Inhalt
1. Grundzüge des Kalten Krieges 4
2. Die Berliner Theatersituation nach dem Krieg 6
3. Die „Steine des Anstoßes“ 7
3.1. Cyankali. 7
3.2. Die Diskussion um Cyankali 8
3.3. Die Konfrontation Wolf-Karsch 8
3.4. Die russische Frage 10
3.5. Die Diskussion um Die russische Frage. 11
4. Schlussbetrachtung. 13
5. Bibliographie. 14
3
1. Grundzüge des Kalten Krieges
Wilfried Loth 1 beschreibt die Situation der Alliierten nach dem Krieg. Bis zum Kriegsende 1945 herrschte unter ihnen noch demonstrative Einigkeit. Man vertraute auf das one-world-concept einer friedlichen Staatengemeinschaft ohne Hitler. Die Frage nach der Zukunft des besiegten Deutschlands war nicht zu Ende gedacht worden. Auf den ersten großen Konferenzen der Siegermächte ließen sich aber beginnende Unstimmigkeiten und ideologische Gegensätze nur noch mühsam vertuschen, so bei der Konferenz von Jalta im Februar 1945. Eine der wenigen eindeutigen Entscheidungen, die getroffen werden konnten, lautete. Entwaffnung, Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Einteilung Deutschlands in vier Z onen mit einem gemeinsamen Kontrollrat. Im Juli/August 1945 fand die Konferenz von Potsdam statt, auf der man ebenfalls nur einen minimalen Konsens fand. Man schuf bewusst Provisorien und vermied eine endgültige Lösung. Pläne, das Land, das die Welt in einen mörderischen Krieg geführt hatte, so zu zerstückeln, dass es nie wieder eine derart massive Militärmacht würde aufbieten können, versandeten während der nachfolgenden Auseinandersetzungen. Obwohl es auf der Hand liegt, dass zwei so grundlegend verschiedene Gesellschaftssysteme wie die USA und die Sowjetunion beim Zwang zum gemeinsamen Handeln kollidieren mussten, war der Weg in den Kalten Krieg zu diesem Zeitpunkt noch abzuwenden. Denn beide Nationen hatten im Grunde kein Interesse daran, wieder in einen mörderischen Konflikt verwickelt zu werden. Loth präzisiert:
Den entscheidenden Anstoß zur Durchsetzung der Konfrontationstendenzen gaben die USA, indem sie der Sowjetunion eine eindeutige Anerkennung ihrer osteuropäischen Sicherheitssphäre verweigerten. Gewiß, zumindest Präsident Roosevelt hatte erkannt, daß die sowjetischen Forderungen nach Garantien gegen eine erneute antisowjetische Ausrichtung ihrer westlichen Nachbarregion nicht völlig unberechtigt waren: und da er wußte, daß er gegen das sowjetische Vorgehen in dieser Region ohnehin nicht viel ausrichten konnte, hatte er im Interesse an einer dauerhaften Verständigung mit dem sowjetischen Partner für geboten gehalten, die sowjetischen Ansprüche auf Osteuropa grundsätzlich anzuerkennen. [...] In der amerikanischen Öffentlichkeit herrschte dagegen die Erwartung vor, die osteuropäischen Völker könnten sich nach dem Muster liberaler Demokraten organisieren; und da die Regierung diese Illusion aus Furcht vor einem Rückfall des amerikanischen Volkes in den Isolationismus sogar noch durch demonstrative Bekenntnisse zum Selbstbestimmungsrecht förderte, geriet sie bald unter den Druck einer öffentlichen Bewegung, die eine Revision der im östlichen Europa geschaffenen Machtverhältnisse verlangte. (Loth, 58-59).
Ein Faktor, der das Selbstbewusstsein der USA bei dieser Forderung verstärkte, war ihr Atomwaffenmonopol. Die Folge des sich steigernden Misstrauens war eine deutliche
4
aggressiver werdende Sprache und ein Umschlagen der einstigen Gemeinsamkeit in eine Freund-Feind-Einteilung. Das bestimmende Schlagwort der USA-Politik der folgenden Jahre hieß containment: Eindämmung des sowjetischen
Expansionsdrangs, welcher anfänglich mehr unterstellt wurde als dass er tatsächlich vorhanden war.
Sowohl Ost als auch West kamen nun „ihren“ Gebieten Deutschlands politisch entgegen, um sie für das eigene Lager zu erhalten. Westdeutschland wurde großzügig finanziell unterstützt, um den wirtschaftlichen Aufbau zu fördern, Stalin spielte immer noch mit dem Gedanken an ein Gesamtdeutschland, um sich den westdeutschen Politikern anzunähern. Allerdings schränkte er die demokratischen Elemente in der Ostzone so stark ein, dass es den westzonalen Willen zum Bündnis mit Nordamerika forcierte. Die russische Vorgehensweise der immer stärkeren Abriegelung des eigenen Machtbereichs verängstigte die Westeuropäer, so dass sie sich verstärkt an die USA anlehnten. Die Systeme standen sich immer feindlicher gegenüber. Die Sowjetunion zog ihre Konsequenzen: „Verbliebene Freiräume autonomer politischer Kräfte wurden brutal beseitigt, die Vielfalt pragmatischer Aktionsformen und Strukturen durch eine strikte Ausrichtung am sowjetischen Vorbild ersetzt, eigenständige Kommunistenführer durch moskauhörige Stalinisten ersetzt.“ (Loth, 62).
1948/49 hatten sich dann zwei deutsche Staate konstituiert, ebenso war die Formierung in Machtblöcke mit gegensätzlichen Gesellschaftssystemen zur Tatsache geworden. Taktik und Ziel des nun einsetzenden „Kalten Krieges“ war, die Gegensätze und Widersprüche im anderen Lager zu erkennen, publik zu machen und soweit wie möglich zu fördern.
1 Loth, Wilfried. „Die Konfrontation der Großmächte: Ursachen und Ziele des `Kalten Krieges´“. In: Hill, Werner (Hg.). Befreiung durch Niederlage. Die Deutsche Frage: Ursprung und Perspektiven. Frankfurt/M., 1986. 55-66.
5
Arbeit zitieren:
Cornelia Neumann, 1997, Hat der Kalte Krieg - in Berlin - im Theater begonnen?, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Thomas Manns "Doktor Faustus" - Kapitelübersicht
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
Seminararbeit, 10 Seiten
"Meditare mortem" - Tod und Sterben in Senecas epistulae ...
Philosophie - Philosophie der Antike
Seminararbeit, 37 Seiten
Bertolt Brecht und der Juniaufstand
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Christa Wolf: Der geteilte Himmel im Kontext von Sozialistischem Rea...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Cornelia Neumann's Text Hat der Kalte Krieg - in Berlin - im Theater begonnen? ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Cornelia Neumann hat den Text Hat der Kalte Krieg - in Berlin - im Theater begonnen? veröffentlicht
Cornelia Neumann hat einen neuen Text hochgeladen
In den Hinterzimmern des Kalten Krieges
Die Schweiz und ihr Umgang mit...
Silvia Höner, Christoph Kuhn, Emanuel La Roche, Konrad Rudolf Lienert, Jürg Schoch
Offener Humanismus zwischen den Fronten des Kalten Krieges
Über den Universalhistoriker, ...
Richard Faber
0 Kommentare