Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis Seite
Tabellenverzeichnis V
Tabellenverzeichnis im tabellarischen Anhang VI
Abbildungsverzeichnis VIII
Abkürzungsverzeichnis XI
1. Einführung 1
2. Problemdarstellung 4
2.1 Forschungsstand 4
2.2 Ziel der Untersuchung 6
2.3 Formulierung der Fragestellung 12
3. Methodik 14
3.1 Forschungsmethode 14
3.1.1 Bereitstellung der Daten 14
3.1.2 Auswahl der empirischen Methode 15
3.2 Untersuchungsplan design 18
3.2.1 Darstellung und Begründung des Untersuchungsdesigns 18
3.2.2 Beschreibung der konkreten Rahmenbedingungen 19
3.3 Datenauswertung (Methoden und Datenbearbeitung
und analyse) 22
4. Darstellung der Ergebnisse 23
4.1 Serviceleistungen allgemein 23
4.2 Sportmedizinische Betreuung 26
4.2.1 Wahrgenommenes Vorhandensein der sportmedizinischen
Leistungen 27
4.2.2 Nutzung der sportmedizinischen Betreuungsbereiche 30
4.2.3 Häufigkeit der Nutzung sportmedizinischer Betreuungsbereiche 33
4.2.4 Anpassung der sportmedizinischen Betreuung nach
Verletzungen 35
4.2.5 Gründe für die Nichtinanspruchnahme sportmedizinischer
Leistungen 37
4.2.6 Zufriedenheit mit der Qualität sportmedizinischer Leistungen 42
4.2.7 Veränderung der persönlichen Betreuungssituation 44
III
Inhaltsverzeichnis
4.3 Laufbahnberatung 46
4.3.1 Wahrgenommenes Vorhandensein der Laufbahnberatung 47
4.3.2 Nutzung einzelner Bereiche der Laufbahnberatung 49
4.3.3 Veranlassung der Nutzung der Laufbahnberatung 53
4.3.4 Gründe für die Nichtinanspruchnahme der Laufbahnberatung 55
4.3.5 Zufriedenheit mit der Qualität der Laufbahnberatung 57
4.3.6 Veränderung der persönlichen Betreuungssituation 59
5. Diskussion 61
5.1 Kritische Bewertungen der empirischen Ergebnisse und Bezug zu
Untersuchungszielen und Hypothesen 61
5.1.1 Bewertung der Nutzungsstruktur und Qualitätseinschätzung der
medizinischen und paramedizinischen Leistungen aus Athletensicht 61
5.1.2 Bewertung der Nutzungsstruktur und Qualitätseinschätzung der
Laufbahnberatung aus Athletensicht 72
5.2 Kritische Bewertung theoretischer Ergebnisse und Bezug zu
Untersuchungszielen 77
5.3 Bewertung der Ergebnisse in Bezug auf den Forschungsstand 78
6. Zusammenfassung und Ausblick 80
7. Literaturverzeichnis 83
8. Anhang 87
8.1 Tabellarischer Anhang 87
8.2 Dokumentenanhang (Fragebögen) fehlt im PDF Format
IV
Tabellenverzeichnis
Tabellenverzeichnis Seite
Tab 1 Verteilung Kader der Stichprobe des ersten 19
Querschnitts
Tab 2 Verteilung der Kader der Stichprobe des 20
zweiten Querschnitts
Tab 3 Verteilung der Nutzung der betreuten Athleten 31
auf die einzelnen Kader
Tab 4 Häufigkeit der Inanspruchnahme 33
sportmedizinischer Leistungen
Tab 5 Gründe für die 39
Nichtinanspruchnahme
sportmedizinischer Leistungen im
ersten und zweiten Querschnitt
Tab 6 Gründe für die Nichtinanspruchnahme 41
paramedizinischer Betreuungsleistungen im
ersten und zweiten Querschnitt
Tab 7 Nutzung der einzelnen Serviceleistungen der 51
Laufbahnberatung
Tab 8 Verteilung der Nutzung der betreuten Athleten 52
auf die einzelnen Kader
Tab 9 Gründe für die Nichtinanspruchnahme der 55
Laufbahnberatung im ersten und zweiten
Querschnitt
V
Tabellenverzeichnis im tabellarischen Anhang
Tabellenverzeichnis im tabellarischen Anhang Seite
Tab 1 Vergleich der Kaderverteilung in der 87
Gesamtpopulation Stichprobe und Rücklauf im
ersten Querschnitt
Tab 2 Vergleich der Kaderverteilung in der 87
Gesamtpopulation Stichprobe und Rücklauf im
zweiten Querschnitt
Tab 3 Vergleich der Kaderverteilung in der 88
Gesamtpopulation Stichprobe und Rücklauf
des Längsschnitts 2002
Tab 4 Verhältnis der Grundgesamtheit im ersten und 88
zweiten Querschnitt
Tab 5 Verteilung der an Olympiastützpunkt 89
betreuten Athleten auf die einzelnen
Kader
Tab 6 Nutzung der Betreuungsbereiche während des 90
Zeitraumes des ersten und zweiten
Querschnittes
Tab 7 Wahrgenommenes Vorhandensein der 91
sportmedizinischen Leistungen
Tab 8 Anpassung der sportmedizinischen Betreuung 91
nach Verletzungen
Tab 9 Zufriedenheit mit der Qualität der 92
sportmedizinischen Leistungen im ersten und
zweiten Querschnitt
Tab 10 Veränderung der persönlichen 93
Betreuungssituation an Olympiastützpunkten
seit Zugehörigkeit im ersten und zweiten
Querschnitt
Tab 11 Wahrgenommenes Vorhandensein der 93
Laufbahnberatung
VI
Tabellenverzeichnis im tabellarischen Anhang
Tab 12 Veranlassung der Nutzung der 94
Laufbahnberatung
Tab 13 Zufriedenheit mit der Qualität der 94
Laufbahnberatung im ersten und zweiten
Querschnitt
Tab 14 Veränderung der persönlichen 94
Betreuungssituation an Olympiastützpunkten
seit Zugehörigkeit im ersten und zweiten
Querschnitt
VII
Abbildungsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abb 1 Diskrepanzen in der wahrgenommenen 9
Dienstleistungsqualität
Abb 2 Bundeskaderverteilung von Population und 21
Rücklauf im Vergleich
Abb 3 Nutzung der einzelnen Betreuungsbereiche 25
Abb 4 Wahrgenommenes Vorhandensein der 28
sportmedizinischen Leistungen im ersten
Querschnitt
Abb 5 Wahrgenommenes Vorhandensein der 29
sportmedizinischen Leistungen im zweiten
Querschnitt
Abb 6 Nutzung der sportmedizinischen Leistungen im 30
ersten und zweiten Querschnitt
Abb 7 Häufigkeit der Inanspruchnahme 34
sportmedizinischer Leistungen während des
ersten und zweiten Querschnittes
Abb 8 Anpassung der sportmedizinischen Betreuung 36
am Olympiastützpunkt nach Verletzungen
Abb 9 Zufriedenheit mit der Qualität der 42
sportmedizinischen Betreuung
Abb 10 Veränderung der persönlichen 44
Betreuungssituation an Olympiastützpunkten
seit der Zugehörigkeit
Abb 11 Wahrgenommenes Vorhandensein der 48
Laufbahnberatung im Vergleich erster und
zweiter Querschnitt
Abb 12 Veranlassung und Nutzung der 53
Laufbahnberatung im ersten und zweiten
Querschnitt
VIII
Abbildungsverzeichnis
Abb 13 Zufriedenheit mit der Qualität der 58
Laufbahnberatung betreuter Athleten im ersten
und zweiten Querschnitt
Abb 14 Veränderung der Betreuungssituation betreuter 60
Athleten seit Zugehörigkeit des
Olympiastützpunktes
IX
Abkürzungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
allg.-med. allgemeinmedizinisch
Aufl. Auflage
BA-L Bundesausschuss Leistungssport im Deutschen
Sportbund
Bd. Band
Betr. Betreuung
ca. zirka
chi Chi Quadrat Wert
DDR Deutsche Demokratische Republik
df degrees of freedom (Freiheitsgrade)
erw. erweitert
ESSM Eidgenössische Sportschule Magglingen
et al. et alii (und andere)
etc. et cetera
F F - Wert
ff. folgende Seiten
Hrsg. Herausgeber
i. Dr. im Druck
internist. Internistisch
Krankengym. Krankengymnastik
LBB Laufbahnberatung
med. medizinisch
n.s. nicht signifikant
o. J. ohne Jahresangabe
o. V. ohne Angabe des Verfassers
orthop. orthopädisch
Physio. Physiotherapie
Q1 erster Querschnitt
Q2 zweiter Querschnitt
Red. Redaktion
S. Seite
X
Abkürzungsverzeichnis
s. signifikant
Stdabw. Standardabweichung
Tab. Tabelle
überarb. überarbeitet
vgl. vergleiche
z. B. zum Beispiel
XI
1. Einführung
Der Leistungssport in Deutschland genießt einen hohen Stellenwert und ist ein Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Dank der langjährig entwickelten Struktur des deutschen Leistungssportkonzeptes spielen auch die deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer 1 bei internationalen Wettkämpfen eine bedeutende Rolle in der Welt des Spitzensports.
Überlegungen zum aktuellen Spitzensportfördermodell Olympiastützpunkte wurden von Seiten des Deutschen Sportbundes bei Betrachtung des schlechten Medaillenspiegels der deutschen Mannschaft nach den Olympischen Winterspielen 1984 in Sarajevo und den Sommerspielen 1984 in Los Angeles in Erwägung gezogen. Man musste feststellen, dass die Sportvereine und bisherigen bundesweiten Fördereinrichtungen keine optimale Betreuung für einen konsequenten sportlichen Leistungsaufbau bundesdeutscher Spitzensportler liefern konnte. Um die deutsche Präsenz im internationalen Vergleich zu gewährleisten, entwickelte der Deutsche Sportbund zusammen mit dem Bundesausschuss für Leistungssport das Konzept der Olympiastützpunkte (vgl. Emrich & Oberst 1992, S. 9).
1986/1987 entstanden in den alten Bundesländern die ersten Olympiastützpunkte in Ballungsräumen mit adäquater Sportstättenstruktur. Bis heute existieren 20 dieser Fördereinrichtungen, die flächendeckend in der ganzen Bundesrepublik Spitzensportlern die Möglichkeit für eine umfangreiche sportliche Betreuung bieten.
Jene Spitzensportfördereinrichtungen orientierten sich an den ehemaligen zentralistisch organisierten Sportstätten der DDR, und es entstanden föderalistisch organisierte Einrichtungen in der Bundesrepublik. Jeder Olympiastützpunkt besitzt ein eigenes Kuratorium, welches vom Bundesministerium des Inneren geführt wird. Die Finanzierung setzt sich zusammen aus Geldern „des Bundesministeriums des Inneren, der Länder,
1 Im weitern Verlaufe des Textes ist bei Verwendung des grammatisch maskulinen
Geschlechts ebenfalls das feminine Geschlecht gemeint.
der Landessportbände, der Deutschen Sporthilfe und der Kommunen“ (Röthig & Prohl, i. Dr.). Die Koordination und Kontrolle aller Olympiastützpunkte erfolgt seitens des Bereiches Leistungsport im Deutschen Sportbundes (vgl. Röthig & Prohl, i. Dr.).
Die Entscheidung eines Athleten für den Leistungssport bedeutet hohe physische und psychische Belastungen in Training und Wettkampf. Die Athleten haben die Aufgabe ihre trainingswissenschaftlichen, sozialen und medizinischen Ansprüche zeitlich so zu optimieren, dass sie in der Lage sind, sich in höchstmöglichem Maße auf ihre Spitzensportkarriere zu konzentrieren (vgl. Emrich & Pitsch 2002, S. 16).
Die Berufsrolle des Leistungssportlers erfordert Unterstützung innerhalb und außerhalb des Sports. Deshalb wird seitens der Olympiastützpunkte „(…) ein komplexer Betreuungs- und Beratungsservice sowohl zur Optimierung des tägliches Trainings wie auch zur Optimierung des Trainings anlässlich zentraler Lehrgangsmaßnahmen organisiert.“ (Röthig & Prohl, i. Dr.). Der Athlet erhält somit eine intensive Unterstützung seiner sportlichen Karriere. Eine optimale Steuerung des trainingsbezogenen Umfeldes bietet den Athleten Entlastung und ermöglicht ihnen die Konzentration auf die Rolle des Spitzensportlers.
Insgesamt werden ca. 3500 Sportler für 26 Olympische Sommer- und 6 Olympische Wintersportfachverbände betreut (vgl. o. V., o. J., S. 6). Die Realisierung des Konzeptes Olympiastützpunkte verlangt die Kooperation von Gremien einer Region (Vereine, Landesfachverbände, Landessportbund) genauso wie die von Athleten und deren Trainern.
„Organisation, Einrichtung und Ausstattung dieser Olympiastützpunkte müssen so gehalten sein, dass sie (…) eine anregende Atmosphäre für den Hochleistungssport sichern (…) und den Sportlerinnen und Sportlern das Gefühl eines Zuhauses geben. Es ist das Ziel, damit eine zentrale Kommunikationsstelle für alle beteiligten Athleten, Trainer, Betreuer und Funktionäre zu schaffen“ (DSB 1985, S.24, zitiert nach Emrich, Pitsch, Wadsack 1994, S. 152).
Der Organisationszweck ist die Erreichung sportlicher Höchstleistungen und soll mit Hilfe sozialer und gesundheitlicher Betreuung optimiert werden (vgl. Röthig & Prohl, i. Dr.). In diesem Sinne werden an jedem Olympiastützpunkt wissenschaftliche Serviceeinrichtungen Spitzensportlern nach Belieben in Anspruch genommen werden können. Im Einzelnen ist das Leistungsprofil der angebotenen Betreuungsangebote an Olympiastützpunkte wie folgt aufgebaut:
Die Serviceeinrichtungen unterteilen sich in zwei Bereiche: die Förderung mit direktem Sportbezug und jene mit indirektem Bezug zum Sport (vgl. Emrich 1993, S. 127). Im direkten Zusammenhang zum Sport stehen die medizinische und Trainingsvoraussetzung. Als Maßnahmen gelten die medizinische Betreuung, Physiotherapie, Krankengymnastik, Ernährungsberatung und die psychologische Betreuung. Leistungsdiagnostik und Sportmedizin sind die Grundbausteine für sportliche Höchstleistung, aber auch die psychischen Vorraussetzungen werden geschult, um die Sportler mental auszubilden. Ebenfalls hat jeder Sportler die Möglichkeit eine individuell auf ihn abgestimmte Ernährungsberatung zu nutzen.
Neben diesen Leistungen wird auch auf die Laufbahnberatung und soziale Betreuung großen Wert gelegt. „Die Lebensführung leistungssportlich engagierter Jugendlicher (…) stellt angesichts großer physischer, psychischer und zeitlicher Belastungen hohe Anforderungen, verschiedene Lebensbereiche zu koordinieren“ (Fessler, Frommknecht, Kaiser, Renna, Schorer & Binder 2002, S. 54).
Eine langfristig aufgebaute Laufbahnberatung ist genauso wichtig wie das soziale Umfeld eines jeden Sportlers mit dem Leistungssport abzustimmen und der Harmonisierung verschiedener Erwartungen beizuwirken (vgl. Emrich 1993, S. 127/128).
Ob die Aufgaben und das Konzept der Serviceleistungen auch aus Sicht der Spitzensportler eine optimale Betreuung gewährleisten, gilt es mit dieser Arbeit zu untersuchen.
2. Problemdarstellung
2.1 Forschungsstand
Die Leistungsfähigkeit von Olympiastützpunkten, welche als wichtigstes Fördermodell im deutschen Spitzensport gelten, ist Ausgangspunkt einiger Diskussionen. Daher beschäftigen sich zahlreiche Untersuchungen und Veröffentlichungen damit, ob die angebotene Betreuung optimal ist, oder ob eventuelle Interventionen im Bereich der Betreuung von Spitzensportlern zu Verbesserungen führen könnten.
Emrich (1996b) setzte sich mit Nutzung und Qualität der sportlichen Betreuung an Olympiastützpunkten im Rahmen einer „Soziologie dieser Fördereinrichtungen“ auseinander. Der Grundgedanke war, anhand empirischer Daten, das Gesamtsystem Olympiastützpunkt zu evaluieren. Die Evaluation basierte unter anderem auf einer Athletenbefragung, die mittels eines umfangreichen Fragebogens durchgeführt wurde. Mit diesem befragte Emrich Nichtinanspruchnahme und Einschätzung ausgewählter Servicebereiche. Es ist sinnvoll relevante Ergebnisse jener Untersuchung mit denen in dieser Arbeit ermittelten in Bezug zu setzten und zu vergleichen, denn sie wurden mit einem größtenteils identischen Fragebogens durchgeführt. Ein Großteil der Untersuchungen Emrichs befasste sich ebenfalls mit der Nutzungsstruktur und Servicequalität der an Olympiastützpunkten angebotenen Betreuungsleistungen.
Weiterhin beschäftigt sich eine Reihe von Veröffentlichungen mit der Leistungsfähigkeit einzelner Serviceleistungen, die vor allem die Laufbahnberatung und medizinischen Betreuung betreffen.
Emrich, Altmeyer, Papathanassiou und Pitsch setzen sich des Öfteren mit der Nutzung und Qualität der Laufbahnberatung und dem Aufgabenbereich des Laufbahnberaters auseinander (1989, 1990, 1992, 1996).
Hackfort und Schlattmann stellen das umfangreiche Aufgabenspektrum des Laufbahnberaters dar (1992).
Eine exemplarische Umsetzung am Beispiel einer konkreten Karriereplanung liefert Stumpe (1998). Ebenfalls existieren mehrere Studien, die sich mit dem Dilemma des Spannungsfeldes Leistungssport und der schulisch oder beruflichen Weiterbildung befassen (vgl. Völp 1991; Brettschneider, Heim, Klimek 1998).
Aktuelle Ergebnisse über die Betreuungsqualität an Olympiastützpunkten werden von Emrich, Pitsch und Fröhlich veröffentlicht (i. Dr.). Sie setzen sich im Rahmen der Evaluierung der Olympiastützpunkte mit der Fortschreibung von Daten zur Betreuungssituation aus den Jahren 1990 und 1992 für das Jahr 1999 auseinander (vgl. Emrich et al. 1994; Emrich 1996b).
Grundlage einer baldigen Veröffentlichung von Fröhlich und Emrich (i. Dr.) sind ebenfalls die Daten der Befragung aus dem Jahre 1999. Schwerpunktmäßig wird hierbei die Struktur und Funktion der Laufbahnberatung analysiert.
Die bereits veröffentlichten Olympiastützpunkten bieten hilfreiche Aspekte und Anregungen und gelten als ein Grundbaustein für diese Arbeit.
Vor dem Hintergrund der bereits stattgefunden Untersuchung 1990 und 1992 (vgl. Emrich 1996b) liefern die aktuellen Befragungszeitpunkte 1999 und 2002 die Möglichkeit, neueste Daten der sportmedizinischen Betreuung und der Laufbahnberatung miteinander zu vergleichen und aufgetretene Veränderungen während dieses Zeitraumes darzustellen.
2.2 Ziel der Untersuchung
Ziel dieser Arbeit ist es, die Betreuungsqualität der sportmedizinischen Betreuung sowie der Laufbahnberatung in den Jahren 1999 und 2002 aus Sicht der Athleten darzustellen und zu beurteilen, genauso wie Veränderungen während der beiden Erfassungszeiträume hervorzuheben. Diese Untersuchung evaluiert demnach nicht die komplette Fördereinrichtung Olympiastützpunkt, sondern nur Teilelemente des Systems.
Einerseits beziehen sich die Veränderungen in diesem Zeitraum bezüglich der auserwählten Serviceeinrichtungen auf die Beurteilung der Angebots-und Nutzungsstruktur der Betreuungsbereiche aus Athletensicht. Andererseits wird die subjektive Einschätzung der Serviceleistungsqualität von Seiten der Athleten erfragt.
Bevor die Dimensionen des Qualitätsbegriffes weiter erörtert werden, ist es sinnvoll die Olympiastützpunkte als soziales Gebilde der Bezeichnung der Organisation zu unterziehen und den Sinn einer solchen darzustellen. Die Aufgabe einer Zusammenarbeiten von Personen und Inanspruchnahme von Hilfsmitteln ein zufrieden stellendes Ergebnis oder einen Zustand zu erreichen (vgl. Korte & Schäfer 2000, S. 150/151). Die Olympiastützpunkte, als eine Nonprofit 2 Organisation, verfolgen mit teils haupt- teils nebenamtlichen Kräften das Ziel der Leistungsverbesserung bundesdeutscher Kaderathleten mit Hilfe von angebotenen Betreuungsleistungen. Die Organisationsstruktur jener Einrichtung ist einerseits demokratisch im Hinblick auf Entscheidungen der Trägerschaft und hierarchisch im Hinblick auf die hauptamtlichen angestellten Kräfte (vgl. Emrich 1996b, S. 105 ff.).
2 Non – Profit Organisationen unterscheiden sich in ihren Merkmalen kaum von
Erwerbsorientierten, lediglich die finanzielle Vermarktung des Ergebnisproduktes entfällt. Der
Begriff soll an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden, da er für den weiteren Verlauf
der Arbeit irrelevant erscheint.
Angesichts der Erläuterung des Begriffes der Organisation entsteht die Problematik der Qualitätsbeurteilung dieses komplexen Systems. Im weiteren Verlauf wird deutlich, dass diese Arbeit lediglich die Beurteilung einiger Teilelemente hinsichtlich ihrer Qualität zulässt. An dieser Stelle entsteht die Problematik des nicht eindeutig festlegbaren Qualitätsbegriffes. Laut Brockhaus-Enzyklopädie ist Qualität, wirtschaftlich gesehen, „die Beschaffenheit einer Unterscheidungsmerkmalen gegenüber anderen (..) Dienstleistungen, nach ihren Vorzügen oder Mängeln.“ (Bd. 17, 1992, S. 663). In dieser Untersuchung gelten die angebotenen Betreuungsleistungen im erweiterten Sinne als eine Dienstleistung und sollen aus Sicht der Athleten nach Präferenzen und Unzulänglichkeit bestimmter Erwartungsaspekte beurteilt werden.
Das Problem der Beurteilung der Qualität zeigt sich bei dem Hinweis auf die verschiedenen Dimensionen dieses Begriffes. In dieser Arbeit nicht berücksichtig werden zum einen objektive und normative Aspekte der Qualität, inwieweit beispielsweise die Kompetenz der Angestellten oder die professionsgemäße reelle Nutzung angebotener Serviceeinrichtungen ihre qualitativen Zielsetzungen erreichen. Überprüfbar wäre dieser Aspekt mit Hilfe systematischer Zielsetzungen und Überprüfung der Erfüllbarkeit der aufgestellten Richtlinien (vgl. Emrich et al., i.Dr.).
Zum anderen bleibt die instrumentelle Dimension außen vor. Dabei wäre zu bewerten inwieweit das Ziel der zu untersuchenden Dienstleistungen implizit verfolgt wird. Unter diesem Aspekt wäre beispielsweise zu prüfen, ob sich die Zielvariable „sportlicher Erfolg“ in Abhängigkeit von der Variable der „Betreuungsintensität“ verändert.
Die in dieser Untersuchung zu beurteilende Dimension ist die subjektive Wahrnehmung der Serviceleistungsqualität aus Sicht der Athleten. Diese basiert auf Informationen über das Vorhandensein, die Nutzungsstruktur der angebotenen Leistungen und subjektives Empfinden der Leistungsqualität (vgl. Emrich et al., i.Dr.).
Die subjektive Dimension spielt eine entscheidende Rolle bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Olympiastützpunkten. Denn im Mittelpunkt des
eigentlichen Ziels Leistungssteigerung von Spitzensportlern, steht allein der Athlet.
Als ein maßgeblicher Anhaltspunkt der Qualitätsbetrachtung gelten die von Emrich et al. (i.Dr.) dargestellten Diskrepanzen in der wahrgenommenen Dienstleistungsqualität von Olympiastützpunkten. Hierbei bietet das GAP – Modell der Dienstleistungsqualität von Parasuraman, Zeithaml und Berry (1988, S. 36) eine Orientierungsgrundlage für die Qualitätswahrnehmung aus Athletensicht. Bei dem Prozess und der Übertragung von Servicequalität entstehen 5 GAPS (Lücken). Diese stellen Diskrepanzen zwischen der Erwartungshaltung seitens der Athleten und derjenigen der Organisation dar und beeinflussen somit die Steuerung der Qualitätseinschätzung aus Athletensicht (vgl. Abb. 1).
Ausgangspunkt sind die Athletenerwartungen in Bezug auf die erwartete Betreuung. Diese Erwartungen setzen sich aus „Mund – zu – Mund Kommunikation“, „individuellen Bedürfnissen“ und „Vorerfahrungen“ (Emrich et al., i.Dr.) zusammen. Diesbezüglich ergeben sich verschiedenartige GAPS bei der Beurteilung der Betreuungsqualität, von denen die von Athleten wahrgenommene Qualität abhängt. Es erscheint daher sinnvoll diese GAPS kurz zu erläutern:
GAP 1: Diskrepanz zwischen Athletenerwartungen und den vom Management wahrgenommenen Athletenerwartungen. GAP 2: Diskrepanz
GAP 3: Diskrepanz zwischen der Spezifikation der Betreuungsqualität und der reellen Umsetzung der angebotenen Leistung. GAP 4: Diskrepanz zwischen der angebotenen Betreuungsleistung und
GAP 5: Setzt sich zusammen aus den vier bisher genannten GAPS und
Die konkrete Umsetzung des Modells wird im späteren Zusammenhang mit
der tatsächlichen Einschätzung der Betreuungsqualität aus Sicht der Athleten
detailliert diskutiert.
Abb. 1: Diskrepanzen in der wahrgenommenen Dienstleistungsqualität
Ähnliche Denkmodelle zur Qualitätserfassung stammen von Badelt (1999, S. 473), der jedoch eher im wirtschaftlichen Sinne die Dimensionen des Qualitätsbegriffes erläutert.
Ein weiteres Ziel bei der Beurteilung der Athletenbefragung ist es, den Nutzungsgrad der zweckrationaler Handlungsebenen 3 seitens der Athleten zu diskutieren. Athleten stehen unter dem permanenten Druck der Leistungssteigerung. Es reicht nicht eine erarbeitete Leistung zu erhalten, entscheidend für den sportlichen Erfolg ist eine Steigerung.
Vor allem durch die erschwerte Problematik, dass die zeitlichen Phasen der sportlichen Höchstleistung - bis auf einige Ausnahmesportarten - nur in einem kurzen Lebensabschnitt erbracht werden (vgl. Emrich 1996b, S. 36). Besonders im Leistungssport, in dem Erfolg die finanzielle Situation eines Athleten beeinflusst, herrscht ein enormer Erfolgsdruck auf einzelnen Athleten. Dazu kommt die psychische Belastung auf den Termin genau die trainierte Leistung zu erbringen (vgl. Emrich 1996b, S. 43).
Inwieweit dieser Leistungsdruck einen Einfluss auf das soziale Handeln der Athleten hat, ist fraglich und wird zu späterem Zeitpunkt erörtert.
Die Berufsrolle des Leistungssportlers bedeutet einen hohen Zeitaufwand. Es liegt demnach nahe, die Ausprägung des Faktors Zeit bei der Nutzung der angebotenen Serviceleistungen zu diskutieren. Ein falsch eingesetztes Zeitbudget kann Betreuungsleistungen bedeuten.
3 Weber definiert „soziales Handeln“ als ein Handeln, das sinnorientiert seitens des Handelnden auf das Verhalten anderer bezogen ist und seinen Ablauf danach plant. Wobei der Sinn eines Handelnden eine individuelle Zweck-Mittel-Vorstellung, sowie Werte und Normen beinhaltet (1984, S. 19).
Bestimmungsgründe sozialen Handelns sind laut Weber „zweckrational“ (Erwartungen, die rational, als Erfolg, erstrebte und abgewogene eigene Zwecke ausgelegt werden), „wertrational“ (bewusstes Glauben an den unbedingten Eigenwert eines bestimmten Sichtverhaltens ohne den Erfolg zu berücksichtigen), „affektuell“ (emotionales, gefühlsbetontes Handeln) oder „traditionell“ (auf Traditionen oder Gewohnheiten beruhend) (1984, S. 44).
Quote paper:
Ursula Wittlich, 2003, Betreuungsqualität an Olympiastützpunkten aus Sicht der Athleten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Ursula Wittlich's text Betreuungsqualität an Olympiastützpunkten aus Sicht der Athleten is now available as a printed book
Ursula Wittlich has published the text Betreuungsqualität an Olympiastützpunkten aus Sicht der Athleten
Ursula Wittlich has uploaded a new text
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