„Auswirkungen der EWWU-Erweiterung auf die europäische Geldpolitik“ I
Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS II
TABELLENVERZEICHNIS II
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS II
SYMBOLVERZEICHNIS II
1. STAND DER BEITRITTSPLÄNE 1
2. PROBLEME UND LÖSUNGEN DER EWWU-ERWEITERUNG 3
2.1 Probleme der EWWU-Erweiterung 3
2.1.1 Zusammensetzung des EZB-Rates 3
2.1.2 Modelltheoretische Darstellung der Stimmrechtsveränderung 3
2.1.3 Wirtschaftliche Unterschiede der einzelnen Regionen 6
2.1.4 Geldpolitische Präferenzen nach dem Modell von Berger 7
2.1.5 Bevorzugte Geldpolitiken 8
2.1.6 Vergleich mit dem Maastrichtvertrag 10
2.2 Lösungen der Probleme der EWWU-Erweiterung 12
2.2.1 Vorüberlegungen 12
2.2.2 Zentralisierung der geldpolitischen Entscheidung 12
2.2.3 Gewichtung der Stimmrechte 13
2.2.4 Repräsentative Vertretung 14
2.2.5 Rotation der Wahlberechtigten 15
3. FAZIT 16
LITERATURVERZEICHNIS 18
„Auswirkungen der EWWU-Erweiterung auf die europäische Geldpolitik“ II
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: BIP pro Kopf in KKS** für das Jahr 2002…………………...2
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Entwicklung des politischen Gewichts………………………4 Quelle: Eigene Darstellung
Abkürzungsverzeichnis
EU
EWWU
EZB
KKS
NZB
Symbolverzeichnis
b , γ , λ , χ Gewichtungsparameter e i Angebotsschocks (i= in, out)
π ~
Headline-Inflation π Inflation e π erwartete Inflation
strukturelle Inflation ∆ Output y * y Outputziel
min Minimierungsfunktion E mathematischer Erwartungswertoperator L Kosten
1. Stand der Beitrittspläne
Zum 01. Mai 2004 werden voraussichtlich zehn Staaten, acht mittel- und osteuropäische Länder (Tschechische Republik, Estland, Litauen, Lettland, Ungarn, Polen, Slowenien, Slowakei), sowie Zypern und Malta, in die Europäische Union (EU) aufgenommen.
Nach der Aufnahme in die EU ist eine Teilnahme an der Europäischen Währungsunion zwingend. Somit werden die Beitrittskandidaten in den nächsten Jahren die Gemeinschaftswährung bei Einhaltung der Maastrichter Konvergenzkriterien einführen. V or dieser Einführung müssen die Beitrittsländer mindestens zwei Jahre zum Wechselkursmechanismus II 1 beitreten. Die EU erwartet, dass diese Ihre Geld- und Wechselkurspolitiken im Interesse der Gemeinschaft durchführen. Die Einführung des Euros erfolgt danach fast automatisch, sobald die Konvergenzkriterien eingehalten werden. Nach dem Erreichen der Kriterien bedarf es nur noch einer Zustimmung des EZB-Rates. Welche allerdings als reine Formalität gilt. 2 Somit könnte im Jahr 2006 der Kreis der teilnehmenden Staaten der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) 3 sich um bis zu 10 Länder erweitern. Weiterhin ist eine Teilnahme der bereits heutigen drei EU-Staaten, Vereinigtes Königreich, Dänemark und Schweden an der EWWU in den nächsten Jahren möglich. Diese drei Staaten besitzen nach den Verträgen von Maastricht eine Option jederzeit der EWWU beizutreten. Weitere Beitrittskandidaten der EU sind noch die Länder Bulgarien und Rumänien. Ein Beitritt der beiden Staaten gilt in den nächsten Jahren als wahrscheinlich. Durch die oben geschilderte Erweiterung der Währungsunion wird die Gruppe der teilnehmenden Länder im Hinblick auf den wirtschaftlichen Entwicklungsstand viel heterogener werden. Dieses erkennt man recht schnell, indem man die zwölf EU-Beitrittskandidaten des nächsten Jahres genauer betrachtet. Das durchschnittliche Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner beträgt in diesen Staaten nicht einmal ein Drittel der heutigen EWWU-Staaten.
1 Im WK II wird ein Leitkurs zum Euro festgelegt. Gegenüber dem Leitkurs gibt es in beide
Richtungen eine Standardschwankungsbandbreite von 15 %.
2 Vgl. Wagner, H. (2003)
3 Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg,
Niederlande, Österreich, Portugal, Spanien,
1
Abbildung 1: BIP pro Kopf in KKS** für das Jahr 2002
*)1999 **)Kaufkraftstandards: Umrechnungsfaktoren, durch die die Preisniveauunterschiede
zwischen den einzelnen Ländern sowie Wechselkurseinflüsse ausgeschaltet werden.
Quelle: Eurostat (2003), Vierteljährliche Gesamtrechnungen - Erstes Quartal 2003 - Das BIP
der Beitrittskandidaten, Ausgabe 46/03, www.eu-datashop.de, eigene Darstellung
Selbst Slowenien, der Beitrittskandidat mit dem höchsten BIP pro Einwohner, liegt deutlich hinter dem Durchschnitt der heutigen EU-Staaten 1 . Im nächsten Kapitel zeige ich zunächst welche Auswirkungen die kommende Erweiterung der EWWU auf die gemeinsame Geldpolitik haben könnte. Dabei gehe ich einmal auf die Problematik der unterschiedlichen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sowie auf die Veränderung der Anzahl der Stimmberechtigten im EZB-Rat ein. Anschließend werde ich Möglichkeiten zur Lösung der Probleme aufzeigen und bewerten.
1 Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien,
Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal, Schweden, Spanien, Vereinigtes Königreich,
2
2. Proble me und Lösungen der EWWU-Erweiterung
2.1 Probleme der EWWU-Erweiterung
2.1.1 Zusammensetzung des EZB-Rates
Durch die Aufnahme der fünfzehn Staaten in den nächsten Jahren in die EWWU kommt es zu Auswirkungen auf die gemeinschaftliche Geldpolitik. Da das vorrangige geldpolitische Ziel der EZB die Einhaltung der Preisstabilität in Verbindung mit der Unterstützung der Wirtschaftspolitik in der EU ist (unter der Vorraussetzung, dass dieses nicht das Ziel der Preisniveaustabilität beeinträchtigt), wird sie versuchen die Geldpolitik anhand der wirtschaftlichen Gewichtung der für die heutigen EWWU-Staaten („In“-Region) und die Beitrittskandidaten („Out“-Region) bevorzugten Geldpolitiken auszurichten. 1 Die Entscheidung über die Europäische Geldpolitik wird im EZB-Rat getroffen, in dem das Direktorium mit sechs Sitzen und jedes Mitgliedsland mit den jeweiligen Präsidenten der nationalen Zentralbanken (NZB) vertreten ist. Der Rat beschließt mindestens zehnmal im Jahr die aktuelle Geldpolitik der EZB und gibt diese Entscheidung zur Ausführung an die NZBs weiter. Heute besteht der EZB-Rat aus 18 stimmberechtigten Mitgliedern. Für die
Abstimmungsregelungen des unreformierten EZB-Rats gelten folgende Bestimmungen: Mitglied sind jeweils die Präsidenten der NZBs, persönlich anwesende Mitglieder des EZB-Rates sind stimmberechtigt, jeder Stimmberechtigte besitzt eine Stimme „One Person - One Vote“ 2 . Durch die neuen Mitglieder wird sich die Anzahl der Stimmberechtigten im EZB-Rat von 18 bis auf 33 Stimmberechtigte erhöhen. Der Grundsatz, dass jeder anwesende Präsident eine Stimme besitzt, wirkt sich auf das relative Gewicht der Stimmen des Direktoriums und der bereits heute an der EWWU beteiligten Länder aus.
2.1.2 Modelltheoretische Darstellung der Stimmrechtsveränderung Die Auswirkungen auf die Stimmrechte im EZB-Rat lassen sich modelltheoretisch betrachten. 3
In diesem Modell stellt sich das Stimmengewicht für die Entscheidung der
Geldpolitik π ~ im EZB Rat folgendermaßen dar.
1 Vgl. EZB (2002) Kapitel 2 Absatz 2
2 Vgl. EZB (1999) S. 55-63
3 Vgl Berger, H. (2002) S.18-24
3
Arbeit zitieren:
Sascha Lerchl, 2003, Auswirkungen der EWWU-Erweiterung auf die europäische Geldpolitik, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion - ein Überblick
Hausarbeit, 19 Seiten
Die Deutschlandpolitik 1963-1969
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Seminararbeit, 33 Seiten
Jura - Europarecht, Völkerrecht, Internationales Privatrecht
Wissenschaftlicher Aufsatz, 24 Seiten
Braucht Europa eine Verfassung?
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Die Westintegration Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Seminararbeit, 22 Seiten
Sollten Vermögenspreise in der geldpolitschen Strategie oder der Zielf...
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Hausarbeit, 20 Seiten
Der deutsch-französische Freundschaftvertrag. Hintergründe - Entstehun...
Politik - Internationale Politik - Thema: Deutsche Außenpolitik
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Ein Ansatz zur Begründung der Revolution von 1848
Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus
Hausarbeit, 15 Seiten
Sascha Lerchl's Text Auswirkungen der EWWU-Erweiterung auf die europäische Geldpolitik ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sascha Lerchl hat den Text Auswirkungen der EWWU-Erweiterung auf die europäische Geldpolitik veröffentlicht
Sascha Lerchl hat einen neuen Text hochgeladen
Die Rechtsstaatlichkeit in der Erweiterungs-, Entwicklungs- und Nachba...
Entwicklung einer European Rul...
Katharina Ludwig
Auswirkungen des Internet-Handels auf Shopping-Center
Eine empirische Analyse zu den...
Tobias Wengler
Auswirkungen der demographischen Entwicklung auf deutsche Wohnimmobili...
Katharina Tilleczek
Die Auswirkungen der neuen Abgeltungssteuer auf die Steuerbelastung vo...
Eine kritische Betrachtung mit...
Ulrich Kleining
0 Kommentare