Inhaltsverzeichnis
1. Zielsetzung und Beschränkungen der Arbeit 2
2. Über die Zielsetzungen schulischen Unterrichts 2
2.1. Der Bildungsauftrag der Schule: Lebensvorbereitung als Leitziel 2
2.2. Kennzeichnung des Allgemeinbildungsbegriffs 3
2.2.1. Der Allgemeinbildungsbegriff nach KLAFKI 3
2.2.2. Die Entwicklungsaufgaben im Jugendalter aus
entwicklungspsychologischer Sicht 5
2.3. Die doppelte Verbindlichkeit der Didaktik nach KLINGBERG 7
2.4. Der Begriff der Kompetenz - Realisierung der
Allgemeinbildungsforderung in ausgewählten deutschen 8
Schullehrpl änen
2.4.1. Der Bildungsauftrag im Lehrplan des Bundeslandes Nordrhein -
Westfalen 8
2.4.2. Das Kompetenzmodell im Lehrplan des Bundeslandes Thüringen 10
3. Die konkrete Umsetzung der Ziele von Schule 11
3.1. Betrachtung zieladäquater Formen des Unterrichts 11
3.2. Betrachtung offener Unterrichtsformen im Einzelnen 12
3.2.1. Wochenplanunterricht 12
3.2.2. Freie Arbeit 13
3.2.3. Projektunterricht 13
3.2.4. Stationslernen 13
3.2.5. Offener Unterricht 13
4. Schlussfazit 14
5. Literaturangabe 15
1
1. Zielsetzung und Beschränkungen der Arbeit
Diese Arbeit hat zum Ziel, die Notwendigkeit des Einsatzes von Formen offenen Unterrichts in der Schule didaktisch zu begründen. Dazu soll es zunächst Aufgabe sein, die Ziele schulischer Bildung klar und verbindlich zu formulieren. Anschließend soll untersucht werden, inwiefern sich diese Ziele in den direkten Arbeitsanweisungen von Lehrerinnen und Lehrern, den Lehrplänen, niederschlagen. Nun soll versucht werden, nach adäquaten Unterrichtsformen zu suchen, die der R ealisierung schulischer Bildungziele möglichst effektiv gerecht werden. Dabei geht diese Arbeit speziell auf die Möglichkeiten offener Unterrichtsformen ein.
Da die Arbeit nur einen sehr geringen Umfang haben soll, ist es speziell im Bereich der Findung der Zielsetzungen schulischen Unterrichts und der Untersuchung der Lehrpläne unmöglich, eine umfassende Erarbeitung anzubieten. Deshalb beschränke ich mich hier auf wenige Konzepte und untersuche lediglich die Lehrpläne zweier Bundesländer (Nordrhein -Westfalen und Thüringen). Auch die Auseinandersetzung mit den Formen offenen Unterrichts kann nicht erschöpfend sein.
2. Über die Zielsetzungen schulischen Unterrichts
2.1. Der Bildungsauftrag der Schule: Lebensvorbereitung als Leitziel
Über vielen Stunden- und Lehrplandiskussionen, Beratungen über Standards und fachliche Inhalte der Unterrichtsfächer wird sowohl von Seiten der Unterrichtstheoretiker als auch von Seiten der Lehrer viel zu selten die Besinnung auf die Grundzüge schulischen Lernens vollzogen. Vielen Lehrern fällt es schwer, auf die Frage, warum sie in gerade dieser Unterrichtsstunde gerade diesen Unterrichtsstoff auf genau diese Art und Weise vermitteln, klar zu beantworten. Ein Grund hierfür ist sicherlich, dass im schulischen Alltag kaum ein Lehrer über die Grundziele und -aufgaben der Institution Schule nachdenkt. Will man sich mit Unterrichtsdidaktik und geeigneten Formen des Unterrichts befassen, muss man sich also zunächst vergegenwärtigen, dass die Schule als „Erfindung“ der Aufklärung eine Einrichtung zur Lebensvorbereitung sein soll. Schule soll dem Lernenden bei seinem Versuch „sich aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit zu befr eien“ (KANT) helfend zur Seite stehen. Zwischen 1770 und 1830 hat sich durch große Denker wie Lessing, Herder
2
und Kant, Goethe und Schiller, Pestalozzi, Diesterweg und Fröbel, Schleiermacher, Herbart und Humboldt, Fichte und Hegel der Begriff „Bildung“ zu einem Zentralbegriff pädagogischen Denkens entwickelt und meint, wenn auch die unterschiedlichen Auslegungen und Schwerpunktsetzungen sehr stark differieren, immer die Vorbereitung der Schüler auf das Leben. Man muss sich also die Frage stellen, was Lebens vorbereitung für die Schüler, die heute unsere Schulen besuchen, meint. Pestalozzi und Humboldt sprechen in Zusammenhang mit dem Begriff „Bildung“ von der Entwicklung aller „Kräfte“ des Menschen. Will man also einen der Zielsetzung von Schule entsprechenden lebensvorbereitenden Unterrichtsentwurf konzepieren, muss man sich zunächst überlegen, welche „Kräfte“ der Schüler entwickelt werden müssen, um sie auf das Leben vorzubereiten.
Schnell erkennt man, dass die Vermittlung von Fachwissen nur einen kleinen Anteil des Spektrums der Lebensvorbereitung einnimmt. Schon die Aufklärung zeigt uns mit ihren Maximen wie „Lerne, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ auf, dass Lebensvorbereitung als Erziehung des mündigen Menschen in großem Maße auch Ausprägung vo n Selbstbestimmungsfähigkeit, Mitbestimmungsfähigkeit und
Solidaritätsfähigkeit (Grundfähigkeiten nach KLAFKI S.52) einschließen muss. Die individuelle Persönlichkeitsentwicklung steht demnach im Vordergrund aller didaktischer Bemühungen in der Schule. Um die Ziele schulischer Didaktik klarer formlieren zu können, möchte ich mich des Begriffs der Allgemeinbildung bedienen. Allgemeinbildung soll als die Zusammenfassung aller Fähigkeiten und Kenntnisse definiert sein, die der Mensch benötigt, um auf die Bewältigung seines Lebens ausreichend vorbereitet zu sein.
2.2. Kennzeichnung des Allgemeinbildungsbegriffs
2.2.1. Der Allgemeinbildungsbegriff nach KLAFKI
Bei der Definition von Allgemeinbildung, die ich meinen Überlegungen zugrunde legen möchte, halte ich mich vornehmlich an den Allgemeinbildungsbegriff nach KLAFKI. KLAFKI beschreibt drei Bedeutungsmomente oder Dimensionen der Allgemeinbildung, die ich im Folgenden kurz erläutern möchte:
1. Gegenstände und Methoden der Allgemeinbildung müssen für alle Lerner zugänglich und erfassbar sein und somit allen Lernern gleiche Chancen des Bildungserwerbs eingeräumt werden. „Bildung muss, wenn sie tatsächlich als demokratisches
3
Bürgerrecht und als eine Bedingung der Selbstbestimmung angesehen wird, Bildung für alle sein.“ (KLAFKI S.53). KLAFKI nennt diese Forderung Demokratisierung der Bildung.
2. Allgemeinbildung muss, „ […] sofern das Mitbestimmungs- und Solidaritätsprinzip konkret eingelöst werden soll, einen verbindlichen Kern des Gemeinsamen haben und insofern Bildung im Medium des Allgemeinen sein […].“ (KLAFKI S.53). Zu vermittelnde Unterrichtsinhalte müssen also Themen umfassen, die für alle Menschen von Relevanz sind („Schlüsselprobleme“). „Allgemeinbildung muss verstanden werden als Aneignung der die Menschen gemeinsam angehenden Frage- und Problemstellungen ihrer geschichtlich gewordenen Gegenwart und der sich abzeichnenden Zukunft […].“ (KLAFKI S.53). Unweigerlich folgt aus dieser Forderung das Problem, diese Inhalte verbindlich festlegen zu können. Zweifellos können jedoch einige zentrale gesellschaftliche Fragen sofort aufgezählt werden: Friedenserziehung, Umwelterziehung, Medienkunde, soziale Beziehungskunde und Gesellschaftskunde (nach KLAFKI S.56ff) müssen als Grundfragen unserer Gesellschaft verbindliche Inhalte eines allgemeinbildenden Unterrichts sein. Derartige Problemstellungen können unmöglich in ihrer Gesamtheit von den Lernern erfasst und keinesfalls umfassend im Unterricht behandelt werden. Vielmehr sollte die Auseinandersetzung mit diesen Schlüsselproblemen an exemplarischen Beispielen angestrebt werden, die auf die Aneignung von Einstellungen und Fähigkeiten abzielt, deren Bedeutung über den Bereich des jeweiligen Schlüsselproblems hinausreicht. KLAFKI hebt vier grundlegende Einstellungen und Fähigkeiten heraus:
3. Schulische A llgemeinbildung darf nicht einseitig sein. Sie muss, „sofern das Grundrecht auf die ‚freie Entfaltung der Persönlichkeit ’ gewährleistet werden soll, als
4
Arbeit zitieren:
Jens Junek, 2004, Begründung der Notwendigkeit des Einsatzes von offenen Unterrichtsformen aus der Sicht eines allgemeinbildenden didaktischen Unterrichtskonzepts, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Der Weg zu einer neuen Unterrichtspraxis: "der offenene Unterrich...
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Zwischenprüfungsarbeit, 27 Seiten
Realisierung von 'Offenem Unterricht' unter der Berücksichtigu...
Wissenschaftlicher Aufsatz, 28 Seiten
Unterrichtsstunde zum Thema "Märchen"
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 27 Seiten
Kreatives Schreiben in einer 1. Klasse: Die Lerngruppe soll anhand der...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 9 Seiten
Definition und pädagogische Le...
Seminararbeit, 18 Seiten
Die neue (soziale) Marktwirtschaft und deren Ordnungselemente
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Die fünf Sinne erfahren - Unterrichtsvorbereitung anlässlich eines bes...
Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)
Unterrichtsentwurf, 51 Seiten
Unterrichtsgestaltung zwischen Offenheit und Geschlossenheit - Gründe ...
Pädagogik - Allgemeine Didaktik, Erziehungsziele, Methoden
Zwischenprüfungsarbeit, 31 Seiten
Offener Unterricht - Definitionsansätze, verschiedene Ansätze (Freiarb...
Hausarbeit, 12 Seiten
Zur Kooperation von Jugendhilfe und Schule - Entwicklung, Rahmenbeding...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 22 Seiten
Bewegungslernen und Lerngeschichten im Lebensalltag
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Seminararbeit, 12 Seiten
Ordoliberalismus und Soziale Marktwirtschaft
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Märchen: Rotkäppchen - Prüfungslehrprobe in einer 5. Klasse im Fach De...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 27 Seiten
Ciceros Staatsverständnis - Res publica und populus im Dienste der Ger...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Seminararbeit, 18 Seiten
Autismus und soziale Integration - soziale und therapeutische Hilfeans...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 20 Seiten
Die Grundlagen der Bildungstheoretischen Didaktik und ihre Weiterentwi...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Hausarbeit, 25 Seiten
Jens Junek's Text Begründung der Notwendigkeit des Einsatzes von offenen Unterrichtsformen aus der Sicht eines allgemeinbildenden didaktischen Unterrichtskonzepts ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Jens Junek hat den Text Begründung der Notwendigkeit des Einsatzes von offenen Unterrichtsformen aus der Sicht eines allgemeinbildenden didaktischen Unterrichtskonzepts veröffentlicht
Jens Junek hat einen neuen Text hochgeladen
Offener Unterricht in der Primar- und Sekundarstufe I
Praxisleitende Theorie und the...
Manfred Bönsch
Konzeptionelle und didaktische...
Thorsten Bohl, Diemut Kucharz, Eiko Jürgens
Die ' neue' Reformpädagogik und die Bewegung Offener Unterricht
Theorie, Praxis und Forschungs...
Eiko Jürgens
0 Kommentare