,QKDOWVYHU HLFKQLV
Seite
, (LQI KUXQJ 3
,, XVZLUNXQJHQGHULQIRUPDWLRQVWHFKQLVFKHQ5HYROXWLRQDXIGLH
JHVHOOVFKDIWOLFKHQ HUHLFKH LOGXQJXQG3ROLWLN 4
1. Auswirkungen auf den Bildungssektor 4
1.1 Neue Anforderungen an die (Aus )Bildung 4
1.1.1 „Lebenslanges Lernen“ 5
1.1.2 „Problemlösen statt Problemlösungen“ 6
1.1.3 Medienkompetenz 7
1.2 Neue Möglichkeiten des Lernens und des Erwerbs von Wissen9
1.2.1 Der Computer als Lernmedium 10
1.2.2 Das Internet als Lernmedium 11
1.2.2.1.....................Direktes Lernen mit Hilfe des Internets 11
1.2.2.2.................. Indirektes Lernen mit Hilfe des Internets 14
2. Auswirkungen auf die Politik 15
2.1 Neue Herausforderungen für die Politik 15
2.1.1 Verhinderung einer gesellschaftlichen Spaltung 15
2.1.1.1.............................Förderung der Medienkompetenz 16
2.1.1.2....Erleichterung des Zugangs zu den neuen Medien 17
2.1.2 Veränderte Bedeutung des Nationalstaates 18
2.2 Neue Möglichkeiten für die Politik 19
2.2.1 Stärkung demokratischer Strukturen 19
2.2.1.1.......................................Erhöhung der Transparenz 19
2.2.1.2................................ Stärkung der Bürgerbeteiligung 20
2.2.1.3........Einschränkung von staatlicher Medienkontrolle 22
2.2.2 E-Government 23
,,, )D LWXQG XVEOLFN 26
/LWHUDWXUYHU HLFKQLV 27
,(LQIKUXQJ
In den letzten 10 Jahren haben die Menschen in den westlichen Industrie- nationenetwas erlebt, was vom Ausmaß und der Bedeutung her mit der industriellen Revolution am Ende des 19. Jahrhunderts vergleichbar ist: Die rasante Entwicklung von neuartigen Informations- und Kommunikationstechnologien, die multimediale Durchdringung fast aller Lebensbereiche und die Entstehung neuer Lebens- und Arbeitswelten. Es gibt viele Bezeichnungen und Schlagworte, die versuchen, diese Entwicklung zu beschreiben. So spricht der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog von einer „informationstechnischen Revolution“ (BerliNews, 2001, )LW IU GLH ,QIRUPDWLRQVJHVHOOVFKDIW). Andere sehen vor allem den wirtschaftlichen Aspekt im Vordergrund und reden deshalb von der „New Economy“. Ein ebenfalls oft gebrauchtes Schlagwort lautet „digitales Zeitalter“. Alle diese Ausdrücke sind eigentlich Synonyme (und werden in dieser Arbeit auch synonym verwendet) und beinhalten die gleiche Aussage: unsere Gesellschaft hat begonnen sich zu wandeln. Es wird eine neue Gesellschafts-form entstehen, in der Wissen und Informationen die bestimmenden Fak-toren sein werden: die Informations- oder Wissensgesellschaft. Das Medium, das diesen Fortschritt ausgelöst hat und auch weiter vorantreiben wird, ist das Internet (Tauss, 1999, S. 302-304).
Sicherlich stehen wir erst am Anfang dieser Entwicklung. Doch bereits jetzt lohnt es sich die Frage zu stellen, welche konkreten Änderungen in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft zu erwarten bzw. schon eingetreten sind. In dieser Hausarbeit werden für die Aspekte Bildung und Politik die möglichen Auswirkungen der informationstechnischen Revolution untersucht und beschrieben. Es gibt noch sehr viele andere Aspekte dieses Themas. Einige davon (Fragen der (Daten-)Sicherheit, der „Abkehr von der Natur“ und der Umweltbelastung), werden in der Hausarbeit von Ralf Zimmermann erörtert. Auf weitere (z. B. veränderte Freizeitgestaltung oder Auswirkungen auf die Sprache) wird aus Platzgründen nicht einge- gangen.
,, $XVZLUNXQJHQ GHU LQIRUPDWLRQVWHFKQLVFKHQ
5HYROXWLRQDXIGLHJHVHOOVFKDIWOLFKHQ%HUHL
FKH%LOGXQJXQG3ROLWLN Im Hauptteil dieser Arbeit wird beschrieben, welche besonderen Veränderungen sich in den Bereichen Bildung und Politik bereits ergeben haben bzw. noch zu erwarten sind. Dabei können prinzipiell zwei Aspekte unterschieden werden. Zunächst ist immer die Frage, welche neuen Anforderungen sich aufgrund der informationstechnischen Revolution an den jeweiligen Lebensbereich stellen, welche Veränderungen dort also erforderlich sein könnten. Gleichzeitig ergeben sich durch die „neuen Medien“ aber immer auch zusätzliche und völlig neue Möglichkeiten, in dem entsprechenden Gebiet etwas zu gestalten und umzusetzen. Diese beiden
Blickwinkel stellen den „roten Faden“ bei den folgenden Ausführungen
dar.
$XVZLUNXQJHQDXIGHQ%LOGXQJVVHNWRU 1HXH$QIRUGHUXQJHQDQGLH$XV%LOGXQJ Unser traditionelles Bildungssystem in Deutschland hat den Anspruch, junge Menschen bestmöglich auf die beruflichen und sozialen Anforderungen ihres zukünftigen Lebens vorzubereiten. Es geht dabei von der Idee aus, daß die vermittelten Kenntnisse im Laufe einer Generation keinen allzu großen Veränderungen unterworfen sind. Doch inzwischen setzt sich immer mehr die Ansicht durch, daß genau dies nicht mehr zutrifft. Die technologischen Veränderungen haben mittlerweile eine solche Dynamik erreicht, daß eben niemand mehr sagen kann, wie die Lebens- und Arbeitswelt eines Schulanfängers des Jahres 2001 nach Beendigung seines Studiums aussieht (Alflen, 1999, S. 16-17). Dieser Tatsache muß das Bil- dungssystem gerecht werden. Denn nach Roman Herzog wird es „auf
1.1 Neue Anforderungen an die (Aus)Bildung 5
tem den Erfordernissen der informationstechnischen Revolution anzupas- sen,es muß modernisiert werden (ebd., S. 49). Die im folgenden genannten Forderungen richten sich in erster Linie an den Staat, denn bei ihm bzw. den Landesregierungen liegt die Hoheit über das schulische Bildungssystem. Auch für die privaten und beruflichen Weiterbildungsmöglichkeiten schafft er die Rahmenbedingungen. Insoweit kommt es zu Überschneidungen mit dem zweiten Teil dieser Hausarbeit „Auswirkungen auf die Politik“.
/HEHQVODQJHV/HUQHQ Die eingangs erwähnte hohe Dynamik der technologischen Entwicklungen führt zu einer schnellen Alterung des vorhandenen Wissens. Das was heute als Standard gilt, kann morgen schon altmodisch und antiquiert sein. Zu denken ist dabei etwa an den Markt für Heim-PCs oder Mobilfunk-
telefone. Die neuen Technologien und das zum Umgang mit ihnen erforderliche Wissen beeinflussen aber auch in einem sehr hohen Maße die Anforderungen, die an viele Berufe gestellt werden. Einerseits werden die Informationstechnologien eingesetzt, um Arbeitsabläufe kostengünstiger, schneller und effizienter abwickeln zu können. Andererseits entstehen überhaupt erst viele Berufe und Arbeitsplätze durch die Vermarktung und
Einführung dieser neuen Technologien. Vor diesem Hintergrund ist eine der wichtigsten Forderungen zur Modernisierung des Bildungssystems zu sehen, nämlich die Forderung nach lebenslangem Lernen. Nur wer bereit ist, sich immer wieder den innovativen Techniken zu stellen und den Umgang mit ihnen zu lernen, wird „in die Lage versetzt, mit dem raschen Wandel unseres Wissens, aber auch mit den sich ständig ändernden beruflichen Anforderungen Schritt zu halten“ (BerliNews, 2001, %LOGXQJ XQG ([LVWHQ]JUQGXQJ). Es gibt sicherlich un- terschiedliche Möglichkeiten, die Bereitschaft der Menschen zu lebenslan-
1.1 Neue Anforderungen an die (Aus)Bildung 6
die Arbeitnehmer und die Gewerkschaften. Auch die berufliche und schulische Ausbildung sollte diesem Aspekt unbedingt gerecht werden. Die Vorschläge, wie eine konkrete Umsetzung der Forderung nach lebenslangem Lernen stattfinden kann, sind relativ vage. Es wird jedoch deutlich, daß hier Praxis und Forschung besonders eng zusammenarbeiten müssen. Eine weitere neue Anforderung an das Bildungssystem ist, daß die Menschen das Problemlösen statt nur das Wissen um Problemlösungen beherrschen sollen. Was damit gemeint ist, wird im folgenden Abschnitt erläutert.
3UREOHPO|VHQVWDWW3UREOHPO|VXQJHQ
Diese Forderung bezieht sich vor allem auf die schulische Ausbildung. Die Inhalte und Techniken, die in der Schule vermittelt und gelehrt werden, werden vor allem durch die Lehrpläne vorgegeben. Die Qualität der Bildung, die ein Schulabgänger durch den Besuch seiner Schule erworben hat, hängt natürlich nicht nur von den Lehrplänen ab. Auch die technischen und personellen Möglichkeiten seiner Schule, die Zusammensetzung, das Alter und die pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten sowie die Qualifikation des Lehrerkollegiums spielen ein Rolle. Die über-geordnete Forderung nach einer Modernisierung des Bildungssystems setzt an allen diesen Punkten an, überall sind Reformen und Veränderungen nötig. Zugegeben, einige dieser Veränderungswünsche sind schon so alt wie die Institution Schule selbst und hängen weniger mit der informationstechnischen Revolution als vielmehr mit der „menschlichen Komponente“ zusammen. So waren vermutlich auch schon vor 100 Jahren viele Schüler mit den didaktischen Fähigkeiten einiger ihrer Lehrer nicht zufrieden. Doch an welchen der genannten Stellschrauben muß aufgrund der Entwicklung hin zur Informationsgesellschaft gedreht werden?
Die Forderung „Problemlösen statt Problemlösungen“ setzt vor allem an den Lehrinhalten, vorgegeben durch die Lehrpläne, an. Die Schüler werden nicht mehr mit fertigen „Rezepten“ (= Problemlösungen) ausgestattet, sondern sollen lernen, wie man selbst ein neues, unbekanntes Problem in
1.1 Neue Anforderungen an die (Aus)Bildung 7
den Griff bekommt und mit anderen Menschen darüber redet (Darnstädt, 2001, S. 68). Dieses Problemlösen zu beherrschen ist sicherlich sehr wichtig und sinnvoll in der Informationsgesellschaft. Denn diese zeichnet sich ja gerade durch ihre hohe Dynamik und damit durch das regelmäßige Entstehen völlig neuer Problemfelder aus, für die es noch keine fertigen Lösungsrezepte gibt. Um so besser junge Menschen auf diese Tatsache vorbereitet werden, um so besser stehen sie im internationalen Wettbewerb - z. B. um Arbeitsplätze - da. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Lehrpläne dahingehend zu ändern, daß der Schwerpunkt nicht mehr auf Problemlösungen, sondern auf dem Problemlösen liegt.
Ansätze dazu gibt es bereits. So wird zur Zeit in Baden-Württemberg auf Initiative der Kultusministerin Annette Schavan der Lehrplan von Grund auf erneuert, wobei auch der hier behandelten Forderung ein hohes Gewicht zukommt. Das Motto dabei: „Von der Belehrungskultur zur Lernkultur“ (Darnstädt, 2001, S. 68). Die neuen Lehrpläne enthalten sehr viel weniger Stoff und statt Lösungen werden Probleme gelehrt. So wird im Deutschunterricht nicht mehr „Faust I“ vorgegeben, sondern lediglich „Generationenkonflikte in der Literatur“. Im Mathematik-Unterricht wird auf die Vektorenrechnung verzichtet, dafür geht es z. B. um Untersuchungen über die Frage, wie Staus auf Autobahnen entstehen (Darnstädt, 2001, S. 84).
Ein weiterer Ansatz, der diese Problematik berücksichtigt, findet eine Ebene höher statt. Es geht dabei um ein neues Bildungskonzept namens „Literacy i “. Dieses wird im Auftrag der OECD am Max-Planck-Institut für Bil-dungsforschung in Berlin zusammen mit Wissenschaftlern aus aller Welt entworfen. Ziel ist es, einen „internationalen Codex für die Schulbildung der nächsten Generation“ (Darnstädt, 2001, S. 68) zu formulieren. Die Grundidee dabei ist eine outputorientierte Ausrichtung des Bildungswesens, also eben das Lehren vom Problemlösen statt von Problemlösungen (ebd.).
Eine andere Stellschraube, die die Qualität unseres Bildungssystems beeinflußt und aufgrund der informationstechnischen Revolution reform-
Quote paper:
Adrian Becker, 2001, Gesellschaftliche Auswirkungen der New Economy, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Sociology - Social System, Social Structure, Class, Social Stratification
Presentation (Elaboration), 20 Pages
Straßenkarrieren junger Menschen - unter Berücksichtigung psychosozial...
Diploma Thesis, 106 Pages
Institutionalisierung des Lebenslaufs
Sociology - Individual, Groups, Society
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 19 Pages
Frauen, Konfliktbearbeitung und festliches Handeln im Kudrunepos
German Studies - Older German Literature, Mediaevistik
Scholary Paper (Seminar), 16 Pages
Geburtstag und Geburtstagsrituale - Hintergründe und heutige Umsetzung...
Pedagogy - Pedagogic Sociology
Presentation (Elaboration), 10 Pages
Herzog Carl August (1757-1828) und seine Bedeutung für den Weimarer Ho...
History Europe - Other Countries - Modern Times, Absolutism, Industrialization
Examination Thesis, 53 Pages
Geography / Earth Science - Miscellaneous
Scholary Paper (Seminar), 14 Pages
Faschistische Architektur und rationalistische Architektur unter dem...
Art - Architecture / History of Construction
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 31 Pages
Luhmanns Theorie sozialer Systeme vs. Foucaults systematische Reflexio...
Sociology - Classics and Theoretical Directions
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 35 Pages
Architettura Razionale - Staatsarchitektur in Italien Mussolinis
Art - Architecture / History of Construction
Termpaper, 26 Pages
Jenseits von Stand und Klasse? Thesen von Ulrich Beck zur Individualis...
Sociology - Individual, Groups, Society
Literature Review, 15 Pages
Die Individualisierungstheorie nach Ulrich Beck - Darstellung und Krit...
Pedagogy - Pedagogic Sociology
Scholary Paper (Seminar), 13 Pages
Adrian Becker has published the text Gesellschaftliche Auswirkungen der New Economy
Adrian Becker has uploaded a new text
International Trade, Wage Inequality and the Developing Economy
A General Equilibrium Approach
Rajat Acharyya, Sugata Marjit
Die Auswirkungen der Unternehmensteuerreform 2008/2009 auf die Preise ...
Eine Ereignisstudie
Martin Donath
Composite Sampling for Observational Economy
Ganapati P. Patil, Sharad D. Gore, Charles Taillie
0 comments