Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1 Einleitung 3
2 Durchführung 3
3 Das Schreibentwicklungsmodell
von Carl Bereiter 5
4 Schülertexte
4.1 Juliane (9 3) 9
4.2 Peter (9 2) 11
4.3 Elisabeth (9 7) 13
5 Zusammenfassung 15
Literaturverzeichnis 16
2
1 Einleitung
In dieser Hausarbeit möchte ich die Kompetenz beim Erstellen von Texten bei Kindern des dritten Schuljahres untersuchen. Zur Klassifikation dieser Texte habe ich das
Schreibentwicklungsmodell von Carl Bereiter gewählt.
2 Durchführung
Die beiliegenden Schülertexte wurden von Schülern 1 des dritten Schuljahres während meines Orientierungspraktikums an der Katholischen Grundschule in XXXXXXXXXXXX verfasst. Als Grundlage dieser Texte diente die Bildergeschichte „Kunst schafft Gunst“ des Zeichners E.O. Plauen 2 . Die Geschichte handelt von einem Kind, das mit einem Tintenfass in der Hand über eine Teppichkante stolpert und deshalb versehentlich etwas Tinte auf den Teppich schüttet. Der dies beobachtende Vater schlägt die Hände über dem Kopf zusammen und holt eine Rute, um sein Kind damit zu züchtigen. Seine Abwesenheit nutzt das Kind, um aus dem hässlichen Tintenfleck kleine Tiere auf dem Teppich zu malen. Als sein Vater zurückkommt, sieht er dem Treiben zuerst ratlos zu, bevor er ebenfalls beginnt, den Teppich zu bemalen. Mit Tinte gießt er eine große Schlange in die Mitte des Teppichs. Zum Schluss begutachten beide voller Zufriedenheit das gemeinsame Werk. Der Zorn des Vaters ist verflogen. Nach Absprache mit der Klassenlehrerin habe ich diese Bildergeschichte gewählt, da sie für die Schüler leicht verständlich ist.
Die Handlung und besonders die Pointe sind leicht erkennbar und die Schüler können sich mit dem Geschehen identifizieren. Nahezu jeder war vermutlich in einer vergleichbaren Situation: Durch eine kleine Unachtsamkeit ist ein Schaden entstanden, aber trotzdem hat man es irgendwie geschafft, die zuerst wütenden Eltern wieder zu besänftigen. Zur Vorbereitung des Schreibens habe ich die Bildergeschichte auf Folie kopiert und mit Hilfe eines Overhead-Projektors an eine Wand projiziert. Jedes Kind sollte seine Geschichte erzählen. Hierbei konnte man sehr gut erkennen, wie aus einem sehr rudimentären Gerüst nach und nach eine immer detailliertere Geschichte entstand, da die Kinder eigene Ideen mit den vorher geäußerten Ideen ihrer Klassenkameraden verknüpften und sich ständig gegenseitig und selber verbesserten. So wurde zum Beispiel die Idee, der Vater würde sein Kind um die Erlaubnis bitten mit ihm zu malen und sich anschließend für seinen vorherigen Wutausbruch
entschuldigen, von den anderen Kindern abgelehnt. Das Argument war hierbei, dass ein solches Verhalten vollkommen unnormal wäre und sich niemand vorstellen konnte, dass ein Vater in einer solchen Situation auf diese Weise reagieren würde. Dieser Teil der Vorbereitung dauerte ungefähr eine Schulstunde.
Am nächsten Tag fand das eigentlich Schreiben der Geschichte statt. Hierfür hatte ich für jedes Kind eine Kopie der Geschichte vorbereitet. Auf diesen Kopien waren zu jedem Bild zwei oder drei Stichworte. Dies sollte zum einen den Kindern den ungefähren Ablauf der Geschichte zeigen, zum anderen aber auch die Benennung von Gegenständen, die den Kindern am Vortag noch unklar war (zum Beispiel Teppichkante oder Tintenfass), in Erinnerung rufen.
Die Kinder konnten ohne Zeitvorgabe an ihrem Text arbeiten. Manche waren bereits nach einer knappen halben Stunde fertig, andere erst nach fast zwei Stunden. Um die Recht-schreibfehler
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zu minimieren, sollten die Kinder das Schulwörterbuch „Findefix“ 3 benutzen.
Es bleibt noch zu sagen, dass die Klasse während der ganzen Zeit einen sehr motivierten Eindruck machte. Ich hatte die Kinder vorher über den späteren Zweck ihrer Texte informiert, so dass sie förmlich darauf brannten, mir bei meiner Hausarbeit zu helfen.
3 Das Schreibentwicklungsmodell von
Carl Bereiter
Das hier dargestellte Modell der Schreibentwicklung von Carl Bereiter wurde 1980 veröffentlicht 4 . In diesem Modell unterscheidet Carl Bereiter sechs verschiedene Fähigkeiten, die beim Schreiben identifiziert werden können. Diese sechs Fähigkeiten sind erstens, flüssig schreiben zu können, zweitens Ideen zu haben, die man schriftlich ausdrücken will, drittens sich Schreibkonventionen bewusst zu sein (im Bezug auf Rechtschreibung und Grammatik), viertens sich dem zukünftigen Leser zuwenden zu können und sich dessen bewusst zu sein, fünftens Geschriebenes zu würdigen und kritisch zu betrachten, besonders auch die eigenen Texte. Hierbei soll der eigene Schreibstil ausgebildet und erkannt werden 5 . Die sechste Fähigkeit ist schließlich, durch Schreiben die eigenen Gedanken zu reflektieren, also eine Kontiguität von Schreiben und Denken zu erreichen. Jede dieser Fähigkeiten kann sich von den anderen unabhängig entwickeln.
Arbeit zitieren:
Simon Hink, 2004, Kunst schafft Gunst - Schreibkompetenz bei Schülern des dritten Schuljahres klassifiziert nach dem Schreibentwicklungsmodell von Carl Bereiter, München, GRIN Verlag GmbH
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