INHALTSVERZEICHNIS
1. Vorwort
2
2. Wirtschaftliche Situation/Ausländische Arbeiter in
Deutschland , 1939 bis 1945
3
3. Das Volkswagenwerk
3
4. Ausländerbeschäftigung im Volkswagenwerk
5
4.1. Italiener 6
4.2. Franzosen 8
4.3. Niederländer 9
4.4. „Ostarbeiter“ 11
5. Vergleich
1
1. Vorwort
Die Kriegsjahre 1939 bis 1945 werden immer ein entscheidender Einschnitt in die deutsche Geschichte sein. Sie haben sowohl das wirtschaftliche und politische als auch das humanistische Bild in Deutschland geprägt. Eine wichtige Rolle in dem Zusammenspiel von staatlicher und betrieblicher Machtausübung spielen hierbei die ausländischen Arbeitskräfte, die einerseits unentbehrlich für Deutschland im Hinblick auf das Vorantreiben der Rüstungsproduktion waren, aber andererseits unter dem nationalsozialistischen Regime Hitlers mit Hilfe der einzelnen Unternehmen ausgebeutet und gepeinigt wurden. Eines der bedeutendsten Arbeitgeber dieser Zeit war das Volkswagenwerk, das mit seiner Grundsteinlegung Ende Mai 1938 in der „Stadt des KdF-Wagen“ (heutiges Wolfsburg) auf Anordnung Hitlers zu einer „vorbildlichen deutschen Arbeiterstadt“ und zu einer „Lehrstätte aus der Stadtbaukunst sozialer Siedlungen“ 1 heranwachsen sollte. Die vorliegende Arbeit betrachtet daher aufgrund der Bedeutung des VW-Werks im Dritten Reich die in diesem Unternehmen beschäftigten ausländischen Arbeitern in den Jahren 1938 bis 1945. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage nach den Lebensverhältnissen der ausländischen Zwangsarbeiter. Es wird ein Vergleich angestellt, inwiefern sich die Arbeits- und Lebensbedingungen der verschiedenen Nationalitäten im VW-Werk unterschieden.
Hierzu wird wie folgt vorgegangen: Zunächst soll ein Einblick in die wirtschaftliche Situation in Deutschland im Dritten Reich gegeben werden. Es wird die Arbeitsmarktlage dargestellt und aufgezeigt, wie mit dem Problem des Abzugs männlicher deutscher Arbeiter aus den Unternehmen zum Zwecke des Einsatzes bei der Wehrmacht umgegangen wurde. Daran anschließend wird zum besseren Verständnis des Lesers auf die Stellung des Volkswagenwerkes in der Wirtschaft eingegangen. Es wird kurz die Bedeutung des Werkes für das NS-Regime herausgestellt und der Wandel des Automobilherstellers zu einem der größten Rüstungsunternehmen dargelegt. Der Hauptteil widmet sich schließlich dem Einsatz ausländischer Arbeiter im Volkswagenwerk. Hier wird zunächst eine Einführung gegeben, auf welche Weise die ausländischen Arbeiter zum Zwecke des Arbeitseinsatzes in Deutschland und im Volkswagenwerk rekrutiert wurden und welche die bedeutendsten Nationalitäten im Volkswagenwerk waren. In einem weiteren Schritt wird auf die einzelnen Aus- 1 K.-J.Siegfried, Das Leben der Zwangsarbeiter im Volkswagenwerk 1939 - 1945, Frankfurt/Main
(u.a.), 1988, S. 88
2
ländergruppen im Hinblick auf die im Volkswagenwerk vorgefundenen Arbeits- und Lebensbedingungen eingegangen.
Abschließend werden die Unterschiede in den Lebensbedingungen kurz herausgestellt, die sich bei dem Vergleich der Analyse ergeben.
2. Wirtschaftliche Situation/Ausländische Arbeiter in Deutschland, 1939 bis 1945
In Deutschland herrschte zwar im Jahr 1939 noch Vollbeschäftigung 2 , jedoch änderte sich dies rasant mit Kriegsbeginn, da die männliche Bevölkerung in Massen zum Wehrdienst verpflichtet wurde und somit die - damals noch überwiegend in Männerhand befindliche - Arbeiterschaft den Firmen nicht mehr zur Verfügung stand. Rund 11 Mio. Männer wurden im Frühjahr 1939 einberufen; zum Kriegsschluss umfasste die Einberufung zur Wehrmacht 45% aller männlichen Beschäftigten. 3 Es musste also eine Lösung gefunden werden, damit die Produktion nicht dem Stillstand unterworfen war; insbesondere vor dem Hintergrund, da der Staat ein großes Interesse daran hegte, die Produktion der Kriegswaffen nunmehr auf die verschiedenen Konzerne, und so auch auf das Volkswagenwerk, zu verlagern bzw. auszuweiten. Die NS-Machthaber versuchten das Problem des Arbeitermangels dadurch in den Griff zu bekommen, indem sie auf die erforderlichen Arbeitskräften in den besetzten und auch befreundeten Ländern zurückgriffen. Infolge dessen fand in den Jahren 1939 bis 1945 der größte Einsatz ausländischer Arbeitskräfte in der deutschen Wirtschaft seit dem Ende der Sklaverei im 19. Jahrhundert statt. In Scharen wurden Fremdarbeiter verschleppt und Zwangsarbeiter rekrutiert. Zum Ende des Krieges waren im „Großdeutschen Reich“ 7,8 Mio. ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene und rund 500.000 meist ausländische KZ-Häftlinge zu verzeichnen, was einem Ausländeranteil der in der Wirtschaft beschäftigten Arbeiter und Angestellten von ca. 30 % ausmachte. 4
2 K.-J. Siegfried (1988), S. 26
3 F.-W. Henning, Das industrialisierte Deutschland 1914 bis 1992, 9. Auflage, Schöningh, 1997
4 Bade, Deutsche im Ausland, Fremde in Deutschland, 2. Auflage, München, 1992, S. 354
3
3. Das Volkswagenwerk
Das Volkswagenwerk entstand aus der Idee Hitlers, ein Auto zu schaffen, das auch für die breite Bevölkerungsmasse erschwinglich ist. Dies geht unter anderem aus einer Rede Hitlers während der Grundsteinlegung des Volkswagenwerkes am 26.05.1938 hervor:
„Der Kraftwagen muss also aufhören, ein Instrument einziger Zehn- oder selbst Hunderttausende vom Glück besonders bevorzugter Menschen zu sein. Er muss werden zu einem Volksverkehrsmittel. [...]“ 5
Natürlich war dies nicht das einzige Ziel des Diktators. Es sollte vielmehr dazu dienen, den Menschen Glauben zu machen, dass das Regime auch in der Lage ist, soziale Leistungen für die arbeitenden Schichten zu erbringen, und Hitlers Ideologie eines gemeinsamen Volkes, in dem es eine Klassentrennung nicht geben sollte, untermauern, was in seiner Rede deutlich wird, in der es weiter heißt:
„ [...] Damit wird dann auch noch etwas erreicht, nämlich der Kraftwagen hört auf, ein klassentrennendes Instrument zu sein, er wird ein allgemeines Volksverkehrsinstrument.“ 6
Dieses Volksverkehrsmittel sieht Hitler in dem von Ferdinand Porsche entwickelten Käfer und so entsteht am 28.05.1937 die „Gesellschaft zur Vorbereitung des Deutschen Volkswagens mbH“ (welche am 16.09.1938 in „Volkswagen GmbH“ umbenannt wurde). Am 26.05.1938 beginnt sodann der Bau des Volkswagenwerkes in der „Stadt des KdF-Wagens“ 7 , das fortan von Hitler als Vorbildcharakter in der deutschen Wirtschaft propagiert wird. 8
Der Sinn und Zweck des Werkes, nämlich die Herstellung von Automobilen, blieb nicht lange erhalten. So lag schon ein halbes Jahr später, also fast ein Jahr vor Kriegsausbruch, im Reichsluftfahrtministerium ein Konzept zur Verwendung des
5 K.-J. Siegfried (1988), S. 9
6 K.-J. Siegfried (1988), S. 9
7 heutiges Wolfsburg
8 vgl. hierzu: K.-J. Siegfried (1988), S. 88
Arbeit zitieren:
Tanja Schwabe, 2003, Arbeiter im Volkswagenwerk im Dritten Reich - Ein Vergleich der Lebensverhältnisse ausländischer Nationalitäten, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Comparing Euroscepticism in Poland and the Czech Republic
Politik - Internationale Politik - Region: Osteuropa
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Untersuchungen der deutschen Mediendebatten um den möglichen EU-Beitri...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Forschungsarbeit, 55 Seiten
Das Priming-Konzept in 'Agenda-Building, Agenda-Setting, Priming, ...
Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
Hausarbeit, 16 Seiten
Die Entwicklung des Volkswagen-Werkes 1937-1945
Unter besonderer Berücksichtig...
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Hausarbeit, 14 Seiten
The sovereignty versus intervention dilemma: The challenge of conflict...
Politik - Internationale Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
Wissenschaftlicher Aufsatz, 21 Seiten
Vom souveränen Staat zum neuen Mittelalter?
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 17 Seiten
How is Constructivism Needed to Explain the Enlargement of the Europea...
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Seminararbeit, 14 Seiten
Medien und Politik - Zur Formung und Bedeutung der Öffentlichen Meinun...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 27 Seiten
Hobbes und Rousseau: Der Vertragsschluss als staatsbegründendes Moment...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 21 Seiten
Die Darstellung wissenschaftlichen Wissens- ein kritischer Diskurs-
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Der Einfluss der 'Israel-Lobby' auf die Außenpolitik der USA
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit, 28 Seiten
Die Euro-Mediterrane Partnerschaft vor und innerhalb der ENP
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit (Hauptseminar), 28 Seiten
EU-Beitritt der Türkei: Die Dimensionen der Diskussion
Politik - Internationale Politik - Thema: Europäische Union
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Die Wechselbeziehungen von Politik und Medien
Politik - Internationale Politik - Thema: Sonstiges
Seminararbeit, 13 Seiten
Das Verhältnis von Politik und Moral bei Machiavelli
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 21 Seiten
Tanja Schwabe's Text Arbeiter im Volkswagenwerk im Dritten Reich - Ein Vergleich der Lebensverhältnisse ausländischer Nationalitäten ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Tanja Schwabe hat den Text Arbeiter im Volkswagenwerk im Dritten Reich - Ein Vergleich der Lebensverhältnisse ausländischer Nationalitäten veröffentlicht
Tanja Schwabe hat einen neuen Text hochgeladen
Bertolt Brecht's Furcht Und Elend Des Dritten Reiches: A German Exile ...
Ann White, John J. White
Rüstung, Kriegswirtschaft und Zwangsarbeit im "Dritten Reich"
Im Auftrag von MTU Aero Engine...
Andreas Heusler, Mark Spoerer, Helmuth Trischler
Die Dresdner Bank im Dritten Reich 1 - 4
Bd. 1: Die Dresdner Bank in de...
Johannes Bähr, Klaus-Dietmar Henke, Harald Wixforth
Rechtsstaatsbegriffe im Dritten Reich
Eine Strukturanalyse
Knut Wolfgang Nörr, Joachim Rückert, Bernd Rüthers, Michael Stolleis, Christian Hilger
Das Bild der NS-Herrschaft in den Memoiren führender Generäle des Drit...
Eine kritische Untersuchung
Michael Bertram
0 Kommentare