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Vom Nürnberger Tand ins moderne Gewand - die Entwicklung einer traditionellen Produktionsstätte zu einem Zentrum von Dienstleistungen und High-Tech

Title: Vom Nürnberger Tand ins moderne Gewand - die Entwicklung einer traditionellen Produktionsstätte zu einem Zentrum von Dienstleistungen und High-Tech

Internship Report , 2001 , 81 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Huber (Author), S. Schwieren (Author), D. Hess (Author)

Sociology - Habitation and Urban Sociology
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„Der Endkampf um die Stadt der Reichsparteitage beginnt. Die Soldaten schlagen sich tapfer und die Bevölkerung ist stolz und standhaft. Ich werde in dieser deutschesten aller Städte bleiben, kämpfen und fallen. Die nationalsozialistische Idee wird siegen...“, schrieb am 15. April 1945 der stellvertretende Gauleiter Nürnbergs an Adolf Hitler. Fünf Tage später war die Stadt, die von über 40 Bombenangriffen so stark zerstört war wie kaum eine andere in Deutschland, von den Amerikanern befreit. Besonders stark in Mitleidenschaft gezogen war die Altstadt, aber auch die Nürnberger Wirtschaft lag im Mai 1945 am Boden. Die Bedeutung Nürnbergs als Stadt der Reichsparteitage und der Rassengesetze hatten die Stadt zu einer ideologischen Zielscheibe der Alliierten gemacht. Erschwerend kam hinzu, dass Nürnberg ein wichtiger Standort der Rüstungsindustrie war.
Mehr als ein halbes Jahrhundert später wirbt die Stadt für sich als Kompetenzzentrum für moderne Technologien und Dienstleistungen. Die Kommunikationswirtschaft und Business-Parks prägen das heutige Stadtbild. Aus einer „toten Stadt“ ist wieder ein pulsierendes Zentrum mit hoher Lebensqualität geworden. In dieser Arbeit soll der enorme wirtschaftliche Wandel Nürnbergs seit dem zweiten Weltkrieg betrachtet werden. Basierend auf insgesamt acht nicht-standardisierten Interviews mit wichtigen Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik und Journalismus werden drei Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung Nürnbergs identifiziert: industrieller Aufschwung, Stagnation und Krisen, Tertiärisierung. Anschließend werden in einem Vergleich mit den Städten Bamberg, Erlangen und Forchheim Nürnberg-spezifische und städteübergreifende Gründe für die beobachtete Entwicklung herausgearbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Unsere Heißluftballonfahrt

2. Datenlage und Methoden

3. Phase des industriellen Aufschwungs

3.1. Übergewicht an industrieller Fertigung

3.2. Unternehmenskonzentration

3.3. Räumliche Konzentration um den Bahnhof

3.4. Spezialindustrien prägen den Ruf

3.5. Verkehrswegeinvestitionen

4. Phase der Stagnation und Krisen

4.1. Wachsendes Arbeitslosenheer

4.2. Die Branchenstruktur: fast nur industrielle Verlierer

4.3. Betriebliche Wanderungen in die Peripherie und Industriebrache

5. Phase der Tertiärisierung

5.1. Der Dienstleistungssektor

5.2. Hightech statt traditioneller Industrien:

5.3. Die Kommunikationswirtschaft

5.4. Veränderte Standortwahl

5.5. Späte Wende durch Dienstleistung am Arbeitsmarkt

5.6. Flächenmangel, Parks und Recycling

6. Hauptlinien der Wirtschaftsentwicklung

6.1. Die Hauptlinien Nürnbergs

6.2. Nürnbergs Hauptlinien im Vergleich zu Forchheim, Bamberg und Erlangen

6.2.1. Von der produktionslastigen Industrie zur IT

6.2.2. Wachsende Qualifikationsanforderungen

6.2.3. Von der Zentrumsnähe zur Peripherie

6.2.4. Wachsende Bedeutung weicher Standortfaktoren

7. Nürnbergspezifische Ursachen

7.1. Vorgeschichte prägt Branchenstruktur

7.2. Randlage

7.3. Das Image Nürnbergs: eher ein Bremsklotz?

7.4. Die Nürnberger Mentalität – Vorteil und Nachteil zugleich?

7.5. Nürnbergs hohe aber unbekannte Lebensqualität

7.6. Das Problem der Flächenknappheit

7.7. Fehlen von Technischer Universität und Forschungsinstituten

7.8. Externe Kontrolle

7.9. Stadt als Dienstleister

8. Nürnbergunabhängige Ursachen

8.1. Konjunktur insbesondere der Wiedervereinigungsboom

8.2. Konkurrenz unter Städten

8.3. Flexibilisierung

8.4. Weltweite Ursachen

9. Landung des Heißluftballons

10. Anhang

10.1. Expertenliste

10.2. Leitfäden der Interviews

10.3. Literaturliste

11. Retro-Huldigung

Zielsetzung und Themen

Ziel der Arbeit ist es, die Entwicklung der Nürnberger Wirtschaft von 1945 bis zum Beginn der 2000er Jahre zu analysieren, den Prozess des Strukturwandels von einer traditionellen Industriestadt zu einem modernen Zentrum für Dienstleistung und Hochtechnologie zu beschreiben und die stadtspezifischen sowie überregionalen Einflussfaktoren auf diese Entwicklung zu identifizieren.

  • Historische Analyse des Nürnberger Wirtschaftswandels seit 1945
  • Differenzierung zwischen stadtinternen und überregionalen Ursachenfaktoren
  • Vergleich der Nürnberger Entwicklung mit den Städten Forchheim, Bamberg und Erlangen
  • Untersuchung der Bedeutung harter und weicher Standortfaktoren
  • Die Rolle der Kommunikationswirtschaft als neuer Wachstumsmotor

Auszug aus dem Buch

3.1. Übergewicht an industrieller Fertigung

Unser Ziel ist es im Folgenden, den Charakter der Wirtschaft Nürnbergs näher zu beschreiben. Auf den ersten Blick scheint eine vollständige Auflistung aller Betriebe zu jedem Zeitpunkt erstrebenswert - auf den zweiten Blick zeigt sich jedoch ein zu geringer Informationsgewinn. Der Leser hat keine Chance, den Sinn zwischen dieser bloßen Aufzählung zu verstehen. Dagegen scheint die Angabe von Branchenschwerpunkten und Sektorenkonzentrationen hilfreicher zu sein. Branchen fassen gleichartige Unternehmen zusammen, so dass die Ergebnisse verstehbar werden, auch wenn einzelne Unternehmen vielleicht nicht klar zugeordnet werden können. Schließlich lassen sich diese Branchenschwerpunkte auch nicht direkt angeben, sondern müssen mit dem Indikator der Beschäftigtenzahlen ermittelt werden.

Schultheiss (1966, S.159) schreibt, dass das Rückgrat der Nürnberger Wirtschaft unumstritten die Industrie gewesen sei. 1965 seien von 320.000 Beschäftigten 113.000 Industriearbeiter gewesen. Ein ähnliches Bild zeigt die hier folgende Arbeitsstättenzählung (Amt für Statistik und Stadtforschung 1971, S.86), die jedoch mit sozialversicherten Beschäftigten arbeiten und sich so die Zahlen von den oben genannten unterscheiden. Daraus geht hervor, dass 1961 über die Hälfte im produzierenden Gewerbe tätig waren und die Dienstleistung weniger als die Hälfte der Beschäftigten besitzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Unsere Heißluftballonfahrt: Einleitung in die Thematik des wirtschaftlichen Wandels in Nürnberg und Einführung der methodischen Metapher der Ballonfahrt.

2. Datenlage und Methoden: Erläuterung der empirischen Grundlage basierend auf Experteninterviews, Dokumentenanalysen und statistischem Material.

3. Phase des industriellen Aufschwungs: Analyse des schnellen Wiederaufbaus Nürnbergs nach 1945 mit Fokus auf Elektroindustrie, Maschinenbau und den Ausbau der Infrastruktur.

4. Phase der Stagnation und Krisen: Untersuchung des industriellen Bedeutungsschwunds und der Auswirkungen konjunktureller Einbrüche auf den Nürnberger Arbeitsmarkt.

5. Phase der Tertiärisierung: Darstellung des Strukturwandels hin zur Dienstleistung und Informationstechnologie sowie die wachsende Bedeutung weicher Standortfaktoren.

6. Hauptlinien der Wirtschaftsentwicklung: Synthese der zentralen Veränderungsprozesse und Vergleich der Nürnberger Entwicklung mit benachbarten fränkischen Städten.

7. Nürnbergspezifische Ursachen: Identifikation lokaler Faktoren wie Geschichte, Mentalität, Standortwahl und Politik, die den Wandel beeinflussten.

8. Nürnbergunabhängige Ursachen: Einordnung der Nürnberger Entwicklungen in globale Konjunkturzyklen, Wettbewerb zwischen Städten und weltweite ökonomische Krisen.

9. Landung des Heißluftballons: Reflektion der gewonnenen Erkenntnisse und Fazit zur Relevanz einseitiger Wirtschaftsstrukturen in einer modernen Wissensgesellschaft.

10. Anhang: Detaillierte Auflistung der interviewten Experten, der verwendeten Leitfäden sowie des Literaturverzeichnisses.

11. Retro-Huldigung: Persönliche Danksagung der Autoren an Unterstützer des Forschungsprojekts.

Schlüsselwörter

Strukturwandel, Nürnberg, Industriewirtschaft, Dienstleistungssektor, Arbeitsmarkt, Standortfaktoren, IT-Branche, Wirtschaftsgeschichte, Tertiärisierung, Regionalvergleich, Stadtentwicklung, Standortwettbewerb, Kommunikationswirtschaft, Wirtschaftskrise, Wiederaufbau.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den wirtschaftlichen Wandel der Stadt Nürnberg über einen Zeitraum von 50 Jahren, ausgehend vom industriellen Wiederaufbau nach 1945 bis hin zur Transformation in ein modernes Dienstleistungs- und Technologiezentrum.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Analyse des sektoralen Strukturwandels, die Auswirkungen industrieller Krisen, die Bedeutung von Standortfaktoren sowie der Vergleich mit anderen fränkischen Städten.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die "Hauptlinien" der wirtschaftlichen Entwicklung herauszufinden, zu beschreiben und zu erklären, um ein vollständiges Bild der Nürnberger Wirtschaftsgeschichte im betrachteten Zeitraum zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autoren nutzten einen qualitativ orientierten Ansatz, bestehend aus acht nicht standardisierten Experteninterviews mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien, ergänzt durch die Auswertung statistischer Dokumente des Amtes für Statistik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Entwicklungsphasen: den industriellen Aufschwung, die Phase der Stagnation und Krisen sowie die Tertiärisierung. Zudem werden Ursachen für diese Entwicklungen in stadtspezifische und überregionale Faktoren unterteilt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Strukturwandel, Tertiärisierung, Wirtschaftsstandort, Standortfaktoren und regionale Transformation.

Warum wird Nürnberg im Vergleich zu anderen Städten wie Erlangen betrachtet?

Der Vergleich dient dazu, die Einzigartigkeit oder Allgemeingültigkeit der Nürnberger Entwicklungen besser zu erfassen, um beispielsweise zu belegen, dass der Wandel von der Industrie zur IT-Branche in Nürnberg spezifische lokale Ursachen hatte.

Welche Rolle spielt die "Kommunikationswirtschaft" für den Wirtschaftsstandort Nürnberg?

Sie gilt als das moderne "Zugpferd" der Region, das Nürnberg als Kompetenzzentrum für Informationstechnologie positionieren soll, um den Rückgang klassischer industrieller Arbeitsplätze zu kompensieren.

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Details

Title
Vom Nürnberger Tand ins moderne Gewand - die Entwicklung einer traditionellen Produktionsstätte zu einem Zentrum von Dienstleistungen und High-Tech
College
University of Bamberg
Course
Einjähriges Soziologisches Forschungspraktikum
Grade
1,0
Authors
Andreas Huber (Author), S. Schwieren (Author), D. Hess (Author)
Publication Year
2001
Pages
81
Catalog Number
V31282
ISBN (eBook)
9783638323352
ISBN (Book)
9783638761147
Language
German
Tags
Nürnberger Tand Gewand Entwicklung Produktionsstätte Zentrum Dienstleistungen High-Tech Einjähriges Soziologisches Forschungspraktikum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Huber (Author), S. Schwieren (Author), D. Hess (Author), 2001, Vom Nürnberger Tand ins moderne Gewand - die Entwicklung einer traditionellen Produktionsstätte zu einem Zentrum von Dienstleistungen und High-Tech, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31282
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