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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Gedanken 3
2 Die frühe Volksschule. 5
2.1 Die Wurzeln der Volksschule 5
2.2 Die Aufgabe der Volksschule 5
2.3 Die Volksschule im Wandel der Zeit 6
2.4 Die Motive für die Bildung der Bevölkerung. 8
2.4.1 Die preußischen Motive und deren Folgen 8
2.4.2 Die humanistische Grundidee 9
3. Die Volkschule unterm Hakenkreuz. 10
3.1 Ein historischer Abriss. 10
3.2 Die Volksschule im Übergang zur „Nazischule“ 11
3.2.1 Die Umsetzung der politischen Vorgaben in der Schule. 13
3.2.2 Der Widerstand gegen die Schulreform. 15
3.3 Ziele des Umbaus 15
4. Der Inhalt des Unterrichts. 16
4.1 Die Hitlerjugend 17
4.2 Die Rolle der Frau. 18
5. Die deutsche Volksschule im Krieg 19
6. Zusammenfassende Gedanken 20
7. Literaturverzeichnis 21
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1. Einleitende Gedanken
Die Geschichte der Volksschule ist sehr umfangreich. Die Grenzen zwischen Volks-und Eliteschulen sind schwer zu definieren, zumal der Begriff im Laufe der Jahrhunderte immer wieder neu geprägt wird. Meine Aufgabe ist es, bei der Fülle von Möglichkeiten, die Problematik einzugrenzen und an einem Beispiel zu erläutern. Die erste Schwierigkeit, die ich zu bewältigen hatte, war die geeignete Literatur zu finden. Da eine große Themenauswahl zur Volksschule vorhanden ist, musste ich meine Eingrenzung der Themen nach relevanter Literatur ausrichten.
Was ist die Volksschule eigentlich? Sie ist eine öffentliche Einrichtung, die verbindlich allen Schülern gleichsam Bildung verschafft, ohne dass Ausnahmen nach regionaler Herkunft, Religion, Sozialstatus oder Organisationszugehörigkeit gemacht werden. Die eigentliche Schule gibt es schon vor mehr als 3000 Jahren bei den Sumerern, die schon bezahlte Lehrer kennen, aber diese Schule befasst sich eher mit einer Spezialisierung ihrer Schüler, weder eine allgemeine Schulpflicht noch eine freie Zugänglichkeit sind vorhanden. Das wird sich in den nächsten Jahrtausenden weltweit auch nicht ändern. Im vierzehnten Jahrhundert entstehen die ersten Wurzeln zur deutschen Volksschule, unter anderen gibt es die Küsterschule, die anfänglich, in Folge der Reformation, den religiösen Volksunterricht auf Grund der hohen Schülerzahl, unterstützen soll, später wird daraus ein eigener Zweig. Im Laufe des 16. Jahrhunderts bildet sich bei der Führungsschicht des Landes ein Interesse, dem Volk zu einem gewissen Grade Bildung zu verschaffen um ihre ökonomischen Ziele zu verwirklichen, was ich in dieser Arbeit auch beweisen möchte.
Für den Staat selbst ist es ein „Drahtseilakt“, einen Mittelweg zwischen Kontrolle und Ökonomisierung zu schaffen. Ich möchte an dieser Stelle nicht behaupten, dass nur solche Motive zu einer Schule geführt haben. Letztendlich kann man nur mit Sicherheit sagen, dass die anfängliche Schule einzig und allein für d ie finanziell besser gestellte Schicht zugänglich ist. Schon bei den alten Griechen werden solc he Eliteschulen
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geprägt. Im 18. und 19. Jahrhundert nimmt der Anteil an Schülern auch aus weniger wohlhabenden Schichten deutlich zu. Man kann man nun von der Volksschule im eigentlichen Sinne sprechen, obwohl der Begriff zu dieser Zeit noch nicht entsteht. Erst als sich das National- und Einheitsgefühl entwickeln, kommt es zu dieser Bezeichnung. „Bildung für alle“ gibt es beispielsweise im Kaiserreich oder unter nationalsozialistischem Regime. Z war kann so das Volk gebildet werden, aber zu welchem Zweck? Im „Dritten Reich“ wird das ganze Bildungssystem im Sinne der neuen Machthaber reformiert. Zunehmend rückt der Sport in den Vordergrund. Das Allgemeinwissen wird eingeschränkt, z.B. wird Rassenkunde im Biologieunterricht behandelt. Das Schulrecht vor den Gleichschaltungsmaßnahmen, wie beispielsweise die Abschaffung der Reformschulen, gilt nicht mehr. An dieser Stelle soll meine Arbeit eine weitere Frage beantworten - Ist der Individualismus nur eine Utopie und produziert die „Kollektivierung“ durch einen vorgegebenen Lehrplan nur willige Arbeitnehmer? Da meine Arbeit sich mit der Problemstellung der Volksschule im Hitlerdeutschland befassen wird, bleibt es mir zu beweisen, dass unter Deutschlands Bildungskurs in der Zeit von 1930 bis 1945 der eigentlic he Sinn der Schule verloren geht und die Schüler anscheinend nur auf den Krieg vorbereitet werden, aber es muss auch untersucht werden, warum vieles von den Schülern, freiwillig in Kauf genommen wird. Den Weg vom Umbau der alternativen weltlichen Schule und der althergebrachten religiösen Schule zur von nationalsozialistischer Ideologie S chule werde ich dokumentieren und versuchen zu begründen, warum diese Wandlung möglich ist. Was war die Hitlerjugend und welche Rolle spielt sie bei der Umsetzung d er Kriegsvorbereitungen? Auch werde ich einen Abriss über den Umsturz der Werte und die Schaffung einer neueren und auch durchorganisierteren und kontrollierbareren Ordnung geben. Letztendlich muss man auf diese Zeit zurück sehen und sie kritisch hinterfragen, um die Folgen ideologischer Gleichschaltung zu erkennen und den immensen Einfluss der Schule auf das wohl schwärzeste Kapitel deutscher Geschichte zu ergründen.
Daraus ergibt sich zunächst den Ursprung und die Aufgaben der Volksschule genauer zu betrachten.
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2 Die frühe Volksschule
2.1 Die Wurzeln der Volksschule
Die ersten „Schreib- und Leseschulen“ entstehen im 14. Jahrhundert, wie beispielsweise in Lübeck um 1320. D iese privaten Schulen sind wahrscheinlich auf Kaufleute und niedere Kleriker zurückzuführen. Die Stiftung einer Schule darf nur die „Obrigkeit“ vollziehen, d.h. beispielsweise die Kirche, aber die Stiftung von nicht konfessionellen Schulen nimmt auch ihren Lauf, so entsteht die sog. „illegale“ Winkelschule, die zwar bekämpft wird, aber nie ganz verdrängt werden kann. Die Vermittlung von z.B. Mathematik bleibt in der Hand „besonderer Lehrmeister“(Spranger 1949, S. 14). Die religiöse Kinderlehre zeigt eine zweite Wurzel auf, sie entsteht in Folge der Reformation im 16. Jahrhundert zum Zwecke d er Laienunterweisung und bildet einen Gegensatz zu den spezialisierten Lateinschulen. Durch den Mangel an Lehrkräften und Büchern muss die Laienschule entlastet werden, d.h. es werden Küster herangezogen, die nun als Schulmeister fungieren, dazu müssen sie nur lesen und schreiben können. Im Laufe des 16. Jahrhunderts werden sie erfolgreich integriert. Das Bedürfnis nach zunehmender Alphabetisierung des Volkes folgt aus den Bibelübersetzungen, den Katechismen und d en Gesangsbüchern(vgl. Spranger: 15f), aber auch aus der wachsenden Bedeutung der mittelalterlichen Stadt als wirtschaftliches, politisches und kulturelles Zentrum.
Als indirekte weitere Wurzel könnte man noch die Lateinschule erwähnen, die auch elementar mit dem „profanen“ Schreib -und Leseunterricht beginnen muss.
2.2 Die Aufgabe der Volksschule
Welche Merkmale müssen kennzeichnen eine Schule, die eine Volksschule sein soll? Man müsste davon ausgehen, dass die Volksschule eine öffentliche Einrichtung unter der Aufsicht des Staates oder seiner Institutionen, in Deutschland meist Gemeinden, ist
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(vgl. Spranger 1949, 12). Damit ist gemeint, dass die Schulen für jeden zugänglich sein müssten. Diese Zugänglichkeit muss „- oft auch gemäß Gesetz- des Staates“ (Spranger 1949, S. 12) verbindlich sein. Jedes Kind des Volkes hat Anspruch auf einen Platz an der Volksschule und dies unabhängig von Besitz, Herkunft und Besitzstand des Erziehungsberechtigten. Hierzu muss ich noch ergänzen, dass einem Kind auch unabhängig von der Religion, Hautfarbe und Staatszugehörigkeit ein Volksschulplatz gesichert werden sollte, da es dem heutigen Zeitgeist entspricht. Zu der Zeit der Herausgabe des Buches, „Zur Geschichte der Volksschule“ von E. Spranger, d.h. vier Jahre nach Kriegsende, ist eine andere Sicht auf die multi-kulturelle Gesellschaft gegenwärtig. Zusätzlich muss erwähnt werden, dass eine allgemeine Schulpflicht herrschen muss und dies auch „ vom Staat erzwungen werden kann“(Spranger 1949, S.12). In der Volksschule wird in der Muttersprache unterrichtet(vgl. Spranger 1949: 12). Die multi-kulturelle Entwicklung in unserer Gesellschaft konnte Spranger 1949 noch nicht absehen, daher füge ich noch hinzu, dass es wichtig ist, gerade „kulturell Fremde“ zu integrieren und ihnen somit die gleichen Chancen zu geben, wie jedem anderen. Die Schule soll Allgemeinwissen vermitteln, das die Basis für die weitere individuelle Entwicklung des Einzelnen bildet.
2.3 Die Volksschule im Wandel der Zeit
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts gewinnt die religiöse Küsterschule immer mehr an Einfluss. Zur Religion und zum Kirchengesang werden zunehmend weltliche Elemente, wie Lesen, Schreiben und Rechnen aufgenommen. Die Differenzierung zwischen den „deutschen S chreibschulen“ und den „Bet- und Leseschulen“ bleibt trotzdem bestehen. Im 17. Jahrhundert nimmt die Kirche eine immer intensivere staatsführende und politische Rolle ein. „Die Obrigkeit[..]hat noch viel dringendere Aufgaben als zur inneren und äußeren Festigung des Staates zu erfüllen, als Schulen zu gründen.“(Spranger 1949, S. 17). Die Macht in der Schule geht jedoch nicht verloren, weil die Feudalherren, also adlige Patrone auf dem Land und der Rat in den Städten, ein wachsendes Interesse an der Bildung entdecken. Die Kirche proklamiert eine Schulpflicht, setzt sich aber nicht dafür ein, aber die Feudalherren setzen sich durch, da
Arbeit zitieren:
Stefan Behm, 2004, Die Geschichte der Volksschule vom 14. Jahrhundert bis 1945, München, GRIN Verlag GmbH
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