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Wirtschaftswissenschaftliche Aspekte von Umwelthaftung in Deutschland und mittel- und osteuropäischen Staaten

Title: Wirtschaftswissenschaftliche Aspekte von Umwelthaftung in Deutschland und mittel- und osteuropäischen Staaten

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 33 Pages , Grade: 13 Punkte (gut)

Autor:in: Eva Blömeke (Author)

Law - Comparative Legal Systems, Comparative Law
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Jahrzehntelang betrachtete man die Wirtschafts- und Rechtswissenschaften als zwei verschiedene Disziplinen mit wenig gemeinsamer Schnittmenge. Beiden Bereichen lagen ganz unterschiedliche Fragestellungen zugrunde. Erst Anfang der neunziger Jahre kam die Diskussion der „ökonomischen Analyse des Rechts“ auf.

Dabei beeinflusst die jeweils aktuelle Rechtssprechung die Entscheidungen von Unternehmen und Haushalten bezüglich knapper Ressourcen. Eben mit dieser Ressourcenknappheit und den daraus entstehenden Problemen beschäftigt sich die Ökonomie. Im Bereich der entstehenden Schnittmenge ergeben sich zum Beispiel Fragen nach der Allokationswirkung des Rechts oder dem bewussten Einsatz des Rechts als Steuerungsinstrument.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die ökonomische Effizienz der geltenden Haftungsregeln näher zu untersuchen. Die Analyse wird dabei beispielsweise von folgenden Fragestellungen geleitet: Welche Präventionswirkungen gehen von Haftungsregeln aus? und: Sind Haftungsregeln ein probates Mittel zur Internalisierung externer Effekte?

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundproblematik

2.1 Begründung für staatliche Regulierung

2.1.1 Interaktionsbeziehungen

2.1.2 Theoretische Ansätze

2.2 Externe Effekte

2.3 Instrumente

3. Haftungsregeln

3.1 Verschuldenshaftung

3.2 Gefährdungshaftung

3.3 Juristische vs. ökonomische Sichtweise

4. Kausalität

5. ökonomisches Basismodell

5.1 Modellvoraussetzungen

5.2 Gesellschaftlich optimales Sorgfaltsniveau

5.3 Modell bei Monokausalität

5.4 Modell bei alternativer Kausalität

5.4.1 Wahrscheinlichkeitsschwelle

5.4.2 Wahrscheinlichkeitshaftung

5.5 Modell bei Multikausalität

6. Anwendungsbeispiele in MOE-Ländern

6.1 Tschechien

6.2 Polen

6.3 Ungarn

7. Versicherung

7.1 Grundlagen

7.2 Detailbetrachtung

7.3 Probleme

8. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomische Effizienz bestehender Haftungsregeln im Bereich des Umweltschutzes, sowohl in Deutschland als auch in ausgewählten mittel- und osteuropäischen Staaten, um deren Anreizwirkungen auf Unternehmen zu analysieren.

  • Analyse der ökonomischen Effizienz von Verschuldens- und Gefährdungshaftung.
  • Untersuchung verschiedener Kausalitätsformen (Monokausalität, alternative Kausalität, Multikausalität) in Haftungsmodellen.
  • Vergleichende Betrachtung der haftungsrechtlichen Rahmenbedingungen in Tschechien, Polen und Ungarn.
  • Evaluation der Rolle von Versicherungen als Instrument zur Risikokompensation und Anreizsteuerung.

Auszug aus dem Buch

3.3 Juristische vs. ökonomische Sichtweise

Bis zum Jahr 1990 existierte in Deutschland kein einheitliches Zivilrecht zum Thema Umweltschäden. Als Anspruchsgrundlage für Verschuldenshaftung kam der bereits oben erwähnte § 823 BGB in Frage. Daneben gab es eine Reihe von Spezialregelungen, die eine Gefährdungshaftung für ganz bestimmte Sachverhalte regelten (z.B. § 22 WHG - Wasserhaushaltsgesetz). 1990 wurde dann mit Inkrafttreten des Umwelthaftungsgesetzes (UHG) die Gefährdungshaftung auch für die verschiedensten technischen Anlagen fest verankert.

Die rechtswissenschaftliche Begründung von Haftungsregeln ist im wesentlichen darin zu sehen, dass die entsprechenden Gesetzte eine Anspruchsgrundlage bilden, anhand derer eine Schadensersatzzahlung eingeklagt werden kann. Es geht also in erster Linie um die Kompensation des Geschädigten, die einen Ausgleich zwischen Verursacher und Opfer schaffen soll. Allokationsfragen stehen daher im Vordergrund.

Die wirtschaftswissenschaftliche Sichtweise ist eine andere. Haftungsregeln werden vorwiegend als Instrument gesehen, mit dem man das Verhalten von potentiellen Schädigern (in den meisten Fällen Unternehmen) u.U. positiv beeinflussen kann. Man geht davon aus, dass Unternehmen weniger risikobehaftete Aktionen durchführen bzw. geeignete Sorgfaltsmaßnahmen ergreifen, wenn ihnen bekannt ist, dass sie für einen eventuell eintretenden Schaden haften müssen. Hier wird also eher der Präventionsaspekt betont.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die ökonomische Analyse des Rechts und Festlegung der Forschungsfragen hinsichtlich der Effizienz von Haftungsregeln.

2. Grundproblematik: Darstellung der staatlichen Regulierungsnotwendigkeit aufgrund externer Effekte und der Interessenskonflikte zwischen Regierungen, Bürgern und Unternehmen.

3. Haftungsregeln: Erläuterung der theoretischen Unterschiede zwischen Verschuldens- und Gefährdungshaftung sowie der verschiedenen disziplinären Betrachtungsweisen.

4. Kausalität: Kategorisierung von Schadensereignissen in Monokausalität, alternative Kausalität und Multikausalität als Basis für die ökonomische Modellierung.

5. ökonomisches Basismodell: Formale ökonomische Analyse der optimalen Sorgfaltsniveaus und Wirkungsweisen von Haftungsinstrumenten unter verschiedenen Kausalitätsannahmen.

6. Anwendungsbeispiele in MOE-Ländern: Untersuchung der haftungsrechtlichen Situation und Umsetzung ökologischer Standards in Tschechien, Polen und Ungarn.

7. Versicherung: Analyse der Rolle von Versicherungen bei der Risikoallokation und der Problematik von "moral hazard" bei Haftpflichtversicherungen.

8. Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Bewertung der Möglichkeiten zur Internalisierung externer Effekte durch das Zivilrecht.

Schlüsselwörter

Umwelthaftung, ökonomische Analyse des Rechts, Verschuldenshaftung, Gefährdungshaftung, externe Effekte, Kausalität, Risikokompensation, Umweltpolitik, MOE-Staaten, Versicherungsökonomie, Marktversagen, Präventionswirkung, Sorgfaltsniveau, Umwelthaftungsgesetz, moral hazard.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der ökonomischen Analyse von Haftungsregeln für Umweltschäden und untersucht, wie diese als Steuerungsinstrumente zur Verhaltensbeeinflussung von Unternehmen eingesetzt werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Unterscheidung von Haftungsarten, die ökonomische Modellierung von Kausalitätsformen sowie einen Rechtsvergleich in ausgewählten mittel- und osteuropäischen Ländern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erforschen, ob und wie Haftungsregeln ökonomisch effizient ausgestaltet sein müssen, um die Internalisierung externer Umwelteffekte zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine ökonomische Analyse (Kosten-Nutzen-Theorie) angewandt, die durch rechtswissenschaftliche Grundlagen und Beispiele aus der Gesetzgebung gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten ökonomischen Modellierung von Haftungsregeln unter verschiedenen Bedingungen von Kausalität sowie einer praktischen Untersuchung der Situation in Tschechien, Polen und Ungarn.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Umwelthaftung, ökonomische Effizienz, Präventionswirkung, Kausalitätsvermutung und Risikoallokation geprägt.

Inwiefern unterscheiden sich Verschuldens- und Gefährdungshaftung ökonomisch?

Während die Verschuldenshaftung einen Sorgfaltsstandard definiert, bei dessen Einhaltung die Haftung entfällt, setzt die Gefährdungshaftung eine Erfolgshaftung unabhängig vom Verschulden fest, was ökonomisch ohne Informationsbedarf über Kostenstrukturen effizienter wirken kann.

Welches Problem identifiziert die Arbeit bei Multikausalität?

Die Arbeit stellt fest, dass bei multikausalen Schadensursachen eine effiziente Implementierung von Haftungsregeln ohne detaillierte Kenntnis der Kostenfunktionen der Unternehmen in der Praxis kaum umsetzbar ist.

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Details

Title
Wirtschaftswissenschaftliche Aspekte von Umwelthaftung in Deutschland und mittel- und osteuropäischen Staaten
College
Christian-Albrechts-University of Kiel
Course
Seminar: Umweltrecht in Osteuropa
Grade
13 Punkte (gut)
Author
Eva Blömeke (Author)
Publication Year
2003
Pages
33
Catalog Number
V30613
ISBN (eBook)
9783638318310
ISBN (Book)
9783638719568
Language
German
Tags
Wirtschaftswissenschaftliche Aspekte Umwelthaftung Deutschland Staaten Seminar Umweltrecht Osteuropa
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Blömeke (Author), 2003, Wirtschaftswissenschaftliche Aspekte von Umwelthaftung in Deutschland und mittel- und osteuropäischen Staaten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30613
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