TU Dresden
Institut für Geschichte
Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte
Proseminar: Gründung der Bundesrepublik Deutschland
Fachsemester: 3., 1., 3.
Die Gründung der CDU
von: Johannes Keil
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 4
Gründung der Christlich-Demokratischen Union 4
Gründungskerne 5
Berlin und sowjetische Besatzungszone 5
Britische Zone 6
Amerikanische Zone 7
Französische Zone 8
Zonenübergreifende Zusammenarbeit 9
Keimzelle der Bundes-CDU 10
Im Wirtschaftsrat und im Parlamentarischen Rat 14
Die erste Bundestagswahl 15
Gründung der Bundespartei 16
Zusammenfassung 17
Literaturverzeichnis 17
Einleitung
Die Fragestellung in dieser Hausarbeit soll sein, wie die Christlich-Demokratische Union nach dem Zweiten Weltkrieg in der oft zitierten „Stunde Null“ entstanden ist. Aus dem Nichts hat es die CDU in fünf Jahren geschafft, zur Regierungspartei zu werden. Der komplizierte und lange Weg soll nachfolgend dargestellt werden. Dabei wird versucht etwas deutlicher auf die sowjetische Besatzungszone einzugehen. Allerdings wird es aufgrund der immer selben Probleme wie Zeit und Platz nicht so ausführlich werden, wie man es sich vielleicht wünscht als Leser.
Gründung der Christlich-Demokratischen Union
Das Scheitern der Weimarer Republik, der Nationalsozialismus, der Wahnsinn des Krieges und das maßlose Elend – das ist der Erfahrungshorizont und Bedingungsrahmen aus dem die CDU hervorgekommen ist1. Keine andere Partei hat so wie die Union den Gedanken geistiger und sittlicher Erneuerung herausgestellt und ist mit dem Anspruch angetreten, “etwas Neues” zu sein und „von Grund aus“ Neues zu schaffen wie im Ahlener Programm der CDU der britischen Zone vom Februar 1947 formuliert wird2. „Die CDU will ein neues, ein anderes Deutschland aufbauen“ steht auch im ersten Programm der CDU der britischen Zone vom März 19463. Die Vorstellungen der Gründerväter waren Begriffe wie Demokratie, Sozialismus und Staat durch die Verbindung mit christlichem Glaubensgut und Menschenbild neu zu definieren. So heißt es auch in der Entschließung „Sozialismus aus christlicher Verantwortung“ der CDU der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und Groß-Berlin Mitte Juni 19464. Anders formuliert, aber mit selbem Inhalt hieß es in einem frühen Aufruf für eine christlich-demokratische Partei in Dortmund: „Ein politischer Systemwechsel genügt nicht. In der Besinnung auf die Werte des Christentums muss ein grundsätzlich neuer Anfang gemacht werden“5.
Und so wurde die CDU, im Gegensatz zur Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), nach dem Krieg völlig neu gegründet6. In Deutschland gab es bereits während der Weimarer Repub lik erste Versuche politischer Annäherungen der konfessionellen Parteien7. Doch diese wurden durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft unterbrochen. Nach dessen Zusammenbruch brachen überall in Deutschland Bestrebungen hervor das Gedankengut dieser Parteien und Verbindungen wieder aufleben zu lassen. Träger waren fast immer Funktionäre und Mitglieder der 1933 aufgelösten christlichen Parteien und Gewerkschaften, Angehörige der Bekennenden Kirche und christlich gesinnte Anhänger liberaler und konservativer „Weimarer“ Parteien. Diese waren zum Beispiel die katholische Zentrumspartei, die christliche Gewerkschaften, katholische Arbeitervereine und einige liberale Parteien8. Die Union entstand nicht in einem zentralen Gründungsakt, sondern in vielen spontanen Initiativen9. Dabei wurde Richtung der entstehenden Parteien überwacht von den Besatzungsmächten mit Hilfe des Austellens von Lizenzen und der Kontrolle von Versammlungen und Verlautbarungen10.
Gründungskerne
„Dank ihrer Vorreiterrolle, die Berlin, Köln und Frankfurt innehatten, insbesondere in programmatischer Hinsicht, boten sie den verstreut und oft nur von ungefähren Ideen von einer überkonfessionellen Sammelpartei auftretenden Gruppen richtungsweisende Orientierung“11. Berlin und sowjetische Besatzungszone Berlin hatte zunächst den Vorrang, Reichssitz zu werden, weil es die Hauptstadt war und von den Siegermächten nach wie vor als politischer Mittelpunkt angesehen wurde12. Vorsitzender war ein Mann des 20.Julis: Dr. Andreas Hermes, ehemals Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft (1920 – 1923), der vom sowjetischen Stadtkommandanten mit der Leitung des Berliner Ernährungsamtes wurde13.
[...]
1 Vgl. Konrad-Adenauer-Stiftung: Kleine Geschichte der CDU. Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt, 1995, S.19
2 Zitiert nach Kleinmann, Hans-Otto: Geschichte der CDU 1945 – 1982. Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt, 1993, S. 17
3 Zitiert nach Kleinmann: Geschichte der CDU, S.17
4 Zitiert nach Kleinmann: Geschichte der CDU, S.17
5 Zitiert nach Kleinmann: Geschichte der CDU, S.17
6 Vgl. Staudte-Lauber, Annalena: Stichwort CDU. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1993, S.13
7 Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.19
8 Vgl. Staudte-Lauber: Stichwort CDU, S.13
9 Vgl. Stiftung: Kleine Geschichte, S.20
10 Vgl. Staudte-Lauber: Stichwort CDU, S.13
11 Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.23
12 Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.23
13 Vgl. Kleinmann: Geschichte der CDU, S.24
Arbeit zitieren:
Johannes Keil, 2001, Die Gründung der CDU, München, GRIN Verlag GmbH
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