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Seminar: Freizeit und Tourismus: Zum Verhalten von Touristen und
Abgabetermin: 31.03.2000
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I Einleitung 3
II Tourismus in Entwicklungsländern 3
1. Begriffsklärung 3
2. Entwicklung und Geschichte 5
3. Wirtschaftliche Bedeutung 6
III Fallbeispiel Bali 7
1. Zahlen und Fakten 7
2. Die Geschichte Balis 8
3. Entstehung des Tourismus auf Bali 9
3.1. Anziehungspunkte der Insel 9
3.2. Imageaufbau 10
3.3. Staatliche Unterstützung 11
3.4. Ökonomische Effekte 11
4. Kulturtourismus auf Bali 12
4.1. Kultur als Marker für Bali 12
4.2. Folgen und Probleme des Kulturtourismus 14
4.3. Lösungsansätze 16
IV Zusammenfassung 18
V Anhang (nicht enthalten) 18
VI Literaturverzeichnis 19
2
,(LQOHLWXQJ Fernreisen von den „Ländern der Reichen in die Länder der Armen“ 1 haben seit einiger Zeit Hochkonjunktur.
1986 hat der Studienkreis für Tourismus in der BRD eine Reiseanalyse durchgeführt, die ergeben hat, daß das Interesse für Fernreisen als „modische Reiseart“ zugenommen hat und 46% der Befragten Fernreisen als „in“ betrachten 2 .
Die Sehnsucht und die Vorstellung bald an einem Ort zu sein, der Exotik, Fremdartigkeit, unberührte Völker und Landschaften, vielleicht sogar das Paradies verspricht, ist die Haupttriebkraft der Fernreisenden.
Die Fragen, die sich stellen, und diese werden in der Geographie sehr kontrovers diskutiert, sind ob diese Tatsache einen Vorteil oder einen Nachteil des potentiellen Gastlandes darstellt, und wie sich der Tourismus auf die Wirtschaft, Gesellschaft, sowie das naturräumliche Potential auswirkt. Angesichts der Tatsache, daß der internationale Tourismus zu den am schnellsten wachsenden Sektoren der Weltwirtschaft gehört und unumstritten ein wichtiger Devisenbringer für die Gastländer darstellt, läßt sich sagen, daß er sich ökonomisch betrachtet durchaus positiv auswirkt. Die Frage, die sich aber stellt ist, ob der wirtschaftliche Vorteil auch den Schaden kompensiert, den er der Gesellschaft und der Kultur des Gastlandes zufügt.
Am Fallbeispiel Bali und dem dortigen Kulturtourismus wird im Folgenden näher auf diese Thematik eingegangen.
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Um den Tourismus in Entwicklungsländern zu erläutern, muß zunächst einmal geklärt werden, um welche Länder es sich bei diesen überhaupt handelt, was für Merkmale sie ausmachen und worum es bei dem Begriff „Entwicklung“ geht.
Eine mögliche Definition des Begriffes „Entwicklung“ ist folgende: „Entwicklung wird unter allgemeinen Gesichtspunkten als Fortschritt eines Prozesses verstanden, bei dem kulturelle, soziale, politische, ökonomische und technische Kriterien berücksichtigt werden“ 3 . 1 Vorlaufer, Karl: Dritte-Welt-Tourismus - Vehikel der Entwicklung oder Weg in die Unterentwicklung? In: Geographische Rundschau, H.1 1990, S.4.
2 ebd.
3 nach Lüken, B.J. u.a., vgl. Mikus, Werner: Wirtschaftsgeographie der Entwicklungsländer. Stuttgart 1994. S.1.
3
Der Begriff „Entwicklungsland“ wurde Anfang der 1950er Jahre geprägt. Er steht für eine nicht einheitlich definierte Gruppe von Ländern, deren Entwicklungsstand im Vergleich zu den Industriestaaten gering ist. Kriterien für die Zuordnung von Entwicklungsländern sind ökonomische, ökologische, demographische, sozio-kulturelle und politische. Eine mögliche Gesamtgliederung aller Länder ist folgende:
1. Industrieländer (entwickelte Länder)
2. „Entwickeltere Länder“ (politisch und/oder geographisch isoliert)
3. Entwicklungsländer Typ I (mit großem Entwicklungsdefizit)
4. Schwellenländer (Länder im Übergang zu einer höheren Entwicklungsstufe)
5. Entwicklungsländer Typ II (geringfügig weiterentwickelt als Typ I)
6. Länder mit dominanten Rohstoffen (v.a. Erdöl, Nickel, Bauxit und Erdölverarbeitung) 4
Auch innerhalb der Entwicklungsländer lassen sich anhand obengenannter Kriterien noch große Differenzen ausmachen; so muß auch hier noch mal unterteilt werden. Der jährlich erscheinende „Weltentwicklungsbericht“ der Weltbank unterteilt die Entwicklungsländer in folgende Kategorien:
1. Länder mit niedrigem Einkommen (BSP pro Kopf 1997 bis 785$)
2. Länder mit mittlerem Einkommen (BSP pro Kopf 1997 zwischen 786 und 3125$)
3. Länder mit höherem Einkommen (BSP pro Kopf 1997 über 9655$)
4. Schwellenländer (Länder an der Schwelle zu den Industrieländern) 5
Die UN entwickelte 1970 die Bezeichnungen LDC (Less developed countries), LLDC (Least developed countries) und MSAC (Most seriously affected countries). Hinzu kam die Bezeichnung für die Schwellenländer (NICS - Newly industrialized countries).
Es wird deutlich, daß verschiedene Gliederungsansätze möglich sind und nicht zu sagen ist, ob diese richtig oder falsch sind.
Da diese Arbeit den Tourismus in Entwicklungsländern betrifft, muß ebenfalls geklärt werden, wie Touristen zu definieren sind. Hierbei bietet die UN eine weitere Definition. Demnach sind Touristen „...persons travelling for pleasure, domestic reasons, health, meetings, business, study etc. and stopping for a period of 24 hours or more in a country or area other than that in which they usually reside.“ 6 4 nach Vogel, F. u. Grünwald, W., In: Mikus, W.: a.a.O., S.7.
5 nach Baratta, M. von (Hg.): Fischer Weltalmanach 2000. Frankfurt am Main 1999.
4
Als Ferntouristen sind dabei diejenigen zu bezeichnen, die in außereuropäische Länder reisen.
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Nachdem sich der Tourismus im 19. Jahrhundert zunächst von der Stadt aufs Land, an die See und ins Gebirge orientierte, erreichte er anschließend die weniger entwickelten Regionen am Rande Europas, vor allem den mediterranen Raum.
In den 50er Jahren wurden z.B. die Türkei, Nordafrika und der Nahe Osten zu beliebten Destinationen.
Besonders seit Mitte der 60er entwickelte sich der Tourismus in Entwicklungsländern und wurde anfangs noch sehr positiv bewertet.
Seitdem lassen sich verschiedene Phasen im Ferntourismus ausmachen 7 :
1. Euphoriephase
Als Euphoriephase wird die zweite Hälfte der 1960er Jahre bezeichnet, also die Zeit, in der sich der Entwicklungsland-Tourismus zu etablieren begann. Der Dritte-Welt-Tourismus wurde hier hauptsächlich unter wirtschaftlichen Aspekten betrachtet, da er eine wichtige und positive wirtschaftliche Entwicklung darstellte. Ferner wurde die völkerverständigende Wirkung betont.
2. Ernüchterungsphase
Diese setzte Anfang der 1970er Jahre ein. Nach kontroversen Diskussionen standen nun die negativen Auswirkungen auf Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur der Gastländer im Vordergrund.
Auch die Gastländer selber traten dem Tourismus mit zunehmender Skepsis entgegen, da erste Erfahrungen mit Massentourismus gemacht wurden, die die positiven ökonomischen Effekte in den Hintergrund treten ließen.
3. Aktionsphase
In dieser Phase versuchte man Informations- und Bildungsprojekte zu entwickeln, die die Informationsdefizite über die Gastländer bei den Fernreisenden abzubauen versuchten und ihnen Hinweise für ein angemessenes Reiseverhalten zu geben. 6 nach UN-Statistical Yearbook 1976, In: Radetzki-Stenner, Matthias: Internationaler Tourismus und Entwicklungsländer - Die Auswirkungen des Einfach-Tourismus auf eine ländliche Region der indonesischen Insel Bali. S.5.
7 vgl.: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Hg.): Entwicklungspolitik Materialien Nr.88: Tourismus in Entwicklungsländern. Bonn 1993.
5
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Imke Sander, 2000, Tourismus in Entwicklungsländern am Fallbeispiel Bali, Munich, GRIN Publishing GmbH
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Bali - mass tourism in developing countries
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