Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Beschreibung der Methode 4
2.1 Die Hypothesen 4
2.2 Der Fragebogen 6
3 Fehlerquellen in der Methode 8
4 Vorstellung der Ergebnisse 9
4.1 Bevorzugen Studierende unterschiedlicher Fachgebiete auch unterschiedliche
Sendeformate ? 10
4.2 Hat das Fernsehen für die Studenten eher Unterhaltungs- oder
Informationscharakter? 13
4.3 Haben Studenten Lieblingssendungen? 13
4.4 Welche Sender werden von den Studierenden bevorzugt? 14
4.5 Wie lange sieht ein Student täglich Fernsehen? 16
4.6 Wird während der Werbepausen von den Studierenden umgeschaltet? 17
4.7 Haben Studierende beim Fernsehen Langeweile? 19
4.8 Beschäftigen sich Studierende beim Fernsehen mit anderen Dingen? 20
4.9 Haben Studierende in ihrer Freizeit Langeweile und fühlen sie sich auch einsam?
21
5 Interpretation der Ergebnisse 24
6 Literaturverzeichnis 27
1 Einleitung
Im Rahmen dieser Hausarbeit zum Thema Freizeit möchten wir uns einer speziellen Bevölkerungsgruppe und ihrer Freizeitgestaltung auseinandersetzen: Mit den Studierenden. Da eine umfangreiche Betrachtung der Freizeit von Studierenden generell den üblichen Rahmen einer Hausarbeit sprengen würde, möchten wir im Folgenden den Fokus der Betrachtung auf eine Gestaltungsmöglichkeit legen: Den Fernsehkonsum. Wie lange gucken Studierende durchschnittlich Fernsehen pro Tag? Werden bestimmte Sendeformate bevorzugt gesehen, etwa Dokumentationen oder Politische Sendungen? Gibt es bezüglich der Präferenzen Unterschiede zwischen unterschiedlichen Fachbereichen? Gibt es auch Präferenzen bezüglich der einzelnen Sender? Weiterhin werden wir uns mit der Frage beschäftigen, ob sich die Studierenden beim Fernsehen langweilen oder sich nebenbei mit anderen Dingen beschäftigen wie bügeln oder lesen.
Um ausreichend Daten für einen Einblick erheben zu können, haben wir beschlossen, in unserer Hausarbeit das Fernsehverhalten Hamburger Studieren-der zu untersuchen. Von Interesse ist dies zum einen, weil es wenig bis keine Literatur zu dem Fernsehverhalten von Studierenden gibt. Die heutigen Studierenden gehören weitestgehend der so genannten Fernsehgeneration an, d.h., sie sind mit dem Fernsehen aufgewachsen. Zu dieser Generation werden in Deutschland in der Regel all diejenigen gezählt, die nach 1966 geboren worden sind. Allerdings lässt sich der Begriff nicht eindeutig zeitlich abgrenzen. Die Zugehörigkeit der Studierenden zur Fernsehgeneration stellt einen wichtigen Punkt für die Auswahl unseres Hausarbeitsthemas dar, da im allgemeinen von einer höheren Affinität der Angehörigen der Generation zum Fernsehen ausgegangen wird , was damit gleichzusetzen ist, dass das Fernsehen in dieser Generation eine große Rolle bei der Freizeitgestaltung spielen könnte. Weiterhin ist der Fernsehkonsum Studierender für uns von Interesse, weil wir uns selbst zu dieser Gruppe zählen.
2 Beschreibung der Methode
Um einen Überblick über das Fernsehverhalten von Studierenden zu erhalten, haben wir vier Hypothesen aufgestellt, die wir im Verlauf dieser Hausarbeit überprüfen werden. Um an die notwendigen Daten zu erheben, haben wir einen vierseitigen Fragbogen ausgearbeitet.
Die Fragen wurden an zufällig auf dem Campus angetroffene Studierende gerichtet. Einige der Befragten waren uns bekannt, einige nicht. Die Fragen wurden den Studierenden nicht vorgelegt, sondern mündlich gestellt, um eine Beeinflussung der Befragten durch nachfolgende Fragen zu verhindern.
Auf diese Weise wurden durch uns 101 Studierende befragt, davon 54 Studenten und 47 Studentinnen.
Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgte mittels des Datenverarbeitungsprogramms SPSS.
2.1 Die Hypothesen
Die von uns gebildeten Hypothesen ergeben sich zum einen aus der Annahme, bei der Gruppe der Studierenden handele es sich um eine spezifische Bevölkerungsgruppe mit spezifischen Eigenschaften und einer spezifischen Freizeitgestaltung. So geht Scherr in seinem Kapitel „Soziale Typik und individuelle Besonderheit“1 nicht davon aus, „dass die soziale Position Student mit beliebigen Konzipierungen sozialer Identitäten […] verbunden werden kann“2.
Andererseits stellten Studierende keine in sich homogene Masse dar. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Bezeichnung Student/in oder Studierende(r) „keine Zentrierung der eigenen sozialen Zugehörigkeit und Identität“3 erzwinge. Vielmehr sei davon
auszugehen, dass mit dem Beginn des Studiums die Möglichkeiten der sozialen Zuordnung vielfältiger würden.4
Folgende Hypothesen haben wir für unsere Untersuchung aufgestellt:
1 Scherr, 1995, S.160
2 ebendar 3 ebendar 4 ebendar
1. Studierende unterschiedlicher Fächergruppen bevorzugen unterschiedliche Sendeformate.
Als Beispiel kann unsere Vermutung angeführt werden, Studierende einer Naturwissenschaft interessierten sich mehr für eine naturwissenschaftliche Dokumentation, während beispielsweise ein Studierender eines sozialwissenschaftlichen Faches eher ein politisches Magazin bevorzugen würde. 2. Fernsehen hat für Studierende eher Unterhaltungs- als Informationscharakter. Begründen lässt sich dies mit der Annahme, dass Studierenden vielfältige andere Informationsmedien wie Tageszeitungen oder das Internet zugänglich sind. 3. Es gibt keine spezifische Lieblingssendung von Studierenden. Diese Hypothese gründet sich auf der Tatsache, dass es sich bei der sozialen Gruppe der Studierenden um eine nicht-homogene Gruppe handelt. Zudem sei die Programmbindung in der entsprechenden Altersgruppe der Studierenden, also bei den unter 40jährigen relativ niedrig und liege bei 21,36%. 5 Etwa ein Fünftel sehe somit die nächste Folge einer Sendung. Unwahrscheinlich scheint es da, dass eine signifikante Mehrheit der Studierenden bei ein und derselben Sendung mit einer gewissen Häufigkeit die mangelnde Programmbindung überwindet. 4. Studierende schalten während der Werbung auf einen anderen Sender um und beschäftigen sich während des Fernsehens mit anderen Dingen. Laut einer Studie des BAT Freizeit-Forschungsinstituts aus den Jahren 1991 und 1992 schaltet besonders die Altersgruppe der bis 29jährigen während des Werbeblocks um. Hier sind es 59% im Jahre 1992. Im Vergleich dazu stehen 53% der Gesamtbevölkerung, die während der Werbung kurz auf einen anderen Sender schalte. 6 In eben diese Altersgruppe fällt auch ein Großteil der Studierenden, weshalb davon auszugehen ist, dass Studierende überdurchschnittlich oft während der Webung „zappen“.
Zudem sind es nach Angabe der BAT-Studie vorwiegend ältere Mitbürger, die sich während des Fernsehens mit keinerlei anderen Dingen beschäftigen. In der Altersgruppe der bis 29jährigen, zu denen auch ein Großteil der Studierenden gehört, lag der Prozentsatz 1992 nur bei 34%, was gleichbedeutend damit ist, dass immerhin 66% in dieser Altersgruppe während des Fernsehens einer anderen Beschäftigung
5 Zubayr, 1996, S. 149
6 Opaschowski, 1992
nachgegangen sind. 7 Das Fernsehen sei, so Opaschowski „zur Nebensache geworden“. 8 Die Mehrheit „wendet sich vom Bildschirm ab und anderen Dingen zu: Es wird gelesen und gegessen, gebügelt und gebastelt, man unterhält sich, telefoniert mit Freunden oder macht Schularbeiten.“ 9
2.2 Der Fragebogen
Im ersten Teil des Fragebogens wurden allgemeine Daten wie Alter und Geschlecht sowie das Studienfach abgefragt. Im zweiten Teil wollten wir dann allgemeine Angaben zur Freizeit der Studierenden abfragen. Dazu entwickelten wir vier Fragen. Zunächst fragten wir ab, wie viele Stunden pro Tag die Studierenden zu Hause verbringen würden. Als nächstes fragten wir ab, ob die Studierenden ihre freie Zeit zu Hause genießen würden. Wir fragten ebenfalls ab, wie die Studierenden ihre Freizeit hauptsächlich verbringen. Als hauptsächlich definierten wir alle Beschäftigungen, denen mindestens einmal in der Woche nachgegangen würde. Wir machten zu diesem Punkt zur Orientierung verschiedene Vorgaben, ließen aber auch eine offene Antwort zu. In der vierten Frage ging es dann um die Freizeitbeschäftigungen zu Hause. Auch hier waren verschiedene Möglichkeiten vorgegeben und es war ebenfalls eine ergänzende Antwort möglich. Eine der vorgegebenen Antworten lautete „fernsehen“. Wurde dieses als Freizeitbeschäftigung daheim genannt, wurde mit dem restlichen, fernsehspezifischen Teil der Befragung fortgefahren. Wurde diese Möglichkeit nicht genannt, war die Befragung an dieser Stelle beendet.
Im fernsehspezifischen Teil wurde zunächst nach einer Senderpräferenz gefragt. Es waren auch hier die einzelnen Sender als Antwortkategorien vorgegeben. Maximal drei Nennungen waren möglich.
Die nächste Frage bezog sich auf die Häufigkeit des Fernsehkonsums in der Woche. Vorgegeben waren folgende Antwortkategorien: an ein bis zwei Tagen, an drei bis vier Tagen, an fünf bis sechs Tagen in der Woche, täglich und nie. Zudem war es möglich, keine Angabe zu machen bzw. bei kognitiver Überforderung die weiß-nicht-Kategorie zu nutzen.
7 ebendar
8 Opaschowski, 1992, S. 4
9 ebendar
In der nächsten Frage ging es um die Dauer des täglichen Konsums. Vorgegeben waren wiederum mehrere Antwortkategorien: unter einer Stunde täglich, ein bis zwei Stunden, zwei bis vier Stunden, fünf bis sechs Stunden, mehr als sieben Stunden. Weiterhin waren auch hier die Kategorien „Weiß nicht“ sowie „keine Angabe“ möglich. In der nächsten Frage wurden dann die bevorzugten Sendeformate abgefragt. Auch hier gab es vorgegebene Kategorien: Nachrichten, politische Magazine, Boulevardmagazine, Gesundheitsmagazine, Dokumentationen, Sportsendungen, Quiz-Shows,
Musiksendungen, Zeichentrickfilme, Spielfilme,
Krimis, Comedy, Daily-Soaps und Talkshows. Weiterhin gab es die Möglichkeit, die Vorgaben durch eigene Angaben in der Kategorie Sonstiges zu erweitern. Im Zusammenhang mit den bevorzugten Sendeformaten fragten wir dann noch die Häufigkeit ab, mit der diese Sendungen gesehen werden. Auch hier wurden Kategorien vorgegeben: ein- bis zweimal die Woche, drei- bis viermal, fünf- bis sechsmal, täglich und nie. Zudem waren die Antwort „Weiß nicht“ und keine Angabe möglich. Die nächste gestellte Frage bezog sich auf die Lieblingssendung. Es handelte sich um eine offene Frage, auf die jedoch nur ein Titel als Antwort gegeben werden sollte. Auch die nächste Frage beschäftigte sich mit der Lieblingssendung. Hier wurde abgefragt, ob der Befragte jede Folge seiner Lieblingssendung sehe. Vorgegeben waren folgende Antwortkategorien: „immer“, „fast immer“, „manchmal“, „selten“, „fast nie“ und „nie“. Die folgenden Fragen bezogen sich auf das Verhalten des/der Befragten während des Fernsehens. Die erste Frage dieses Bereichs zielte auf das so genannte „zapping“ während der Werbeblöcke. Es wurde gefragt, ob der/die Betreffende während der Werbeblöcke auf einen anderen Sender schalte.
Die vorgegebenen Antwortkategorien entsprachen denen der vorangegangenen Frage. Die dritte Frage des Blocks bezog sich auf die Gefühle während des Fernsehens, nämlich, ob sich die Studierenden während des Fernsehens langweilten. Die Antwortkategorien entsprachen wieder den der vorangegangenen Fragen. Die abschließende Frage zum Fernsehkonsum bezog sich auf die Beschäftigungen mit anderen Dingen, wie bügeln oder Lesen, während des Fernsehkonsums. Wieder entsprachen die Antwortkategorien denen der vorangegangenen Fragen.
Der abschließende Frageblock bezog sich noch einmal auf die allgemeine Freizeitgestaltung. Die erste Frage dieses Blocks befasste sich mit dem Umstand, ob die Studierenden in ihrer freien Zeit öfter Langeweile hätten. Die Antwortkategorien teilten sich wieder in die Punkte „immer“, „fast immer“, „manchmal“, „selten“, „fast nie“ und „nie“. Als
Arbeit zitieren:
Björn Pamperien, Jessica Bleifuß, 2004, Das Fernsehverhalten von Hamburger Studenten - eine empirische Untersuchung, München, GRIN Verlag GmbH
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