurde überschritten, was aber vor allem an den schematischen Darstellungen der verschiedenen Arten der Thema- Rhema- Gliederung und der behandelten Texte liegt. Ohne diese Schemata würde der Umfang eingehalten werden, weshalb sie in diesem Fall wie Zitate behandelt werden sollten.
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1. Rhema und Thema – Definitionen, Erläuterungen, Beispiele
a) Was ist das Thema?
Das Thema linguistisch zu definieren bereitet einige Schwierigkeiten. Wenn man von dem ‚The ma eines Textes’ spricht, meint man in erster Linie dessen Textfunktion: Man „versteht von dem Thema überhaupt nichts“, man „fragt nach dem Thema dieser Aussage“. Das Thema stellt jedoch auch einen Textgegenstand dar, der von entscheidender Wichtigkeit für das Verständnis von Texten ist. Nur durch ein Thema empfinden wir eine Abfolge von Sätzen als zusammengehörig, ein Thema stellt einen Kerngedanken dar, „eine inhaltlich-semantische Leitlinie und Quintessenz des Textes“. 1 Auch wenn ein Text gekürzt wird, darf das Thema nicht verloren gehen: wenn man fragt, wovon ein Text „handelt“, sucht man das Thema des Textes. Die beiden Funktionen des Themas - Textfunktion und Textgegenstand - sind jedoch bei der weiteren Untersuchung schwer und manchmal gar nicht voneinander zu trennen, weswegen man das Textthema wohl eher als eine „Kombination aus Textfunktion und Textgegenstand“ ansehen sollte. 2 Betrachtet man einen beliebigen Text, fällt es meistens nicht schwer, wenigstens grob das Thema des Textes anzugeben. Die linguistische Angabe dagegen ist um einiges schwerer: es ist der Textlinguistik bis heute nicht gelungen, „klar operationalisierte Verfahren zur eindeutigen Bestimmung bzw. ‚Destillation’ von Textthemen zu entwickeln.“ 3 Was man bis heute zur Behandlung des ‚Themas’ in Texten sagen kann, sind nur grundsätzliche Vorgaben:
1. Das Hauptthema eines Textes besitzt meistens Unterthemen, die dem Hauptthema
untergeordnet sind. Die Unterthemen stehen meistens auch noch in einer hierarchischen Reihenfolge.
2. Neben den Unterthemen gibt es außerdem Nebenthemen, die dem Hauptthema oder
einem Unterthema gleichgestellt sind.
3. Das Textthema und die Referenzebene weisen eine enge Zusammengehörigkeit auf:
Die Frage „Was ist das Thema des Textes?“ kann in vielen Fällen durch die Frage „Wovon handelt der Text?“ ersetzt werden. 4 Beispiel: Auf dem Handy-Markt geht es im diesjährigen Weihnachtsgeschäft zu wie auf einem Basar. Geräte, die vor kurzem noch 500 Euro kosteten, werden fast verschenkt. Ziel der mit gigantischem Werbeaufwand betriebenen Aktion: Die Kunden sollen Spaß finden an den neuen multimedialen Datendiensten – und dann dafür teuer bezahlen. 5 1 Linke/ Nussbaumer/Portmann: Studienbuch Linguistik, S. 237.
2 Ebenda.
3 Ebenda.
4 Ebenda, S. 237f.
5 Spiegel vom 08.12.03, Inhaltsverzeichnis, S. 3.
4
Wovon handelt der Text: Handys mit multimedialen Datendiensten werden immer billiger.
Was ist das Thema des Textes: Handys, die vo r kurzem noch 500 Euro kosteten, werden immer billiger.
b) Was ist das Rhema?
Das Rhema definiert sich als Aussage eines Satzes, die formal in Opposition zur Subjektgruppe steht und als der Teil der Satzes, der die neuen Informationen des Sprechers enthält. 6 Beispiel: Es war einmal ein König.
Dieser Märchenanfang besitzt die thematische Einleitungsformel „Es war einmal“, die auf das Rhema des Satzes, „Ein König“, verweist und es genauer beschreibt.
c) Was ist die Thema -Rhema-Gliederung?
Die Thema -Rhema-Gliederung, auch „Funktionale Satzperspektive“ (Terminus der Prager Schule) genannt, bezeichnet die Gliederung des Satzes, die nicht nach der formalen Subjekt- Prädikat-Struktur, sondern nach der informationstragenden Struktur vollzogen wird, also nach dem, was in dem Satz alte Information ist (das Bekannte, der Ausgangspunkt für den Sprecher, das Thema) und was neue Information ist (das Neue, das Unbekannte, der Zweck der Mitteilung, das Rhema).
V. Mathesius (1882-1945), sowie die zur Neo-Prager-Schule gehörenden E. Beneš und J. Firbaš, gehen davon aus, dass das Ziel der kommunikativen Funktion vor allem in der Vermittlung neuer Mitteilungen liegt. 7 Die ersten theoretischen Ansätze zur Anwendung für die semantische Analyse der Textstruktur wurden in den 60er Jahren von V. Daneš erarbeitet. Es handelt sich bei der funktionalen Satzperspektive nicht etwa um eine weitere Variante der Satzgliedlehre, sondern um eine andersgeartete Betrachtungsweise, die von den kommunikativen Beziehungen zwischen Sprecher/Schreiber und Hörer/Leser ausgeht. 8 Die Position von Thema-Rhema ist der primäre formale Ausdruck dieser funktionalen Satzperspektive. In ‘objektiver’ Stellung steht das Thema vor dem Rhema, in ‘subjektiver’ Stellung ist es umgekehrt. 9 Gerhard Nickel 10 schreibt, dass vom Standpunkt des „communicative dynamism“ (CD) aus zwischen Rhema und Thema unterschieden wird, wobei das Rhema Neues, und das Thema 6 Vgl. Fremdwörterduden, Stichwort „Rhema“.
7 Vgl. Welte, W.: Moderne Linguistik: Terminologie/ Bibliographie, Bd.1, S. 141. 8 Vgl. Sommerfeldt/Starke: Einführung in die Grammatik der deutschen Gegenwartssprache, S. 255. 9 Vgl. Welte, W.: Moderne Linguistik, S.141.
10 Nickel, Gerhard: Einführung in die Linguistik: Entwicklung, Probleme, Methoden. Berlin 1985 2 , S.76-77.
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Bekanntes enthält. 11 Mathesius stellte Tendenzen im Englischen fest, denen zufolge im normalen Satz im Verlaufe eines langen Entwicklungsprozesses immer häufiger das Thema dem Rhema vorangestellt werde, während im emotionalen Satz oft die umgekehrte Reihenfolge gelte. So decken sich besonders im Englischen, sehr vereinfacht ausgedrückt, in der Normallage eines Satzes die Stellungen von Thema und Rhema mit denen von Subjekt und Objekt. Weitere Kennzeichen des Rhemas sind die meist postverbale Stellung und der unbestimmte Artikel. 12 Der Thema-Rhema-Gliederung liegen drei Überlegungen zu Grunde:
1. Die prädikatsorientierte Thema-Rhema-Konzeption beruht am stärksten auf der
Zweiteilung des Satzes in Subjekt und Prädikat: Thema und Rhema eines Satzes werden über das grammatische Subjekt und Prädikat definiert.
Beispiel: Er wird von Paul geschlagen.
„Er“ ist das grammatische Subjekt des Satzes [im Gegensatz zum semantischen Subjekt „Paul“] und gleichzeitig das Thema des Satzes. Das Rhema des Satzes ist das grammatische Prädikat „wird geschlagen“.
2. Die psychologisch orientierte Konzeption definiert Thema und Rhema über die
subjektive Interpretation des Hörers und Sprechers.
Beispiel: Er wird von Paul geschlagen. (Das war sehr böse von ihm.) Hier würde im Normalfall der Hörer, Leser oder Sprecher des Satzes „Paul“ als Thema des Satzes benennen (z.B. durch besondere Betonung in der Sprachmelodie oder durch den aufgeführten Folgesatz, der „Paul“ als Thema erneut betont), obgleich es nicht das grammatische Subjekt des Satzes ist. Das Rhema bleibt in diesem Beispiel „wird geschlagen“.
3. Die text- und sachbezogene Konzeption erfasst Thema und Rhema unter einem
kommunikativen Aspekt, der Gesamtzusammenhang des Textes oder des Textgegenstands spielt hierbei eine größere Rolle.
Beispiel: Er wird von Paul geschlagen. Das war sehr böse von ihm. Hier liegt das Problem der zunehmenden Gewalt unter Jugendlichen.
Das Thema „Hier“ fasst die thematischen und rhematischen Bezüge (Paul schlägt ihn und das war böse) der ersten beiden Sätze zusammen. Der letzte Satz macht nur durch die zwei vorhergehenden Sätze Sinn. Auch das Rhema „das Problem der zunehmenden Gewalt unter Jugendlichen“, umfasst die Ergebnisse der ersten beiden Sätze in einem neuen Textzusammenhang.
11 Eine genauere Erläuterung zur kommunikativen Dynamik folgt im zweiten Teil der Arbeit: „Zur Identifikationsproblematik der Thema -Definition.“ 12 Vgl. Nickel, Einführung in die Linguistik, S.76-77.
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Quote paper:
Franziska Irsigler, 2004, Zur Definition und Erklärung der Thema-Rhema-Gliederung und Analyse von informationstragenden Sachtexten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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