Universität Gesamthochschule Kassel
Gesellschaftswissenschaften
H a u s a r b e i t
“The Established and the Outsiders.
A Sociological Enquiry into Community Problems”
von Norbert Elias und John L. Scotson in der Übersetzung
“Etablierte und Außenseiter”
Verfasser:
Christian Bruno von Klobuczynski
Veranstaltung: Die Gesellschaft der Individuen. Eine Einführung
in die Soziologie anhand einiger Arbeiten von Norbert Elias
Abgabetermin : Juli 1998
Inhalt
1. Einleitung ... 03
2. Das Untersuchungsobjekt “Winston Parva” und die Einführung in das Buch ... 05
3. Zur Theorie von Etablierten- und Außenseiterbeziehungen ... 07
4. Beispiele aus Winston Parva ... 13
5. Schlussfolgerungen ... 17
1. Einleitung
In dem Seminar “Gesellschaft der Individuen”, eine Einführung in die Soziologie, beschäftigten wir uns mit Schriften des deutschen Soziologen “Norbert Elias”. Mit seinem Kollegen und Schüler “John L. Scotson” schrieb er das Buch “Etablierte und Außenseiter”, dass 1965 unter dem Originaltitel “The Established and the Outsiders. A Sociological Enquiry into Community Problems” in London erschien. Das Buch ist das Ergebnis einer empirischen Untersuchung in einer Vorortsiedlung in den englischen Midlands zwischen 1958 und 1960.
Norbert Elias wurde 1897 im damaligen “Deutschen Reich” geboren, studierte zur “Blütezeit” der deutschen Soziologie in Heidelberg und emigrierte zur Zeit des Nationalsozialismus nach Frankreich und England. An der Universität von Leicester erhielt er einen Lehrauftrag und von 1970 bis 1990 Gastprofessuren in Deutschland. 1990 starb er in Amsterdam.
Warum ich mich bereit erklärte, zu diesem Buch eine Hausarbeit zu schreiben, hat zwei Gründe. Der eine ist ein profaner, denn als Student schreibt man gewöhnlich Hausarbeiten und kann sich dem auch nicht entziehen. Der zweite Grund hat dagegen viel mit der persönlichen Einstellung zu Studieninhalten zu tun.
Ich selbst habe mich schon immer für Menschen interessiert, die am Rande der Gesellschaft standen. Als Außenseiter sind diese Menschen gezwungen ein Leben im Schatten zu führen und darauf zu hoffen, durch irgend einen Zufall oder durch Veränderungen in der Gesellschaft, an den Früchten dieser teilhaben zu können. Jeder von uns kennt solche Außenseiter, wie Ausländer, Behinderte, Homosexuelle und Arme. Ohne Probleme lassen sich hier noch einige Beispiele anfügen. Was alle diese Gruppierungen gemeinsam haben, ist ein besonderes Merkmal, durch das sie stigmatisiert werden. Sicherlich spielt bei dieser Stigmatisierung auch die Selbstthematisierung im Sinne Michel Foucault eine Rolle. Durch das Aufbrechen alter Gesellschaftsstrukturen wird der Mensch immer mehr in unterschiedliche Rollen hineingedrängt und über diese definiert. Das der Behinderte auch ein Arbeitnehmer, Familienvater etc. sein kann ist selbstverständlich. Warum wird er aber auf seine Behinderung reduziert und stigmatisiert? Diese und viele andere Fragen im Hinblick auf die Rolle des Außenseiters spielten eine Rolle bei der Auswahl dieses Themas.
Ich hoffe nun herauszufinden, wie sich die “Etablierten” von den “Außenseitern” trennen, was für Gründe sie dafür haben und wie man diesen Prozeß rückgängig machen kann.
2. Das Untersuchungsobjekt “Winston Parva” und die Einführung in das Buch
Wie ich bereits erwähnte, haben Norbert Elias und John L. Scotson eine Vorortsiedlung in den englischen Midlands zum Objekt ihrer Untersuchung erklärt. Dieser Vorort hat einen starken industriellen Charakter, wie viele solcher Vorortsiedlungen. Um eine Übertragbarkeit seiner Ergebnisse zu betonen, nennt er die Ortschaft nicht bei ihrem richtigen Namen, sondern nannte sie “Winston Parva”.
“Winston Parva” wurde 1870 von “Charles Wilson” gegründet. Dieses alte “Winston Parva” im Buch das “Dorf” oder “Zone 2" genannt, ist eine Arbeitersiedlung mit ungefähr 700 kleinen Ziegelhäusern, Maschinenschuppen, einer Kirche und mehreren Fabrikgebäuden. 1920 bis 1930 entstand ein neues Viertel, im Buch “Zone 1" genannt, in dem Freiberufler, Geschäftsleute und bessergestellte Facharbeiter leben. Sie wohnen in Einzel- oder Doppelhäusern und besitzen Autos und andere Luxusgüter. 1930 bis 1940 kam infolge der Kriegsereignisse noch ein weiteres Viertel hinzu, in dem die Familien von Soldaten einer naheliegenden Garnison und um die 100 aus London geflüchtete Arbeiter einzogen. Dieses Viertel wird “Zone 3", oder nach den anderen Bewohnern “Rattengasse” genannt.
Norbert Elias hat die Siedlung, seine Bewohner und die ablaufenden Gruppenprozesse beobachtet und analysiert. Die Ergebnisse hat er auf den knapp 300 Seiten des Buches in systematischer Form dargestellt. Er beginnt mit einer Einführung über die Theorie von Etablierten- und Außenseiter-Beziehungen. Die Frage nach diesen Beziehungen ist für Elias eine Grundvoraussetzung um die Untersuchung in “Winston Parva” durchführen zu können. Er beschäftigt sich mit der “Machtbalance” (Seite 14), dem Hauptmerkmal der “Wohndauer” (Seite 15) und den “Folgen” (Seite 26) solcher Merkmale. Im weiteren geht er noch auf die Thematik der “Gruppenprozesse” (Seite 43) ein und zieht eine Verbindung zu Freud. Des weiteren beschäftigt er sich mit der Stigmatisierung von Außenseitern und den zur Verfügung stehenden “Waffen” (Seiten 48 bis 49).
[....]
Quote paper:
M.A. Christian Bruno von Klobuczynski, 1998, "The Established and the Outsiders. A Sociological Enquiry into Community Problems" von Norbert Elias und John L. Scotson in der Übersetzung "Etablierte und Außenseiter", Munich, GRIN Publishing GmbH
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