INHALTSVERZEICHNIS
1. Einleitung 2
2. Hexen als Sündenböcke 2
2.1. Der Hexenhammer 3
2.1.1. Aufbau. 3
2.1.2. Bewertung 4
3. Die Sündenbocktheorie in den Krisenzeiten. 5
4. Der Schadenzauber 6
4.1. Zum Nutzen des Schadenzaubers 6
4.2. Die Ausführung des Schadenzaubers. 7, 8
5. Zusammenfassung 9
1
1. EINLEITUNG
Unsere Gesellschaft neigt in Krisenzeiten immer dazu Sündenböcke für ihr erlittenes Unheil zu suchen und sie wählt dazu Menschen aus, die sozial isoliert sind, sich wirtschaftlich am Rande des Existenzminimums befinden und die keine formale Bildung haben. Übernatürliche Ereignisse des Lebens wie Stürme, Dürrezeiten, Hungersnöte und Seuchen wurden gerne anhand von bösen Dämonen oder durch Hexen erklärt. Diese Arbeit konzentriert sich auf das Phänomen der Hexenverfolgung. In den folgenden Kapiteln werde ich versuchen darzustellen warum Hexen als Sündenböcke herhalten mussten und wofür sie die Verantwortung tragen durften bzw. mussten. Außerdem werde ich auch den Hexenhammer vorstellen, ein wichtiges Werk zum Thema Hexenwesen, der die Beschuldigungen und Verfolgungen legitimierte. Ein weiterer Punkt wird das Thema Hexen als Sündenböcke für Agrarkrisen sein und ich werde eine Hauptanschuldigung gegenüber den Hexen, den sog. Schadenzauber, näher analysieren. Abschließen möchte ich diese Arbeit mit einer Rekapitulation der wichtigsten Punkte.
2. HEXEN ALS SÜNDENBÖCKE
Grundlage für den Hexenglauben ist die nie zu lösende und immer aktuelle Frage nach den Ursachen der Leiden und Übel in der Welt, von Unglück, Krankheit und Tod. Der Hexenglaube diente als Konzept für individuelles und teilweise auch allgemeines Unglück. Die Menschen suchten Sündenböcke für todbringende Mechanismen wie Missernten, Unwetter, Hungersnöte und Epidemien um ihnen die Verantwortung dafür zuschreiben zu können. Individuelles Unglück wie Krankheit oder Tod wurde auf die Zauberei einer Person zurückgeführt die man zum Beispiel im Zuge einer Streiterei beleidigt hatte. (vgl. Ahrendt-Schulte 1995: 348 f.) Hexerei steht in Beziehung zu allen nur möglichen Krisenerscheinungen und Gefühle wie Neid, Hass, Aberglaube, Gier und Angst spielen bei Beschuldigungen immer wichtige Komponenten. Die Kläger nutzten den Hexenwahn für ihre schändlichen Ziele, um persönliche Rechnungen zu begleichen oder einfach um lästige Anhänger eines anderen Glaubensbekenntnisses loszuwerden. Somit bleibt noch die Frage zu klären wer war eigentlich die böse Hexe?
Um 1900 waren die Forscher der Ansicht, dass Hexen aus den armen, bettelnden Unterschichten der Dorfbevö lkerung kamen und auf Almosen ihrer Mitmenschen angewiesen waren.
Die typische Hexe wäre demnach eine am Rande der Gesellschaft dahinvegetierende, ältere wirtschaftlich schwache Frau. Andere Forscher behaupten widerrum, dass die sog. weisen Frauen, Hebammen und Heilpraktikerinnen als Hexen verfolgt wurden. (vgl. Midelfort 1995: 21) Feststellen lässt sich auf jeden Fall, dass die Opfer der europäischen Hexenverfolgung in Mitteleuropa zu etwa 75 % - 80 % weiblich waren. Schon zur Zeit des Hexenhammers und dann erneut in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts kann man beobachten, dass fast ausschließlich Frauen verfolgt wurden. Aber auch Männern wurde das Verbrechen der Hexerei vorgeworfen. In nordischen Ländern wie Island waren 90 % und in Estland 60 % der Verurteilten Männer. Interessanterweise ändert sich seit ca. 1590 auch die sozial Zusammensetzung der Opfer. Nicht nur alte und arme Frauen aus der Agrarbevölkerung waren von den Verfolgungen betroffen, sondern auch reiche Bürgersfrauen und ihre Männer, Kleriker, Adelige und Mitglieder der Regierung mussten daran glauben. (vgl. Behringer 1998: 67 f.)
Eine Hauptanschuldigung gegenüber den Hexen war das sog. Maleficium, der Schadenzauber. Damit sind Übeltaten gemeint die man Hexen zuschrieb und häufig die Grundlage für Anklagen waren. Die Übeltaten reichten vom Wetterzauber bis zum Krankmachen von Mensch und Tier. Eine besondere Akzentuierung erhält der Schadenzauber im Hexenhammer, ein wichtiges Werk zum Thema Hexenwesen und es wurde lange Zeit als zuverlässige Quelle angesehen. (vgl. Pickering 1999: 206)
2.1. DER HEXENHAMMER
Verfasst wurde der Hexenhammer (Malleus Maleficarum) von Heinrich Kramer od. Institoris und Jakob Sprenger, zwei gefürchtete Dominikaner Inquisitoren, und erschien im Jahre 1486. In d en folgenden Jahrhunderten avancierte dieses Werk zu einem unentbehrlichen Handbuch für Hexenrichter und wurde zu einem offiziellen Leitfaden wie man Hexen erkennt, wie sie zu behandeln und zu töten sind. (vgl. Pickering 1999: 206 ff.)
2.1.1. AUFBAU
Der Hexenhammer besteht aus drei Teilen. Der Erste beinhaltet eine Definition des Hexenverbrechens, erläutert die Rollen von Teufel, Hexe und Gott, gibt Tipps für den Aufbau einer Hexenpredigt und liefert Nachweise, dass die Verbrechen real seien da viele davon nicht überzeugt waren. Die Details des ersten Teils sind vor allem für die Geistlichkeit bestimmt.
Arbeit zitieren:
Kerstin Aigner, 2004, Sündenböcke in der Frühen Neuzeit, München, GRIN Verlag GmbH
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