Universität Hannover
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Seminar: „Überblickswissen Geschichte “
Hieroglyphen
von: Timo Mauelshagen
Gliederung
1. EINLEITUNG 5
2. DIE ERSTEN GELEHRTEN 6
3. DER STEIN VON ROSETTE 9
3.1 DIE ENTDECKUNG 9
3.2 ERSTE UNTERSUCHUNGEN UND ENTZIFFERUNGSVERSUCHE 9
3.3 DER WEG ZUR ENTSCHLÜSSELUNG 11
4. EIN CHARAKTERISTIKUM DER HIEROGLYPHEN 13
4.1 ZEICHEN UND ZEICHENANZAHL 13
4.2 ORTHOGRAFIE UND SCHREIBRICHTUNG 14
5. ENTWICKLUNGSGESCHICHTE 15
5.1 ÜBERBLICK - GRÜNDE UND URSPRÜNGE DER SCHRIFT 15
5.2 KURSIVSCHRIFTEN 16
6. DER HIEROGLYPHENDISKURS IN SEINEN SCHLAGWÖRTERN 18
7. SCHLUSS 20
LITERATURVERZEICHNIS 21
„Bei Ägypten aber werde ich noch länger verweilen,
weil es ein gar zu wunderbares Land ist und mehr
Merkwürdigkeiten enthält als irgendein anderes Land.
Deshalb will ich noch weiter davon reden.“1
1. Einleitung
Das alte Ägypten ist auch heute noch, nahezu 15 Jahrhunderte nach seinem Zerfall, ausgelöst durch Eroberung, Hellenisierung und Ausbreitung des Christentums, äußerst präsent. Keine andere frühe Hochkultur präsentiert sich in einer solchen Fülle ihrer Überreste und keine andere ist demnach so gut erforscht wie die ägyptische2. Dies wird nicht zuletzt auch durch die beständige Zahl an Ausstellungen, mit ihren festen Besucherzahlen, und die anhaltende fach- und populärwissenschaftliche Publizität deutlich. Denken wir heute an das alte Ägypten und seine unzähligen Reichtümer, so fallen uns schnell, neben Pyramiden, sagenhaften Pharaonen und den vielen Göttern, die Hieroglyphen ein. Diese haben eine bemerkenswerte Geschichte hinter sich. „Mehr als drei Jahrtausende haben sie im alten Ägypten in Schreiberschulen und Kanzleien, in Korrespondenzen und Erlassen sowie auf Grabwänden und öffentlichen Monumenten ihren Dienst getan“ 3. Über einen derartig langen Zeitraum übte diese, eine der ältesten bekannten Schriften der Menschheit, großen Einfluss auf das menschliche Leben aus, ehe sie als fossile Zeichen einer verlorenen Sprache und untergegangenen Kultur zum Objekt unseres Interesses wurde.
Damit begann lange nach ihrer Funktionsgeschichte ihre Rezeptionsgeschichte in einer Kultur, die in keinem Traditionsverhältnis zum Alten Ägypten steht und von dessen Kultur nur wenige Vorstellungen vorhanden sind 4. Doch erst die bahnbrechende Entdeckung der ägyptischen Hieroglyphen als eine Lautschrift durch den Franzosen Jean Francois Champollion (1790-1832) im Jahre 1822 gab den Anstoß, dass über Ägyptisches nicht mehr spekuliert wurde und eine philologische Disziplin der Ägyptologie eingerichtet wurde5. Doch mit der Gründung unserer klassisch-abendländischen Ägyptologie erlischt keineswegs die Faszinationsgeschichte der Hieroglyphen. „Von den alten Ägyptern ausgehend, ist der Begriff der Hieroglyphe durch eine Reihe sehr verschiedener kultureller Kontexte gegangen. Die wiederholte ,Übersetzung‘ der Hieroglyphen in immer neue kulturelle Zusammenhänge stellt eine der besonders interessanten Eigentümlichkeiten ihrer Geschichte dar“6. Diese Geschichte der Hieroglyphen, von ihren Anfängen bis zu ihrer Entzifferung, sowie die von ihr noch immer ausgehende Faszination sollen in der vorliegenden Ausarbeitung dargestellt werden.
2. Die ersten Gelehrten
Bis in die späten Jahre des 18. Jahrhunderts glaubten viele Gelehrte nicht an eine Entschlüsselung der Hieroglyphen, zumal sie die Hieroglyphen auch nicht als eine reine Alphabetschrift ansahen. Sie glaubten vielmehr, dass sich die ägyptische Schrift nicht durch verbundene Silben, sondern eher durch die Bedeutung der dargestellten Zeichen ausdrücke. So waren sie nicht imstande Hieroglyphen so zu lesen wie Latein und Griechisch. Dennoch gab es natürlich zahlreiche Vermutungen über die Bedeutung der Zeichen. Einer der vermeintlich besten Kenner der Hieroglyphen im 4. Jahrhundert n. Chr. war Horapollo, ein Ägypter aus Nilopolis. Er beeinflusste das Denken zahlreicher nachfolgender Künstler und Gelehrter, insbesondere der Renaissance, nachhaltig. „We all know that what the scholars of those times thought about hieroglyphs was altogether mistaken, and that their views, which enjoyed wide acceptance, were in fact an obstacle rather than an aid to the correct reading of authentic Egyptian hieroglyphs“7.
Horapollos Abhandlungen über die Hieroglyphen wurden allerdings erst 1419 von dem Florentiner Geistlichen Cristoforo Buondelmonte in Form eines Manuskripts auf der griechischen Insel Andros gefunden8. Geschrieben wurde das Werk im späten vierten oder frühen fünften Jahrhundert. Übersetzt ins Griechische wurde es von einem gewissen Philippos, von dem allerdings nicht viel mehr bekannt ist. Eine erste Veröffentlichung dieses gefundenen Werkes, der Hieroglyphica, dessen Bedeutung erst nach und nach deutlich wurde, erfolgte 15059. Bis heute liegen für den dazwischen liegenden Zeitraum, immerhin zehn Jahrhunderte, keinerlei weitere Aufzeichnungen über das Wesen der Hieroglyphen vor. Dies bedeutet nicht, dass sich die dazwischen liegenden Generationen keinerlei Gedanken darüber gemacht haben, aber zumindest, dass keinerlei Aufzeichnungen dieses Wissens bis dato gefunden wurden.
[...]
1 Herodot. Zweites Buch. Nr. 35
2 Vgl. Basisartikel, Geschichte lernen, H. 82 (2001), S. 13
3 Zitiert nach: Assmann, A./ Assmann, J.. Hieroglyphen. München 2003, S. 261
4 Vgl. Assmann, A./ Assmann, J.. Hieroglyphen. München 2003, S. 261
5 Vgl. Assmann, A./ Assmann, J.. Hieroglyphen. München 2003, S. 9
6 Zitiert nach: : Assmann, A./ Assmann, J.. Hieroglyphen. München 2003, S. 13
7 Zitiert nach: Barasch, M. In: Assmann, A./ Assmann, J.. Hieroglyphen. München 2003, S. 165
8 Vgl. Barasch, M. In: Assmann, A./ Assmann, J.. Hieroglyphen. München 2003, S. 166
9 Vgl. Robinson, A.. Die Geschichte der Schrift. Bern/Stuttgart/ Wien 1996, S. 21
Arbeit zitieren:
Timo Mauelshagen, 2004, Hieroglyphen, München, GRIN Verlag GmbH
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