Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Die Problematik der Wiederholung bei Max Frisch

Title: Die Problematik der Wiederholung bei Max Frisch

Term Paper (Advanced seminar) , 2001 , 37 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Christina von Bremen (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details



Einleitung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der Wiederholung bei Max Frisch, welche in seinem Werk eine große Rolle spielt. Um diese Problematik und das hieraus resultierende Verhalten der Figuren adäquat untersuchen zu können, erscheint es wichtig, zunächst die Begriffe Zeit und Zeiterlebnis, die eng mit der Auffassung von Wiederholung bei Frisch verbunden sind, zu untersuchen. Diesem Problem ist das erste Kapitel dieser Arbeit gewidmet. Im zweiten Kapitel wird dann der Begriff der Wiederholung theoretisch untersucht, was vor allem in der Abgrenzung zu der Auffassung von Wiederholung bei den Philosophen Nietzsche und Kierkegaard geschehen soll. Hier soll gezeigt werden, dass es zwischen Frisch und den Philosophen einige auffallende Parallelen gibt, wichtig wird jedoch auch sein, die Unterschiede aufzuzeigen.

Das dritte Kapitel widmet sich nunmehr den verschiedenen thematischen Aspekten der Wiederholung in Frischs Werk. Die Figuren Frischs empfinden die Wiederholung in der Regel als Fluch, der sie lähmt und daran hindert, ihren Sehnsüchten zu folgen. Sie wollen ihr Leben ändern, bleiben jedoch immer wieder in der Wiederholung gefangen. Diese Problematik wird durch die Form und Struktur der Werke unterstützt, womit sich schließlich das vierte Kapitel dieser Arbeit beschäftigt. Denn auch in der Konstruktion der Werke sowie in leitmotivischen Worten oder Sätzen wird das Merkmal der Wiederholung offenbar. Hierzu gehört z.B., dass eine Vielzahl der Dramen zyklisch aufgebaut sind, d.h. sie enden da, wo sie begonnen haben, was das Problem der Wiederholung, dem die Figuren ausgesetzt sind, verstärkt. Somit wird das Ziel dieser Arbeit sein, vor einem theoretischen Hintergrund die Vielzahl an Aspekten und Formen, in denen das Merkmal der Wiederholung auftritt, aufzuzeigen, um so deutlich zu machen, wie wichtig ein Verständnis dieser Problematik für das Verständnis des gesamten Werks Max Frischs ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Die Zeitproblematik bei Max Frisch

1.1 Der Zeitbegriff in Naturwissenschaft und Philosophie

1.2 Der Begriff der Zeit bei Max Frisch

1.3 Zeit und Wiederholung

2 Der Begriff der Wiederholung im Vergleich

2.1 Frisch und Nietzsche

2.2 Frisch und Kierkegaard

2.3 Frisch und Ludwig Klages

3 Das Prinzip der Wiederholung

3.1 Die Wiederholung als Fluch

3.2 Wiederholung und Sehnsucht

3.3 Wiederholung und Geschichte

3.4 Wiederholung und Möglichkeit

4 Die Wiederholung in Struktur und Form des Werks

4.1 Die Konstruktion der Werke

4.1.1 Santa Cruz

4.1.2 Nun singen sie wieder

4.1.3 Die chinesische Mauer

4.1.4 Graf Öderland

4.1.5 Biografie: Ein Spiel

4.2 Die Leitmotivik im Werk

4.2.1 Santa Cruz

4.2.2 Nun singen sie wieder

4.2.3 Andorra

4.2.4 Biografie: Ein Spiel

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Wiederholungsthematik in den Romanen und Dramen von Max Frisch. Dabei wird erforscht, wie die Figuren an der Unausweichlichkeit der Wiederholung scheitern und wie Frisch dieses existenzielle Problem sowohl auf inhaltlicher Ebene als auch durch die spezifische, oft zyklische Struktur und Leitmotivik seiner Werke darstellt.

  • Die theoretische Einordnung des Zeitbegriffs bei Frisch im Kontrast zur Philosophie.
  • Der Vergleich der Wiederholungsthematik bei Frisch mit Denkern wie Nietzsche, Kierkegaard und Klages.
  • Die psychologische und existenzielle Dimension der "Wiederholung als Fluch" für Frischs Figuren.
  • Die Analyse der zyklischen Konstruktion und narrativen Form in ausgewählten Dramen.

Auszug aus dem Buch

Die Wiederholung als Fluch

Die Wiederholung als Fluch zu empfinden, bedeutet für die Figuren bei Max Frisch, dass wirkliches Erleben nicht mehr möglich ist. Dazu stellt sich zunächst die Frage, was Erleben bei Max Frisch eigentlich bedeutet. Wintsch-Spiess sieht die Antwort dieser Frage in der Schilderung eines Herbsttages, einem Zitat aus Blätter aus dem Brotsack:

Man hat die Hand über eine dürre Wurzel gelegt, ganz zufällig: auf der oberen Haut brütet schon seit einer Weile die stille Sonne, eine süße, kleine, glühende, grenzenlose Wollust, und gerade darunter, im Innern der hängenden Hand, fühlt man zugleich den Schatten, die Feuchte, die Kühle, den Tod... Das ist Herbst.

Wintsch-Spiess sieht hier die „Symbiose von grenzenloser Fülle der Gegenwart, bereichert durch unausgesprochene Sehnsüchte und Ahnungen und das Wissen um den nahen Abschied“, die notwendig für das „wirkliche Erleben“, also ein Erleben aus „ewigem Ursprung und in ewigem Abschied“ sei.

Das bedeutet also, dass das Erleben den Zauber des ersten und letzten Males gleichzeitig besitzen muss. Dies jedoch ist in der Realität nur sehr selten möglich, was unweigerlich zum Fluch der Wiederholung führt, dem die Figuren Max Frischs ausgesetzt sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Zeitproblematik bei Max Frisch: Untersuchung des Zeitbegriffs bei Frisch, der das Leben als "Allgegenwart des Möglichen" versteht, die durch das Bewusstsein in eine scheinbare zeitliche Abfolge zerlegt wird.

2 Der Begriff der Wiederholung im Vergleich: Theoretische Abgrenzung von Frischs Wiederholungsvorstellung zu den Ansätzen von Nietzsche, Kierkegaard und Klages.

3 Das Prinzip der Wiederholung: Analyse der thematischen Aspekte, wobei die Wiederholung für die Figuren zumeist als lähmender Fluch und als Scheitern an der eigenen Identität oder Lebensgestaltung empfunden wird.

4 Die Wiederholung in Struktur und Form des Werks: Untersuchung der zyklischen Konstruktionen und leitmotivischen Elemente in Frischs Dramen, die das inhaltliche Thema der Wiederholung formal spiegeln.

Schlüsselwörter

Max Frisch, Wiederholung, Zeitbegriff, Existenzphilosophie, Zyklische Struktur, Leitmotivik, Biografie Ein Spiel, Stiller, Santa Cruz, Entfremdung, Identität, Schicksal, Nihilismus, Möglichkeit, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die zentrale Rolle der Wiederholung in den literarischen Werken von Max Frisch und wie diese Problematik die Existenz seiner Roman- und Dramenfiguren prägt.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Im Fokus stehen das Zeitempfinden, das Scheitern der Figuren an der "Ewigen Wiederkehr des Gleichen" sowie die formale Gestaltung durch zyklische Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie wichtig das Verständnis der Wiederholungsproblematik ist, um den Kern der menschlichen Existenz in Frischs literarischem Schaffen zu erfassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Grundlagen aus Philosophie und Psychologie mit einer werkimmanenten Interpretation der Dramen und Romane verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Einordnung, eine thematische Analyse des Wiederholungsbegriffs als Fluch oder Sehnsucht sowie eine detaillierte Untersuchung der Struktur und Form der Werke.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Wiederholung, Zeitlichkeit, Allgegenwart, zyklische Konstruktion, Identitätsverlust und Existenzbedingung.

Wie unterscheidet sich Frischs Sicht von der Kierkegaards?

Während Kierkegaard die Wiederholung positiv als Möglichkeit der Selbstwahl und des Glücks betrachtet, wird sie bei Frisch meist als negativer Zwang, als Monotonie und als Entfremdung von der Wirklichkeit erlebt.

Warum spielt die Form (Struktur) bei Frisch eine so große Rolle für dieses Thema?

Frisch nutzt zyklische Endungen und leitmotivische Wiederholungen in seinen Stücken, um die Hoffnungslosigkeit der Figuren zu unterstreichen, ihrem Schicksal zu entkommen und den Kreis der Wiederholung zu durchbrechen.

Excerpt out of 37 pages  - scroll top

Details

Title
Die Problematik der Wiederholung bei Max Frisch
College
University of Hamburg  (Institut für Germanistik II: Neuere deutsche Literatur und Medienkultur)
Course
Seminar: Max Frischs Romane
Grade
2,0
Author
Christina von Bremen (Author)
Publication Year
2001
Pages
37
Catalog Number
V31864
ISBN (eBook)
9783638327527
Language
German
Tags
Problematik Wiederholung Frisch Seminar Frischs Romane
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christina von Bremen (Author), 2001, Die Problematik der Wiederholung bei Max Frisch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31864
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  37  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint