Inhaltsverzeichnis
1 Zielsetzung und Fragestellung der Arbeit 3
2 Geschichte des Adelhausermuseum Natur- und Völkerkunde 3
2.1 Dauerausstellungen Im Bereich Völkerkunde 4
2.1.1 Im ersten Obergeschoß 4
2.1.2 Im zweiten Obergeschoß 5
3 Zur aktuellen Ausstellung: BlickDicht’ An- und Einblicke
Zeitgen össische Kunst australischer Aborigines 6
3.1 Gliederung der Ausstellung 8
3.2 Texttafeln und Bildbeschreibungen 9
3.3 Weitere eingesetzte Medien 10
3.3.1 Grobkonzept der Führung durch die Ausstellung 11
3.3.2 Kritik an der Führung 13
3.4 Ziele der Ausstellung 13
3.5 Interview mit der Ausstellungsmacherin Margarete Brüll 14
4 Die Umsetzung der seminarinternen Definitionen von Kultur
in der aktuellen Ausstellung BlickDicht’ 16
5 Resümee 17
Literaturverzeichnis 18
2
In der folgenden Arbeit werden alle momentanen völkerkundlichen Ausstellungen des Adelhausermuseums Natur- und Völkerkunde, Freiburg i. Br. kurz skizziert. Die Sonderausstellung zur Kultur der Aborigines - ihr Aufbau, die gewählten Wege um Informationen zu vermitteln, die gesetzten Ziele - wird näher, auch durch ein Interview mit einer der Ausstellungsmacherinnen, beleuchtet. Die Darstellung der Aboriginal Kultur in der Ausstellung wird anhand der seminarinternen Kulturdefinitionen hinterfragt. Es soll überprüft werden, ob in der Ausstellung beachtet wurde, die Kultur der Aborigines als offenes und dynamisches System, als kontinuierliche Entwicklung, abhängig von menschlichem Handeln und in ihrer Komplexität darzustellen.
2 Geschichte des Adelhausermuseum Natur- und Völkerkunde
Die Gründung der meisten Völkerkundemuseen fällt in die Zeit der Hochblüte des modernen Kolonialismus in den letzten Jahrzehnten des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Die koloniale Idee war zwar nicht die Hauptmotivation, aber ein Grund für den Privatdozenten für Zoologie der Universität Freiburg, Dr. Adolf Fritze und den Stadtrat Hugo Ficke zur Gründung eines Museums für Natur- und Völkerkunde. Im Januar 1895 bewilligt der Freiburger Stadtrat die Gründung des Museums, unterstützt mit einem jährlichen ‘Kostenbeitrag’ von 1000,- DM von seiten der Stadt. Am 22.3.1895 bestätigt der Bürgerausschuß den Stadtratsbeschluß. Dieser Tag gilt als Geburtsstunde der Freibur- 1 .Am 6. Juni 1899 wird das Museum für Natur- und Völkerkunde erst-ger Sammlung
mals dem Publikum zugänglich gemacht. In den darauf folgenden Jahren wächst die Sammlung stark an. Die damaligen Räumlichkeiten in einem Gebäude der ehemaligen Rempart- Kaserne erweisen sich bald als zu beengt. Nach mehreren provisorischen Unterbringungen (u.a. in einer Schule) zieht die Sammlung 1928 in das heutige Gebäude. Es handelt sich um ein ehemaliges Schulgebäude des Dominikanerinnenkloster Adelhausen, welches nach der Auflösung des Konvents 1867 in den Besitz der Stadt
1 Als Freiburg die Welt entdeckte, Katalog, S. 20ff.
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2 . Aufgrund Geldmangels und geringem Interesse in der Bevölkerung verzögert überging 3 und damit die sich die Renovierung der Räume für die ethnographische Sammlung Neueröffnung des Museums für Völkerkunde bis 1961.
Der heutige Etat für das Natur- und Völkerkundemuseum beträgt 70.000,- DM pro Jahr plus 15.000,- aus den freiwilligen Eintrittsspenden. Von diesen Geldern müssen die Sonderausstellungen, die freien Mitarbeiter und Dienstreisen finanziert werden. Gelder für Anschaffungen müssen extra bei der Stadt beantragt werden. Die Adresse lautet: Adelhausermuseum Natur- und Völkerkunde Gerberau 32 79098 Freiburg im Breisgau Öffnungszeiten: Di - So 10-17 h
2.1 Dauerausstellungen Im Bereich Völkerkunde
In den Dauerausstellungen im 1. und 2. Obergeschoß werden die Objekte größtenteils in Vitrinen präsentiert. Offenstehende Objekte sind durch Band - Absperrungen und ‘Bitte nicht berühren’- Schilder geschützt. Weiterführende Erklärungen werden meistens in Form von beschrifteten, zum Teil auch bebilderten Wandtafeln angeboten. Selten finden sich bei größeren Ausstellungsstücken Beschreibungen über seine Verwendung direkt am Objekt. Es gibt aber auch ‘interaktive’ (der Besucher muß selbst einen Schalter für die Beleuchtung drücken), verkleinerte Panorama - Installationen vergangener kulturell geprägter Landschaften, z. B. Tempel Ansichten im mesoamerikanischen Themen Bereich.
2.1.1 Im ersten Obergeschoß
Im Treppenaufgang zum ersten Stockwerk finden sich erste Ausstellungsobjekte zur asiatischen Kultur. Das 1. OG umfaßt zwei Räume zu den Ostasiatischen Kulturen (China, Korea, Japan), daneben die Mesoamerikanischen Kulturen und eine Ausstellung zu den
2 Als Freiburg die Welt entdeckte, Katalog, S. 33ff.
3 Die ethnographische Sammlung wurde im Gegensatz zur ausgestellten naturkundlichen Sammlung im Magazin verwahrt. Es gab aber einzelne Sonderausstellungen in anderen Gebäuden.
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4 leer geblieben wä-Indianeren Nordamerikas. In einem Raum, der sonst laut Frau Brüll re, befindet sich eine kleine Themenausstellung mit historischen ethnographischen Fotografien. Auf einer Wandtafel wird darauf hingewiesen, daß es sich um Fotos aus dem Zeitraum von 1890-1950 aus Beständen des Museums handelt. Es wird kurz auf die Bedeutung verschiedenen Schmuckarten und verschiedener Bekleidungsformen eingegangen. Wenn hier auch zu wenige oder gar keine Erläuterungen zu den Dargestellten zu bemängeln sind, ist doch auffallend der gelungene Übergang zu dem nächsten Raum. Hier werden Materialien für Kleidung in verschiedenen
Kulturkreisen aufgrund der geographisch bedingten Flora und Fauna und Kultur erläutert (‘Rohstoffe der Natur’).
2.1.2 Im zweiten Obergeschoß
In das 2. OG gelangt man über ein Treppenhaus in dem in Acryl gemalte Bilder von A-borigines hängen. Damit wird man auf den folgenden kleinen Raum über die Kulturen Australiens thematisch eingestimmt. Von diesem kleinen Raum zweigen jeweils ein großer Raum mit Objekten zu den Kulturen der Südsee und ein großer Raum zu den Kulturen Melanesiens ab. Außerdem gelangt man von hier zu dem ersten von vier Räumen zu den Kulturen Afrikas. Eine kleine Sonderausstellung mit japanischen Farbholzschnitten und ein weiteres Treppenhaus schließen an diese Räume an. In der Afrika Ausstellung wurde auf die Darstellung europäischen Einflusses und kulturellen Austausches verzichtet. Ungewöhnlich in einem Museum ist jedoch das Bilder eines afrikanischen Malers, Emeka Udemba, zum Verkauf angeboten werden. Auf die Dauerausstellung zur australischen Kultur wird in der Sonderausstellung zu den 5 . Laut Margarete Brüll wurde die Daueraus-Bildern von Aborigines nicht hingewiesen
stellung Ende der achtziger Jahre eingerichtet. Unter dem Themenschwerpunkt ‘Geschichte und Gegenwart’ wird die „aktuelle Situation“ jedoch von 1981 geschildert, eine Zeitverschiebung bis zur endgültigen Umsetzung der Ausstellung, die sich nach Frau
4 Frau Margarete Brüll ist eine der Ausstellungsmacherinnen der aktuellen Ausstellung ‘BlickDicht’, Ethnologin und seit zwölf Jahren im Museum tätig. Sie war netterweise zu einem Interview bereit, welches hier unter Punkt 3.5 eingefügt ist.
5 Im Interview sagte Margarete Brüll, daß es ‘einfach schlichtweg vergessen wurde’. Andererseits ist die Ausstellung im EG bedeutend aktueller. In den kommenden Tagen soll jedoch noch ein Hinweisschild im EG angebracht werden.
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Brüll aus der langen Konzeptionsphase ergibt. Andererseits gab es damals auch noch bedeutend weniger Informationen zur Situation der Aborigines. Neben Texten und Abbildungen zur Geschichte, finden sich Texte zur Kunst der Aborigines, unterbrochen von einer Vitrine mit einem Rindenbild. Im Bereich Religion wird auf ‘tjurangas’ (Seelen- oder Kulthölzer) verwiesen, welche aus Achtung religiöser Überzeugungen nicht ausgestellt werden. Die Waffentechnik wird durch Abbildungen, Texte und 6 etc. verdeutlicht. Die materielle Kultur wird ebenso durch Texte ausgestellte Bumerangs
und Fotos sowie durch Körbe, Kochgeschirr etc. dargestellt. Außerdem werden auf einer Texttafel Australiens geographische Besonderheiten erläutert. Nach Frau Brüll würde man die Ausstellung heute gerne neu konzipieren, was aus zeitlichen und finanziellen Gründen jedoch nicht möglich ist.
6 Der Bumerang ist aber nicht nur ein gekrümmtes Wurfholz, das zurückkehrt. In seiner mythologischen Bedeutung wurde er aus dem Baum zwischen Himmel und Erde gefertigt. Er symbolisiert den Regenbogen und damit die Regenbogenschlange. Die Krümmung ist die Verbindung zwischen den Gegensätzen, zwischen Himmel und Erde, zwischen Traumzeit (Anfang der Welt) und Zeremonie (Erneuerung der Schöpfung), Vergangenheit und Gegenwart. In vielen Gemeinschaften ist der Bumerang eher ein Musikinstrument als eine Waffe, durch das aneinander schlagen von zweien werden Zeremonien rhythmisch begleitet. Mudrooroo, S. 40
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Arbeit zitieren:
Martina Busas, 2000, Pluralität der Kulturen im kulturellen Gedächtnis - Das Adelhausermuseum Natur- und Völkerkunde in Freiburg i. Breisgau, München, GRIN Verlag GmbH
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