Inhaltsverzeichnis
Einleitung
I. allgemeiner Teil
- Theravada-Buddhismus
- Mönche und Laien im Theravada
- Die Pali-Schriften
II. Etablierung des Theravada
- Die Anfänge
- Die Entstehung
- Die Verbreitung des Theravada
Abschluss
Literaturverzeichnis
2
Einleitung
Der Buddhismus hat eine sehr gut erhaltene und unzweifelhafte Chronologie. 1 Wir wissen, dass der Buddha in Nord-Ost-Indien gelebt hat und da auch im Alter von 80 Jahren gestorben ist. Es ist fast sicher, dass dies in den Jahren 486 v. Chr. oder 483 v. Chr. war. Dies würde heißen, dass seine Erleuchtung ungefähr 531 v. Chr. oder 528 v. Chr. stattfand. Man könnte sagen, dass hier auch der Buddhismus beginnt. Im Jahre 483 v. Chr. beginnt auch die offizielle Chronik Ceylons 2 (da nur für den Tod Belege da sind). Der Legende nach fällt dieses Jahr auch mit der Ankunft des indischen Prinzen Vijaya zusammen. Jener, der mit 700 Gefolgsleuten auf die Insel drang und seitdem als Stammesvater der Singhalesen gilt. 3 Der Buddhismus als solcher sollte aber erst etwa 250 v. Chr. nach Ceylon kommen. Als Buddhismus ist hier in erster Linie der Theravada-Buddhismus gemeint. 4 Dieser ist sehr einheitlich in seinem Wissenskanon, dem ‚Pali-Kanon’. Pali ist eine antike indische Sprache, die sehr dem Sanskrit ähnelt. Drei Länder sind die eigentlichen Träger der Theravada- Tradition: Ceylon, Burma und Thailand. Von diesen waren Burma und Thailand einst Mahayana-Länder 4 . Sie übernahmen den Theravada im 11. und 12. Jahrhundert n. Chr. von Ceylon. 1 Dies soll jedoch nicht der einzige Vorteil zur Betrachtung des Theravada-Buddhismus auf der auf den ersten Blick unscheinbaren und abgelegenen kleinen Insel Sri Lanka (verglichen mit anderen Orten der Geschichte) sein.
Ceylon ist eine Insel und dadurch können die Einflüsse, die von außen herein gekommen sind, sehr gut isoliert und identifiziert werden. Es existiert außerdem eine ‚beträchtlich exzellente’ Chronik, mit der man das Schicksal der Insel fast von Beginn an verfolgen kann. 1 Außerdem hat es Ceylon und speziell das Hochland sehr lang geschafft sich äußeren Einflüssen zu entziehen und dadurch findet man hier auch den Theravada-Buddhismus in einer seiner reinsten Formen vor.
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1 vgl. Richard F. Gombrich, Buddhist Precept & Practice – Traditional Buddhism in the Rural Highlands of Ceylon, Delhi 1991, 22/23
2 ehemaliger Name der 1972 offiziell umbenannten Republik Sri Lanka 3 vgl. Sri Lanka auf www.wissen.de , März 2002 4 Erläuterungen dazu unter dem Punkt Theravada-Buddhismus
3
In dieser Hausarbeit versuche ich einen groben Überblick über den Theravada-Buddhismus mit Schwerpunkt Sri Lanka zu geben, wobei schon im Voraus angemerkt sei, dass nicht auf alle Details genügend eingegangen werden kann. Dabei stütze ich mich neben der Literatur auch auf eigene Mitschriften des im Kopf genannten Seminars.
I. Allgemeiner Teil
Theravada-Buddhismus
In Sri Lanka und Südostasien tragen immer noch viele Mönche eine orangefarbene Robe – seit alters her die Verkörperung des Verzichts. Dieses Symbol verkörpert für viele auf leuchtende Weise die Idee des Buddhismus. Sie wird meist in den Ländern des Theravada getragen. 5 Während sich die Völker im Norden Indiens dem Mahayana (großes Fahrzeug) zuwandten, übernahmen die meisten süd- und südostasiatischen Länder den Theravada (Lehre der Ordensältesten). Dieser geht auf eine konservative Schule des frühindischen Hinayana (kleines Fahrzeug; Bezeichnung der Mahayana-Anhänger für jene, die die Erleuchtung ausschließlich für sich selbst, statt für andere suchen) zurück.
Seine traditionelle Lehre wird immer noch in Birma, Sri Lanka, Laos, Thailand, Kambodscha, in einigen Landesteilen Ost-Pakistans, ferner in Süd-Vietnam (Khmer-Minderheit) und bei einigen Thai-Völkern in der chinesischen Provinz Yünnan und in Nord-Vietnam praktiziert. Die Langlebigkeit des Theravada lässt sich möglicherweise durch drei Tendenzen erklären: sein striktes Festhalten am Wortlaut der Pali-Schriften, seine Vorliebe für die Gründung mächtiger monastischer Institutionen und die gute Verbindung mit der säkularen Regierung. Außerdem scheint es in ihm sehr einfach neben nicht-buddhistischen Religionsformen zu koexistieren und sogar einige ihrer Elemente teilweise zu integrieren. 5
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5 vgl. Tom Lowenstein, Buddhismus, Köln 2001, 66
4
Arbeit zitieren:
Eric Maes, 2002, Theravada auf Sri Lanka, München, GRIN Verlag GmbH
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