I. Vorwort
Die Begriffe Outdoor und Erlebnispädagogik begegneten mir zum ersten Mal während meiner Tätigkeit als Assistentin bei REMUS COACH.
Das Lernen im Outdoor-Training funktioniert mit der Umsetzung direkt vor Ort. Als Assistentin habe ich Outdoor-Seminare begleitet und viele begeisterte Teilnehmer-Feedbacks aufnehmen können:
Ø „In so kurzer Zeit habe ich noch nie soviel gelernt."
Ø "Hier habe ich erfahren, was ich leisten kann." Ø "Ich bin erstaunt, dass ich meine Grenzen überwinden konnte.“
Die neuen Erkenntnisse, die ich bei der Begleitung von Outdoor-Seminaren gewann, begeisterten mich und veranlassten mich zu einer intensi veren Recherche zum Thema Outdoor. Bei meiner näheren Auseinandersetzung mit dem Outdoor-Konzept verstärkte sich der Eindruck, dass Outdoor-Trainings eine sehr wertvolle und effektive Unterstützung für verschiedene Zielgruppen bieten können. In den folgenden Kapiteln werden erlebnispädagogische Trainings definiert und erläutert. Neben den Chancen und Risiken werden auch der Nutzen und der mögliche Erfolg von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung näher beschrieben.
Irma Verkaik, Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung, Seite 2
Inhaltsverzeichnis
I. Vorwort 2
II. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis 4
III. Abkürzungsverzeichnis 5
1 Einleitung 6
1.1 Bedeutungsvielfalt von Outdoor-Seminaren 6
1.2 Definition von Outdoor-Seminaren/Erlebnispädagogik 7
1.3 Entstehungskontext von Outdoor/Erlebnispädagogik 8
1.4 Varianten von Outdoor 10
2 Anwendung von Outdoor 13
2.1 Zielgruppe von Outdoor-Seminaren 13
2.2 Funktionen und Zielsetzungen von Outdoor-Seminaren 13
2.3 Anlässe für Outdoor-Seminare 14
3 Vorgehensweisen beim Outdoor 15
3.1 Methoden und Arbeitsverlauf beim Outdoor 15
3.2 Professionelle Outdoor-Seminare 16
3.2.1 Professionelle Vorbereitung 16
3.2.2 Professionelle Durchführung 17
3.2.3 Professionelle Nachbereitung 19
3.2.4 Professionelle Anbieter 20
3.3 Grenzen und Gefahren beim Outdoor 21
3.4 Abgrenzung von Outdoor-Seminaren zu (Indoor-)Seminaren 23
4 Nutzen/Erfolg von Outdoor-Seminaren 24
5 Fazit 25
6 Literaturverzeichnis 29
7 Anhang 31
7.1 Ablauf eines erlebnispädagogischen Seminars/Outdoor-Trainings 31
7.2 Anleitung zur Durchführung der Outdoor-Übung "Trustfall" 33
Irma Verkaik, Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung, 3
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abb. 1 Entstehungskontext der Erlebnispädagogik Seite 9
Abb. 2 Rafting als ein möglicher Bestandteil von Outdoor-Trainings Seite 10
Abb. 3 Wildcourse als ein möglicher Bestandteil von Outdoor-Trainings Seite 11
Abb. 4 Die Phasen des Gruppenprozesses Seite 15
Abb. 5 Die Abenteuer-Welle von Project Adventure Seite 16
Abb. 6 Beispiel einer professionellen Outdoor-Übung: Trustfall Seite 19
Tabelle 1 Spektrum der Outdoor-Aktivitäten Seite 12
Tabelle 2 Ablauf eines erlebnispädagogischen Seminars/Outdoor-Trainings Seite 31
Irma Verkaik, Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung, Seite 4
II. Abkürzungsverzeichnis Abb. Abbildung Aufl. Auflage bzw. beziehungsweise Dr. Doktor erw. erweiterte etc. et cetera GmbH Gesellschaft mit beschränkter Haftung lt. laut Prof. Professor S. Seite überarb. überarbeitete vgl. vergleiche www. world wide web z.B. zum Beispiel
Irma Verkaik, Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung, Seite 5
1 Einleitung
1.1 Bedeutungsvielfalt von Outdoor-Seminaren
Unternehmen werden in Zukunft nur Wettbewerbsvorteile erzielen, wenn es ihnen g elingt, die Qualifikation, Motivation und das Engagement ihrer Mitarbeiter zu steigern. Wie kann dieses Ziel, unter Berücksichtigung des o ben genannten Zitates von Gottfried Keller, erreicht werden?
Diese Arbeit untersucht, in wieweit Outdoor-Seminare dieses Ziel unterstützen können und wie hoch der Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung ist. Out-door wird in sehr verschiedenen Zusammenhängen mit den unterschiedlichsten Bedeutungen verwendet; über die Methode liegt weitgehend kein einheitliches Verständnis vor.
Übersetzt bedeutet der englische Begriff O utdoor „draußen, im Freien“. 2 Laut Renner ist Outdoor-Training die „Trainingsinnovation der späten 90er Jahre“. 3 Aus wissenschaftlicher Sicht sind Outdoor-Seminare nicht eindeutig eingegrenzt. Es ist vielen Trainern und machen Anwendern offensichtlich verborgen geblieben, dass es sich beim Outdoor „nicht einfach um die Verlegung bekannter Trainingsinhalte in die freie Natur handelt, sondern um die Einbindung sportlicher Aktivitäten in der freien Natur als auf den Büroalltag übertragbare Beispiele“. 4
Outdoor-Seminare werden von vielen Menschen immer noch gleichgesetzt mit Überlebenstraining (Survivaltraining): irgendwo an einem unbekannten Ort ohne Verpflegung
1 Zitiert nach Brinkmann, 2000, S. 6
2 Collins German Dictionary, 1993, S. 471
3 Renner, Strassmann, 2000, S.6
4 Renner/Strassmann, 2000, S.6
Irma Verkaik, Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung, Seite 6
und Orientierung abgesetzt werden. Doch dies hat wenig mit gezielten, effektiven Out-door-Seminaren gemeinsam. Die Breite des Outdoor-Trainings ist jedoch sehr groß: Sie reicht „vom Training in fernen Wüstengegenden bis hin zu den vergleichsweise unauffälligen Übungen in einem Hotelpark“. 5
Die Bedeutungsvielfalt wird in dem Kapitel 1.4 mit der Beschreibung der Varianten von Outdoor näher erläutert.
1.2 Definition von Outdoor-Seminaren/Erlebnispädagogik
„Outdoor-Seminare sind ganzheitliche, handlungs- und erlebnisorientierte Seminare in der Natur, bei denen die Teilnehmer als Einzelne oder als Gruppe bestimmte Aufgaben mit Ernstcharakter lösen: z.B. aus vorgegebenen Materialien ein Floß bauen“. 6
Bemerkenswert ist, dass in der Literatur viele unterschiedliche Outdoor-Definitionen zu finden sind. Der Umstand, dass es keine allgemeingültige Definition gibt, verdeutlicht die Vielschichtigkeit und die Dynamik, die in dem pädagogischen Zweig der Erlebnispädagogik liegt.
Unterschiedliche wissenschaftliche Herangehensweisen, vielfältige Erfahrungen der Anbieter sowie fehlende allgemeingültige Standards in der Erlebnispädagogik führen zu unterschiedlichen Definitionen.
Einige Autoren haben stärker den Fokus auf den psychologischen und erlebnispädagogischen Elementen und andere Autoren stellen Outdoor hauptsächlich als Incentive mit Spaßfaktor dar.
Heckmair und Michl betonen, dass es bei der Erlebnispädagogik um wirksames Lernen geht; wer sich mit ihr nur ausleben wollte, hat sich ins Aus gelebt. 7
Laut Schöttler 8 ist Erlebnispädagogik eine Methode, die folgende Merkmale beinhaltet:
5 Michl, Schad, 2004, S. 9
6 Renner, Strassmann, 2000, S. 7
7 vgl. Heckmair, Michl, 2004, S. 10
8 vgl. Schöttler, 1994, S.22 - 28
Irma Verkaik, Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung, Seite 7
Ø im Vordergrund steht immer das handlungsorientierte Lernen Ø die Methode bietet für den Einzelnen und die Gruppe einen breiten Raum, in dem an die Grenzen des Möglichen gegangen werden kann
Ø ein gewisses Risiko ist in dosierter Form vorhanden, jedoch sollte es kalkulierbar bleiben
Ø unvorhersehbare Erlebnisse sind in den Outdoor-activities beinhaltet Ø aufgrund des Handlungsraumes Natur bietet die Erlebnispädagogi k eine Möglichkeit, Kenntnisse über die Natur zu vermitteln und Anregungen zu ihrem Schutz zu geben.
Michael Jagenlauf 9 bringt in seiner Umschreibung der Erlebnispädagogik ein wenig Kritik ein, indem er betont, dass nicht jedes Picknick im Grünen und nicht jede Kajaktour bei Windstärke als praktizierte Erlebnispädagogik bezeichnet werden kann. Erlebnispädagogische Maßnahmen sind seiner Meinung nach dadurch gekennzeichnet, dass sie Erlebnisse vermitteln, auf deren Basis Erfahrungen möglich sind, auch ohne ein alzu großes Risiko einzugehen. Entscheidend für den Erfolg erlebnispädagogischer Maßnahmen ist für ihn nicht das veränderte Verhalten nach einer solchen Unternehmung und den dort gemachten Erlebnissen, sondern die Reizauslösung für eine Reflexion des bisherigen Verhaltens und gegebenenfalls notwendigen Änderungen. 10
1.3 Entstehungskontext von Outdoor/Erlebnispädagogik
„Die Anfänge von Outdoor-Seminaren reichen zurück in die Erlebnispädagogik von Kurt Hahn (1886-1974)“. 11 Grundsatz seiner Erlebsnispädagogik war nicht nur die reine Wissensvermittlung, sondern die Erziehung von Selbstkontrolle und Verantwortung für die Gemeinschaft.
Die nachstehende Abbildung informiert über die Definiti on und Zusammenhänge der Erlebnispädagogik:
9 vgl. Jagenlauf, 1994, S. 33 f
10 Die Verfasserin betrachtet die Auffassungen von Schöttler und Jagenlauf als nachvollziehbar und
sinnvoll. Sie dienen als Basis der weiteren Erläuterungen.
11 Renner, Strassmann, 2000, S. 9
Irma Verkaik, Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung, Seite 8
Abb. 1 Entstehungskontext der Erlebnispädagogik 12
Die Erlebnispädagogik ist auf der einen Seite als ein eigenständiges Fachgebiet anzusehen, auf der anderen Seite kann es ein Teilgebiet der Psychologie, der allgemei-nen Pädagogik, der Wirtschaftspädagogik sowie der Schulpädagogik sein.
Die Grundsätze der Erlebnispädagogik wurden vor allem in Nordamerika verwendet und noch heute ist es in vielen Schulen der USA üblich, dass Schüler innerhalb ihrer Schulzeit einen erlebnispädagogischen Kurs absolvieren. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden die erlebnispädagogischen Ideen auch in Deutschland z.B. bei der Ausbi ldung von Rettungsdiensten eingesetzt. Anfang der siebziger Jahre entwickelten einige Anbieter in den USA und später in England aus diesen Ideen erste Outdoor-Seminare für Führungskräfte. Diese Entwicklung wurde noch durch die Aktualität von gruppendynamischen Ansätzen in jener Zeit gefördert, viele erkannten den Nutzen des erfahrungs- und handlungsorientierten Lernens in der Natur. Als einer der ersten Anbieter auf dem europäischen Festland spezialisierte sich 1980 13 das Outdoor-Centre auf die Durchführung firmen-interner Outdoor-Seminare.
12 vgl. http://www.erlebnispaedagogik.de, 2004
13 vgl. www.outdoor-centre.de, 2004
Irma Verkaik, Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung, Seite 9
Arbeit zitieren:
Irma Verkaik, 2004, Nutzen von Outdoor-Seminaren in der Personalentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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