Inhaltsverzeichnis
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1. Was ist und was soll Sachunterricht? 1
1. 1. Auflistung einiger Definitionsansätze 1
1. 2. Was sagt der Strukturplan für das Bildungswesen von 1970 zum
Sachunterricht ? 1
1. 3. Was sagt die Kultusministerkonferenz von 1970 zum Sachunterricht? 2
2. Die Ablösung der Heimatkunde und die Entwicklung eines neuen
Sachunterrichts in einer veränderten Grundschule 1969- 1984 4
2. 1. Wie kam es zur Ablösung der Heimatkunde durch den Sachunterricht? 4
2. 2. Die Unterschiede zwischen Heimatkunde und Sachunterricht 6
2. 3. Nähere Erläuterungen einiger Aspekte des Sachunterrichts 7
2. 3. 1. Welche Veränderungen mussten zur Umsetzung eines
wissenschaftsorientierten Sachunterrichts
vorge nommen werden? 7
2. 3. 2. Wissenschaftsorientierter oder kindorientierter Sachunterricht? 8
2. 3. 3. Vom geschlossenen Curriculum zum offenen Unterricht 10
2. 3. 4. Was ist entdeckendes Lernen’? 11
2. 3. 5. Integration statt Aufsplitterung 11
2. 3. 6. Vom einseitig kognitiven zu einem mehrdimensionalen
pers önlichkeitsintegrativen Ansatz 12
3. Theorie der individuellen Optimalförderung im Sachunterricht 13
3. 1. Anlage oder Umwelteinfluss? 13
3. 2. Begabung durch Lernen 13
3. 3. Reifen und Lernen 13
3. 4. gezielte Bildungsförderung 14
3. 5. optimale Passung 14
3. 6. Jean Piagets Bedeutung für die Sachunterrichtsdidaktik 14
3. 6. 1. Stufen der kognitiven Entwicklung 14
3. 6. 2. Stufen der moralischen Entwicklung 15
3. 7 Altersplacierung sachunterrichtliche r Lernziele 15
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3. 8. Förderung der Lernmotivation 15 3. 9. lebenslanges Lernen 16
3.10. Sachunterricht und die kindlichen Bedürfnisse 16
4. Konzeptionen des Sachunterrichts 18
4. 1. strukturorientierter Sachunterricht - Kay Spreckelsen 18
4. 2. verfahrensorientierter Sachunterricht -Göttinger Arbeitsgruppe um Hans Tütken 19
4. 3. mehrperspektivischer Sach- und Grundschulunterricht-Reutlinger CIEL- Gruppe 20
4. 4. situationsorientierter Sachunterricht 21
4. 5. genetischer Sachunterricht - Martin Wagenschein u. a. 22
4. 6. generativer Sachunterricht - Ulrich Fiedler 22
4. 7. Dortmunder Modell einer Bereichsdidaktik für den naturwissenschaftlichmathematischen Grundschulunterricht und einer bereichsdidaktischen Lehrerausbildung - Wolfram Winnenburg 22
4. 8. Ansätze zu einem ‚schülerorientierten’ Sachunterricht -Jürgen Ziechmann und die Projektgruppe der Universität Bremen 23
4. 9. Ansätze zu einem aspekt- komplementären naturwissenschaftlichtechnischen Sachunterricht - Essener Arbeiten von Soostmeyer u. a. 23
5. eigene Stellungnahme und kritische Reflexion 24
6. Literatur verzeichnis 26 6. 1. Printinformationen 26 6. 2. Internetinformationen 28
7. Anlagen 29 Grafiken 1- 3 29
1. Was ist und was soll Sachunterricht?
„Grundschulsachkunde ist nicht ungefächerter Integrationsunterricht, ist aber auch noch nicht Fachunterricht, er ist Propädeutik des nachfolgenden Fächerunterrichts.“ (Kopp, 1970 c, Seite 169)
„Sachunterricht… ein situationsgemäßes, lernzielorientiertes und damit fachspezifisches Lehren und Lernen, und dies auf der Grundlage anschaulich konkreter Unterrichtsthemen.“ (Kopp, 1972, Seite 15)
„Der Sachunterricht der Grundschule führt die Kinder zu sachgemäßer Auseinandersetzung mit den Gegenständen ihres Erfahrungsraumes. Dabei weckt er ihr Interesse für fachlich ausgerichtete Fragestellungen und schafft die Voraussetzungen für den gefächerten Sachunterricht der weiterführenden Schulen.“
(Kopp, 1972, Seite 15, nach Kitzinger u. a., 1972- 73, Seite 205; zitiert nach Mitzlaff, 1985, Seite 1185)
„Sachunterricht ist ein wiss. strukturierter Unterricht, der den Gewinn fachlicher Ordnungssysteme anstrebt und den Heimatkundeunterricht der Grundschule abgelöst hat. Der S. bezieht seine Inhalte aus der Erdkunde, Biologie, Chemie, Physik, Geschichte und Verkehrserziehung. Die Gefahr des S.s. liegt darin, daß die Frage nach kindgemäßen Stoffen hinter die strukturspezifischen Grundgedanken der einzelnen Wissenschaften zurücktritt.“ (Böhm, 1982)
1. 2. Was sagt der Strukturplan für das Bildungswesen von 1970 zum Sachunterricht?
Der Strukturplan und auch davor liegende Prozesse, wie z. B. der zentrale Grundschulkongress 1969, der viele Lehrer und Erzieher erstmals mit den Reformideen konfrontierte, sorgten für die Verbreitung des Begriffs ‚Sachunterricht’. Der entscheidende
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Impuls ging jedoch vom Strukturplan des Deutschen Bildungsrates 1970 aus. Dieser sorgte für eine Unterrichtsdiskussion, die die ablaufenden Entwicklungsprozesse von der Heimatkunde zum Sachunterricht beeinflusste. Außerdem deutete er neue Denkansätze und Entwicklungsrichtungen an, die in der Bundesrepublik Deutschland entscheidende Wendungen mit sich brachten.
Zu diesen Ansätzen zählte unter anderem, dass man den bisherigen Gesamtunterricht als Sachunterricht neu gliedern wollte. Der Sachunterricht sollte zukünftig nämlich historischkulturelle, sozial- gesellschaftliche sowie naturwissenschaftlich- technische Inhalte mit einbeziehen.
Zur Umsetzung dieser Ziele war es notwendig, den Gesamtunterricht in einen vorfachlichen Unterricht in der 1. und 2. Klasse umzugestalten. Dabei sollte der Sachunterricht und die muttersprachliche Erziehung von einer Lehrerin übernommen werden. In der 3. und 4. Klasse löste der Sachunterricht dann endgültig die Heimatkunde ab.
(vergleiche Strukturplan des Bildungswesens, 1970)
1. 3. Was sagt die Kultusministerkonferenz für das Bildungswesen von 1970 zum Sachunterricht?
Auch die Kultusministerkonferenz (KMK) befürwortete einen vorfachlichen Unterricht in der gesamten Grundschulzeit.
Durch die stärkere „Eigengesetzlichkeit der Unterrichtsgebiete“ in der 3. und 4. Klasse wird der „Übergang […] zwischen der Stufe des Anfangsunterrichts und dem mit der 5. Klasse einsetzenden Fachunterric ht“ geschaffen (KMK, 1970, Seite 18). In den Empfehlungen wird aufgeführt, dass „durch Natur- und Sachbegegnung […] die Kinder angeleitet [werden], ihre Umwelt und die für sie bedeutungsvollen Lebenszusammenhänge bewusst zu erleben und zu erkennen. Dabei sind neben der Beobachtung und Pflege von Pflanzen und Tieren auch technische Erscheinungen und Vorgänge zu berücksichtigen, soweit sie vom Kinde schon erfasst werden können“ (KMK, 1970, Seite 6; Hansen/ Roth).
Deshalb war der Begriff ‚Sachunterricht’ in der Zukunft angemessener. Voraussetzung für diesen Unterricht waren eindeutig formulierte Lernziele. Die curricularen Lerninhalte mussten nach dem Bedeutungsinhalt für den Schüler sowie nach der Umsetzbarkeit im Unterricht ausgewählt werden. Im Unterricht war eine sachgerechte
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Bearbeitung der Inhalte genauso notwendig wie die Berücksichtigung der Wechselwirkung zwischen Lernbedürfnissen und Lernerfordernissen.
Dadurch wurde eine „propädeutische Vorleistung für die künftigen Unterrichtsfächer erbracht“ (KMK, 1970, Seite 20).
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2. Die Ablösung der Heimatkunde und die
Entwicklung eines neuen Sachunterrichts in
einer veränderten Grundschule 1969 - 1984
2. 1. Wie kam es zur Ablösung der Heimatkunde durch den Sachunterricht?
Verschiedene Kritikpunkte am Heimatkundeunterricht machten 1966 eine Revision dieses Unterrichts in Bezug auf Inhalt, Methode und Zielsetzung unumgänglich. Es gab drei Gründe, die die Entwicklung der Heimatkunde zum Sachunterricht vorantrieben. Erstens die ‚Bildungsoffensive’, die nicht zuletzt durch den so genannten ‚Sputnikschock’ hervorgerufen wurde, da die Angst vor einem großen Technologievorsprung des Ostens Überhand nahm (weltpolitischer Grund). Des Weiteren ein entwicklungspsychologischer Grund, der auf Bruners Hypothese zurückzuführen war: „Jedem Kind kann auf jeder Entwicklungsstufe jeder Lerngegenstand in einer intellektuell ehrlichen Form erfolgreich gelehrt werden. Es ist eine kühne Hypothese […] Es gibt kein Zeugnis, das dieser Hypothese widerspräche, jedoch bereits viele, die sie stützen.“ (Bruner, 1973, Seite 44)
Zuletzt auch noch ein bildungspolitischer Grund. Durch Vergleiche mit anderen Ländern, insbesondere den USA, war mehrfach der Bildungsnotstand bzw. die sich anbahnende Bildungskatastrophe verdeutlicht worden.
Man erkannte, dass die Heimatkunde den gegenwärtigen Bedürfnissen nicht genügte, weil man den Wandel des Begabungsbegriffs, der Hinwendung zur Wissenschaft und zur Leistungsschule wie auch der Prämisse des lebenslangen Lernens gerecht werden musste. Diese Voraussetzungen konnte die traditionelle Heimatkunde nicht erfüllen. Deshalb wurde als notwendige Weiterführung der Heimatkunde der vorfachliche Sachunterricht eingeführt.
Im Zuge dieser Reformanstöße kam es 1969 im Rahmen des Frankfurter Grundschulkongresses zur Formulierung eines ‚wissenschaftsorientierten’ Unterrichts in der ersten Generation der Sachunterrichtslehrpläne, der nach facheigenen Gesichtspunkten in die Bereiche Sozial- und Wirtschaftslehre, Geschichte, Erdkunde, Biologie, Chemie und
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Physik aufgegliedert wurde. In diesen Bereichen sollte eine Interpedenz von Sachkompetenz, Fachkompetenz, Sozialkompetenz, kommunikativer Kompetenz und kulturell- zivilisatorischer Kompetenz stattfinden, die die Ziele des Sachunterrichts konstituiert.
Zu dieser Zeit war Wissenschaftsorientierung jedoch noch stark durch „fach- bzw. fächerpropädeutische Differenzierung“ geprägt (vergleiche Mitzlaff, 1985, Seite 1188). Sowohl der ‚Strukturplan des Bildungswesens’ als auch die ‚Empfehlungen zur Arbeit in der Grundschule der Kultusministerkonferenz’ lieferten 1970 zwar Denkanstöße zur Notwendigkeit der Umstrukturierung von der Heimatkunde zum Sachunterricht, sie konnten aber beide keine revolutionären Veränderungen in der Weiterentwicklung des Sachunterrichts bewirken.
Erst die Diskussion verschiedener Sachunterrichtskonzeptionen von 1972 - 1977 führte zum Gleichgewicht zwischen Wissenschafts- und Kindorientierung, was eine zweite Generation der Lehrpläne erforderlich machte.
Im Gegensatz zur Orientierung an den herkömmlichen Schulfächern und der Fülle von Themen der ersten Generation, fand man in diesen Lehrplänen nur noch allgemeine Vorgaben, und es vollzog sich ein „Kurswechsel, der die didaktisch- curriculare Grundkonzeption [betraf] und von den fächerpropädeutischen und disziplinorientierten zu situationsorientierten, erfahrungsorientierten oder themenadditiven Ansätzen [führte]“ (Mitzlaff, 1985, Seite 1193; Hansen/ Roth).
Bereits in den 80er Jahren kam es aber schon wieder, bedingt durch den Einfluss grundschulpädagogischer Strömungen, zu einer „Öffnung des Unterrichts, Individualität der kindlichen Lernprozesse, Kindheit heute, situative Interessen“ und zur Rückbesinnung auf den Heimatbezug, „um [die] unmittelbare Lebenswelt der Kinder stärker zu akzentuieren“ (Internetseite http://www.dagmarwilde.de/sachunterricht/hkusu2.html, 2002; Hansen/ Roth).
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Arbeit zitieren:
Daniela Arend, 2003, Vom heimatkundlichen und volkstümlichen zum wissenschaftsorientierten Sachunterricht nach 1969, München, GRIN Verlag GmbH
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