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Das spanische Kino von der staatlicher Unterdrückung und Kontrolle zur geistigen und wirtschaftlichen Befreiung

Title: Das spanische Kino von der staatlicher Unterdrückung und Kontrolle zur geistigen und wirtschaftlichen Befreiung

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Clemence Mangold (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Das Medium Film ist in Spanien, verglichen mit anderen Ländern, eine unvergleichlich starke Ausdrucksform für die kulturellen Strömungen der Zeit zwischen dem Ende der Diktatur und der heutigen Blütezeit des spanischen Kinos. Die Zeit des kulturellen Umbruchs, der Movida, wird in vielen Büchern zumeist mit dem Tod Francos im Jahre 1975 festgesetzt und es wird häufig der Eindruck vermittelt, dass mit dem Ableben der Diktatur schlagartig soziale und kulturelle Veränderungen einsetzten. Die Zeit der Movida wird so auch von Walter Bernecker als Ende der 70er Jahre aufkommender Begriff für das moderne, pulsierende Leben in Madrid. Die Movida madrilena wurde der Inbegriff alles Neuen, Avantgardistischen, der neuen Trends in Mode, Musik, Kunst und Film. 1

Doch bei näherer Betrachtung der Filmgeschichte Spaniens wurde mir klar, dass sich die kulturelle Befreiung bereits vor 1975 anbahnte und das gerade diese Zeit ein ganz wichtiger Schlüssel zur späteren geistigen Befreiung war.

Ich werde in meiner Arbeit zunächst auf die Geschichte des Films und die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe während der Zeit Francos eingehen u nd die Auswirkungen der vom Staat gesetzten Schranken auf die Künstler und Werke. Anschließend stelle ich die kulturelle Entwicklung am Beispiel des spanischen Filmwesens in den Jahren des politischen Übergangs dar. Außerdem nenne ich viele sehr bedeutend e Künstler, die das spanische Kino neben Namen wie Carlos Saura, als Vertreter der alten Generation, und Pedro Almodóvar, als Vorbild der Jungen Künstler, zu dem gemacht haben was es heute ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Film unter dem Franquismus

- politische und wirtschaftliche Hintergründe seit Beginn der Diktatur bis 1962

3. Der Beginn der transición für das spanische Kino

3.1. Politische und wirtschaftliche Hintergründe

- Zeit der Reformen 1962 bis 1975

3.2. Regisseure und Filme zur Zeit des Neuvo Cine Español

- Der Umgang mit der Zensur bis Francos Tod

4. Spanisches Kino nach Francos Tod

4.1. Ende der Zensur

4.2. La Movida - Die Jungen Regisseure und ihre Ideale

4.3. Das spanische Kino der Gegenwart

5. Resümee und Bewertung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entwicklung des spanischen Kinos von der staatlich kontrollierten Filmindustrie während der Franco-Diktatur bis hin zur modernen Befreiung in der Post-Franco-Ära. Dabei wird hinterfragt, inwiefern kulturelle Wandlungsprozesse bereits vor dem Tod des Diktators 1975 ihren Anfang nahmen und wie Regisseure trotz Zensur filmische Metaphern als Widerstand nutzen konnten.

  • Staatliche Einflussnahme und Zensur unter dem Franquismus
  • Die ästhetische Rolle des Neo-Realismus und des Esperpento
  • Transformation des spanischen Kinos während der Transición
  • Bedeutung der Movida und der Aufstieg neuer Regiegenerationen
  • Internationalisierung und kommerzielle Etablierung des spanischen Films

Auszug aus dem Buch

3.2. Filme und Regisseure zur Zeit des Nuevo Cinema Español

Die Regisseure gingen auf sehr unterschiedliche Weise mit der Zensur um. Während die einen, wie etwa Mario Camus, bekannt durch seine früheren filmischen Parabeln, sich der Produktion kommerzieller Filme zuwandten, gab es eine Gruppe von Regisseuren aus der Escuela de Barcelona, die sich besonders von den Madrider Filmemachern distanzierten und sich an europäischen, besonders an französischen Vorbildern aus der nouvelle vague orientierten. Diese Gruppe bezeichnete sich selber als avantgardistisch, und ihre Filme hatten einen eindeutig politischen Hintergrund.

Ein weiterer Umgang mit der Zensur bestand darin, sie als Richtlinie oder vielmehr Bestandteil des Film zu sehen und nicht als Schranke. Es entstand eine ganz eigene Sprache filmischer Metaphern. In dieser verschlüsselten war Regimekritik besonders Carlos Saura ein Meister. Dieser neuen Methode der Filmsprache gingen viele der Madrider Künstler nach, die aus der E.O.C. kamen und sich als independiente bezeichneten. Und durch die neuen Reformen G. Escudero’s entstanden zwischen 1963 und 1968 viele auch international berühmt gewordene Filme.

La caza scheint vordergründig einen Wochenendausflug dreier alter Freunde der besseren franquistischen Gesellschaft und eines jungen Begleiters zu schildern: Sie wollen in einem Tal, das während des Bürgerkrieges Schauplatz blutiger Kämpfe war, auf Kaninchen Jagd gehen. Unter der glatten Oberfläche brodeln Ehe- und Familien sowie langjährige Freundschaftskonflikte, die sukzessive ausbrechen, bis am Ende die Gewalt eskaliert und die drei Freunde sich gegenseitig umbringen. Hintergründig gelang Saura, unbemerkt von der Zensur, eine ergreifende Parabel über die Gräueltaten des Bürgerkrieges, in der die Jäger für das nationalfranquistische Lager und die Kaninchen für die Anhänger der Zweiten Republik stehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein und stellt die zentrale These auf, dass die kulturelle Befreiung des spanischen Kinos bereits vor 1975 begann.

2. Der Film unter dem Franquismus: Dieses Kapitel beleuchtet die staatliche Übernahme und ideologische Steuerung der Filmindustrie nach 1939 sowie die ersten Versuche der Zensurumgehung durch den Neo-Realismus.

3. Der Beginn der transición für das spanische Kino: Hier wird der Zeitraum ab Mitte der 60er Jahre analysiert, der durch liberale Reformen im Ministerium und die Entstehung des Nuevo Cine Español geprägt war.

4. Spanisches Kino nach Francos Tod: Das Kapitel behandelt die Phase nach 1975, den Wegfall der Zensur und den Aufstieg der neuen Regiegeneration (Movida) sowie den späteren Aufstieg in den internationalen Markt.

5. Resümee und Bewertung: Dieses Fazit resümiert, dass das Jahr 1975 kein abruptes Ende der Diktaturkultur darstellte, sondern einen kontinuierlichen Transformationsprozess markierte.

Schlüsselwörter

Spanisches Kino, Franquismus, Zensur, Transición, Carlos Saura, Pedro Almodóvar, Nuevo Cine Español, Movida, Neo-Realismus, Esperpento, Filmgeschichte, politische Metaphern, spanische Filmindustrie, kulturelle Befreiung, Filmförderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in der Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Entwicklung des spanischen Kinos von der staatlichen Unterdrückung unter Franco bis zur künstlerischen und wirtschaftlichen Freiheit nach dem Ende der Diktatur.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Zensurpolitik, die Rolle der Filmförderung, der Einfluss des spanischen Bürgerkriegs auf die Filminhalte sowie der Generationswechsel hin zu moderneren Regisseuren.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass die kulturelle Befreiung des Films ein schleichender Prozess war, der bereits vor dem Tod Francos 1975 innerhalb der Schranken der Zensur begann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine filmhistorische Analyse, bei der politische und ökonomische Rahmenbedingungen mit spezifischen Filmbeispielen und Regiewerken verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Ära des Franquismus, die Phase der Transición (ab 1962) mit Reformen durch García Escudero und schließlich die Zeit nach 1975 bis zur Gegenwart.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind vor allem Zensur, Transición, Neo-Realismus, Movida, Carlos Saura und der politische Umbruch in Spanien.

Welche Bedeutung hatte das Gesetz von 1977 für das Kino?

Das Gesetz markierte das endgültige Ende der Zensur und schuf neue Voraussetzungen für die Förderung innovativer Produktionen, auch wenn die Anfangsphase von Orientierungslosigkeit unter den Filmschaffenden begleitet war.

Wie interpretierte Carlos Saura die Zensur in seinem Film „La caza“?

Saura nutzte die Zensur als Metapher: Indem er den Film als eine Jagdgesellschaft tarnte, konnte er das zerrissene Spanien nach dem Bürgerkrieg symbolisch darstellen, ohne direkt gegen die Zensurbestimmungen zu verstoßen.

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Details

Title
Das spanische Kino von der staatlicher Unterdrückung und Kontrolle zur geistigen und wirtschaftlichen Befreiung
College
University of Potsdam
Grade
2,5
Author
Clemence Mangold (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V30486
ISBN (eBook)
9783638317382
Language
German
Tags
Kino Unterdrückung Kontrolle Befreiung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Clemence Mangold (Author), 2003, Das spanische Kino von der staatlicher Unterdrückung und Kontrolle zur geistigen und wirtschaftlichen Befreiung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30486
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