1. Einleitung:
Hobbes und Locke sind Klassiker der politischen Theorie, ihre Staatstheorien, im 17. Jahrhundert verfasst, trugen zur Auflösung des scholastischen Weltbildes bei, das man bis Aristoteles zurückverfolgen kann. Das Individuum mit seinen natürlichen Rechten tritt verstärkt in den Vordergrund, so dass die traditionelle Naturrechtslehre und die Legitimation der staatlichen Herrschaft neu reflektiert wurden.
Die Staatsgründung wird als freie Willensübereinstimmung der von Natur aus gleichen und freien Individuen angesehen.
Hobbes und Locke stehen am Anfang des modernen Gesellschaftsvertrages. Wie sich Hobbes und Locke von einander unterscheiden gilt es in dieser Arbeit zu zeigen. Die Basis der Argumentation in beiden Fällen ist das Menschenbild das es unmöglich macht unaufhörlich im Naturzustand weiter zu leben, ein Staat muss gegründet werden um Leben und Interessen besser wahren zu können.
Hobbes und Locke gelten als Vorläufer der modernen Demokratietheorie und werden als neuzeitliche Staatstheoretiker hoch angesehen.
1588 am 5. April wird Thomas Hobbes in Westport/ Wiltshire geboren. Später sagt er seine Mutter hätte Zwillinge zur Welt gebracht, ihn und die Furcht. (seine Mutter bekam aus Angst vor einer spanischen Invasion Wehen.) Sein Vater ist ein ungebildeter Pfarrer, der nicht allzu viel von Theologie versteht.
1603 wird Hobbes von einem reichen Onkel zum Studium nach Oxford geschickt. 1608 tritt er in den Dienst des Barons Cavendish von Hardwick, der später der Earl of Devonshire sein wird und wird der Tutor von dessen Sohn. Bei den Cavendishs begegnet er führenden Persönlichkeiten, wie etwa Francis Bacon oder Herbert von Cherbury.
1610 Hobbes begleitet seinen Schüler auf eine Bildungsreise nach Frankreich, Deutschland und Italien. Die Reise dauerte drei Jahre.
1628 nach dem Tod des 2. Earl of Devonshire begleitet Hobbes den Sohn des schottischen Adligen Sir Gervase Clifton auf dessen Bildungsreise.
Sein Interesse für mathematische und naturwissenschaftliche Fragen beginnt zu wachsen. Fasziniert von Euklid & Co versucht er sich selbst auf dem Gebiet der Mathematik, scheitert jedoch kläglich. Allerdings hat seine Zuneigung zur Geometrie seine Theorien bereichert.
1631 tritt er wieder in die Dienste des Hauses Devonshire und begleitet den 3. Earl of Devonshire auf seine Kontinentreise, die drei Jahre dauert.
Hier pflegt er Kontakte zu Koryphäen wie Galilei und Descartes. 1640 verfasst Hobbes die Elements of Law Natural and Politic. Er fürchtet die Verfolgung
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durch das Parlament und flieht nach Frankreich.
1642 bricht in England der Bürgerkrieg aus und in Paris erscheint ein Privatdruck von De Cive.
1646 wird Hobbes der Mathematiklehrer des Sohnes von Karl I, der spätere Karl II..
1649 wird Karl I. hingerichtet und sein Sohn, Karl II., führt die Royalisten in Schottland an.
1651 erscheinen der Leviathan und eine englische Übersetzung von De Cive, Hobbes fühlt sich in Paris verfolgt und geht zurück nach England, dort lebt er erneut bei den Devonshires. In den folgenden Jahren wird ihm oft Atheismus vorgeworfen.
1655 erscheint De Corpore und Hobbes führt Kontroversen über Theologie mit Erzbischof John Bramhall und über Geometrie mit dem Mathematiker Wallis.
1658 erscheint De Homine.
1660 kehren die Stuarts zurück und Hobbes erhält wieder Zugang zum Hof von Karl II.. Die Kontroversen mit Bramhall und Wallis werden fortgesetzt.
1666 ermittelt das Parlament gegen den „Atheisten“ Hobbes.
1668 wird ihm die Druckerlaubnis für Behemoth verweigert und in Amsterdam erscheinen die Opera philosophica quae latine scripsit ominia mit einer lateinischen Übersetzung des Leviathans.
1671 Hobbes schreibt auch weiterhin Streitschriften gegen Wallis, auch in den folgenden Jahren.
1672 erscheint Pufendorfs De Jure Naturae et Gentium, es ist voll von Kritik an Hobbes und sehr von ihm beeinflusst.
1679 am 4. Dezember stirbt Hobbes in Hardwick/Derbyshire.
1683 werden Hobbes politische Schriften in Oxford verurteilt und verbrannt..
(vgl. Kersting 2002, 226-229)
2.2. John Locke:
1632 John Locke wird am 29. August in Wrington, als Sohn eines Rechtsanwaltes geboren. 1642 Beginn des Bürgerkrieges wegen religiöser Fragen, der mit dem Sieg des Parlamentheeres endet.
1649 England wird zur Republik.
1652 Locke fängt sein Studium, am Christ Church College in Oxford, an. 1658 Locke wird Magister und lehrt am Christ Church College als Tutor. 1660 Locke schreibt zwei Abhandlungen über die Rechte der Obrigkeit in Glaubenssachen. Naturwissenschaftliche Interessen. Zusammenarbeit mit Robert Boyle und medizinische Studien.
1664 Er schreibt acht Essays über das Naturrecht. 1665 Locke begleitet den englischen Gesandten Sir Walter Vane als Sekretär an den brandenburgischen Hof.
1667 arbeitet er zusammen mit dem Mediziner Thomas Sydenham, er geht als Arzt und Sekretär des Whig-Politikers Anthony Ashley, dem spätern Grafen Shaftesbury, nach London und schreibt ein Essay über Fragen der Toleranz, in dem es um die Tolerierung protestantischer Sekten geht.
1671 Gesprächkreis bei den Ashleys über naturrechtliche und erkenntnistheoretische Fragen; erste Vorarbeiten zu dem Essay Concerning Human Understanding.
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1671 fährt er erstmalig nach Paris. 1675 fährt er ein zweites Mal nach Frankreich; Studien über Gewerbe und Landwirtschaft. Außerdem sucht er die Gesellschaft von Philosophen, Naturwissenschaftlern und Medizinern.
1679 Locke kehrt nach London zurück und schreibt den Hauptteil der Two Treatises of Government.
1681 gerät Shaftesbury unter politischen Druck, wird eingekerkert und entkommt schließlich nach Holland, dort stirbt er 1683.
1683 Locke emigriert ebenfalls nach Holland, dort arbeitet er am Essay Concerning Human Understanding, am Toleranzbrief und an den Gedanken über die Erziehung. 1688 kommt es in England zur Glorios Revolution.
1689 kehrt Locke nach London zurück. Der Toleranzbrief erscheint, ebenso die Two Treatises of Government sowie der Essay Concerning Human Understanding, in englischer Sprache. Er lehnt das Amt eines Botschafters ab, wird jedoch „Commissioner of Appeals in Exercise“.
1690 zieht sich Locke, wegen seiner angeschlagenen Gesundheit, aufs Land zurück, er lässt sich auf eine Kontroverse mit dem Geistlichen Jonas Proast ein, was zu einem Zweiten und 1692 zu einem Dritten Toleranzbrief führt. Außerdem beschäftigt sich Lock mit ökonomischen Problemen.
1693 Some Thoughts Concerning Education.
1694 Zweite Auflage der Two Treatises und des Essays.
1696 wird Locke Commissioner im Handelsrat Board of Trade 1697 fängt er an sich mit theologischen Fragen zu beschäftigen. Es erscheinen weitere Neuauflagen seiner Werke.
1700 tritt Locke von all seinen Staatsämtern zurück und beschäftigt sich weiterhin mit der Theologie, bis er 1704 am 28. Oktober, stirbt.
(vgl. Euchner 1996, 214-216)
3. Die Staatstheorie T. Hobbes´:
Da der Mensch bei Hobbes ein Vernunftwesen ist, ist er notwendigerweise auch ein Machtwesen. Die Vernunft bestimmt sein Handeln und sein Hauptziel ist es zweckdienliche Mittel bereitzustellen mit deren Hilfe er gegenwärtige und zukünftige Bedürfnisse stillen kann. (Kersting, 2002, 86) Alles was dienlich sein kann wird zum Machtpotential einer Person gezählt und muss genutzt werden. Das primäre Interesse der Vernunft ist eine Steigerung der Macht. (Kersting, 2002, 87) Hobbes Menschenbild ist bestimmt von Zukunftsangst, d.h. die Angst zukünftiges Verlangen nicht stillen zu können. (Kersting, 2002, 90) Daraus folgt, dass dem Wunsch nach Glück nur durch Machtmaximierung entsprochen werden kann, denn je wenige r Hindernisse im Weg stehen, desto umfassender ist der Befriedigungszustand. (Kersting, 2002, 91)
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Arbeit zitieren:
Eva Kostakis, 2003, Hobbes vs. Locke, München, GRIN Verlag GmbH
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