Fernsehnutzung in Ostdeutschland
INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis 2
Einleitung 3
Was diese Arbeit leisten soll 3
Thesen 3
Quantitative Analyse der Fernsehgewohnheiten 4
Sehdauer Marktanteile. 4
Programmgenres. 6
Andere Medien. 7
Fazit der quantitativen Analyse 8
Qualitative Betrachtung Erklärungsansätze 10
Öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten versus Private 10
Das Image ausgewählter Sender in Ostdeutschland 11
Sehmotive und Erwartungen 12
Exkurs : Ostdeutschland Werbung 14
Exkurs : Das Sinus-Sonder-Milieu: Die DDR-Nostalgischen. 15
Einstellungen zum Fernsehen in Ost West. 16
Mediensozialisation Ost. 16
Mediensozialisation West. 18
Fazit 19
Literaturverzeichnis 20
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Was diese Arbeit leisten soll
Zwölf Jahre nach der staatlichen Vereinigung und elf Jahre nach der Herstellung einer einheitlichen Rundfunkordnung bestehen in der gesamtdeutschen Fernsehrezeption immer noch Unterschiede zwischen den neuen und den alten Bundesländern. Mittlerweile sind nicht nur diese Unterschiede, sondern auch deren Fortbestehen erklärungsbedürftig. »Der Osten tickt anders ...« ist die vorläufige Selbsterkenntnis des Autors für ein Phänomen, über das bislang nur wenige Publikationen erschienen sind. Die Literaturdatenbank www.wiedervereinigung.de findet zum Stichpunkt »Mediennutzung« keinen einzigen Eintrag.
Dennoch muss sich der Leser und natürlich auch der Autor nicht mit der eingangs erwähnten Selbsterkenntnis begnügen. Grundlage dieser Arbeit sind Studien der Arbeitsgemeinschaft der ARD-Werbegesellschaften, die in der Reihe »Media Perspektiven« seit 1970 monatlich erscheinen. Auch der Werbezeitenvermarkter von RTL, IP Media, hat das deutsch-deutsche Fernsehnutzungsverhalten in der Studie »Deutschland - Einig Fernsehland« unter die Lupe genommen. SUPERmedia, der Informationsdienst von SU-PERIllu hat mit seiner Studie »Markenrealitäten 3« ebenso wertvolle Informationen geliefert wie die Publikation »Fernsehen in Ostdeutschland« der Arbeitsgemeinschaft der mitteldeutschen Landesmedienanstalten.
Im ersten Teil der Arbeit wird mit Hilfe vieler Tabellen versucht, ein quantitatives Bild der unterschiedlichen Fernsehnutzung in Ost und West zu zeichnen. Im zweiten Teil werden dann Gründe und Erklärungsansätze geliefert.
Thesen
Der Osten schaut anders fern als der Westen
Das Ostdeutsche Verhalten ist Trendanzeiger für ganz Deutschland In West- wie in Ostdeutschland wird in Zukunft das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigen. Auch die Fernsehzuschauer im Westen werden dann über ein ähnlich hohes Freizeitbudget verfügen, wie es zur Zeit die Ostdeutschen schon besitzen. Der normative Druck, das schlechte Gewissen der Westdeutschen bei übermäßigen Fernsehkonsum, wird verschwinden. In beiden Gebieten werden hedonistische Lebensweisen zunehmen. Das westliche Nutzungsmuster wird sich an das bestehende ostdeutsche Niveau annähern.
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Sehdauer & Marktanteile
Der Osten schaut länger fern als der Westen. Das ist der wohl auffälligste, aber bei weitem nicht der letzte Unterschied zwischen den deutsch-deutschen Fernsehgewohnheiten. Im Jahr 2001 betrug die durchschnittliche Sehdauer im Osten 213 Minuten, im Westen 186. Über den Zeitraum von 1992 bis 2001 ist kein kontinuierlicher Trend zur 1 Angleichung erkennbar.
Das größere Zeitbudget, das die Ostdeutschen dem Fernsehen widmen, hat auch Einfluss auf die Nutzungszeiten im Tagesverlauf. In den neuen Bundesländern wird der Fernseher früher eingeschaltet und auch die Nutzungsspitze erreicht der Osten konstant eine Stunde früher (zwischen 19:00 und 20:00 Uhr) als der Westen. Der Fernsehkonsum in den neuen Ländern ist besonders vor 17:00 Uhr ausgeprägt; für die Ostdeutschen ist 2 Fernsehen eher ein tagesbegleitendes Medium.
Untersucht man, wie viel Zeit die Deutschen mit den öffentlich-rechtlichen Sendern und den kommerziellen Anbietern am Tag verbringen, werden zwei Tendenzen deutlich: Die Öffentlich-Rechtlichen werden in Ost und West gleich lange eingeschaltet und 3 die Sehdauer für die Privaten ist in den 90er Jahren stark angestiegen.
Die Sehdauerdaten lassen bereits erkennen, dass die Privaten die höheren Marktanteile im Osten haben und umgekehrt in den alten Bundesländern die öffentlichrechtlichen Sender die höchsten Marktanteile erreichen. Damit hat im Jahr 2001 RTL als
1 Frey-Vor/Gerhard/Mende 2002, S. 54
2 Frey-Vor/Gerhard/Mende 2002, S. 54
3 Frey-Vor/Gerhard/Mende 2002, S. 57
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Fernsehnutzung in Ostdeutschland
typischer Vertreter der Privaten die Marktführerschaft im Osten inne; die Führungsposi- 4 tion nach Marktanteilen wird im Westen von der ARD gehalten. RTL dominiert den Fernsehmarkt im Osten bereits seit 1993. Andere Private fielen jedoch in Betrachtung der Zehnjahresbilanz von 1992 bis 2001 ab. Ihnen machte besonders die Erhöhung der technischen Empfangbarkeit der Dritten Programme der ARD zu schaffen. Öffentlich rechtliche Spartensender, wie der Kinderkanal, 3 sat oder auch Phoenix, konnten sich im Osten allerdings noch nicht so erfolgreich etablieren wie im 5 Westen.
Naturgemäß haben die Dritten Programme der ARD aufgrund ihrer regionalen Ausrichtung in ihren Sendegebieten hohe Marktanteile. Am erfolgreichsten ist MDR Fernsehen in Sachsen mit 10,7 Prozent - MDR Fernsehen ist damit hinter RTL, dem Ersten der ARD und knapp nach dem ZDF Vierter. Der WDR erzielt mit seinem Dritten Pro- 6 gramm in NRW 6,7 Prozent.
4 Frey-Vor/Gerhard/Mende 2002, S. 57
5 Frey-Vor/Gerhard/Mende 2002, S. 58
6 Frey-Vor/Gerhard/Mende 2002, S. 61
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Fernsehnutzung in Ostdeutschland
Programmgenres
Analysiert man die Nutzung der unterschiedlichen Programmgenres im Fernsehen insgesamt, zeigen sich auf den ersten Blick nur wenige Unterschiede zwischen Ost und West. Ihre insgesamt längere Fernsehdauer verteilen die Zuschauer in den neuen Ländern in ähnlichen Proportionen wie die westdeutschen Zuschauer auf die einzelnen Genres. Allein dadurch, dass die ostdeutschen Zuschauer insgesamt pro Tag länger fernsehen, sehen sie - mit wenigen Ausnahmen - von allen Programmgenres in absoluten Minuten mehr.
Zur Information nutzen die Ostdeutschen das Angebot der Dritten und der Privaten stärker als die Westdeutschen. Der geringeren Nutzung der öffentlich-rechtlichen In-formationsangebote im Ersten und im ZDF in den neuen Bundesländern steht eine verhältnismäßig hohe Nutzung von Informationssendungen in den regionalen Dritten Programmen gegenüber. Vorrangig bei Magazinen mit Gesellschaftsthemen wird im 7 Osten RTL gesehen.
7 Frey-Vor/Gerhard/Mende 2002, S. 62f
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Arbeit zitieren:
Daniel Vogelsberg, 2003, Fernsehnutzung in Ostdeutschland - Schauen Ostdeutsche anders fern als Westdeutsche?, München, GRIN Verlag GmbH
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