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CLS: Continuous Linked Settlement. Minimierung der Erfüllungsrisiken im Devisenhandel

Titel: CLS: Continuous Linked Settlement. Minimierung der Erfüllungsrisiken im Devisenhandel

Diplomarbeit , 2002 , 63 Seiten , Note: gut

Autor:in: Sascha Zehrfuß (Autor:in)

BWL - Bank, Börse, Versicherung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Grundstein für die Überlegungen eines neuen privaten Settlement-Systems beruhen auf das „Herstatt-Risiko“ aus dem Jahr 1974. 1973 machte die Devisenabteilung einen Umsatz von 63 Milliarden DM, was der Hälfte des damaligen Bundeshaushaltes der Bundesrepublik Deutschland entsprach. Zu Beginn des Jahres 1974 wurden die Dollarspekulationen auf ein Volumen von 8 Milliarden DM hinaufgetrieben Hierbei ist zu beachten, dass das haftende Eigenkapital des Bankhauses Herstatt nur 77 Millionen DM betrug. Die Spekulationen über den steigenden Dollarpreis gingen aufgrund der Ölkrise nicht auf. Per 11.4.1974 hatte die Devisenabteilung einen Verlust von 400 Millionen DM erwirtschaftet, der nur durch 200 Millionen DM erwartete Termingewinne gedeckt war. Die Sanierungsversuche in den nächsten zwei Monaten schlugen fehl. Am 26.6.1974 nahm das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen dem Bankhaus Herstatt die Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften gemäß § 35 Abs. 2 Nr. 4 KWG zurück.
Das private Projekt von Continuous Linked Settlement, das durch die zwanzig größten Devisenhandelsbanken ins Leben gerufen worden ist, soll die zur Zeit bestehenden Settlementrisiken im Devisenhandelsverkehr eliminieren. Der Starttermin (Go-Live) für dieses System wurde immer wieder verschoben, da das IT-System, entwickelt von IBM, noch nicht den strengen Anforderungen der CLS Holding Group entsprochen hat. Zur Zeit wird der Starttermin auf das Ende des zweiten Quartals geschätzt. Aufgrund dieses Starttermines kann diese Arbeit nicht den Anspruch erheben, dass CLS-System als vollständiges und komplettes System zu präsentieren, da die Praxiserfahrungen mit ihm fehlen. Desweiteren basiert diese Arbeit vorwiegend auf Internetquellen und kurzen Abhandlungen von Banken und Research-Unternehemen, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Deshalb soll mit der vorliegenden Arbeit ein Einblick in den derzeitigen Stand des CLS-Systems gewonnen werden und zeigen, dass ein solches Projekt die Möglichkeit schafft, den Devisenhandelsmarkt zu revolutionieren.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 AUSGANGSSITUATION

2.1 QUANTIFIZIERUNG DER RISIKEN IM FX-HANDEL

2.1.1 RISIKEN IM DEVISENHANDEL

2.1.2 MAßNAHMEN ZUR BESTIMMUNG DER HÖHE UND DER DAUER DES FX-ZAHLUNGSRISIKOS

2.2 ABWICKLUNGSSYSTEME IM ZAHLUNGSVERKEHR

2.2.1 BRUTTOABWICKLUNGSVERFAHREN UND TARGET

2.2.2 NETTOABWICKLUNGSYSTEME

2.2.2.1 Bilaterales Netting

2.2.2.2 Multilaterales Netting

3 CONTINUOUS LINKED SETTLEMENT

3.1 DIE CLS-WÄHRUNGEN

3.2 VERBINDUNG ZWISCHEN DER CLS-BANK UND DEN NATIONALEN ZENTRALBANKEN

3.2.1 DER AUSTRALISCHE DOLLAR (AUD)

3.2.2 DAS BRITISCHE PFUND (GBP)

3.2.3 DER EURO (EUR)

3.2.4 DER JAPANISCHE YEN (JPY)

3.2.5 DER KANADISCHEN DOLLAR (CAD)

3.2.6 DER SCHWEIZER FRANKEN (CHF)

3.2.7 DER US DOLLAR (USD)

3.3 SCHAFFUNG EINES EINHEITLICHEN ZEITFENSTERS

4 EINBINDUNG VON CLS IN DEN BANKBETRIEB

4.1 TEILNAHME AM CLS-SYSTEM

4.1.1 SETTLEMENT MEMBER UND USER MEMBER

4.1.2 THIRD-PARTY

4.2 TAGESABLAUF EINES SETTLEMENTS BEI CLS

4.3 EINFLUSS VON CLS AUF EINZELNE BEREICHE UND PROZESSE

4.3.1 LIQUIDITÄTSASPEKTE VON CLS

4.3.1.1 Zentralbanken

4.3.1.2 Inside/Outside Swaps

4.3.1.3 Cross-Border Cash and Collateral Pool (CCCP)

4.3.2 VERÄNDERUNGEN IM RISK MANAGEMENT, CORRESPONDENT BANKING UND BACK OFFICE

4.4 AUF DEM WEG ZUM „GO-LIVE“ IM JAHR 2002

4.5 VERRINGERUNG DER SETTLEMENTRISIKEN DURCH CLS UND AUSWIRKUNGEN AUF DIE BANK

4.5.1 ZEITLICHE RISIKO

4.5.2 VERBESSERUNG DES LIQUITITÄTSMANAGEMENT

4.5.3 ELIMINIERUNG DES ZEITZONENEFFEKTES

4.5.4 ERHÖHUNG DER TRANSPARENZ FÜR DIE BANKEN

4.5.5 KREDITRISIKO

4.5.6 WAS PASSIERT BEI SYSTEMAUSFÄLLEN?

5 FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Diplomarbeit untersucht die Rolle des Continuous Linked Settlement (CLS) Systems bei der Minimierung von Erfüllungsrisiken im globalen Devisenhandel. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie CLS durch das "Payment-versus-Payment" Prinzip und ein einheitliches Zeitfenster zur Stabilität und Effizienz des internationalen Zahlungsverkehrs beitragen kann und welche Anforderungen dies an die teilnehmenden Banken stellt.

  • Analyse der historischen Entstehung von Settlementrisiken (Herstatt-Risiko).
  • Erläuterung der Funktionsweise von CLS und des "Payment-versus-Payment" Ansatzes.
  • Untersuchung der Teilnahmemöglichkeiten (Settlement Member, User Member, Third-Party).
  • Bewertung der Auswirkungen auf das bankinterne Liquiditäts- und Risikomanagement.
  • Betrachtung der Implementierungsphasen bis zum Systemstart.

Auszug aus dem Buch

1 Einleitung

Der Grundstein für die Überlegungen eines neuen privaten Settlement-Systems beruhen auf das „Herstatt-Risiko“ aus dem Jahr 1974. Im April diesen Jahres kam das kleine Kölner Bankhaus Herstatt durch Devisenspekulationen in einige Turbulenzen. Die Abteilung Devisenhandel war besetzt mit 6 jungen Mitarbeitern, die knapp über 20 Jahre waren. Die „Gold-Jungs“, wie sie genannt wurden, beherrschten dutzende Telefone mit Dauerschaltungen zu allen wichtigen ausländischen Devisenbörsen. Solange der Dollar stieg, brachten sie dem Bankhaus Herstatt viel Erfolg, mit ihren Spekulationen auf einen steigenden Dollar, ein. 1973 machte diese Devisenabteilung einen Umsatz von 63 Milliarden DM, was der Hälfte des damaligen Bundeshaushaltes der Bundesrepublik Deutschland entsprach.

Zu dieser Zeit hatte das Bankhaus Herstatt verschiedene Devisengeschäfte mit Banken in den USA zu laufen. Diese waren jedoch aufgrund der Zeitunterschiede „durchgeschnitten“. Die US-Banken hatten ihre DM-Obligationen während des deutschen Bankentages am 26.6.1974 schon gezahlt. Als das Bankhaus Herstatt 15:30 Uhr Frankfurter Zeit geschlossen wurde, war es in New York um 10:30 Uhr noch früher Bankenmorgen. Da die US-Korrespondenz vom Bankhaus Herstatt alle Zahlungen einstellen mußte, konnte sie die USD-Obligationen nicht mehr zahlen. Das hatte zur Folge, dass Herstatt’s Kontrahenten einen Komplettausfall in Höhe ihrer DM-Obligationen machten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung der historischen Notwendigkeit für CLS, basierend auf dem Bankhaus Herstatt-Vorfall und weiteren FX-Risiken.

2 AUSGANGSSITUATION: Analyse der bestehenden Risiken im Devisenhandel und der Funktionsweise gängiger Brutto- und Nettoabwicklungsverfahren.

3 CONTINUOUS LINKED SETTLEMENT: Vorstellung des CLS-Systems, der beteiligten Währungen und der notwendigen infrastrukturellen Verbindungen zu Zentralbanken.

4 EINBINDUNG VON CLS IN DEN BANKBETRIEB: Erläuterung der verschiedenen Teilnahmemöglichkeiten, der prozessualen Abläufe und der Auswirkungen auf internes Liquiditäts- und Risikomanagement.

5 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung des Systems als notwendige Innovation zur Risikominimierung im Devisenhandel.

Schlüsselwörter

CLS, Continuous Linked Settlement, Devisenhandel, Erfüllungsrisiko, Payment-versus-Payment, Liquiditätsrisiko, Settlement Member, Third-Party, RTGS-Systeme, Netting, Intraday-Liquidität, Bankhaus Herstatt, Devisenabwicklung, Kreditrisiko, Finanzmarktstabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Continuous Linked Settlement (CLS) System als Lösung zur Minimierung von Erfüllungsrisiken im internationalen Devisenhandel.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Risikoarten im Devisenhandel, die Funktionsweise von Settlement-Systemen, den Aufbau von CLS sowie dessen operative Integration in Bankbetriebe.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den aktuellen Stand des CLS-Systems darzustellen und zu zeigen, wie es durch PvP-Settlement den Devisenmarkt revolutionieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse von Internetquellen, Fachstudien der G10-Staaten und Berichten von Finanzinstituten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die technische und organisatorische Implementierung von CLS, inklusive Teilnahmemodellen und Liquiditätsanforderungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie CLS, Erfüllungsrisiko, Settlement-Prozesse und Intraday-Liquiditätsmanagement geprägt.

Wie genau minimiert CLS das Herstatt-Risiko?

CLS eliminiert das Risiko, indem es den Austausch von Währungen simultan (Payment-versus-Payment) innerhalb eines geschlossenen Systems ermöglicht, sodass kein einseitiger Ausfall mehr möglich ist.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Settlement Member und Third-Party wichtig?

Diese Unterscheidung ist entscheidend für das Ausmaß der technischen Anforderungen, der Kosten und der direkten Kontrolle über den Abwicklungsprozess innerhalb des CLS-Systems.

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten  - nach oben

Details

Titel
CLS: Continuous Linked Settlement. Minimierung der Erfüllungsrisiken im Devisenhandel
Hochschule
Berufsakademie Berlin
Note
gut
Autor
Sascha Zehrfuß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
63
Katalognummer
V31114
ISBN (eBook)
9783638322171
ISBN (Buch)
9783638703475
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Minimierung Erfüllungsrisiken Devisenhandel Continuous Linked Settlement
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sascha Zehrfuß (Autor:in), 2002, CLS: Continuous Linked Settlement. Minimierung der Erfüllungsrisiken im Devisenhandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31114
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Leseprobe aus  63  Seiten
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