Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Anatomischer Aufbau des Kniegelenkes
2.1. Artikulierende Flächen 3
2.2. Menisci 4
2.3. Gelenkkapsel 6
2.4. Bandapparat 8
2.4.1. Äußere Bandapparat 8
2.4.2. Kreuzbänder 9
3. Mechanik des Kniegelenkes 11
4. Literaturverzeichnis 13
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1. Einleitung
Das Kniegelenk, Articulatio genus, ist das größte und auch zugleich ein sehr kompliziertes Gelenk, da es aus mehreren Gelenkanteilen besteht.
Man bezeichnet das Kniegelenk als Scharniergelenk und meint damit die Beugung und Streckung der Gelenkverbindung von Femur und Tibia. Jedoch kommt noch eine weitere Bewegungsmöglichkeit in der Beugestellung hinzu : eine geringfügige Innen- und Außenrotation des Unterschenkels. Daher ist es also ein Drehscharniergelenk. Die Funktion des Kniegelenkes ist zum einen als stabiler Stütz-und Trageapparat zu fungieren, und zum anderen dem Fuß, durch Beweglichkeit des Kniegelenkes, ein höheres Bewegungsausmaß zu ermöglichen. Gesichert und fixiert wird das Gelenk überwiegend durch Bänder und zum Teil durch Muskeln.
2. Anatomischer Aufbau des Kniegelenkes
2.1. Artikulierende Flächen
Das Kniegelenk ist ein zusammengesetztes Gelenk, bestehend aus drei Anteilen: den beiden Articulationes femorotibiales und dem Articulatio femoropatellaris in denen Femur, Tibia, Patella, sowie die Menisci miteinander artikulieren.
Articulationes femorotibiales
Die Gelenkkörper bilden hierbei die Condyli femoris und die konkaven Gelenkfacetten der Facies articularis superior der Tibia. Die Condyli medialis und lateralis des Femur sind kräftig ausgebildete Walzen, wobei der mediale Epicondylus kräftiger ausgeprägt ist. Nach unten und hinten streben sie auseinander. Auf der Vorderseite gehen die Gelenkflächen der beiden Condylen in die Facies patellaris über, die als Gleitlager der Patella fungiert.
An der Rückseite des Femur existiert zwischen den beiden Condylen eine tiefe Grube, die Fossa intercondylaris, in welcher die Kreuzbänder ihren Platz finden.
An der Tibiaoberseite finden sich zwei separate Gelenkflächen: der Condylus medialis, die größere, ovale gekrümmte Gelenkfläche und der Condylus lateralis, die eher kreisförmige etwas kleinere gekrümmte Gelenkfläche. Die mediale Fläche ist konkav und die laterale nahezu planar. In diesen beiden Gelenkflächen liegen die beiden Menisci, die Ungleichheiten des Gelenks ausgleichen.
Getrennt werden die beiden Flächen durch die Eminentia intercondylaris, an der sich ein Tuberculum medialis und lateralis erhebt. An dieser Stelle finden die Menisken und die Kreuzbänder ihren Ansatz.
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Articulatio femoropatellaris
Hierbei ist der Bereich gemeint, in dem die Patella zwischen die beiden Epicondylen des Femurs gleitet. Die Patella ist in die Sehne des M. quadrizeps eingelagert und wird auch Lig. patellae genannt, ihren Ansatz findet diese Sehne an der Tuberositas tibiae.
Die Patella besitzt eine aufgeraute Vorderfläche, an der zahlreiche Sehnenfasern vertikale Vertiefungen hinterlassen. Stabilisiert wird die Patella durch den M. quadrizeps und seitlich durch kapselverstärkende Bänder und Muskeln. Ihr Oberrand ist ein wenig verdickt und gilt als Ansatzpunkt einzelner Oberschenkelmuskeln.
Die Gelenkflächen, Facies articularis patellae gliedern sich in die breitere laterale und die mediale Gelenkfläche und bilden, mit den entsprechenden Gelenkflächen am Femur, das Articulatio patellae.
2.2. Menisci
Da zwischen den kräftig ausgeprägten Femurcondylen und den leicht konkaven Gelenkfläche der Tibia eine deutliche Inkongruenz besteht, lagern zwischen den beiden Gelenkflächen die Menisci.
Die beiden Menisci sind C - förmig gebogene Faserringe und haben einen keilförmigen Querschnitt. Die freien Enden sind zwischen den beiden Schienbeinpfannen verankert Der mediale Meniscus hat die Form einer Sichel, ist also mehr halbmondförmig und medial mit dem Lig. collaterale tibiale verwachsen. Lateral setzt er an der Area intercondylaris posterior und anterior an. Hinten ist er breiter als vorne und ist durch seine Befestigung viel weniger beweglich als der laterale Meniscus.
Der laterale Meniscus ist mehr kreisförmig, da seine Enden näher zusammenkommen als beim Medialen. Medial setzten die beiden Enden an der Eminentia intercondylaris eng bei einander an. Er ist beweglicher, da er lateral nicht mit dem Lig. collaterale fibulare verwachsen ist. An ihrer Basis, vorne und hinten, sind beide Menisci mit der Gelenkkapsel verwachsen. Und an ihren vorderen Enden bildet das Lig. transversum genus eine Verbindung der beiden einzelnen Knorpelscheiben. Die Versorgung der beiden Scheiben erfolgt über die Gelenkkapsel, durch die Blutgefäße und Nervenfaser bis in das mittlere Drittel der Menisci vordringen können. Ebenfalls treten über den Verankerungsbereich der Vorder- und Hinterhörner der Menisci Blutgefäße aus dem Knochen ein. In ihrem zentralen Bereich bestehen die Menisci aus straffem Bindegewebe und Faserknorpel; das ermöglicht den beiden Faserknorpelscheiben bei entstehendem Gelenkdruck, der auf dem Articulatio femorotibialis auftritt, sich zu verformen.
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Ursula Wittlich, 2002, Allgemeiner und spezieller Aufbau des Kniegelenks, Munich, GRIN Publishing GmbH
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