Inhaltsverzeichnis II
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis. IV
1 Thema und Problemstellung. 1
2 Das Armutsverständnis. 2
2.1 Armut als multidimensionales Phänomen. 2
2.2 Absolute und relative Armu t. 3
2.3 Definition von Entwicklungsländern. 4
3 Indikatoren zur Messung von Armut und Entwicklung. 4
3.1 Definition von Entwicklungsindikatoren. 5
3.2 Wirtschaftliche Entwicklungsindikatoren. 5
3.2.1 Das Pro-Kopf-Einkommen 5
3.2.2 Verteilungsindikatoren 6
3.2.2.1 Indikatoren zur Messung personeller Verteilungsstrukturen. 6
3.2.2.2 Indikatoren zur Messung absoluter Armut 6
3.3 Aggregierte Entwicklungsindikatoren. 9
3.4 Allgemeine Probleme bei der Messung von Armut. 10
3.5 Die Bedeutung des Maßstabs. 10
4 Die Entwicklung der Armut 11
4.1 Die Entwicklung der Einkommensarmut. 11
4.2 Die Entwicklung der menschlichen Armut. 12
4.3 Disparitäten zwischen Ländern, Regionen und Bevölkerungsgruppen 13
4.4 Rückschläge in der Entwicklung in den 1980er Jahren. 14
5 Zusammenhang von Armut und Wirtschaftswachstum. 14
5.1 Die Debatte über Wirtschaftswachstum, Armut und Einkommensverteilung. 14
5.1.1 Die Kuznets-Hypothese (1955) 15
5.1.2 Empirische Befunde. 16
5.2 Entwicklungspolitische Strategien im Zeitverlauf 17
6 Schlussbetrachtung und Ausblick. 18
Anhang V
Literaturverzeichnis XI
Abkürzungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis
BSP Bruttosozialprodukt GDI Gender-related Development Index GNP Gross national product (Bruttosozialprodukt) HDI Human Development Index HPI Human Poverty Index KKP Kaufkraftparitäten PKE Pro-Kopf-Einkommen PPP Purchasing Power Parity (Kaufkraftparitäten) UNDP United Nations Development Programme
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Die Kuznets’sche U-These.
Abb. 2: Kategorisierung der Welt nach Einkommen
Abb. 3: Einkommensarmut der Regionen 1987-1998
Abb. 4: Armutsentwicklung in den Regionen 1987-1998.
Abb. 5: Wo die Armen der Entwicklungsländer leben.
Abb. 6: Relative Einkommensarmut der Regionen 1987-1998
Abb. 7: Entwicklungen in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Einkommen 1970-2000
Abb 8: Disparitäten zwischen Stadt und Land 1990
1. Thema und Problemstellung 1
1 Thema und Problemstellung
Die Grundidee entwicklungspolitischer Bemühungen war seit jeher eine Minderung der Armut in der Welt. So ist die weltweite Halbierung extremer Einkommensarmut bis 2015 beispielsweise eines der Ziele, das sich die Vereinten Nationen auf dem Millenniumsgipfel im September 2000 gesetzt haben.
Um Armut bekämpfen zu können, erfordert es eines umfassenden Ansatzes, da sie sich in den unterschiedlichsten Facetten äußert. Entsprechend der Vielzahl von Dimensionen, in denen sich Armut äußert, gibt es auch eine Vielzahl von Indikatoren zu ihrer Bestimmung. Den unterschiedlichen Messkonzepten liegen unterschiedliche Verständnisse von Armut zugrunde, die nicht zu jeder Zeit identisch waren. Interessant ist es deshalb zu untersuchen, wie sich das veränderte Verständnis von Armut auf Messkonzepte und entwicklungspolitische Auffassungen und Zielsetzungen in den letzten Jahrzehnten ausgewirkt hat.
Aber nicht nur hinsichtlich ihrer Ausprägungen, sondern auch bezüglich ihrer Ursachen, Entstehung und Entwicklung gibt es eine Vielzahl von relevanten Faktoren. Wichtig scheint an dieser Stelle die Untersuchung der Bedeutung des Wirtschaftswachstums als Einflussgröße sowohl auf die Armutsentwicklung als auch auf die Einkommensverteilung. Ziel dieser Arbeit ist es, die regionale Struktur und Entwicklung der Armut darzulegen. Sie soll die unterschiedlichen Dimensionen der Armut aufzeigen, verschiedene Messkonzepte vorstellen, die regional und sozial differenzierte Armutsentwicklung unter Beachtung der zugrunde ge legten Messkonzepte darlegen und außerdem den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Armutsentwicklung beleuc hten.
Als Einstieg in die Thematik wird in Kapitel 2 zunächst auf das Armutsverständnis und seine Dimensionen eingegangen. Kapitel 3 legt die Vorgehensweisen bei der Bestimmung des Ausmaßes der Armut dar und erörtert einhergehende Schwierigkeiten. Kapitel 4 beha ndelt die Entwicklung der Armut in der Welt im Zeitverlauf während der letzen vier Jahrzehnte. Im Anschluss wird im Kapitel 5 der Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Armut sowohl theoretisch als auch empirisch näher untersucht.
Um einen Überblick über die Entwicklung der Armut zu erhalten, werden in dieser Arbeit die Entwicklungsländer in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Denn schließlich findet man hier den größten Teil der von Armut Betroffenen in der Welt.
2. Das Armutsverständnis 2
2 Das Armutsverständnis
2.1 Armut als multidimensionales Phänomen
Will man Armut definieren, so wird einem bald bewusst, dass sie keine verbindliche aussagekräftige Definition zulässt. Sie ist heute als ein multidimensionales Phänomen zu verstehen, wurde allerdings nicht zu jeder Zeit als solches definiert. Da Zielsetzungen in der Entwicklungspolitik eng am Armutsverständnis anknüpfen, bedeuten unterschiedliche Verständnisse von Armut zwangsläufig auch unterschiedliche Schwerpunkte bei den entwicklungspolitischen Maßnahmen, auf die zu einem späteren Zeitpunkt vertiefend eingegangen wird. So stand anfangs ein rein ökonomisches Verständnis von Armut im Vordergrund, bei dem diese hauptsächlich über ein geringes Einkommen definiert wurde (Durth/Körner/Michaelowa 2002, S. 7 f.).
Mittlerweile wird Armut als multidimensionales Phänomen verstanden, das nicht nur durch das Einkommensniveau und die Erfüllung der Grundbedürfnisse, sondern darüber hinaus auch durch Sicherheit und persönliche Einflussmöglichkeiten (empowerment) bestimmt wird. Die ökonomische Dimension, das heißt der Mangel an Konsum- und Einkommensmöglichkeiten, ist nur eine unter verschiedenen, sich gegenseitig beeinflussenden Komponenten der Armut. Armut ist folglich als Mangel an Lebenschancen zu verstehen und ist das Ergebnis wirtschaftlicher, politischer und sozialer Prozesse (Weltbank 2000, S. 1 ff.). Damit beinhaltet Armutsbekämpfung entsprechend die Gewährleistung grundlegender Freiheiten und die Eröffnung neuer Chancen für die Armen in einer Vielzahl unterschiedlicher Bereiche. Dieses Verständnis von Armut ist eng verwandt mit der Definition von Entwicklung. Während früher Entwicklung als notwendige Bedingung für Armutsbekämpfung betrachtet wurde, erscheint heute die Überwindung von Armut, verstanden an wesentlichen Fähigkeiten, Cha ncen und Freiheiten, als notwendige Bedingung von Entwicklung (Durth/Körner/Michaelowa 2002, S. 8 f.). Dimensionen der Armut
Die ökonomische Dimension der Armut ist - wie bereits dargelegt - nur eine unter vielen. Eine weitere Armutsdimension stellt die so genannte menschliche Armut dar. Sie umfasst Mängel in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährung.
2. Das Armutsverständnis 3
Hinzu tritt die politische Dimension der Armut, bei der es um Mängel bei den politischgesellschaftlichen Grundbedürfnissen geht. Dazu gehören politische Freiheiten und Einflussmö glichkeiten (Weltbank 2000, S. 16 ff.).
Die schutzbezogene Dimension der Armut umfasst Wehrlosigkeit gegenüb er innerer und äußerer Bedrohung. Mangelnde Sicherheit kann unter anderem durch Krankheiten, Ernteausfä lle, Preisschocks, interfamiliäre Gewalt, Naturkatastrophen und Krieg ausgelöst werden (Durth/Körner/Michaelowa 2002, S. 13 ff.).
Nicht zu vernachlässige n ist auch die soziokulturelle Dimension der Armut. Diese geht von der positiven Bedeutung des sozialen Zusammenhalts und der sozialen Beziehungen innerhalb menschlicher Gemeinschaften für den Einzelnen aus. Soziokulturelle Armut ist gekennzeichnet durch fehlende Akzeptanz innerhalb einer sozialen Gemeinschaft und durch die fehlende Möglichkeit zur Partizipation in dieser Gruppe. Die soziokulturelle Komponente der Armut ist deshalb eng verwandt mit dem Konzept des sozialen Ausschlusses (Durth/Körner/Michaelowa 2002, S. 26).
2.2 Absolute und relative Armut
Bei einer Analyse von Armut kann zwischen absoluter und relativer Armut unterschieden werden.
Von relativer Armut wird gesprochen, wenn Untersuchungseinheiten im Vergleic h zu näher zu spezifizierenden anderen Untersuchungseinheiten „arm“ sind. Zudem berücksichtigt das Konzept der relativen Armut, dass Armut vom gesellschaftlichen Umfeld, das heißt insbesondere auch vom Einkommen der anderen Mitglieder der Gesellschaft, mitbestimmt wird (Durth/Körner/Michaelowa 2002, S. 15).
Dagegen charakterisiert absolute Armut ausschließlich die Situation der jeweiligen Untersuchungseinheit, ohne Vergleiche zu anderen anzustellen. Unter absoluter Armut versteht man einen Zustand, bei dem die Betroffenen nicht in der Lage sind, die zur Sicherung ihres Existenzminimums erforderlichen Grundbedürfnisse zu befriedigen (Hemmer 2002, S. 5). Absolute Armut kann darüber hinaus weiter differenziert werden. Ist die physische Subsistenz (ausgedrückt durch Nahrung, Kleidung, Obdach) von Menschen nicht gewährleistet, dann spricht man speziell von primärer (absoluter) Armut. „Ein Ausschluss von der Teilnahme am gesellschaftlich üblichen Leben“ hingegen oder, anders ausgedrückt, das Nicht-Erreichen eines konventionellen sozialen und kulturellen Existenzminimums bezeichnet man hingegen als sekundäre (absolute) Armut. Diese Art der Charakterisierung von Armut knüpft am Begriff der Grundbedürfnisse an. Danach werden Menschen für „arm“ gehalten, deren materie lle oder
3. Indikatoren zur Messung von Armut und Entwicklung 4
immaterielle Mindest- bzw. Grundbedürfnisse nicht befriedigt werden (Schubert 1994, S. 13 f.).
2.3 Definition von Entwicklungsländern
Der Armutsbegriff steht in engem Zusammenhang mit der Definition von Entwicklung. Da die Entwicklungsländer im Fokus dieser Arbeit stehen, soll zunächst auf ihre Definition eingegangen werden. Die Entdeckung der heute überwiegend als Entwicklungsländer bezeichneten Länder als Objekt wissenschaftlicher Analysen begann faktisch Ende der 1940er Jahre. Unterentwicklung bezeichnet sprachlich einen Zustand der Entwicklung unterhalb einer Norm. Vom Grundsatz her versteht man unter Entwicklungsländern jene Länder, deren bislang erreichter Lebensstandard hinter den meist als Vorbild angesehenen Lä ndern Nord-, West-, Mittel- und Südeuropas, Nordamerikas und Ozeanien (Japan, Australien, und Neusee-land) zurückgeblieben ist (Hemmer 2002, S. 5). Dies ist eine Definition im relativen Sinn. Das Interesse beschränkt sich allerdings nicht auf diese relative Schlechterstellung. Von besonderer Bedeutung sind vielmehr die absoluten Lebensbedingungen der Bevölkerung vieler Länder, die durch eine umfangreiche absolute physische und psychische Armut gekennzeichnet ist (Hemmer 2002, S. 5).
Die Weltbank beispielsweise nimmt eine Kategorisierung aller Länder anhand des Kriteriums „BSP pro Kopf“ vor und unterscheidet dabei zwischen den „Ländern mit niedrigem Einkommen“ (755 $ oder weniger im Jahre 1999), den „Ländern mit mittlerem Einkommen“ (756 $ bis 9.265 $) und den „Ländern mit hohem Einkommen“ (9.266 $ oder mehr), den Industrieländern (Abb. 2, Anhang) (Weltbank 2000, S. 271).
3 Indikatoren zur Messung von Armut und Entwicklung
Für die Bestimmung von Art und Ausmaß der Armut sind generell drei Analyseinstrumente von besonderer Bedeutung, nämlich 1) Armutslinien oder -grenzen, 2) Armutsprofile sowie 3) die Armutsindikatoren.
Armutslinien bzw. -grenzen trennen die Armen von den Nicht-Armen. Armutsprofile kennzeichnen die Charakteristika von Armen näher, und Armutsindikatoren sollen einen Gesamteindruck von Lebensstandard, Einkommen und sozialen Bedingungen von Armen vermitteln. Mit Hilfe aller drei genannten Instrumente können Momentaufnahmen der Armut für Individuen, Gruppen oder Länder oder auch Vergleiche zwischen Gruppen und Ländern bzw. Vergleiche im Zeitablauf angestellt werden (Schubert 1994, S. 14). Besonderes Augenmerk liegt im Folgenden auf den Armutsindikatoren.
Arbeit zitieren:
Nicola Ahlert, 2003, Regionale Struktur und Entwicklung der Armut, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP)
VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Hausarbeit, 25 Seiten
Urbanisierung in Entwicklungsländern - Eine problemorientierte Perspek...
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Hausarbeit, 14 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Handelsliberalisierung und Armut. Theoretische Zusammenhänge und empir...
VWL - Fallstudien, Länderstudien
Hausarbeit (Hauptseminar), 35 Seiten
Protestantischer Fundamentalismus in der USA und sein Einfluss auf die...
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Wirtschaftlicher Länderbericht Indien
Indiens Wirtschaft und Stellun...
VWL - Fallstudien, Länderstudien
Seminararbeit, 32 Seiten
Agrarstrukturen in Niederschlesien bzw. Polen im Kontext der Transform...
Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie
Seminararbeit, 17 Seiten
Die EU-Agrarmarktpolitik nach der EU-Osterweiterung
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Seminararbeit, 33 Seiten
Die Rückkehr Chinas nach Afrika - Chinas aktuelles Engagement in Afrik...
Diplomarbeit, 112 Seiten
Diversität in Indien (Länderanalyse)
Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Inklusion und Exklusion von Flüchtlingen in Deutschland
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Das Wesen der Europäischen Außenpolitik und die Bedeutung von Macht un...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Seminararbeit, 23 Seiten
Strukturen der indischen Gesellschaft - Sozio-ökonomische Problemfelde...
Politik - Internationale Politik - Region: Südasien
Seminararbeit, 18 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Max Weber - Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Hausarbeit, 19 Seiten
Nicola Ahlert hat den Text Regionale Struktur und Entwicklung der Armut veröffentlicht
Nicola Ahlert hat einen neuen Text hochgeladen
Struktur, Entwicklung und Förderung von Lesekompetenz
Vertiefende Analysen im Rahmen...
Ulrich Schiefele, Cordula Artelt, Wolfgang Schneider, Petra Stanat
Regional Governance und integrierte ländliche Entwicklung
Ergebnisse der Begleitforschun...
Michael Böcher, Max Krott, Sebastian Tränkner
Armut überwinden durch Soziale Marktwirtschaft und Mittlere Technologi...
Ein Strategieentwurf für Entwi...
Hans-Gert Braun
Wien - Städtebauliche Strukturen und gesellschaftliche Entwicklungen
Heinz Fassmann, Gerhard Hatz, Walter Matznetter
Abschlussprüfung Englisch. English G 21. 10. Schuljahr. Regionale Schu...
Arbeitsheft mit Lösungsheft un...
David Christie, Chris Caridia
Regionale Schule 2012 Englisch. Mittlere Reife. Mecklenburg-Vorpommern
Abschluss-Prüfungsaufgaben mit...
0 Kommentare