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Die Historienbibeln des Spätmittelalters - religiöse Laienbildung zwischen Weltchroniken und Lutherbibel

Title: Die Historienbibeln des Spätmittelalters - religiöse Laienbildung zwischen Weltchroniken und Lutherbibel

Term Paper , 2004 , 55 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Andrea Clemens (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Die Lektüre volkssprachlicher Bibeln war im Spätmittelalter Ausdruck von Bestrebungen einer, zwar immer noch privilegierten aber doch deutlich erweiterten Schicht, die an der Ausweitung der Schriftlichkeit partizpierte und in zunehmendem Maße auch die Beteiligung am religiösen Wissenserwerb beanspruchte. Das gestiegene Selbstbewußtsein dieser Kreise verlangte nach neuen Formen sowie selbständiger von Kirche und Klerus autonomer Wissensvermittlung. In diesem Rahmen spielten Historienbibeln als Übergangsposition zwischen Weltchroniken und Lutherbibel eine wichtige Rolle im Rahmen der Laienbildung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Religiöse Laienbildung in Kirche und Gesellschaft des Spätmittelalters

3. Die Historienbibeln des Spätmittelalters

3.1 Definition und Klassifizierung

3.2 Quellen

3.3 Inhalt und Text

3.4 Bilder

3.5 Überlieferung sowie Forschungs- und Untersuchungsstand

4. Die Bedeutung der Historienbibeln für die religiöse Laienbildung

5. Zusammenfassung

Tabelle 1: Gruppeneinteilung und Quellen der Historienbibeln

Tabelle 2: Die überlieferten Historienbibeln

Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht aus historischer Perspektive die Bedeutung der spätmittelalterlichen Historienbibeln für die religiöse Laienbildung, wobei insbesondere deren Rolle als Übergangsphänomen zwischen den traditionellen Weltchroniken und der späteren Lutherbibel analysiert wird.

  • Historische Einordnung der Laienbildung im Spätmittelalter.
  • Strukturelle Merkmale, Quellen und Klassifizierung der Historienbibeln.
  • Funktion von Text und Bild bei der Wissensvermittlung an Laien.
  • Einfluss der Historienbibeln auf die Emanzipation der Laien und die Vorbereitung der Reformation.
  • Überlieferungsgeschichte und moderne Forschungsansätze.

Auszug aus dem Buch

3.1 Definition und Klassifizierung

Der Begriff „Historienbibeln“ wurde bereits im 18. Jahrhundert von David G. Schöber für die deutschen spätmittelalterlichen Prosabearbeitungen der biblischen Geschichte mit apokryphen und weltlichen Erweiterungen verwendet. Von Hans Vollmer stammt die heute noch gültige Definition, nach der sind Historienbibeln: „deutsche Prosatexte, die in freier Bearbeitung den biblischen Erzählstoff, möglichst vollständig, erweitert durch apokryphe und profangeschichtliche Zutaten und unter Ausschluss oder doch Zurückdrängung der erbaulichen Glosse darbieten, ganz gleichgültig, ob dabei gereimte Quellen oder die Vulgata, Historia scholastica, das Speculum historiale oder sonstige die heilige in Verbindung mit profaner Geschichte behandelnde Texte als Vorlage dienten.“

Konstituierendes Merkmal der Historienbibeln ist demnach die Abfassung in Prosa, obwohl Pfister und Wolf auch gereimte Historienbibeln erwähnen. Charakteristisch ist einerseits die Anpassung an den biblischen Bericht und andererseits die Zusammenstellung mehrerer Quellen, deren Textbestand durch den umformenden Zugriff des Bearbeiters reduziert und/oder erweitert wurde. Sie erfüllten daher nicht den Anspruch einer kanonischen Bibelüberlieferung, sondern lieferten eine historische Darstellung von der Erschaffung der Welt bis zur Zeit der Apostel, die durch Ergänzungen zu mittelalterlichen Weltchroniken erweitert wurden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel skizziert die sozio-ökonomischen und religiösen Spannungsfelder des Spätmittelalters als Grundlage für die Entstehung der Historienbibeln.

2. Religiöse Laienbildung in Kirche und Gesellschaft des Spätmittelalters: Hier wird der wachsende Bildungsanspruch der Laien gegenüber der amtskirchlichen Lehrautorität thematisiert.

3. Die Historienbibeln des Spätmittelalters: Dieses Hauptkapitel definiert den Begriff, analysiert die Quellenbasis, den Inhalt, die Rolle der Illustrationen sowie den Forschungsstand.

4. Die Bedeutung der Historienbibeln für die religiöse Laienbildung: Es wird erörtert, wie Historienbibeln zur Emanzipation der Laien und zur Vorbereitung der Reformation beitrugen.

5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst die Rolle der Historienbibeln als populäre, leserorientierte Vermittlungsform biblischen Wissens zusammen.

Schlüsselwörter

Historienbibeln, Spätmittelalter, Laienbildung, Bibellektüre, Weltchroniken, Vulgata, Historia scholastica, Reformation, Buchdruck, Rezipientenkreis, Volkssprache, Frömmigkeit, Handschriften, Wissensvermittlung, Kirchengeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historischen Bedingungen und Funktionen der spätmittelalterlichen Historienbibeln als volkssprachliche Medien zur religiösen Bildung von Laien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Klassifizierung dieser Bibelbearbeitungen, ihrem soziokulturellen Kontext, ihrer Ausstattung mit Bildern und ihrer Rezeption durch die städtische Bevölkerung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Beitrag der Historienbibeln zur Emanzipation des Laienstandes und deren Funktion als Bindeglied zwischen den Weltchroniken und der späteren Reformation aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die auf der Analyse von Handschriften, Quellenvorlagen und dem Vergleich existierender Editionen sowie der Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Definition, eine Quellenanalyse, eine inhaltliche Untersuchung der Texte und Bilder sowie eine kritische Betrachtung der Überlieferung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Historienbibeln, Laienbildung, volkssprachliche Bibellektüre, Wissensvermittlung und der Übergang zur Reformation.

Warum wurden Historienbibeln Ende des 15. Jahrhunderts zunehmend bedeutungslos?

Der Niedergang resultierte aus theologischen Bedenken gegenüber apokryphen Stoffen seitens der Reformatoren und Humanisten sowie durch die Konkurrenz gedruckter Gesamtausgaben der Bibel.

Welche Rolle spielten die Illustrationen in den Historienbibeln?

Die Bilder dienten als visuelle Stütze für ein episodisches Leseverhalten und zur faktenorientierten Zusammenfassung des Inhalts, um die Rezeption durch ein breiteres, nicht-klerikales Publikum zu erleichtern.

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Details

Title
Die Historienbibeln des Spätmittelalters - religiöse Laienbildung zwischen Weltchroniken und Lutherbibel
College
University of Hagen  (Historisches Institut)
Grade
1,3
Author
Andrea Clemens (Author)
Publication Year
2004
Pages
55
Catalog Number
V30681
ISBN (eBook)
9783638318853
ISBN (Book)
9783638848350
Language
German
Tags
Historienbibeln Spätmittelalters Laienbildung Weltchroniken Lutherbibel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Clemens (Author), 2004, Die Historienbibeln des Spätmittelalters - religiöse Laienbildung zwischen Weltchroniken und Lutherbibel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/30681
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